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Strauss Johann II
Die Fledermaus
Synopsis
Introduction
Act I
Act II
Act III
Act I


ALFRED
Täubchen, das entflattert ist,
stille mein Verlangen.
Täubchen, das ich oft geküßt,
Laß dich wieder fangen!
Täubchen, holdes Täubchen mein,
komm, o komm geschwinde;
sehnsuchtsvoll gedenk ich dein,
holde Rosalinde!
 
ADELE
Da schreibt meine Schwester Ida...
Die ist nämlich beim Ballett.....
 
(lesend)
"Wir sind heut auf einer Villa,
wo es hergeht flott und nett.
Prinz Orlofsky, der reiche Suitier, petimetre,
gibt heute Abend dort ein grand Souper.
Kannst du eine Toilette
von deiner Gnäd'gen annektieren
und elegant dich präsentieren,
so will ich gern dich ein dort führen.
Mach dich frei nur, und ich wette, apuesto
daß wir gut uns amüsieren;
Langeweile gibt es nie da!"
So schreibt meine Schwester Ida!
Ach, ich glaub's, ich zweifle nicht.
Wär gar zu gern von der Partie;
Aber schwierig ist die G'schicht!...
Wie ich komm' fort, wüsst' ich nur wie...
Ach! Wenn ich jenes Täubchen wär',
fliegen könnte hin und her,
mich in Wonne und Vergnügen
in dem blauen Ather wiegen!
Ach, warum schufst du, Natur,
mich zur Kammerjungfer nur?
 
ALFRED
Täubchen, das entflattert ist,
stille mein Verlangen....
 
ADELE
Was ist denn das für ein Gewinsel?
Also nicht eine Minute kann man
ruhig nachdenken.
 
ALFRED
Täubchen, das ich oft geküßt,
Laßdich wieder fangen!
 
ADELE
Ich mußihm nur a Sechserl
spendieren, sonst hört der
Kammersänger net auf!
 
ALFRED
Täubchen, holdes Täubchen mein,
Komm, o komm geschwinde;
sehnsuchtsvoll gedenk' ich dein,
Holde Rosalinde!
 
ADELE
Was, Rosalinde? Das ist ja gar kein
Strassentenor sondern ein Verehrer
und net einmal von mir, sondern
von meiner Gnädigen!
 
Eine Adele ist hier und keine
Rosalinde, wenigstens nicht für Sie!
verlassen Sie augenblicklich unseren
Garten.
 
 
(geht ab)
 
ROSALINDE
(Tritt)
Er ist's! Alfred, er der mich vor
vier Jahren anbetete.
 
ADELE
(Tritt)
Gnädige  Frau meine arme Tante ist so
krank!
 
ROSALINDE
Wer ist krank?
 
ADELE
Meine Tante! Und ich möchte Sie
recht schönbitten, gnädige  Frau, ich
möcht einen freien Ausgang haben.
 
ROSALINDE
Unmöglich
 
ADELE
Gnädige  Frau!
 
ROSALINDE
Unmöglich! Hast du denn vergessen,
daß meinMann seine fünftägige
Arreststrafe antreten muß
Eben ist er mit seinem Advokaten
bei Gericht und versucht Aufschub
zu bekommen. Ich kann dich keinen e
Moment entbehren. Basta!
 
ADELE
O meine arme, arme Tante!
Ach, ich darf nicht hin zu dir,
Und du sehnst dich so nach mir r
Nach der heissgeliebten Nichte;
Gar zu traurig ist die G'schichte!
Ach, warumschuf die Natur usw.
 
ROSALINDE
Du darfst heut nicht zu ihr,
und wenn sie sich auch sehnt nach dir!verte!
Wohl traurig klingt die G'schichte
von der geliebten Nichte.
Ja, warum schuf die Natur
dich zur Kammerjungfer nur!
 
(Adele geht ab)
 
ROSALINDE
 
Wie glücklich die alte Tante ist, eine
so 1iebevolle Nichte zuhaben! Aber
ich kann ja Adele nicht entbehren,
wenn mein Mann seine Strafe
antreten muß
 
ALFRED
Täubchen, das entf1attert ist usw.
 
ROSALINDE
Die Stimme! Natürlich......as ist Alfred.
 
ALFRED
 
(Tritt)
Ich bin's
 
ROSALINDE
Mein Herr, ich bin verheiratet.
 
