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Strauss Johann II
Die Fledermaus
Synopsis
Introduction
Act I
Act II
Act III

Act III

 
(Das Büro von Frank, ist im Gefängnis)

 
  
FROSCH
(allein)
Herr Direktor! Wo is er denn. mein
lieber, süsser, kleiner Herr Direktor?
Das is ein fideles Gefängnis: ich ganz
allein hier in einem Gefängnis, und
mein Direktor is gar net da. Da werd
ma einen kleinen Schligowitz ein
schalten, net? Also, komm her,
mein kleines, süßes Flascherl.
Na servas!
 
ALFRED
 (...indem er in seiner Zelle singt)
"Täubchen, das entflattert ist usw."
 
FROSCH
Ruhe! Ruhe! Shut up! Der Gefangene
auf Numero 12, der singt schon z
wieder ein blödsinniges.....
 
ALFRED
"La donna è mobile, usw."
 
FROSCH
Wos sagt er? Die Donau a Moperle?
Das is ja a Blödsinn. Mir scheint, der
Italiener will bei uns G'sangsstunden
nehmen. Na, da is er falsch am Platz.
An'hamma jetzt eing'sperrt aber die
Andern, die werden noch folgen, mai
Liaber. Alle italienisclhen Sänger
wer'ma hier einsperren, und wir
werden hinunter fahren nach Italien,
damit die amal sehen, wia ma richtig
singt... so was Schönes, ich meine
etwas wirklich Feines......vom
Strauss soll er was singen, zum
Beispiel
"Ach, wie so herrlich zu schau'n
sind all'die lieblichen Frau'n usw."
Un so weiter, und so weiter. Mei,
las Klingt wenigstens! Aber das
blonde Umeinandersingen versteht ja
ka Mensch. Wenigstens i versteh' es
net.
 
ALFRED
"Mercé mercé cigno gentil, usw."
 
FROSCH
Wos sagt er? Der gangt schon wieder
an mit diner... I bin gebüldet, i weiss,
was er singt. Von einem Schwan
singt er eine... eine Operette, scho
wieder so ane italienische Operette.
Das interessiert uns nicht. Ruhe!
Also, was is?... Is schon ruhig!
Man muß nur laut genug mit diesen
Italienern reden, dann sind sie gleich
ruhig! komm, mein liebes Flascherl,
trink ich noch ein kleines Schluckerl
bevor meinsüßer, kleiner Direktor
kommt.
 
 (Frank tritt betrunken hinein)
 
FROSCH
Jössas, der Herr Direktor, diesmal mit
seinem Bruder. Das ist gasnz neu.
Küß die Hand, Herr Direktor.
 
FRANK
Frosch, seit wann hast du einen
Bruder?
 
FROSCH
Jössas, ma scheint, der is genau so
b'soffen wie i. So tat ma uns
ausziehen, Herr Direktor. Aber Herr
Direktor, die Knopferl geh'n ja nach
vorn......
 
FRANK
Aber laß mich in Ruh'.
Frosch, bring mir an Kaffee
 
FROSCH
Alleweil an Kaffee, Herr Direktor
Mit dieser blöden Maschine, die wird r
uns nochamal in die Luft fliegen.
 
FRANK
An Kaffee will i haben.
 
FROSCH
Trink ma net lieber an kleinen
Schligowitz?
 
FRANK
Ja, Olga, ja aber, komm her... ja,
Ida auch, ihr g'fallts ma.
 
FROSCH
Wos is denn des für eine Olga und für
eine Ida? Aber Herr Direktor, des is
doch Ihr lieber, kleiner, süßer, Frosch.
 
FRANK
Pfui! "Die Majestät wird
anerkannt, usw."
 
FROSCH
Herr Direktor, kann i die
Streichholzeln haben? Vielleicht
brennt die Maschin'glei.....
 
(Er schaltet die Kaffeemaschine ein, die plötzlich ausbricht)

Na servas, Herr Direktor!
Jössas, vie kommt denn der braune
Mensch hier zu uns?... Das san ja
sie, Herr Direktor.
 
