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Opera Libretti




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Beethoven
Fidelio
English
Synopsis
Title Page
German
Act 1
Act 2

Zweiter Aufzug

Das Theater stellt einen unterirdischen dunkeln Kerker vor. Den Zuschauern links ist eine mit Steinen und Schutt bedeckte Zisterne; im Hintergrunde sind mehrere mit Gitterwerk verwahrte Öffnungen in der Mauer, durch welche man die Stufen einer von der Höhe herunterführenden Treppe sieht. Rechts die letzten Stufen und die Tür in das Gefängniß. Eine Lampe brennt.

Erster Aufritt

Florestan (allein)
(Er sitzt auf einem Steine, um den Leib hat er eine lange Kette, deren Ende in der Mauer befestigt ist.)

Nr. 11 – Introduction und Arie
Florestan
Gott! welch’ Dunkel hier! O grauenvolle Stille! Öd’ ist es um mich her: Nichts lebet außer mir. O schwere Prüfung! Doch gerecht ist Gottes Wille! Ich murre nicht: das Maß der Leiden steht bei dir. In des Lebens Frühlingstagen ist das Glück von mir gefloh’n; Wahrheit wagt’ ich kühn zu sagen, und die Ketten sind mein Lohn. Willig duld’ ich alle Schmerzen, ende schmählich meine Bahn; süßer Trost in meinem Herzen: meine Pflicht hab’ ich getan! (in einer an Wahnsinn grenzenden, jedoch ruhigen Begeisterung)
Und spür’ ich nicht linde, sanft säuselnde Luft? und ist nicht mein Grab mir erhellet? Ich seh’, wie ein Engel im rosigen Duft sich tröstend zur Seite mir stellet, – ein Engel, Leonoren, der Gattin so gleich, der führt mich zur Freiheit in’s himmlische Reich.
(Er sinkt erschöpft von der letzten
Gemütsbewegung auf den Felsensitz nieder, seine
Hände verhüllen sein Gesicht.)

Zweiter Auftritt

Rocco, Leonore, Florestan
(Die beiden Ersten, die man bei dem Schein einer
Laterne die Treppe herabsteigen sah, tragen einen
Krug und Werkzeuge zum Graben. Die Hintertür
öffnet sich und das Theater erhellt sich zur Hälfte.)

Nr. 12 – Melodram und Duett
Leonore
Wie kalt ist es in diesem unterirdischen Gewölbe!

Rocco
Das ist natürlich, es ist ja sehr tief.

Leonore
Ich glaubte schon, wir würden den Eingang gar nicht finden.

Rocco
Da ist er.

Leonore
Er scheint ganz ohne Bewegung.

Rocco
Vielleicht ist er tot.

Leonore
            Tot!?

Rocco
Nein, nein, er schläft. – Das müssen wir benützen und gleich ans Werk gehen. Wir haben keine Zeit zu verlieren.

Leonore
Es ist unmöglich, seine Züge zu unterscheiden. – Gott, steh mir bei, wenn er es ist!

Rocco
Hier, unter diesen Trümmern, ist die Zisterne von der ich dir gesagt habe. – Wir brauchen nicht viel zu graben um an die Öffnung zu kommen. Du gib mir eine Haue und stelle dich hierher. – Du zitterst, –     fürchtest du dich?

Leonore
Oh nein, es ist nur so kalt.

Rocco
So mache fort, beim Arbeiten wird dir schon warm werden.
(Rocco fängt gleich mit dem Ritornell an zu arbeiten.
Während dessen benutzt Leonore die Momente, wo
sich Rocco bückt, um den Gefangenen zu betrachten.)

Rocco (während der Arbeit, mit halblauter Stimme)
Nur hurtig fort, nur frisch gegraben, es währt nicht lang, er kommt herein.

Leonore (ebenfalls arbeitend)
Ihr sollt ja nicht zu klagen haben, ihr sollt gewiß zufrieden sein.

Rocco (einen großen Stein an der Stelle, wo er hinabstieg, hebend)
Komm, hilf doch diesen Stein mir heben, – hab Acht! hab Acht! – er hat Gewicht.

Leonore (hilft heben)
Ich helfe schon, – sorgt euch nicht; ich will mir alle Mühe geben.

Rocco
Ein wenig noch!