ALFRED
Das stört mich nicht.
 
ROSALINDE
Aber mich. Ich beschwören Sie,
ich bitte Sie, gehen Sie,
verlassen Sie mich!
 
ALFRED
Ich verlasse Sie, aber schwören Sie,
daß ich wiederkommen darf! Giura!
 
ROSALINDE
Es sei! Ich schwöre. Giuro!
 
ALFRED
Arrivederci.
(geht ab)
 
ROSALINDE
Ach, wenn er nur nicht singen wollte!
Seinem Dialog bin ich noch allenfalls
gewachsen, aber vor seinem hohen B
schmilzt meine ganze Kraft dahin! Da
kommt ja mein Mann mit seinem
Advokaten. Das ist einböses Zeichen.
 
(Eisenstein und Blind treten.)
 
EISENSTEIN
Nein, mit solchen Advokaten
ist verkauft man und verraten,
da verliert man die Geduld!
 
ROSALINDE
Nur Geduld!
 
BLIND
Nur Geduld!
 
EISENSTEIN
Statt daß jetzt die Sach' beendet,
hat's noch schlimmer sich gewendet,
und daran ist der nur schuld!
 
BLIND
Wer ist schuld?
 
ROSALINDE
Der ist schuld? Der wäre
schuld?
 
EISENSTEIN
Ja, der ist ganz alleinzur schuld!
 
ROSALINDE
Der Herr Notar?
 
BLIND
Das ist nicht wahr!
 
EISENSTEIN
Du wirt's schon seh'n!
 
ROSALINDE
Was ist gescheh'n?
Erkläre dich!
 
EISENSTEIN
So höre mich!
 
BLIND
Nein, erst will ich verteid'gen mich!
 
EISENSTEIN
Ersparen Sie sich diese Müh.
So etwas ist nicht zu verteid'gen!
 
BLIND
Mir scheint, Sie wollenmich
beleid'gen!
 
ROSALINDE
Nur ruhig Blut,
Warum die Wut?
 
EISENSTEIN
Der Herr Notar schwatzt wie ein Star!
 
BLIND
Herr Eisenstein fing an zu
schrei'n!
 
EISENSTEIN
Sie stottern ja bei jedem Wort!
 
BLIND
Sie schimpfen ja in einem fort!
 
EISENSTEIN
Sie krähen wie ein Hahn!
 
BLIND
Sie sind ein Dummrian!
 
EISENSTEIN
Sie sind ein Blödrian!
 
BLIND
Sie sind sehr inhuman!
 
EISENSTEIN
Sie reden lauter Lebertran
und dreh'n sich wie ein Wetterhahn!
 
BLIND
Sie rasen wie im Fieberwahn
und kollern wie ein Puterhahn!
 
ROSALINDE
Doch schone dein Organ
Es sei nun abgetan!
 
(Zu Blind)
Das beste wär, Sie geh'n hinaus,
sonst wird noch ein Skandal daraus!
 
EISENSTEIN
Ja. sie hat recht,...
 
BLIND
Nein, diesen Ton.....
 
EISENSTEIN
...geh'n Sie hinaus,....
 
ROSALINDE
Das beste ist, Sie geh'n hinaus usw.
 
EISENSTEIN
...sonst wird noch ein Skandal daraus!
Ja, gehen Sie, da ist die Tür, hinaus,
hinaus!
 
BLIND
...hält man nicht aus.
Ich gehe hinaus! Ich gehe schon,
Ja, ja, ich geh aus diesem Haus!....
....Beleidigend!
 
(geht ab)
 
ROSALINDE
Beruh'ge endlich diese Wut,
verurteilt bist du, nun denn, gut!
ergib dich drein. und nach fünf Tagen,
Schon nach fünf Tagen, ist die
G'schichte abgemacht!
 
EISENSTEIN
Fünf Tage, sagst du? Jetzt sind's gar acht!
Man hat mir drei dazu geschlagen....
So weit hat's dieser Mensch gebracht;
noch heute soll ich stellen mich
und komm ich nicht, so holt man mich.
 
ROSALINDE
Das ist zu stark, das muß ich sagen!
 
EISENSTEIN
Nicht wahr?
 
ROSALINDE
Ach, mein armer, armer Mann.
Noch heute also mußt du dran?
Was kann ich dir zum Troste sagen?
Wie soll ich das ertragen?
 