FRANK
O, ich sitz' im Kaffee.
 
FROSCH
Herr Direktor, hat sich der Kaffee
etwas übersprudelt, was? Seh'ns es
wär' g'scheiter g'wesen, wenn ma
einen Schligowitz getrunken hätten.
Den hätte ma eingeflösst, was? Und
dann wär' man net so braun g'wesen
wie jetzt mit der blöden Maschine.
Hab's Ihna eh glei g'sagt, Herr
Direktor. Na... es is passiert.
 
FRANK
J'ai 1'honneur, serviteur... Also,
Falke, ich dank dir. Is auch nix...
 
FROSCH
An Schlaf hat er halt, mein süsser r
Herr Direktor. Ein süsses Goscherl
macht er wann er so liab schnarcht
...da hab' y ean b'sonders gern,
überhaupt wann er schlaft, hab' i ean
gern, den Direktor.
 
FRANK
Was gibt's? Man läutet an der Tür
 
FROSCH
Ja. mir war's auch so.
 
FRANK
Also schau doch, wer da ist.
 
FROSCH
Bin eh schon auf dem Weg. Schau'
ma halt nach. Herr Direktor, Herr
Direktor! Da san zwei fesche Katzen
draußen, zwei junge, schöne Damen
in aller Früh. Also, i muass sagen, für
uns zwa..... das paßt grad in einpasa fideles G'fängnis.
 
(geht ab)
 
FRANK
Wenn ich nur schnell etwas
niederschlagendes......
Ah, das tut gut.
 
FROSCH
 (Adele und Ida, treten)
Herr Direktor. Die beiden Damen
wollen einen Chevalier Chargrin
sprechen.
 
FRANK
Chevalier Chargrin?
 
FROSCH
Ich habe Ihnen gesagt, daß wir keinen
Herrn dieses Namens nicht haben.
 
ADELE
Aber da is er doch!
 
IDA
Der Dr. Falke hat uns die Wohnung
ganz richtig beschrieben.
 
ADELE
Natürlich!
 
FRANK
Die Olga und die Ida, das fehlt grad
noch!
 
FROSCH
Was? Die Olga und die Ida? Die
waren ja noch nie da, und jetzt san
sie so früh da, ah, da legst di nieder....
 
FRANK
Geh, laß uns allein....
 
FROSCH
Der is scho wieder grautig,
ekelhafter Kerl......
  
(geht ab)

 
ADELE
Herr Chevalier, Sie wundern sich
gewiß über unseren Besuch?
 
FRANK
Allerdings... ich hatte nicht gehofft,
schon so früh.....
 
ADELE
Ja, also, ich halte es für meine
Pflicht. Ich muß Ihnen ein
Geständnis machen.
 
FRANK
Oho! Na servus!
 
IDA
Wie gesagt, meine Schwester ist noch
nicht Künstlerin.
 
ADELE
Na, noch net amal Elevin. Bis jetzt
war ich nur Stubenmädchen beim
Herrn von Eisenstein.
 
FRANK
Ein Stubenmädchen! Und Sie haben
sich von mir die Hand küssen lassen?
 
ADELE
Den Mund doch auch!
 
FRANK
Pscht!
 
ADELE
Also, i hab die Idee, i möcht unter's
Theater!
 
FRANK
Ja, haben Sie auch Talent?
 
ADELE
Ob i Talent habe? Na, da wer'ns
schaun!
Spiel' ich die Unschuld vom
Lande,
natürlich im kurzen Gewande,
so hüpf' ich ganz neckisch umher,
als ob ich ein Eichkatzerl wär'!
Und kommt ein saubrer, junger Mann,,
so blinzle ich lächelnd ihn an,
durch die Finger zwar nur,
als ein Kind der Natur,
und zupf' an meinem Schürzenband.
So fängt man Spatzen auf demLand!
Und folgt' er mir wohin ich geh',
sag' ich naiv. "Sie Schlimmer, Sie
setz' mich zu ihm ins Gras sodann
und fang' auf d'Letzt zu singen an.
La la la.....
Wenn Sie das geseh'n,
müssen Sie gesteh'n.
Es wär' der Schaden nicht gering,
wenn mit dem Talent,
ich nicht zum Theater ging!
Spiel' ich eine Königin,
schreit' ich majestätisch hin,
nicke hier und nicke
da,
so ganz, ach, in meiner Gloria!
Alles macht voll Ehrfurcht mir Spalier,
lauscht den Tönen meines
Sangs,
lächelnd ich das Reich und Volk, regier'
Königin par excellence"!
La la la....
 
