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Opera Libretti




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Wagner Richard
Tannhauser
Synopsis
Introduction
Act 1 Scene I
Act 1 Scene II
Act 1 Scene III
Act 2 Scene I
Act 2 Scene II
Act 2 Scene III
Act 2 Scene IV
Act 3 Scene I
Act 3 Scene II
Act 3 Scene III

Vierte Szene

Grafen, Ritter und Edelfrauen werden durch Edelknaben eingeführt

Chor

Freudig begrüssen wir die edle Halle,
wo Kunst und Frieden immer nur verweil',
wo lange noch der frohe Ruf erschalle:
Thüringens Fürsten, Landgraf Hermann, Heil!
Der Landgraf und Elisabeth nehmen unter einem Baldachin Ehrensitze ein. Die Sänger treten auf und verneigen sich feierlich gegen die Versammlung

Landgraf

Gar viel und schön ward hier in dieser Halle
von euch, ihr lieben Sänger, schon gesungen;
in weisen Rätseln wie in heitren Liedern
erfreutet ihr gleichsinnig unser Herz.
Wenn unser Schwert in blutig ernsten Kämpfen
stritt für des deutschen Reiches Majestät,
wenn wir dem grimmen Welfen widerstanden
und dem verderbenvollen Zwiespalt wehrten:
so ward von euch nicht mindrer Preis errungen.
Der Anmut und der holden Sitte,
der Tugend und dem reinen Glauben
erstrittet ihr durch eure Kunst
gar hohen, herrlich schönen Sieg.
Bereitet heute uns denn auch ein Fest,
heut, wo der kühne Sänger uns zurück
gekehrt, den wir so ungern lang vermissten.
Was wieder ihn in unsre Nähe brachte,
ein wunderbar Geheimnis dünkt es mich.
Durch Liedes Kunst sollt ihr es uns enthüllen,
deshalb stell' ich die Frage jetzt an euch:
könnt ihr der Liebe Wesen mir ergründen?
Wer es vermag, wer sie am würdigsten
besingt, dem reich' Elisabeth den Preis,
er fordre ihn so hoch und kühn er wolle,
ich sorge, dass sie ihn gewähren solle.
Auf, liebe Sänger! Greifet in die Saiten!
Die Aufgab' ist gestellt, kämpft um den Preis
und nehmet all im voraus unsren Dank!

Ritter und Edelfrauen

Heil! Heil! Thüringens Fürsten Heil!
Der holden Kunst Beschützer Heil!
Vier Edelknaben sammeln in einem goldenen Becher von jedem Sänger seinen auf ein Blättchen geschriebenen Namen ein und reichen ihn Elisabeth, welche eines der Blättchen herauszieht

Vier Edelknaben

Wolfram von Eschenbach, beginne!


Der Sängerkrieg

Wolfram

Blick' ich umher in diesem edlen Kreise,
welch hoher Anblick macht mein Herz
erglühn!
So viel der Helden, tapfer, deutsch und weise,
ein stolzer Eichwald, herrlich, frisch und grün.
Und hold und tugendsam erblick' ich Frauen,
lieblicher Blüten düftereichsten Kranz.
Es wird der Blick wohl trunken mir vom Schauen,
mein Lied verstummt vor solcher Anmut Glanz.
Da blick' ich auf zu einem nur der Sterne,
der an dem Himmel, der mich blendet, steht:
es sammelt sich mein Geist aus jener Ferne,
andächtig sinkt die Seele in Gebet.
Und sieh! Mir zeiget sich ein Wunderbronnen,
in den mein Geist voll hohen Staunens blickt:
aus ihm er schöpfet gnadenreiche Wonnen,
durch die mein Herz er namenlos erquickt.
Und nimmer möcht' ich diesen Bronnen trüben,
berühren nicht den Quell mit frevlem Mut:
in Anbetung möcht' ich mich opfernd üben,
vergiessen froh mein letztes Herzensblut.
Ihr Edlen mögt in diesen Worten lesen,
wie ich erkenn' der Liebe reinstes Wesen!

Die Ritter und Frauen

So ist's! So ist's!
Gepriesen sei dein Lied!

