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Opera Libretti




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Mozart
Die Entfuhrung aus dem Serail
Synopsis
Introduction
1 ERSTER AUFZUG
2 ZWEITER AUFZUG
3 DRITTER AUFZUG

ZWEITER AUFZUG
Garten am Palast des Bassa Selim. An der Seite Osmins Wohnung.

N.8 Arie

BLONDE
Durch Zärtlichkeit und Schmeicheln,
Gefälligkeit und Scherzen
Erobert man die Herzen
Der guten Mädchen leicht.

Doch mürrisches Befehlen,
Und Poltern, Zanken, Plagen
Macht, dass in wenig Tagen
So Lieb' als Treu' entweicht.

N.9 Duett

OSMIN
Ich gehe, doch rate ich dir,
den Schurken Pedrillo zu meiden.

BLONDE
Fort, pack' dich nicht mit mir,
Du weißt ja, ich kann es nicht leiden.

OSMIN
Versprich mir...

BLONDE
Was fällt dir da ein!

OSMIN
Zum Henker!

BLONDE
Fort, laß mich allein!

OSMIN
Wahrhaftig, kein Schritt von der Schwelle,
Bist du zu gehorchen mir schwörst.

BLONDE
Nicht soviel, du armer Geselle,
Und wenn du der Großmogul wärst.

OSMIN
O Engländer! Seid ihr nicht Toren,
Ihr laßt euern Weibern den Willen!
Wie isr man geplagt und geschoren,
Wenn soch eine zucht man erhält!

BLONDE
Ein Herz so in Freiheit geboren
Läßt niemals sich sklavisch behandeln;
Bleibt, wenn schon die Freiheit verloren,
Noch stoz auf sie, lachet der Welt!

Nun troll' dich!

OSMIN
So sprichst du mit mir?

BLONDE
Nicht anders!

OSMIN
Nun bleib' ich erst hier!

BLONDE
(stößt ihn fort)
Ein andermal! Jetzt mußt du gehen.

OSMIN
Wer hat solche Frechheit gesehen!

BLONDE
(stellt sich, als wollte sie ihm die Augen auskratzen)
Es ist um die Augen geschehen,
Wofern du noch länger verweilst!

OSMIN
(furchtsam zurückweichen)
Nur ruhig, ich will ja gern gehen,
Bevor du gar Schläge erteilst!
(Er geht ab)

N.10 Rezitativ und Arie

KONSTANZE
Welcher Wechsel herrscht in meiner Seele
Seit dem Tag, da uns das Schiksal trennte.
O Belmonte, hin sind die Freuden,
Die ich sonst an deiner Seite kannte!
Banger Sehnsucht Leiden
Wohnen nun dafür in der beklemmten Brust.

Traurigkeit ward mir zum Lose,
Weil ich dir entrissen bin.
Gleich der wurmzernagten Rose,
Gleich dem Gras im Wintermoose,
Welkt mein banges Leben hin.

Selbst der Luft darf ich nicht sagen
Meiner Seele bittern Schmerz,
Denn, unwillig ihn zu tragen,
Haucht sie alle meine Klagen
Wieder in mein armes Herz.

N.11 Arie

KONSTANZE
Martern aller Arten
Mögen meiner warten,
Ich verlache Qual und Pein.
Nichts soll mich erschüttern.
Nur dann würd' ich zittern,
Wenn ich untreu könnte sein.
Lass dich bewegen, verschone mich!
Des Himmels Segen belohne dich!
Doch du bist entschlossen.
Willig, unverdrossen,
Wähl ich jede Pein und Not.
Ordne nur, gebiete,
Lärme, tobe, wüte,
Zuletzt befreit mich doch der Tod.

N.12 Arie

BLONDE
Welche Wonne, welche Lust
Regt sich nun in meiner Brust!
Voller Freuden will ich springen,
Ihr die frohe Nachricht bringen;
Und mit lachet und mit Scherzen
Ihrem schwachen, kranken Herzen
Freud und Jubel prophezeihn.

N.13 Arie

PEDRILLO
Frisch zum Kampfe, frisch zum Streite!
Nur ein feiger Tropf verzagt.
Sollt' ich zittern, sollt' ich zagen?
Nicht mein Leben mutig wagen?
Nein, ach nein, es sei gewagt!
Nur ein feiger Tropf verzagt.
Frisch zum Kampfe! Frisch zum Streite!

N.14 Duett

PEDRILLO
Vivat Bacchus! Bacchus lebe!
Bacchus war ein braver Mann!

OSMIN
Ob ich's wage? Ob's ich trinke?
Ob's wohl Allah sehen kann?

PEDRILLO
Was hilft das Zaudern? Hinunter, hinunter!
Nicht lange, nicht lange gefragt!

OSMIN
Nun wär's geschehen, nun wär's hinunter!
Das heiß' ich, das heiß' ich gewagt!

BEIDE
Es leben die Mädchen,
die Blonden, die Braunen!
Sie leben noch!

PEDRILLO
Das schmeckt trefflich!

OSMIN
Das schmeckt herrlich!

BEIDE
Ah! das heiß' ich Göttertrank!
Vivat Bacchus!
Bacchus lebe!
Bacchus, der den Wein erfand!

N.15 Arie

BELMONTE
Wenn der Freude Tränen fliessen,
Lächelt Liebe dem Geliebten hold.
Von den Wangen sie zu küssen
Ist der Liebe schönster, grösster Sold.

Ach, Konstanze! Dich zu sehen,
Dich voll Wonne, voll Entzücken
An mein treues Herz zu drücken.
Lohnt fürwahr nicht Kron' und Pracht!