EISENSTEIN
Ach, mit solchen Advokaten usw.
 
ROSALINDE
Und daran ist der nur schuld!
 
BLIND
Wer ist schuld?
 
ROSALINDE
Sie sind schuld!
 
EISENSTEIN
Der ist ganz allein nur schuld!
 
BLIND
Wenn Sie nur erst wieder frei,
prozessieren wir auf's neu,
und ich werde Ihnen dann
schon zeigen was ich kann!
 
EISENSTEIN
Ja, was können Sie denn schon?
 
BLIND
Rekurrieren, appellieren,
reklamieren, revidieren,
rezipieren, subvertieren,
devolvieren, involvieren,
protestieren, liquidieren,
exzerpieren, extorquieren,
arbitrieren, resümieren,....
 
EISENSTEIN
Hör'n Sie auf,......
 
BLIND
...exkulpieren,....
 
EISENSTEIN
...'s ist genug!
 
BLIND
...inkulpieren....
 
ROSALINDE
Hör'n Sie auf,...
 
BLIND
...kalkulieren,....
 
ROSALINDE
...'s ist genug....
 
BLIND
....konzipieren,...
 
ROSALINDE
...hör'n Sie auf...
 
BLIND
...und Sie müssen triumphieren!
 
ROSALINDE
...es ist genug!
 
...Ob Sie Berge von Papieren
auch dabei zusammenschmieren,
doch Sie werden schließlich sich
blamieren,

Ja, ach ja, blamieren!
Ach, mit solchen Advokaten
ist man übel oft beraten,
und fürwahr, man braucht Geduld,
ja Geduld!
 
EISENSTEIN
Wenn Sie jetzt nicht retirieren,
muß ich Sie hinausbugsieren
und vielleicht noch schließlich
attackieren.

Muß ich Sie hinausbugsieren, ja,
hinausbugsieren!
Nein, mit solchen Advokaten
ist verkauft man und verraten,
und verliert man die Geduld!
 
BLIND
Rekurrieren, appellieren usw.
Ja, Sie werden triumphieren,
triumphieren sicherlich!
Ach, wir armen Advokaten
sollen immer helfen, raten,
dazu braucht man viel Geduld!
 
ROSALINDE, EISENSTEIN, BLIND
Statt daß jetzt die Sach' beendet,
hat's noch schlimmer sich gewendet,....
 
ROSALINDE
...und nur der allein ist schuld, der ist
schuld!
 
EISENSTEIN
..und daran ist der nur schuld, der ist
schuld!.
 
BLIND
...und daran sind Sie nur schuld, Sie
sind schuld!
 
BLIND
 
(Stotternd)
Und daran sind Sie nur schuld!
 
ROSALINDE
Also noch verschärft die Strafe?
 
EISENSTEIN
Diese Zulage habe ich diesem Dr.
Stotterbock zu verdanken.
 
BLIND
Rei-rei... reizen Sie mich nicht! Sie
allein haben durch Ihr Benehmen die
Richter erbittert und obendrein ko...
ko... konfus gemacht. Wenn Sie
wieder einmal mit einem Amtsdiener
einen Konflikt haben sollten, genieren
Sie sich nicht... Das nächste Mal
arbeite ich Sie ganz sicher heraus!
 
EISENSTEIN
Donnerwetter! Hinaus!
 
BLIND
Ihr Diener!
(geht ab)
 
ROSALINDE
Meinarmer Gabriel! Acht lange
Tage... und heute noch!
 
EISENSTEIN
Ja, heute noch!
 
ADELE
(an der Tür)
Herr Dr. Falke.
 
FALKE 
(Tritt)
Ah, da ist er noch MeinKompliment,
schönste aller Frauen! Ich gratuliere
von Herzen, daß Sie den Tyrannen
auf acht Tage loswerden.
 
ROSALINDE
Ach, lieber Doktor, versuchen Sie
doch, unseren armen Arrestaten ein
wenig aufzuheitern.
Ich richte inzwischen das Souper.
 
(geht ab)
 
FALKE
Freilich, ihn zu zerstreuen und
aufzuheitern bin ich ja da, schönste
Frau
 
(Zu Eisenstein)
Du, ich komme, dich zu einem
fürstlichen Souper mit den
reizendsten Koryphäen der Oper
einzuladen.
 