Tannhäuser

Auch ich darf mich so glücklich nennen
zu schaun, was, Wolfram, du geschaut!
Wer sollte nicht den Bronnen kennen?
Hör, seine Tugend preis' ich laut!
Doch ohne Sehnsucht heiss zu fühlen
ich seinem Quell nicht nahen kann.
Des Durstes Brennen muss ich kühlen,
getrost leg' ich die Lippen an.
In vollen Zügen trink' ich Wonnen,
in die kein Zagen je sich mischt:
denn unversiegbar ist der Bronnen,
wie mein Verlangen nie erlischt.
So, dass mein Sehnen ewig brenne,
lab' an dem Quell ich ewig mich:
und wisse, Wolfram, so erkenne
der Liebe wahrstes Wesen ich!
Elisabeth will ihren Beifall zeigen; da aber alle in ernstem Schweigen verharren, hält sie sich schüchtern zurück

Walter von der Vogelweide

Den Bronnen, den uns Wolfram nannte,
ihn schaut auch meines Geistes Licht;
doch, der in Durst für ihn entbrannte,
du, Heinrich, kennst ihn wahrlich nicht.
Lass dir denn sagen, lass dich lehren:
der Bronnen ist die Tugend wahr.
Du sollst in Inbrunst ihn verehren
und opfern seinem holden Klar.
Legst du an seinen Quell die Lippen,
zu kühlen frevle Leidenschaft,
ja, wolltest du am Rand nur nippen,
wich ewig ihm die Wunderkraft!
Willst du Erquickung aus dem Bronnen haben,
musst du dein Herz, nicht deinen Gaumen laben.

Die Zuhörer

Heil Walter! Preis sei deinem Liede!

Tannhäuser

O Walter, der du also sangest,
du hast die Liebe arg entstellt!
Wenn du in solchem Schmachten bangest,
versiegte wahrlich wohl die Welt.
Zu Gottes Preis in hoch erhabne Fernen,
blickt auf zum Himmel, blickt auf zu seinen Sternen!
Anbetung solchen Wundern zollt,
da ihr sie nicht begreifen sollt!
Doch was sich der Berührung beuget,
euch Herz und Sinnen nahe liegt,
was sich, aus gleichem Stoff erzeuget,
in weicher Formung an euch schmiegt -
dem ziemt Genuss in freud'gem Triebe,
und im Genuss nur kenn'ich Liebe!
Grosse Aufregung unter den Zuhörern

Biterolf

Heraus zum Kampfe mit uns allen!
Wer bliebe ruhig, hört er dich?
Wird deinem Hochmut es gefallen,
so höre, Lästrer, nun auch mich!
Wenn mich begeistert hohe Liebe,
stählt sie die Waffen mir mit Mut;
dass ewig ungeschmäht sie bliebe,
vergöss' ich stolz mein letztes Blut.
Für Frauenehr' und hohe Tugend
als Ritter kämpf' ich mit dem Schwert;
doch, was Genuss beut deiner Jugend,
ist wohlfeil, keines Streiches wert.

Ritter und Frauen

Heil, Biterolf!

Die Ritter

Hier unser Schwert!

Tannhäuser

Ha, tör'ger Prahler Biterolf!
Singst du von Liebe, grimmer Wolf?
Gewisslich hast du nicht gemeint,
was mir geniessenswert erscheint.
Was hast du Aermster wohl genossen?
Dein Leben war nicht liebereich,
und was von Freuden dir entsprossen,
das galt wohl wahrlich keinen Streich!

Die Ritter

Lasst ihn nicht enden! Wehret seiner Kühnheit!

Landgraf

Zurück das Schwert! Ihr Sänger, haltet Frieden!

Wolfram

O Himmel, lass dich jetzt erflehen,
gib meinem Lied der Weihe Preis!
Gebannt lass mich die Sünde sehen
aus diesem edlen, reinen Kreis!
Dir, hohe Liebe, töne
begeistert mein Gesang,
die mir in Engels Schöne
tief in die Seele drang!
Du nahst als Gottgesandte,
ich folg' aus holder Fern' -
so führst du in die Lande,
wo ewig strahlt dein Stern.