(allein)

Wenn Sie das geseh'n usw.,
Spiel' ich 'ne Dame von Paris,
ach,
die Gattin eines Herrn Marquis, ach,
da kommt ein junger Graf ins Haus, ach,
Der geht auf meine Tugend aus, ach!
Zwei Akt' hindurch geb' ich nichtnach,
Doch, ach, in dritten werd' ich schwach!
Da öffnet plötzlich sich die Tür,
o weh, mein Mann, was wird aus
mir? Ach!
"Verzeihung", flöt' ich, er verzeiht,
ach!
Zum Schlusstableau. da weinen
d'Leut'!. Ach, ja!
 
FRANK
Zum Stubenmädel sind Sie allerdings
etwas zu emanzipiert!
 
ADELE
Genau, was ich sag!
 
FRANK
Ich muß doch sehen, wer da ist?
Donnerwetter! Der Marquis Renard!
Was mach ich jetzt?
 
FROSCH
(Tritt)
Soll ich öffnen, Herr Direktor?
 
FRANK
Ja.....nein...wart noch an Moment!
Ich bin ganz durcheinander. Führ die
Damen in ein anderes Zimmer.
 
FROSCH
Ich habe nur noch Numero 13 frei!
 
FRANK
So führe sie auf Numero 13.
 
(Glocke)

 
FROSCH
(Zu Frank)
Werden die eing'sperrt?
 
FRANK
Nein...das heißt ja! Meinetwegen!
Sperr sie ein, mach was du willst,
aber geh endlich!
 
FROSCH
Na also! Wollen Sie die Güte haben,
meine Damen, mir zu folgen?
Wenn's gefällig ist.
 
(Adele und Ida, gehen ab)

Des san da fesche Katzen!
 
FRANK
Der Marquis wird schon ungeduldig.
Was soll ich machen? Ich muß ihn
hereinlassen auf die Gefahr hin, daß die Sache mit einer ungeheuren
Blamage für mich endet.
 
EISENSTEIN
(Tritt)
Nein! Ist's möglich, teurer Chevalier,
dich find ich hier? Was hast denn du
getrieben, daß du hier eingesperrt
wurdest?
 
FRANK
Ich bin ja gar nicht eingesperrt!
 
EISENSTEIN
Zum Teufel. was machst du dann
aber hier?
 
FRANK
Hör zu, ich muß dir endlich die
Wahrheit sagen: ich bin nicht der
Chevalier Chargrin, sondern heiße
Frank und bin Direktor dieses
Gefängnisses!
 
EISENSTEIN
Haha, das ist aber ein guter Spaß
Ein herrlicher Spaß haha!
 
FRANK
Kein Spaß sondern bitterer Ernst,
Marquis!
 
EISENSTEIN
Desto komischer, mein Lieber, denn
ich bin auch kein Marquis.
 
FRANK
Aber geh!
 
EISENSTEIN
Ich bin ebensowenig Marquis Renard
wie du Chevalier Chargrin bist!
 
FRANK
Was sagst du?
 
EISENSTEIN
Ich heiße Eisenstein und komme,
meine achttägige Arreststrafe
anzutreten
Sei also so gut, Bruder
Gefängnisdirektor, mir mein
Chambre séparée anzuweisen.
 
FRANK
Ha ha, der Witz ist nicht schlecht
ausgedacht, aber ich habe Eisenstein
gestern abend schon persönlich
arretiert!
 
