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Opera Libretti




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Wagner Richard
Die Walkure
Synopsis
Introduction
Act 1 Scene I
Act 1 Scene II
Act 1 Scene III
Act 2 Scene I
Act 2 Scene II
Act 2 Scene III
Act 2 Scene IV
Act 2 Scene V
Act 3 Scene I
Act 3 Scene II
Act 3 Scene III

FÜNFTE SZENE

Siegmund, Sieglinde, Hunding, Brünnhilde, Wotan
SIEGMUND
(neigt sich wieder über Sieglinde, dem Atem lauschend)
Zauberfest bezähmt ein Schlaf
der Holden Schmerz und Harm.
Da die Walküre zu mir trat,
schuf sie ihr den wonnigen Trost?
Sollte die grimmige Wal
nicht schrecken ein gramvolles Weib?
Leblos scheint sie, die dennoch lebt:
der Traurigen kost ein lächelnder Traum. -
(Neue Hornrufe)
So schlummre nun fort,
bis die Schlacht gekämpft,
und Friede dich erfreu'!
(Er legt sie sanft auf den Steinsitz und küßt ihr zum Abschied die Stirne. Siegmund vernimmt Hundings Hornruf und bricht entschlossen auf).
Der dort mich ruft, rüste sich nun;
was ihm gebührt, biet' ich ihm:
Notung zahl' ihm den Zoll!
(Er zieht das Schwert, eilt dem Hintergrunde zu und verschwindet, auf dem Joche angekommen, sogleich in finstrem Gewittergewölk, aus welchem alsbald Wetterleuchten aufblitzt)
SIEGLINDE
(beginnt sich träumend unruhiger zu bewegen)
Kehrte der Vater nur heim!
Mit dem Knaben noch weilt er im Wald.
Mutter! Mutter! Mir bangt der Mut:
nicht freund und friedlich scheinen die Fremden!
Schwarze Dämpfe - schwüles Gedünst -
feurige Lohe leckt schon nach uns -
es brennt das Haus - zu Hilfe, Bruder!
Siegmund! Siegmund!
(Sie springt auf. Starker Blitz und Donner)
Siegmund - Ha!
(Sie starrt in Angst um sich her: fast die ganze Bühne ist in schwarze Gewitterwolken gehüllt, fortwährender Blitz und Donner. Der Hornruf Hundings ertönt in der Nähe)
HUNDINGS STIMME
(im Hintergrunde vom Bergjoche her)
Wehwalt! Wehwalt!
Steh' mir zum Streit, sollen dich Hunde nicht halten!
SIEGMUNDS STIMME
(von weiter hinten her aus der Schlucht)
Wo birgst du dich, daß ich vorbei dir schoß?
Steh', daß ich dich stelle!
SIEGLINDE
(in furchtbarer Aufregung lauschend)
Hunding! Siegmund!
Könnt' ich sie sehen!
HUNDING
Hieher, du frevelnder Freier!
Fricka fälle dich hier!
SIEGMUND
(nun ebenfalls vom Joche her)
Noch wähnst du mich waffenlos, feiger Wicht?
Drohst du mit Frauen, so ficht nun selber,
sonst läßt dich Fricka im Stich!
Denn sieh: deines Hauses heimischem Stamm
entzog ich zaglos das Schwert;
seine Schneide schmecke jetzt du!
(Ein Blitz erhellt für einen Augenblick das Bergjoch, auf welchem jetzt Hunding und Siegmund kämpfend gewahrt werden)
SIEGLINDE
(mit höchster Kraft)
Haltet ein, ihr Männer!
Mordet erst mich!
(Sie stürzt auf das Bergjoch zu, ein von rechts her den Kämpfern ausbrechender, heller Schein blendet sie aber plötzlich so heftig, daß sie, wie erblindet, zur Seite schwankt. In dem Lichtglanze erscheint Brünnhilde über Siegmund schwebend und diesen mit dem Schilde deckend)
BRÜNNHILDE
Triff ihn, Siegmund!
traue dem Schwert!
(Als Siegmund soeben zu einem tödlichen Streiche gegen Hunding ausholt, bricht von links her ein glühend rötlicher Schein durch das Gewölk aus, in welchem Wotan erscheint, über Hunding stehend und seinen Speer Siegmund quer entgegenhaltend)
WOTAN
Zurück vor dem Speer!
In Stücken das Schwert!
(Brünnhilde weicht erschrocken vor Wotan mit dem Schilde zurück; Siegmunds Schwert zerspringt an dem vorgehaltenen Speere. Dem Unbewehrten stößt Hunding seinen Speer in die Brust. Siegmund stürzt tot zu Boden. Sieglinde, die seinen Todesseufzer gehört, sinkt mit einem Schrei wie leblos zusammen. Mit Siegmunds Fall ist zugleich von beiden Seiten der glänzende Schein verschwunden; dichte Finsternis ruht im Gewölk bis nach vorn: in ihm wird Brünnhilde undeutlich sichtbar, wie sie in jäher Hast sich Sieglinden zuwendet.)
BRÜNNHILDE
Zu Roß, daß ich dich rette!
(Sie hebt Sieglinde schnell zu sich auf ihr der Seitenschlucht nahestehendes Roß und verschwindet sogleich mit ihr. Alsbald zerteilt sich das Gewölk in der Mitte, so daß man deutlich Hunding gewahrt, der soeben seinen Speer dem gefallenen Siegmund aus der Brust zieht. Wotan, von Gewölk umgeben, steht dahinter auf einem Felsen, an seinen Speer gelehnt und schmerzlich auf Siegmunds Leiche blickend)
WOTAN
(zu Hunding)
Geh' hin, Knecht! Kniee vor Fricka:
meld' ihr, daß Wotans Speer
gerächt, was Spott ihr schuf.
Geh'! - Geh'!
(Vor seinem verächtlichen Handwink sinkt Hunding tot zum Boden)
WOTAN
(plötzlich in furchtbarer Wut auffahrend)
Doch Brünnhilde! Weh' der Verbrecherin!
Furchtbar sei die Freche gestraft,
erreicht mein Roß ihre Flucht!
(Er verschwindet mit Blitz und Donner. Der Vorhang fällt schnell)

 


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6:30:01 PM, 19 September 2014
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