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SCHNITZLER, A.: Casanovas Heimfart
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Disc
1

Casanovas Heimfahrt
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1.
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In seinem 53. Lebensjahre, als Casanova langst nicht mehr
00:07:13
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2.
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Der Schatten der Baume nahm der emporsteigenden Sonne nur wenig von ihrer
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3.
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Wahrend die beiden Manner die staubige, im sengenden Mittagsglanz daliegende Strasse
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4.
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Die Madchen nahmen, Olivo und Casanova gegenuber, unter Lachen und scherzhaftem
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5.
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Als er das, im Erdgeschoss gelegene, holzgetafelte Speisezimmer betrat, sah er
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6.
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Die drei Madchen hatten sich an den Abbate herangemacht. Sie wussten wohl warum
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7.
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Sie gingen die Allee nicht zu Ende, als scheuten beide die Nahe des Wiesenplatzes
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8.
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Marcolina, mit den Kindern, kam heran. Diese liefen an ihr voruber ins Haus
00:08:12
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9.
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Casanova horte ihr mit wachsendem Staunen zu. Da er sich ausserstande fuhlte
00:06:27
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Disc
2

Casanovas Heimfahrt
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1.
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Die Sonne neigte sich dem Untergang zu, aber noch war es heiss genug
00:07:15
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2.
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Es zeigte sich, dass der Marchese auch auf diesem Gebiete nicht zu den Kennern gehorte
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3.
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Er horte Amaliens Stimme. Sie fragte ihn, wie aus der Ferne, obzwar sie neben ihm stand
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4.
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Casanova sass neben ihr. Er wagte es nicht einmal leise ihren Fuss zu beruhren
00:05:08
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5.
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Man hatte sich vom Tisch erhoben. Die Kinder waren schon fruher verschwunden
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6.
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Da der Marchese sein ganzes Bargeld verloren hatten, ubernahm Casanova die Bank
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7.
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Casanova stand allein in seinem, durch zwei Kerzen matt erhellten Zimmer
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8.
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Nein, er bereute nichts. Er hatte sein Leben gelebt, wie keiner. Und lebte er es nicht noch heute
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9.
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Es war ihm, als raschelte irgendetwas hinter ihm langs der Mauer hin
00:08:12
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10.
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So stand er denn wieder vor der Saaltur, die er offen gelassen, und sah ein, dass ihm
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11.
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Die Magd hatte indess einen grossen, irdenen Krug mit quellkaltem Wasser heraufgebracht
00:03:12
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Disc
3

Casanovas Heimfahrt
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1.
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Wahrend sie durch die Kastanienallee dem Tore zuschritten, richtete Marculina an Casanova
00:04:30
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2.
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"Mit Lorenzis Reichtum," sagte Olivo, "ist es nicht weit her. Sein Vater ist zwar ziemlich begutert
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3.
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Eine plotzliche Biegung des Wegs und das Kloster lag vor ihnen. Uber die hohe Umfassungsmauer
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4.
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Plotzlich, als sie eben den Saal verlassen wollten, erklang es aus der Gegend des Gitters her
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5.
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Mit dem letzten Gang zugleich, brachte die Magd ein Schreiben, das ein Bote aus Mantua
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6.
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Aber erlauben sie mir, als ihrem alten und aufrichtigen Freunde, der auch einmal jung gewesen ist
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7.
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Er war freilich nicht mehr jung und schon genug, um ein tugendhaftes Madchen zu verfuhren
00:06:10
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8.
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Es war die hochste Zeit, dass sie aus der Ture traten, denn Olivo kam eben erhitzt
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9.
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"Ein Dukaten also!" sagte Lorenzi und nahm Karten auf. Der Marchese schlug sie mit den seinen
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10.
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"Lorenzi" rief Olivo, "von uns allen haben sie das Wort, dass keine Seele jemals erfahren wird
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11.
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Und wahrend sie langsam hugelaufwarts stiegen, zwischen den Rebenstocken
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12.
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Er blieb plotzlich stehen. Die Sonne neigte sich zum Niedergang. Ein leiser Wind strich uber
00:04:41
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Disc
4

Casanovas Heimfahrt
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1.
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Bald darauf, nachdem er sein Gold, vorerst an sicherer Stelle im Turmgemach, verwahrt hatte
00:04:37
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2.
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Sind wir so genau, mein Freund, dachte Casanova, so darf ich mich umso sicherer darauf verlassen
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3.
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Er sprach von der wunderbaren Unbekannten, die wochenlang mit ihm, als Offizier verkleidet
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4.
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Der Himmel war von Wolken verhangt. Nachdem man das Dorf hinter sich gelassen
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5.
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Das Fenster war noch immer fest geschlossen, auch dahinter ruhrte sich nichts
00:07:10
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6.
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Und schon begann er es fur moglich zu halten, dass ihm der ersehnte und doch gefurchtete Augenblick
00:05:48
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7.
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Durch einen schmalen Spalt, zwischen Vorhang und Fensterrand, war ein Strahl der Dammerung
00:05:52
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8.
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Und ist sicher nicht bezahlt. Diese nuchternen Erwagungen brachten ihn vollig zur Besinnung
00:05:54
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9.
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Da sank Lorenzi hin, mit einem Stich mitten ins Herz.. Der Degen entfiel seiner Hand
00:06:34
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10.
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"Ein Brief aus Venedig ist gestern abend fur sie angekommen, Herr Chevalier", sagte die Wirtin
00:04:24
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11.
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Dass sein Fahrgast es eilig hatte, konnte dem Kutscher nicht entgangen sein
00:05:18
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12.
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Schon fuhr das Schiff durch die Kanale der Vorstadt. Schmutzige Hauser starrten ihn aus truben
00:04:55
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13.
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Nun brachte der Diener das Fruhstuck fur Casanova, der sich's, ohne sich viel zureden zu lasssen
00:08:36
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Total Playing Time:
04:44:05
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