EISENSTEIN
Sage mal, bist du toll? Ich muß doch
binnen einer Stunde meine
Arrest antreten.
 
FALKE
Den Arrest kannst du doch morgen in
aller Frühe antreten. Heute kommst y
du mit mir in die Villa der Prinzen
Orlofsky. Damen findest du dort!
Damen, sag ich dir!
 
EISENSTEIN
Damen!
 
FALKE
Kommt mit mir zum Souper,
es ist ganz in der Näh'!
Eh' du in der stillen Kammer
laborierst am Katzenjammer,
mußt du dich des Lebens freu'n,
Einfideler Bruder sein!
Ballerinen, leicht beschwingt,
In den blendendsten Toiletten.
Fesseln dich mit Rosenketten,
Wenn die Polka lustig klingt!
Freundchen, glaub mir das verjüngt,
Das verjüngt!
Bei rauschenden Tönen
im blendenden Saal
mit holden Sirenen
beim Göttermahl,
Da fliehen die Stunden
in Lust und Scherz.
Da wirst du gesunden
von allem Schmerz.
Soll dir das Gefängnis
nicht schädlich sein,
mußt du etwas tun,
dich zu zerstreu'n!
Siehst du das ein?
 
EISENSTEIN
Das seh' ich ein!
 
FALKE
Siehst du das ein?...
...Siehst du das ein?
 
EISENSTEIN
Das seh'ich ein!...
..Doch meine Frau, die darf's nicht
wissen.
 
FALKE
Du wirst zum Abschied zärtlich sie küssen,
Sagst: Lebewohl, meinsüßes Kätzchen!
 
EISENSTEIN
Nein. nein, mein Mauserl, sage ich,
mein süßes Mauserl!...
 
FALKE
Süßes Mauserl!
 
EISENSTEIN, FALKE
...denn als Katze schleich ich selbst
schleichst du aus dem Hause mich
dich
 
FALKE
Und während sie schläft ganz fest,
gehst du, statt in deinen Arrest,
mit mir zu dem himmlischen Fest,...
 
EISENSTEIN, FALKE
...mit mir zu dem himmlischen Fest!
dir
 
FALKE
Ich führe dich einals Fremden:
Marquis Renard sollst du dort sein!
So wird man nichts erfahren können.
Willst du?
 
EISENSTEIN
Ach, ich war schon erbötig.....
 
FALKE
Du mußt!
 
EISENSTEIN
...wenn nur....
 
FALKE
Du mußt dir's vergönnen,
zur Gesundheit ist's ja nötig.
 
EISENSTEIN
Ja, ich glaub, du hast recht,
die Ausred' ist nicht so schlecht!
 
FALKE
Soll dir das Gefängnis
nicht schädlich sein...
 
EISENSTEIN
Soll mir das Gefängnis
nicht schädlich sein...
 
EISENSTEIN, FALKE
....Muß ich etwas tun
....Mußt du
mich zu zerstreu'n.
dich
 
FALKE
So kommst du?
 
EISENSTEIN
Wer kann widerstehn'n? Ja, ich bin dabei!
 
FALKE
Zum Teufel mit deiner Leimsiederei!
 
EISENSTEIN, FALKE
Ein Souper uns heute winkt,
wie noch gar keins dagewesen,
hübsche Mädchen, auserlesen!
zwanglos dort man lacht un singt!
La la la la...
 
 
(Rosalinde. tritt)
 
ROSALINDE
Was ist denn los? Ihr tanzt und singt
zugleich?
 
FALKE
Es ist schon spät, und ich will dem
Gefängnisdirektor, Herrn Frank,
seine neuen Hausgenossen anmelden.
Ich werde dich dort erwarten,
Freund Eisenstein.
  
(geht ab)
 
EISENSTEIN
Also, meine teure Rosalinde, jetzt ist
es Zeit, an meine Toilette zu denken..
 
ROSALINDE
Toilette, für's Gefängnis?
 
EISENSTEIN
Natürlich! Falke meint, es ist leicht
möglich, daß ich dort eine
geschlossene Gesellschaft vorfinde.
Ich weiß  wie ich mich kleide:
In schwarzem Samt und Seide
mit einem Chapeau bas....
Gleich bin ich wieder da!
  