EISENSTEIN
Aber nein! Du hast ihn arretiert?
Wo denn und wann?
 
FRANK
Am Abend um zehn in seiner
Wohnung.
 
EISENSTEIN
War er denn zu Hause?
 
FRANK
Natürlich, er saß ganz gemütlich ime
Schlafrock mit seiner Frau beim
Souper.
 
EISENSTEIN
Im Schlafrock? Mit mei...... mit
seiner Frau?
 
FRANK
Sie nahmen so zärtlich Abschied, daß ich ganz gerührt wurde.
 
EISENSTEIN
Zärtlichen Abschied? Im Schlafrock!
nein, nein, das ist unmöglich! Und 
...wo ist er denn, dieser Herr von
Eisenstein jetzt?
 
FRANK
Er sitzt auf Numero 12!
 
FROSCH
 (Tritt)
Herr Direktor! Herr Direktor! Eine
Dame erwartet Sie. Sie hat die
Marquise heruntergelassen, sie ist
total verschleiert, aber aus ihrem
Gehaben schließe ich, die muß sehr
fesch sein. I hab sie ins Sprechzimmer
geführt. War das recht?
 
FRANK
Eine verschleierte Dame?
 
FROSCH
Aber total, Herr Direktor!Man
sieht überhaupt nix von ihr!
 
FRANK
 (Zu Eisenstein)
Du entschuldigst einen Augenblick
  
(geht ab)

 
FROSCH
Also, wann ich die auch wieder
einsperren soll, i was wirklich nimmer
wohin.
Also da läut's scho wieder!
Keinen Augenblick hat man Ruhe,
aber fidel ist's bei uns, des muß
i wirklich sagen, des is ein fideles
Gefängnis!
  
(geht ab)

 
EISENSTEIN
Ein anderer wurde also in meiner
Wohnung arretiert und hier
eingesperrt! Dieses zweite Ich hat also
mit meiner Frau soupiert, während
ich... Diese Entdeckung hat mich auf
einmal ganz nüchtern gemacht! Ich
brauche keinen Tee mehr aber einen
Erlaubnisschein brauche ich, wenn
ich mich besuchen und mit mir selbst
reden will! Es ist zum Tollwerden!
 
FROSCH
 (Tritt)
So... ha... warten's nur hier,
Herr Doktor. I hol gleich den
Herrn von Eisenstein.
  
(geht ab)

 
BLIND
Was sagt der Mensch? Er holt Sie?
Sie sind ja schon da!
 
EISENSTEIN
Ich bin nicht nur da, ich bin auch
dort! Das geht Sie überhaupt
gar nichts an! Was wollen Sie hier,
sie Aktenwurm?
 
BLIND
Was ich hier will? Sie haben mich
doch rufen lassen.
 
EISENSTEIN
Ich hätte Sie rufen lassen?
 
BLIND
Aber der Amtsdiener sagte doch
ausdrücklich, daß mich Herr von
Eisenstein zu sich bescheiden lasse!
 
EISENSTEIN
Aber wenn der Herr von Eisenstein
ein Dummkopf ist......
 
BLIND
Wohl möglich, aber......
 
EISENSTEIN
Das heißt doch. micht ich, sondern
der andere ist der Dummkopf. Halt,
eine Idee! Sie müssen mir Ihre
Stelle abtreten!.
 
BLIND
Ich?
 
EISENSTEIN
Ihren Rock brauche ich, Ihre Perücke,
Brille und Akten! Vorwärts, Sie
lächerlicher Aufklauber von
Milderungsgründen sonst erdrossle
ich Sie!
  
(Blind und Eisenstein gehen ab)

 
FROSCH
 (Frosch und Alfred, treten)
Herr Notar, hier ist der Herr von
Numero 12, der Sie zu sprechen
wünscht!
 
ALFRED
Niemand hier?
 
