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Opera Libretti




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Mozart
Die Zauberflote
Synopsis
Introduction
Act 1 Scene I
Act 1 Scene II
Act 1 Scene III
Act 2 Scene I
Act 2 Scene II
Act 2 Scene III
Act 2 Scene IV
Act 2 Scene V
Act 2 Scene VI
Act 2 Scene VII
Act 2 Scene VIII
Act 2 Scene IX
Act 2 Scene X

Scene 2

 
Nacht. Der Donner rollt von weitem. Das Theater verwandelt sich in
einen kurzen Vorhof des Tempels, wo man Reste von eingefallenen
Säulen und Pyramiden sieht, nebst einigen Dornbüschen. An
beiden Seiten stehen praktikable hohe, altägyptische Türen,
welche mehr Seitengebäude vorstellen.

 

(Tamino und Papageno werden vom Sprecher und dem andern
Priester hereingeführt. Die Priester lösen ihnen die
Säcke ab und entfernen sich damit.)

Dialog

Tamino:
 Eine schreckliche Nacht! - Papageno, bist du noch bei mir?
 
Papageno:
 Ja, freilich!
 
Tamino:
 Wo denkst du, dass wir uns nun befinden?
 
Papageno:
 Wo? Ja, wenn's nicht so finster wär, wollt' ich
 dir das schon sagen, aber so...
 Oh!
(Donnerschlag.) 
 O weh!
 
Tamino:
 Was ist's?
 
Papageno:
 Mir wird nicht wohl bei der Sache! Ich glaube, ich bekomme ein
 kleines Fieber.
 
Tamino:
 Pfui, Papageno! Sei ein Mann!
 
Papageno:
 Aber ich wollt', ich wär ein Mädchen!
(Ein sehr starker Donnerschlag.) 
 O! o! o! Das ist mein letzter Augenblick!
 
(Der Sprecher und der Zweite Priester erscheinen mit
Fackeln.) 
 
Sprecher:
 Ihr Fremdlinge, was sucht oder fordert ihr von uns? Was treibt euch
 an, in unsere Mauern zu dringen? 
 
Tamino:
 Freundschaft und Liebe.
 
Sprecher:
 Bist du bereit, sie mit deinem Leben zu erkämpfen?
 
Tamino:
 Ja!
 
Sprecher:
 Prinz, noch ist's Zeit zu weichen - einen Schritt weiter, und es ist
zu spät. 
 
Tamino:
 Weisheitslehre sei mein Sieg; Pamina, das holde Mädchen, mein
 Lohn! 
 
Sprecher:
 Du unterziehst dich jeder Prüfung dich?
 
Tamino:
 Jeder!
 
Sprecher:
 Reiche deine Hand mir!
 
(Sie reichen sich die Hände) 
 
Zweiter Priester (zu Papageno):
 Willst auch du dir Weisheitsliebe erkämpfen?
 
Papageno:
 Kämpfen ist meine Sache nicht. Ich verlang ja im Grunde auch gar
 keine Weisheit. Ich bin so ein Naturmensch, der sich mit Schlaf,
 Speise und Trank zufriedengibt. Und wenn es einmal sein könnte,
 daß ich mir ein hübsches Weibchen fange...
 
Zweiter Priester:
 Die wirst du nie erhalten, wenn du dich nicht unseren Prüfungen
 unterziehst. 
 
Papageno:
 Und worin bestehen diese Prüfungen?
 
Zweiter Priester:
 Dich allen unseren Gesetzen zu unterwerfen, selbst den Tod nicht zu
 scheuen. 
 
Papageno:
 Ich bleibe ledig!
 
Zweiter Priester:
 Aber wenn du dir ein tugenhaftes, schönes Mädchen erwerben
 könntest?
 
Papageno:
 Ich bleibe ledig!
 
Zweiter Priester:
 Wenn nun aber Sarastro dir ein Mädchen aufbewahrt hätte,
 das an Farbe und Kleidung dir ganz gleich wäre?
 
Papageno:
 Mir ganz gleich? Ist sie jung?
 
Zweiter Priester:
 Jung und schön!
 
Papageno:
 Und heißt?
 
Zweiter Priester:
 Papagena.
 
Papageno:
 Wie? Papa-
 
Zweiter Priester:
 Papagena.
 
Papageno: 
 Papagen? - Haha, die möcht ich aus bloßer Neugierde
 schon sehen.
 
Zweiter Priester:
 Sehen kannst du sie!
 
Papageno:
 Aber wenn ich sie gesehen habe, hernach muß ich sterben?
 
Zweiter Priester:
 Hmmmmmm...
(Macht eine zweideutige Pantomime.) 
 
Papageno:
 - Ich bleibe ledig!
 
 
Zweiter Priester:
 Sehen kannst du sie, aber bis zur verlaufenen Zeit kein Wort mit ihr
 sprechen; wird dein Geist so viel Standhaftigkeit besitzen, deine
 Zunge in Schranken zu halten?
 
Papageno:
 O ja!
 
Zweiter Priester:
 Deine Hand! Du sollst sie sehen.
 
Sprecher (zu Tamino):
 Auch dir, Prinz, legen die Götter ein heilsames Stillschweigen
 auf; ohne dieses seid ihr beide verloren. Du wirst Pamina sehen, aber
 nie sie sprechen dürfen; dies ist der Anfang eurer
 Prüfungszeit. 
 