(geht ab)
 
ROSALINDE
Der Mann ist ja wie ausgewechselt!
Mir scheint, er freut sich beinahe, ins
Gefängnis eingeliefert werden.
 
ADELE
(Tritt)
Gnädige  Frau?
 
ROSALINDE
Adele, wie geht es denn deiner armen
alten kranken Tante?
 
ADELE
Schlecht, gnädige  Frau, und ich bitt' Sie
recht schön......
 
ROSALINDE
Also gut, Adele, ich gib dir den
Urlaub.
 
ADELE
Küß die Hand, gnädige  Frau, Küß die a
Hand!
 
EISENSTEIN
(Tritt)
Rosalinde, meine teuerste Rosalinde!
 
ROSALINDE
Mein armer Gabriel!
 
EISENSTEIN
Ermanne dich Weib, ermanne dich!
 
ROSALINDE
So muß allein ich bleiben
acht Tage ohne dich!
Wie soll ich dir beschreiben
meinLeid so fürchterlich!
Wie werd' ich es ertragen,
daß mich mein Mann verließ
Wem soll mein Leid ich klagen?
O Gott, wie rührt mich dies!
Ich erde dein gedenken
des Morgens beim Kaffee,
wenn ich dir ein will schenken.
die leere Tasse seh.'
Kann keinen Gruß dir winken,
aus Jammer werd' ich gewiß ihn schwarz und bitter trinken. Ach!
 
EISENSTEIN
O Gott, wie rührt mich dies!
 
ROSALINDE, ADELE, EISENSTEIN
O Gott, wie rührt mich dies!
O je, o je, wie rührt mich dies! usw.
 
ROSALINDE
Wo bleibt die traute Gruppe,
kommt Mittag dann heran?
Zum Rindfleisch wie zur Suppe.
zum Braten keinen Mann!
Und sinkt der nächt'ge Schleier,
gibt's wieder mir'nen Riß
Mein Schmerz wird ungeheuer!
 
ROSALINDE, ADELE, EISENSTEIN
O je, o je, wie rührt mich dies! usw.
 
EISENSTEIN
Was soll das klagen frommen?
Den kopf verlier' ich schier!
 
ROSALINDE
Mein Kopf ist ganz benommen!
 
ADELE
Den meinen hab' ich hier!
 
EISENSTEIN
Leb' wohl, ich muss nun geh'n!
 
ROSALINDE, ADELE
Leb' wohl, du musst nun geh'n!
er muss
 
ROSALINDE, ADELE, EISENSTEIN
Doch bleibt ein Trost so süss!
 
ADELE
Es gibt ein Wiedersehen! usw.
 
ROSALINDE, ADELE, EISENSTEIN
Es gibt einWiedersehen!
O Gott, wie rührt mich dies! usw.
  
(Eisenstein und Adele gehen ab)
 
ROSALINDE
Er weint und tanzt zugleich. Wie leichtsinig doch diese Männer sind!
Er wird sich schnell zu trösten wissen,
während ich arme Frau einsam und 
verlassen um ihn traure, bis...
der andere kommt! Da ist er schon!
 
ALFRED
Er brummt!
 
ROSALINDE
Er brummt! Ja, was machen Sie denn
daß Sie können doch nicht den
Schlafrock von meinem Mann
anziehen, und mich so
kompromittieren.
 
ALFRED
Kompromittieren? Nein! Aber mit
ihnen soupieren!

Trinke, Liebchen, trinke schnell,
trinken macht die Augen hell!
Sind die schönen Auglein klar,
siehst du alles licht und wahr.
Siehst, wie heisse Lieb' einTraum,
der uns äffet sehr,

siehst, wie ew'ge Treue Schaum...
So was gibt's nicht mehr!
Flieht auch mancheIllusion,
die dir einst dein Herz erfreut,
gibt der Wein dir Tröstung
schon durch Vergessenheit!
Glücklich ist, wer vergisst,
was doch nicht zu ändern ist.
Kling, kling, sing, sing, sing,
trink mit mir, sing mit mir.
La la la...
...Sing, sing., sing, trink mit mir,
sing, sing, sing!
 
ROSALINDE
Ach, was tut man hier?
 
ROSALINDE, ALFRED
Glücklich ist, wer vergißt usw.
 
ROSALINDE
Er geht nicht von hinnen,
schlaft hier wohl noch ein.
Was soll ich beginnen?
 
ALFRED
Stoß an!
 