FROSCH
Was? is niemand da? Dann wird er
halt im Vorzimmer sein Das is doch
merkwürdig: i hätte darauf schwören
können, ich hab' ihn schon amal
hereing'führt. Er kann doch net so
blind sein dass man ihn gar net
siecht! Verdammter Schligowitz
  
(geht ab)

 
ALFRED
Sono perduto e abbandonato!
 
ROSALINDE
 (Tritt)
Alfred, Sie müssen so bald wie
möglich fort von hier! Mein Gatte
kann jeden Augenblick hier
erscheinen; er darf Sie hier nicht
finden, am wenigsten in diesem
Aufzug!
 
ALFRED
Vielleicht rettet uns der Notar.
 
ROSALINDE
Hier ist er schon!
  
(Eisenstein Tritt)

 
EISENSTEIN
Diese Treulose! Jetzt Fassung und
Ruhe; ich muß erfahren, wie sie
miteinander stehen!
 
ROSALINDE
Ich stehe voll Zagen,...
 
ALFRED
Um Rat ihn zu fragen....
 
EISENSTEIN
Pack' ich ihn beim Kragen,...
 
ROSALINDE
...was wird er mich fragen?
 
ALFRED
...muß alles ihm sagen.
 
EISENSTEIN
...so würd' er nichts sagen!
 
ROSALINDE
Darf ich es wohl wagen,....
 
ALFRED
Warum denn verzagen?
 
EISENSTEIN
Möcht' nieder ihn schlagen.
 
ROSALINDE
...ihm alles zu sagen?
 
ALFRED
Wir werden ihm klagen...
 
EISENSTEIN
Doch darf ich's nicht wagen;...
 
ROSALINDE
...Die Situation erheischt Diskretion! usw.
 
ALFRED
...die Situation, er hilft uns dann schon!
 
EISENSTEIN
...darf nicht einmal droh'n diesem
frechen Patron!.....
 
(Zu Rosalinde)

...Jetzt bitte ich, die ganze Sache
Mir haarklein zu erzählen,
Nicht das Geringste zu verhehlen,
Indes ich mir Notizen mache!
 
ROSALINDE
Der Fall ist eigentümlich,
wie Sie gleich werden sehen.
 
ALFRED
So gar verwickelt ziemlich,
das muß man eingesteh'n!
 
EISENSTEIN
Nun denn, so geben Sie zu Protokoll,
worin ich Sie verteid'gen soll!
 
ALFRED
Ein seltsam Abenteuer
ist gestern mir passiert;
man hat mich aus Versehen
hier in Arrest geführt,
weil ich mit dieser Dame
Ein wenig spät soupiert.
 
EISENSTEIN
Ein Glück, daß es so kam;
Sie handelten infam!
 
ALFRED
Was kommt denn Ihnen in den Sinn?
Sie soll'n mich ja verteid'gen!
 
EISENSTEIN
Verzeih'n Sie, wenn ich heftig bin,
der Gegenstand reißt so mich hin;
ich wollt' Sie nicht beleid'gen,
Nein, ich wir Sie ja verteid'gen.
 
ROSALINDE, ALFRED
Mein Herr Notar,
das war fürwahr
sehr sonderbar,......
 
EISENSTEIN
Was ich erfahr', verwirrt.....
..fürwahr mich ganz und gar!
 
ROSALINDE, ALFRED
...sehr sonderbar!
 
......Nur ruhig Blut,
denn solche Wut
macht sich fürwahr nicht gut,
Macht sich nicht gut, gar nicht
gut!
 
EISENSTEIN
D'rum ruhig Blut,
Ich muß die Wut
verbergen jetzt noch gut!
Ja, meine Wut berg sich gut!
 
ROSALINDE
Das Ganze war ein Zufall,
nichts übles ist passiert,
doch würd' bekannt es werden,
wär' ich kompromittiert,
Da sicher mich mein Gatte
für schuldig halten wird!
 
EISENSTEIN
Da hätt' er auch ganz recht,
Sie handelten sehr schlecht!
 
ROSALINDE
Was kommt denn Ihnen in den Sinn?
Sie soll'n mich ja verteid'gen!
 