Leonore
Geduld!

Rocco
Er weicht!

Leonore
Nur etwas noch!

Rocco
Es ist nicht leicht!
(Sie rollen den Stein über die Trümmer, und holen Atem.)

Rocco (wieder arbeitend)
Nur hurtig fort u.s.w.

Leonore (ebenfalls wieder arbeitend)
Laßt mich nur wieder Kräfte haben, wir werden bald zu Ende sein.

Rocco
Nur hurtig fort u.s.w.

Leonore (betrachtet den Gefangenen, während
Rocco, von ihr abgewendet, mit gekrümmtem
Rücken arbeitet; leise, für sich)
Wer du auch sei’st, ich will dich retten,
bei Gott! du sollst kein Opfer sein!
Gewiß, ich löse deine Ketten,
ich will, du Armer, dich befrei’n.

Rocco (sich schnell aufrichtend)
Was zauderst du in deiner Pflicht?

Leonore (fängt wieder an zu arbeiten)
Mein Vater! nein, ich zaud’re nicht.

Rocco
Nur hurtig fort u.s.w.

Leonore
Ihr sollt ja nicht u.s.w.
Laßt mich nur u.s.w.
(Rocco trinkt; Florestan erholt sich und hebt das Haupt
in die Höhe, ohne sich noch gegen Leonore zu wenden.)

Leonore
Er erwacht!

Rocco
Er erwacht, sagst du?

Leonore
Ja, er hat soeben seinen Kopf gehoben.

Rocco
Du bleibst hier! – Ich muß allein mit ihm reden. - Nun, habt ihr ein wenig geruht?

Florestan
Geruht?

Leonore
(Diese Stimme!)

Florestan
Wie fände ich Ruhe?

Leonore
(Oh Gott! Er ist’s!)

Florestan
Sagt mir, wer ist der Gouverneur dieses Gefängnisses?

Rocco
Don Pizarro.

Florestan
Pizarro?Schickt nach Sevilla, fragt nach Leonore Florestan...

Rocco
Ruhe!

Florestan
...sagt ihr, daß ich hier in Ketten liege, sagt ihr ...

Rocco
Es ist unmöglich, sage ich Euch.

Florestan
Aus Barmherzigkeit, gebt mir Wasser, Wasser!

Leonore
Hier ist etwas Wein.

Florestan
Wer ist das?

Rocco
Mein Schließer. – Du bist ja so bewegt!

Leonore
Wer sollte es nicht sein, Ihr selbst, Vater Rocco ...

Rocco
Du hast recht. Der Mensch hat so eine Stimme ...

Leonore
Ja, sie dringt in die Tiefe des Herzens.

Nr. 13 – Terzett
Florestan
Euch werde Lohn in bessern Welten,
der Himmel hat euch mir geschickt.
O Dank! Ihr habt mich süß erquickt;
ich kann die Wohltat nicht vergelten.

Rocco (leise zu Leonore, die er bei Seite zieht)
Ich labt’ ihn gern, den armen Mann,
es ist ja bald um ihn getan.

Leonore (für sich)
Wie heftig pochet dieses Herz,
es wogt in Freud’ und scharfem Schmerz!

Florestan (für sich)
Bewegt seh’ ich den Jüngling hier,
und Rührung zeigt auch dieser Mann.
O Gott, du sendest Hoffnung mir,
daß ich sie noch gewinnen kann.

Leonore
Die hehre, bange Stunde winkt,
die Tod mir oder Rettung bringt.

Rocco
Ich tu’, was meine Pflicht gebeut,
doch hass’ ich alle Grausamkeit.

Leonore (leise zu Rocco, indem sie ein Stückchen
Brot aus der Tasche zieht)
Dies Stückchen Brot, – ja, seit zwei Tagen trag’ ich es immer schon bei mir.

Rocco
Ich möchte gern, doch sag’ ich dir, das hieße wirklich zu viel wagen.

Leonore
Ach! (schmeichelnd) Ihr labtet gern den armen Mann.

Rocco
Das geht nicht an, das geht nicht an.

Leonore (wie vorhin)
Es ist ja bald um ihn getan.

Rocco
So sei es, ja, so sei’s! du kannst es wagen.

Leonore (in größter Bewegung Florestan
das Brot reichend)
Da nimm das Brot, du armer Mann!