Ah, dieses sel'ge Wiederfinden
Lässt innig mich erst ganz empfinden,
Welchen Schmerz die Trennung macht.

N.16 Quartett

KONSTANZE
Ach, Belmonte! Ach, mein Leben!

BELMONTE
Ach, Konstanze! Ach, mein Leben!

KONSTANZE
Ist es möglich? Welch Entzücken,
Dich an meine Brust zu drücken
Nach so vieler Tage Leid!

BELMONTE
Welche Wonne, dich zu finden!
Nun muß aller Kummer schwinden!
O wie ist meon Herz erfreut!

KONSTANZE
Sieh, die Freudeträne fließen!

BELMONTE
Holde! Laß hinweg sie küssen!

KONSTANZE
Daß es doch die letzte sei!

BELMONTE
Ja, noch heute wirst du frei!

PEDRILLO
Also Blondchen, hast's verstanden?
Alles ist zur Flucht vorhanden,
Um Schlag Zwölfe sind wir da!

BLONDE
Unbesorgt! Es wird nichts fehlen,
Die Minuten werd' ich zählen,
Wär' der Augenblick schon da!

ALLE
Endlich schneit die Hoffnungssonne
Hell durchs trübe Firmament!
Voll Entzücken, Freud und Wonne
Sehn wir unsrer Leiden End'!

BELMONTE
Doch, ach! bei aller Lust
Empfindet meine Brust
Doch manch' geheime Sorgen!

KONSTANZE
Was ist es Liebster, sprich!
Geschwind, erkläre dich!
O halt mir nichts verborgen!

BELMONTE
Man sagt... man sagt... du seist...

(Belmonte und Konstanze sehen einander stillschweigend und furchtsam an)

KONSTANZE
Nun weiter?

PEDRILLO
(zeigt, daß er es wage, gehenkt zu werden)
Doch Blondchen, ach, die Leiter!
Bist du wohl soviel wert?

BLONDE
Hans Narr, schnappt's bei dir über?
Ei, hättest du nur lieber
Die Frage umgekehrt.

PEDRILLO
Doch Herr Osmin...

BLONDE
Laß hören!

KONSTANZE
Willst du dich nicht erklären?

BELMONTE
Man sagt...

PEDRILLO
Doch Herr Osmin...

BELMONTE
Du seist...

PEDRILLO
Doch Herr Osmin...

KONSTANZE
Nun weiter?

BLONDE
Laß hören!

KONSTANZE
Willst du dich nicht erklären?

BELMONTE
Ich will. Doch zürne nicht,
Wenn ich nach dem Gerücht,
Das ich gehört, es wage,
Dich zitternd, bebend frage,
Ob du den Bassa liebst?

PEDRILLO
(zu Blonde)
Hat nicht Osmin etwan,
Wie man fast glauben kann,
Sein Recht als Herr probieret
Und bei dir exerzieret?
Dann wär's ein schlechter Kauf!

KONSTANZE
(zu Belmonte)
O wie du mich betrübst!
(Sie weint)

BLONDE
(zu Pedrillo)
Da, nimm die Antwort drauf!
(gibt dem Pedrillo eine Ohrfeige)

PEDRILLO
(hält sich die Wange)
Nun bin ich aufgeklärt!

BELMONTE
Konstanze, ach vergib!

BLONDE
(geht zornig von Pedrillo)
Du bist mich gar nicht wert!

KONSTANZE
(seufzend sich von Belmonte wegwendend)
Ob ich dir treu verlieb?

BLONDE
(zu Konstanze)
Der Schlingel fragt gar an,
Ob ich ihm treu gelieben.

KONSTANZE
(zu Blonde)
Belmonte sagte man,
Ich soll den Bassa lieben!

PEDRILLO
(hält sich die Wange; zu Belmonte)
Daßnde ehrlich sei,
Schwör' ich bei allen Teufeln!

BELMONTE
(zu Pedrillo)
Konstanze ist mir treu,
Daran ist nicht zu zweifeln!

KONSTANZE, BLONDE
Wenn unsre Ehre wegen
Die Männer Argwohn hegen,
Verdächtig auf uns sehn,
Das ist nicht auszustehn!

BELMONTE, PEDRILLO
Sobald sich Weiber kränhen,
Daß wir sie untreu denken,
Dann sind sie wahrhaft treu,
Von allem Vorwurf frei!

PEDRILLO
Liebstes Bondchen, ach, verzeihe!
Sieh, ich bau' auf deine Treue
Mehr jetzt ja als auf meinen Kopf!

BLONDE
Nein, das kann ich dir nicht schenken,
Mich mit so was zu verdenken,
Mit dem alten, dummen Tropf!

BELMONTE
Ach, Konstanze! Ach, mein Leben!
Könntest du mir noch vergehen,
Daß ich diese Frage tat?

KONSTANZE
Belmonte, wie? Du könntest glauben,
Daß man dir dies Herz könnt' rauben,
Das nur dir geschlagen hat?

PEDRILLO, BELMONTE
Ach, verzeihe!

BELMONTE, PEDRILLO
Ich bereue!

KONSTANZE, BLONDE
Ich verzeihe deiner Reue!

ALLE
Wohl, es sei nun Abgetan!
Es lebe die Liebe!
Nur sie sei uns teuer;
Nichts fache das Feuer
Der Eifersucht an.

 


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Bach | Beethoven | Chopin | Dowland | Handel | Haydn | Mozart | Glazunov | Schumann | R Strauss | Vivaldi
8:21:47 PM, 19 December 2014
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