EISENSTEIN
Verzeih'n Sie, wenn ich heftig bin , usw.
 
ROSALINDE
Mein Herr Notar usw.
 
EISENSTEIN
Was ich erfahr', verwirrt...
....fürwahr mich ganz und gar! usw.
 
ROSALINDE, ALFRED
Sehr sonderbar! usw.
 
EISENSTEIN
Ich bitt', mir alles zu gesteh'n
und nichts zu überseh'n.
Ist kein Detail mehr überseh'n?
Ist weiter nichts gescheh'n?
 
ALFRED
Was sollen diese Fragen hier?
 
ROSALINDE
Mein Herr!
 
EISENSTEIN
Ich bitte zu gesteh'n
Ist weiter nichts gescheh'n?
 
ROSALINDE
Mein Herr, was denken Sie von mir?
Was sollen diese Fragen hier?
 
EISENSTEIN
Ich frag' Sie auf's Gewissen,
Ist weiter nichts gescheh'n?
Alles muß ich wissen.
 
ROSALINDE
Mein Herr!
 
ALFRED
Mein Herr!
 
ROSALINDE
Mein Herr......
Es scheint fast, als empfinden Sie
für meinen Gatten Sympathie,
d'rum muß ich Ihnen sagen:
ein Ungeheuer ist mein Mann.
Und niemals ich vergeben kann
sein treulos schändliches Betragen;
Er hat die ganze vor'ge Nacht
mit jungen Damen zugebracht,
lebt' herrlich und in Freuden!
Doch schenk' ich's nicht
dem Bösewitch,
und kommt er wieder mir nach Haus,
kratz' ich ihm erst die Augen aus,
und dann, und dann
laß ich mich scheiden!
Kratz' ich ihm die Augen aus usw.....
...Ich kratz' ihm erst die Augen aus
usw.
 
ALFRED, EISENSTEIN
Sie kratzt ihm erst die Augen aus,
und dann läßt sie sich scheiden! usw.
 
ALFRED
Da Sie alles wissen nun,
sagen Sie, was soll man tun?
Geben Sie uns Mittel an.
wie man diesem Ehemann
eine Nase drehen kann?
 
EISENSTEIN
Das ist zuviel!
 
ALFRED
Was soll das sein?
 
EISENSTEIN
Welch schändlich Spiel!
 
ROSALINDE
Was soll das sein?
 
ROSALINDE, ALFRED
Mein Herr, wozu dies Schrei'n?
 
EISENSTEIN
Erzittert, Ihr Verräter,
die Strafe bricht herein.
Hier stehe ich als Rächer;
Ich selbst bin Eisenstein!
 
ROSALINDE, ALFRED
Er selbst ist Eisenstein?
Er selbst ist Eisenstein!
 
EISENSTEIN
Ja, ja, ich bin's, den Ihr
betrogen!
Ja, ich bin's, den Ihr belogen!
Aber rächen will ich mich jetzt
fürchterlich!....
....Ja, ich bin's usw.
 
ROSALINDE
Hat er selbst mich doch betrogen,
treulos hat er mich belogen,
und nun tobt er: rächen will er sich!
 
ALFRED
Erst hat sie der Mann betrogen,
dann hat ihn die Frau belogen,
Folglich hebt ja die Geschichte sich!
 
ROSALINDE
Kein Verzeih'n,.....
 
ALFRED, EISENSTEIN
Der Eisenstein,......
 
ROSALINDE
....Kein Bereu'n!
 
ALFRED, EISENSTEIN
....der Eisenstein......
 
ROSALINDE
Ich allein...
...will Rache schrei'n!
 
ALFRED, EISENSTEIN
.....will Rache schrei'n!
 
ALLE
Rache!
 
ROSALINDE
Kein Verzeih'n,...
....Herr Eisenstein,.....
 
ALFRED, EISENSTEIN
....der Eisenstein,...
 
ROSALINDE
.....kein Bereu'n,....
...Herr Eisenstein, Rache schreieich!
 