Florestan (Leonorens Hand ergreifend
und an sich drückend)
O dank dir, Dank, o Dank!
Euch werde Lohn in bessern Welten,
der Himmel hat euch mir geschickt.
O Dank, ihr habt mich süß erquickt!
Bewegt seh’ ich den Jüngling hier,
und Rührung zeigt auch dieser Mann,
o wenn ich sie gewinnen kann!

Leonore
Der Himmel schicke Rettung dir,
dann wird mir hoher Lohn gewährt.
Ihr labt’ ihn gern, den armen Mann!

Rocco
Mich rührte oft dein Leiden hier,
doch Hilfe war mir streng verwehrt.
(für sich) Ich labt’ ihn gern, den armen Mann,
es ist ja bald um ihn getan!

Leonore
O mehr, als ich ertragen kann!

Florestan
O daß ich euch nicht lohnen kann!
(Florestan verschlingt das Stück Brot.)

Rocco (nach augenblicklichem Stillschweigen)
Alles ist bereit. Ich gehe das Signal zu geben.

Florestan
Wo geht er hin? (Pfiff)
Ist das der Vorbote meines Todes?

Leonore
Beruhige dich! Vergiß nicht, es gibt eine
Vorsehung. Ja! Es gibt eine Vorsehung.
(Sie entfernt sich und geht gegen die Zisterne.)

Dritter Auftritt

Vorige, Pizarro (vermummt in einen Mantel)

Pizarro (zu Rocco, die Stimme verstellend)
Ist alles bereit?

Rocco
Ja, Herr! – Soll ich ihm die Ketten abnehmen?

Pizarro
            Nein! Schließ ihn nur los. Die Zeit drängt.

Nr. 14 – Quartett
Pizarro
Er sterbe! Doch er soll erst wissen,
wer ihm sein stolzes Herz zerfleischt.
Der Rache Dunkel sei zerrissen!
Sieh’ her, du hast mich nicht getäuscht!
(Er schlägt den Mantel auf.)
Pizarro, den du stürzen wolltest,
Pizarro, den du fürchten solltest,
steht nun als Rächer hier.

Florestan (gefaßt)
Ein Mörder steht vor mir.

Pizarro
Noch einmal ruf’ ich dir,
was du getan, zurück.
Nur noch ein Augenblick,
und dieser Dolch –
(Er will Florestan durchbohren.)

Leonore (stürzt mit einem durchdringenden Geschrei hervor und bedeckt Florestan mit ihrem Leibe)
Zurück!

Florestan
O Gott!

Rocco
Was soll?

Leonore
Durchbohren mußt du erst diese Brust!
Der Tod sei dir geschworen für deine Mörderlust.

Pizarro (schleudert sie fort)
Wahnsinniger!

Rocco (zu Leonore)
Halt’ ein! halt’ ein!

Florestan
O Gott! o mein Gott!

Pizarro
Er soll bestrafet sein!

Leonore (noch einmal ihren Mann bedeckend)
Töt’ erst sein Weib!

Pizarro
Sein Weib?

Rocco
Sein Weib?

Florestan
Mein Weib?

Leonore (zu Florestan)
Ja, sieh’ hier Leonore!

Florestan
Leonore!

Leonore (zu den Anderen)
Ich bin sein Weib, geschworen
hab’ ich ihm Trost, Verderben dir!

Pizarro (für sich)
Welch’ unerhörter Mut!

Florestan (zu Leonore)
Vor Freude starrt mein Blut!

Rocco
Mir starrt vor Angst mein Blut!

Leonore (für sich)
Ich trotze seiner Wut!

Pizarro
Soll ich vor einem Weibe beben?

Leonore
Der Tod sei dir geschworen!

Pizarro
So opfr’ ich beide meinem Grimm.
(Dringt wieder auf sie und Florestan ein.)

Leonore
Durchbohren mußt du erst diese Brust!

Pizarro
Geteilt hast du mit ihm das Leben, so teile nun den Tod mit ihm!

Leonore (zieht hastig eine kleine Pistole aus der
Brust und hält sie Pizarro vor)
Noch einen Laut – und du bist tot!
(Leonore hängt an Florestans Halse.)
Ach! du bist gerettet! großer Gott!