ROSALINDE
Nein, nien, nein, nien!
 
ALFRED
Ach! Trinke, Liebchen, trinke schnell,
trinken macht die Augen hell!
Mach' doch nur kein bös' Gesicht.
Sei hübsch lustig, grolle nicht!
Brachst du einmal auch die Treu'.
Das sei dir verzieh'n!
Schwöre wieder mir auf's Neu',
und ich glaub' es kühn!
Glücklich macht uns Illusion,
ist auch kurz die ganze Freud'!
Sei getrost, ich glaub' dir schon
und bin glücklich heut'!
 
ROSALINDE, ALFRED
Glücklich ist, wer vergißt usw.
 
ROSALINDE
 
(Zu Alfred)
Ich höre Stimmen; man spricht unten!
Hören Sie! Da kommt jemand die
Treppe herauf!
 
ALFRED
Das geniert mich nicht!
 
ROSALINDE
Himmel. welche Lage!
 
FRANK
(Tritt)
Erschrecken Sie nicht, gnäd'ge Frau,
ich bin Gefängnisdirektor Frank
und kann mir das Vergnügen nicht
Versagen, Ihren renitenten Herrn
Gemahl,
persönlich in sein Stilleben zu geleiten.
 
ROSALINDE
Aber meinGemahl ist ja gar nicht....
 
ALFRED
Trinke, Liebchen, trinke schnell usw.
 
ROSALINDE
(Zu Alfred)
So schweigen Sie doch, wir sind nichts allein!
 
ALFRED
Das geniert mich nicht!
Kling, kling usw.
 
FRANK
(Zu Alfred)
MeinWagen wartet unten; ich hoffe,
Sie werden keinen weiteren
Widerstand leisten.....
 
ALFRED
Nein, glücklich ist usw.
 
FRANK
Ha ha ha! Ganz recht! Ich sehe,
Sie fassen die Sache von der
humoristischen Seite auf.
 
ALFRED
(Zu Frank)
Trink mit mir usw.
 
FRANK
Meinetwegen, ha ha ha!
 
ALFRED, FRANK
Glücklich ist usw.
 
FRANK
Sie seh'n, ich kann auch gemütlich sein.
nun kommen Sie, mein Herr von Eisenstein
 
ROSALINDE
(für sich)
Was soll ich tun?....
... O welche Pein!
 
ALFRED
Ich bin nicht Herr von Eisenstein,...
...bin nicht der, den Sie suchen!
 
FRANK
Sie sind es nicht?
 
ALFRED
Zum Teufel, nein!
 
FRANK
Nur Ruhe, nicht gleich fluchen!
 
ROSALINDE
(Zu Alfred)
Sie müssen jetzt meinGatte sein!
 
FRANK
(für sich)
Sollt' ich hier hintergangen sein?
 
ROSALINDE
Mein Herr, was dächten Sie von mir
saß ich mit einem Fremden hier?
Das wär' doch sonderbar!
Mit solchen Zweifeln treten da
Sie wahrlich meiner Ehr' zu nah';
Beleid'gen mich fürwahr!
Spricht denn diese Situation
hier nicht klar und deutlich schon?
Mit mir so spät
im tête-à-tête,
ganz traulich und allein,
in dem Kostüm
so ganz intim.
Kann nur allein der Gatte sein!
 
ALFRED, FRANK
Mit ihr so spät
im tête-à-tête,....
 
ROSALINDE, ALFRED, FRANK
...ganz traulich und allein usw.
 
ROSALINDE
Gleich einem Pascha fanden Sie
ihn, mir im Schlafrock vis-à-vis.
Die Mütze auf dem Haupt.
Daßman bei solchen Bilde noch
einwenig zweifeln könnte doch,
das hätt' ich nie geglaubt!
Sehen Sie doch, wie er gähnt,
wie er sich nach Ruhe sehnt!
Im tête-à-tête
mit mir so spät,
schlief er beinah schon ein...
So ennüyiert
und so blasiert
kann nur allein einEh'mann sein.
 
ALFRED, FRANK
Im tête-à-tête
mit ihr so spät,.....
 
ROSALINDE, FRANK, ALFRED
....schlief er beinah schon ein usw.
 