Duett

Beide Priester:
 Bewahret euch vor Weibertücken:
 Dies ist des Bundes erste Pflicht.
 Manch weiser Mann ließ sich berücken,
 Er fehlte und versah sich's nicht.
 Verlassen sah er sich am Ende,
 Vergolten seine Treu' mit Hohn.
 Vergebens rang er seine Hände,
 Tod und Verzweiflung war sein Lohn.
 
(Beide Priester ab. Plötzlich ist es dunkel.) 
 

Dialog

Papageno:
 He, Lichter her! Lichter her! - Das ist doch wunderlich, so oft einen
 die Herrn verlassen, sieht man mit offenen Augen nichts.
 
Tamino:
 Ertrag es mit Geduld, und denke, es ist der Götter Wille.
 
(Die Drei Damen kommen aus der Versenkung.) 
 

Quintett

 
Drei Damen:
 Wie, wie, wie?
 Ihr an diesem Schreckensort?
 Nie, nie, nie
 Kommt ihr wieder glücklich fort!
 Tamino, dir ist Tod geschworen!
 Du, Papageno, bist verloren!
 
Papageno:
 Nein, nein, das wär' zu viel.
 
Tamino:
 Papageno, schweige still!
 Willst du dein Gelübde brechen,
 Nicht mit Weibern hier zu sprechen?
 
Papageno:
 Du hörst ja, wir sind beide hin.
 
Tamino:
 Stille, sag ich, schweige still!
 
Papageno:
 Immer still, und immer still!
 
Drei Damen:
 Ganz nah' ist euch die Königin!
 Sie drang im Tempel heimlich ein.
 
Papageno:
 Wie? Was? Sie soll im Tempel sein?
 
Tamino:
 Stille, sag' ich, schweige still!
 Wirst du immer so vermessen
 Deiner Eidespflicht vergessen?
 
Drei Damen:
 Tamino, hör'! Du bist verloren!
 Gedenke an die Königin! 
 Man zischelt viel sich in die Ohren
 Von dieser Priester falschem Sinn.
 
Tamino (für sich):
 Ein Weiser prüft und achtet nicht,
 Was der gemeine Pöbel spricht.
 
Drei Damen:
 Man zischelt viel sich in die Ohren
 Von dieser Priester falschem Sinn.
 Man sagt, wer ihrem Bunde schwört,
 Der fährt zur Höll' mit Haut und Haar.
 
Papageno:
 Das wär', beim Teufel, unerhört!
 Sag' an, Tamino, ist das wahr?
 
Tamino:
 Geschwätz, von Weibern nachgesagt,
 Von Heuchlern aber ausgedacht.
 
Papageno:
 Doch sagt es auch die Königin.
 
Tamino:
 Sie ist ein Weib, hat Weibersinn.
 Sei still, mein Wort sei dir genug:
 Denk' deiner Pflicht und handle klug.
 
Drei Damen (zu Tamino):
 Warum bist du mit uns so spröde?
(Tamino deutet bescheiden, daß er nicht sprechen
darf.) 
 Auch Papageno schweigt - so rede!
 
Papageno:
 Ich möchte gerne - woll...
 
Tamino:
 Still!
 
Papageno:
 Ihr seht, daß ich nicht kann das Plaudern lassen,
 Ist wahrlich eine Schand' für mich!
 
Tamino:
 Daß du nicht kannst das Plaudern lassen,
 Ist wahrlich eine Schand' für dich!
 
Alle fünf:
 Wir/Sie müßen sie/uns mit Scham verlassen,
 Es plaudert keiner sicherlich.
 Von festem Geiste ist ein Mann,
 Er denket, was er sprechen kann.
 
(Die Drei Damen wollen gehen, die Eingeweihten rufen von
innen.) 
 
Priester:
 Entweiht ist die heilige Schwelle!
 Hinab mit den Weibern zur Hölle!
 
(Ein schrecklicher Akkord mit allen Instrumenten, Donner, Blitz und
Schlag, zugleich zwei starke Donner.) 
 
Drei Damen:
 O weh! O weh! O weh!
 
(Sie stürzen in die Versenkung.) 
 
Papageno (fällt vor Schrecken zu Boden):
 O weh, o weh, o weh!
 
(Der Sprecher und Priester treten mit Fackelnb
ein.) 
 

Dialog

 
Sprecher:
 Jüngling! Dein standhaft männliches Betragen hat
 gesiegt. Wir wollen also mit reinem Herzen unsere Wanderschaft
 weiter fortsetzen.
(Er gibt ihm den Sack um.) 
 So! Nun komm!
(Er geht mit Tamino ab.) 
 
Zweiter Priester:
 Was seh ich, Freund! Stehe auf! Wie ist dir?
 
Papageno:
 Ich lieg' in einer Ohnmacht!
 
Zweiter Priester:
 Auf! Sammle dich, und sei ein Mann!
 
Papageno (steht auf):
 Aber sagt mir nur, meine lieben Herren, warum muß ich denn alle
 diese Qualen und Schrecken empfinden? Wenn mir ja die Götter
 eine Papagena bestimmten, warum denn mit so viel Gefahren sie
 erringen? 
 
Zweiter Priester:
 Diese neugierige Frage mag deine Vernunfh dir beantworten. Komm!
 Meine Pflicht ist allein, dich weiterzuführen.
(Er gibt ihm den Sack um.) 
 
Papageno:
 Bei so einer ewigen Wanderschaft, da möcht' einem wohl die Liebe
 auf immer vergehen. 
(Der Zweiter Priester geht mit ihm ab.)

 

 


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Bach | Beethoven | Chopin | Dowland | Handel | Haydn | Mozart | Glazunov | Schumann | R Strauss | Vivaldi
6:15:16 PM, 12 July 2014
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