Florestan
Ach! ich bin gerettet! großer Gott!

Pizarro (betäubt)
Ha! der Minister! Höll’ und Tod!

Rocco (betäubt)
O was ist das? gerechter Gott!
(Pizarro steht betäubt; eben so Rocco. Leonore hängt
an Florestan’s Halse. Man hört die Trompete stärker.
Pause.)
 

Vierter Aufritt

Vorige, Jaquino, zwei Offiziere, Soldaten (mit Fackeln)
(Jaquino, Offiziere und Soldaten erscheinen an
der obersten Gitteröffnung der Treppe.)

Jaquino (spricht während der Musikpause)
Vater Rocco! Vater Rocco! Der Herr Minister ist angekommen!

Rocco
Gelobt sei Gott! Wir kommen, ja wir kommen augenblicklich! Und Leute mit Fackeln sollen heruntersteigen und den Gouverneur      hinaufbegleiten!

(Die Soldaten kommen bis an die Tür herunter. Die
Offiziere und Jaquino gehen oben ab.)

Quartett folgt
Leonore und Florestan
Es schlägt der Rache Stunde,
du sollst/ich soll gerettet sein!
Die Liebe wird im Bunde
mit Mute dich/mich befrei’n!

Pizarro
Verflucht sei diese Stunde!
die Heuchler spotten mein!
Verzweiflung wird im Bunde
mit meiner Rache sein!

Rocco
O fürchterliche Stunde!
O Gott! was wartet mein?
Ich will nicht mehr im Bunde
mit diesem Wütrich sein!
(Pizarro stürzt fort, indem er Rocco einen Wink gibt,
ihm zu folgen; dieser benützt den Augenblick, da
Pizarro schon geht, faßt die Hände beider Gatten,
drückt sie an seine Brust, deutet gen Himmel und eilt
nach. Die Soldaten leuchten Pizarro voraus.)

Fünfter Auftritt

Leonore, Florestan

Florestan
Leonore!

Leonore
Florestan!

Nr. 15 – Duett
Leonore und Florestan
O namenlose Freude!
Mein Mann an meiner Brust!/An Leonorens Brust!
Nach unnennbaren Leiden
so übergroße Lust!

Leonore
Du wieder nun in meinen Armen!

Florestan
O Gott! wie groß ist dein Erbarmen!

Leonore und Florestan
O dank dir, Gott, für diese Lust!
Mein Mann/Weib an meiner Brust!

Florestan
Du bist’s!

Leonore
Ich bin’s!

Florestan
O himmlisches Entzücken!

Leonore
Du bist’s!

Florestan
Ich bin’s!

Leonore
O himmlisches Entzücken!

Florestan
Leonore!

Leonore
Florestan!

Leonore und Florestan
O namenlose Freude u.s.w.

Sechster Aufritt

Rocco, die Vorigen
(Rocco stürzt herein. Alle drei ab.)

Verwandlung
Paradeplatz des Schlosses, mit der Statue des Königs.

Siebenter Aufritt

Don Fernando, Pizarro, Jaquino, Marzelline,
Offiziere, Schloßwachen, die Gefangenen, Volk
(Die Schloßwachen marschieren auf und bilden ein   offenes Viereck.  
Dann erscheint von einer Seite der Minister Don Fernando, von Pizarro und Offizieren begleitet. Volk eilt herzu. Von der andern Seite treten, von Jaquino und Marzelline geführt, die Staatsgefangenen ein, die vor Don Fernando niederknieen.)
 
Nr. 16 – Finale
Das Volk und die Gefangenen
Heil! Heil sei dem Tag, Heil sei der Stunde,
die lang ersehnt, doch unvermeint,
Gerechtigkeit mit Huld im Bunde,
vor unsers Grabes Tor erscheint! Heil!

Don Fernando
Des besten Königs Wink und Wille
führt mich zu euch, ihr Armen, her,
daß ich der Frevel Nacht enthülle,
die All’ umfangen schwarz und schwer.
Nicht länger knieet sklavisch nieder,
(Die Gefangenen stehen auf.)
Tyrannenstrenge sei mir fern.
Es sucht der Bruder seine Brüder,
und kann er helfen, hilft er gern.

Das Volk und die Gefangenen
Heil sei dem Tag! Heil sei der Stunde! Heil!