FRANK
Nein, nein, ich zweifle gar nicht mehr,
doch da ich fort nun muß
so geben Sie, ich bitte sehr,
Sich schnell den Abschiedskuß
 
ROSALINDE
Den Abschiedskuß
 
ALFRED
Den Abschiedskuß
 
FRANK
Den Abschiedskuß
 
ROSALINDE
(Zu Alfred)
Nun denn, wenn es sein muß
da haben Sie den Kuß
 
ALFRED
Sollich schon brummen müssen
für den werten Herrn Gemahl,
kann ich für ihn auch küssen!
Komm, Weibchen, küss' mich noch einmal!
 
FRANK
Mein Herr, ich bin etwas pressiert,
da heut' ich selbst noch invitiert.
d'rum lassen Sie uns gehen,
Ja lassen endlich Sie uns geh'n!
 
ROSALINDE
(Zu Alfred)
Sie finden dort meinen Gemahl.
 
ALFRED
Wir brummen vielleicht
in demselben Lokal.
 
ROSALINDE
O schonen Sie mich!
 
ALFRED
Ganz sicherlich!
 
ROSALINDE
Ach!
 
FRANK
Folgen Sie nun schnell,
der Wagen ist zur Stell,
D'rum fort, d'rum fort, nur schnell!
Mein schönes, großes Vogelhaus,
es ist ganz nahe hier.
Viel' Vögel flattern ein und aus,
un finden frei Quartier.
D'rum lad' ich Sie ganz höflich ein,
verehrtester, ich bitt',
dort auch meinwerter Gast zu sein.
Verehrtester, ich bitt', ich bitt',
spazier'n S'gefälligst mit!
 
ALFRED
Wenn es sein muß  so will ich geh'n!
 
ROSALINDE
Doch schweigen Sie!
 
ALFRED
Es soll gescheh'n!
 
FRANK
Nur fort, schnell fort!
 
ALFRED
Gleich will ich mich bequemen,
doch erst noch Abschied nehmen!
 
ROSALINDE
Genug, meinHerr, es ist schon gut!
 
ALFRED
Ein Küßchen noch, dann hab' ich Mut!
 
ROSALINDE
Nein, nein, genug, wir müssen scheiden!
 
ALFRED
Ein, Küßchen gibt Trost mir imLeiden!
 
FRANK
Mein Herr, genug der Zärtlichkeit,
Wir kommen nicht zu Ende heut'!
Genug, es ist schon Zeit!
 
ROSALINDE, ALFRED, FRANK
Mein schönes, großes Vogelhaus usw....
 
ROSALINDE, ALFRED
..Er ladet Sie ganz höflich ein,....
 
FRANK
D'rum lad' ich Sie ganz höflich
ein,...
 
ROSALINDE, ALFRED, FRANK
...auch sein Gast zu sein!
 
ROSALINDE
D'rum bitt' ich, fügen Sie sich drein,
Es muß ja leider sein!
 
ALFRED
Ich füge vorderhand mich drein,
Das wird das Beste sein!
 
FRANK
Ich bitte, fügen Sie sich drein,
Das wird das Beste sein!
 
ALFRED
Das wird...
 
FRANK
Ich bitte..
 
ROSALINDE
Ja, ja, leider, ach, leider muß es,
sein,
Leider muß es ja sein!
 
ALFRED
...wohl vorderhand das Allerbeste
sein,
Leider muß es ja sein!
 
FRANK
...fügen Sie sich drein, es muß geschieden sein,
Ohne Umständ' nun, denn es muß ja sein!
 
ROSALINDE
Nun wohlan, das...
...Schicksal will
daß heut' allein ich soll soupieren;
ja, ich füge willig mich darein!
Warum soll man noch vergeblich
streiten hier und lamentieren?
Fort, nun fort, es muß ja sein! Ach!
 
ALFRED
Ach, wie gern möcht' hier mit Ihnen
ich soupieren,
aber, wie mir scheinet, soll's nicht
sein! Ach!
Das Schicksal will mich grausam
schon von hinnen führen!
Fort, denn fort, es muß ja sein,
ja sein!
 
FRANK
Kommen Sie, ich selbst will heute
auch soupieren,
Fügen Sie sich endlich doch darein!
Lassen Sie sich ohne Umständ' arretieren!
Fort, nun fort, es muß sein,d'rum fort!
 
(Frank und Alfred gehen ab)
 

 
 
 

 

 


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4:26:32 PM, 23 October 2014
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