ALFRED, EISENSTEIN
...der Eisenstein will Rache
fürchterlich!
 
ALLE
Rache will ich, Rache will ich!
 
ROSALINDE
Also du willst mir Vorwürfe machen,
du willst von Treulosigkeit sprechen.
Nachdem ich doch ganz genau weiß wieviel es bei dir geschlagen hat!
 
EISENSTEIN
Meine Uhr! Was, sie war meine
Ungarin? O ich Esel!
 
ALFRED
Sie sind Eisenstein?
 
EISENSTEIN
Jawohl ich bin Eisenstein, der Besitze
dieses Weibes und dieses Schlafrocks!
 
ALFRED
Beides mit Dank zurück.
 
EISENSTEIN
Sie werden mir Satisfaktion geben
und zwar sofort!
 
FALKE
(Tritt)
Ah, wie ich sehe, hat's hier schon
eine Erkennungsszene gegeben!
 
FROSCH
 (Adele, Ida und Frosch treten)
Herr Direktor, die beiden Damen
von Numero 13 san ausgebrochen!
  
(Orlofsky und Eingeladenen treten hinein)

 
FRANK
Um Gotteswillen, da kommt die ganze
Gesellschaft. Ja, was wollt Ihr denn
hier?
 
ALLE
O Fledermaus, o Fledermaus,
laß endlich jetzt dein Opfer aus!
Der arme Mann
ist gar zu übel dran!
 
EISENSTEIN
Woll'n Sie mir erklären nicht,
was soll bedeuten die Geschicht'?
Noch werd' ich nicht klug daraus?
 
FALKE
So rächt sich die Fledermaus!
 
ALLE
So rächt sich die Fledermaus!
Doch....o Fledermaus, o
Fledermaus usw.
 
EISENSTEIN
So erkläre mir doch, ich bitt'!
 
FALKE
Alles. was dir Sorge macht,
war ein Scherz von mir erdacht.
 
ALLE
Und wir alle spielten mit!
 
EISENSTEIN
Wie der Prinz?
 
ORLOFSKY
Ich spielte mit!
 
EISENSTEIN
Und Adele?
 
ADELE
Ich spielte mit!
 
EISENSTEIN
(Zu Alfred)
Ihr Souper?
 
ALFRED
War nichts als Mythe!
 
EISENSTEIN
(Zu Rosalinde)
Doch mein Schlafrock?
 
ROSALINDE
Requisite!
 
EISENSTEIN
Wonne, Seligkeit, Entzücken!
O wie macht dies Wort mich froh!
Gattin, lass ans Herz dich
drücken!
 
(Zu Orlofsky)

War auch nicht grad' alles so,
wir wollen ihm den Glauben,
der ihn begluckt, nicht rauben.
 
ADELE
Nun, und was geschieht mit mir?
 
FRANK
Bleiben in Arrest Sie hier,
will ich Sie als Freund und Vater
bilden lassen fürs Theater.
 
ORLOFSKY
Nein. ich lass' als Kunstmäzen
solch' Talent mir nicht entgehen;
's ist bei mir so Sitte:
Chacun á son goût!.....
.....'s ist mal bei mir so Sitte!
 
ALLE
's ist mal bei ihm so Sitte!
Chacun á son goût!
 
EISENSTEIN
Rosalinde, vergib deinem treuen
Gabriel. Du siehst, nur da
Champagner war an allem Schuld.
 
ROSALINDE
Champagner hat's verschuldet,
La la la...
Was wir heut' erduldet,
La la la...
Doch gab er mir auch Wahrheit
Und zeigt in voller Klarheit
mir meines Gatten Treue
und führte ihn zur Reue!
Stimmt ein, stimmt ein,
und huldigt im Vereine
dem König aller Weine!
 
ALLE
Stimmt ein! Stimmt ein! Stimmt ein!
 
ROSALINDE
Die Majestät ist anerkannt, usw.
 
ALLE
Die Majestät wird anerkannt usw.
 
E N D E

 

 


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5:46:15 PM, 10 July 2014
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