Don Fernando
Es sucht der Bruder u.s.w.

Achter Auftritt
Die Vorigen, Rocco (durch die Wachen dringend),
hinter ihm Leonore und Florestan

Rocco
Wohlan, so helfet! helft den Armen!

Pizarro
Was seh’ ich? Ha!

Rocco (zu Pizarro)
Bewegt es dich?

Pizarro (zu Rocco)
Fort, fort!

Don Fernando (zu Rocco)
Nun rede!

Rocco
All’ Erbarmen vereine diesem Paare sich!
(Florestan vorführend)
Don Florestan –

Don Fernando (staunend)
Der Totgeglaubte, der Edle, der für Wahrheit stritt?

Rocco
Und Qualen ohne Zahl erlitt.

Don Fernando
Mein Freund, der Totgeglaubte? – Gefesselt, bleich steht er vor mir.

Leonore und Rocco
Ja, Florestan, ihr seht ihn hier.

Rocco (Leonore vorstellend)
Und Leonore –

Don Fernando (noch mehr betroffen)
Leonore?

Rocco
Der Frauen Zierde führ’ ich vor, sie kam hierher –

Pizarro
Zwei Worte sagen –

Don Fernando
Kein Wort!
(zu Rocco)
Sie kam? –

Rocco
Dort an mein Tor, und trat als Knecht in meine Dienste,
und tat so brave treue Dienste, daß ich – zum Eidam sie erkor.

Marzelline
O weh’ mir! was vernimmt mein Ohr!

Rocco
Der Unmensch wollt’ in dieser Stunde
vollzieh’n an Florestan den Mord –

Pizarro (in größter Wut)
Vollzieh’n! Mit ihm! –

Rocco (auf sich und Leonoren deutend)
Mit uns im Bunde!
(zu Don Fernando) Nur euer Kommen rief ihn fort.

Das Volk und die Gefangenen (sehr lebhaft)
Bestrafet sei der Bösewicht,
der Unschuld unterdrückt!
Gerechtigkeit hält zum Gericht
der Rache Schwert gezückt.
(Pizarro wird abgeführt.)

Don Fernando (zu Rocco)
Du schlossest auf des Edlen Grab,
jetzt nimm ihm seine Ketten ab!
Doch halt! – Euch, edle Frau, allein,
euch ziemt es ganz ihn zu befrei’n.

Leonore (nimmt die Schlüssel, löst, in größter
Bewegung, Florestan die Ketten ab; er sinkt in
Leonorens Arme)
O Gott! welch’ ein Augenblick!

Florestan
O unaussprechlich süßes Glück!

Don Fernando
Gerecht, o Gott, ist dein Gericht!

Marzelline und Rocco
Du prüfest, du verläßt uns nicht.

Alle
O Gott! o welch’ ein Augenblick u.s.w.

Das Volk und die Gefangenen
Wer ein holdes Weib errungen,
stimm’ in unsern Jubel ein!
Nie wird es zu hoch besungen,
Retterin des Gatten sein.

Florestan
Deine Treu’ erhielt mein Leben,
Tugend schreckt den Bösewicht.

Leonore
Liebe führte mein Bestreben,
wahre Liebe fürchtet nicht.

Das Volk und die Gefangenen
Preist mit hoher Freude Glut
Leonorens edlen Mut!

Florestan (vortretend und auf Leonore weisend)
und die Männer
Wer ein solches Weib u.s.w.

Leonore (ihn umarmend)
Liebend ist es mir gelungen,
dich aus Ketten zu befrei’n;
liebend sei es hoch besungen,
Florestan ist wieder mein!

Marzelline, Jaquino, Don Fernando und Rocco
Wer ein solches Weib u.s.w.

Das Volk und die Gefangenen
Wer ein holdes Weib u.s.w.

Leonore und Florestan
Liebend ist er mir/dir gelungen,
dich/mich aus den Ketten zu befrei’n.

Marzelline, Jaquino, Don Fernando und Rocco
Liebend ist es ihr gelungen,
ihn aus den Ketten zu befrei’n.

Leonore
Liebend sei es hoch besungen,
Florestan ist wieder mein!

Alle andere
Nie wird es zu hoch besungen,
Retterin des Gatten sein!

Ende

 


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7:39:12 AM, 20 April 2014
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