Tannhäuser

Dir, Göttin der Liebe, soll mein Lied ertönen!
Gesungen laut sei jetzt dein Preis von mir!
Dein süsser Reiz ist Quelle alles Schönen,
und jedes holde Wunder stammt von dir.
Wer dich mit Glut in seine Arme geschlossen,
was Liebe ist, kennt er, nun er allein -
Armsel'ge, die ihr Liebe nie genossen,
zieht hin, zieht in den Berg der Venus ein.

Alle

Ha, der Verruchte! Fliehet ihn!
Hört es! Er war im Venusberg!

Die Edelfrauen

Hinweg! Hinweg aus seiner Näh'!
Sie entfernen sich. Nur Elisabeth bleibt bleich und angstvoll zurück

Wolfram

Ihr habt's gehört!

Landgraf, Ritter und Sänger

Ihr habt's gehört! Sein frevIer Mund
tat das Verbrechen schrecklich kund.
Er hat der Hölle Lust geteilt,
im Venusberg hat er geweilt!
Entsetzlich! Scheusslich! Fluchenswert!
In seinem Blute netzt das Schwert!
Zum Höllenpfuhl zurückgesandt
sei er gefehmt, sei er gebannt!
Alle stürzen auf Tannhäuser ein

Elisabeth

wirft sich dazwischen
Haltet ein!

Walter, Biterolf, Reinmar

Was hör ich?

Landgraf, Ritter und Sänger

Wie? Was sch' ich? Elisabeth!
Die keusche Jungfrau für den Sünder?

Elisabeth

Zurück! Des Todes achte ich sonst nicht!
Was ist die Wunde eures Eisens gegen
den Todesstoss, den ich von ihm empfing?

Landgraf, Ritter und Sänger

Elisabeth! Was muss ich hören?
Wie liess dein Herz sich so betören,
von dem die Strafe zu beschwören,
der auch so furchtbar dich verriet?

Elisabeth

Was liegt an mir? Doch er - sein Heil!
Wollt ihr sein ewig Heil ihm rauben?

Landgraf, Ritter und Sänger

Verworfen hat er jedes Hoffen,
niemals wird ihm des Heils Gewinn!
Des Himmels Fluch hat ihn getroffen;
in seinen Sünden fahr er hin!

Elisabeth

Zurück von ihm! Nicht ihr seid seine Richter!
Grausame! Werft von euch das wilde Schwert
Und gebt Gehör der reinen Jungfrau Wort !
Vernehmt durch mich, was Gottes Wille ist!
Der Unglücksel'ge, den gefangen
ein furchtbar mächt'ger Zauber hält,
wie, sollt'er nie zum Heil gelangen
durch Sühn und Buss in dieser Welt?
Die ihr so stark im reinen Glauben,
verkennt ihr so des Höchsten Rat?
Wollt ihr des Sünders Hoffnung rauben,
so sagt, was euch er Leides tat?
Seht mich, die Jungfrau, deren Blüte
mit einem jähen Schlag er brach,
die ihn geliebt tief im Gemüte,
der jubelnd er das Herz zerstach!
Ich fleh' für ihn, ich flehe für sein Leben,
reuvoll zur Busse lenke er den Schritt!
Der Mut des Glaubens sei ihm neu gegeben,
dass auch für ihn einst der Erlöser litt!

Tannhäuser.

Weh! Weh! mir Unglücksel'gem!

Landgraf, Ritter und Sänger

Ein Engel stieg aus lichtem Aether,
zu künden Gottes heil'gen Rat.
Blick hin, du schändlicher Verräter,
werd inne deiner Missetat!
Du gabst ihr Tod, sie bittet für dein Leben;
wer bliebe rauh, hört er des Engels Flehn?
Darf ich auch nicht dem Schuldigen vergeben
dem Himmelswort kann ich nicht widerstehn.

Tannhäuser.

Zum Heil den Sündigen zu führen,
die Gottgesandte nahte mir!
Doch, ach, sie frevelnd zu berühren,
hob ich den Lästerblick zu ihr!
O du, hoch über diesen Erdengründen,
die mir den Engel meines Heils gesandt,
erbarm dich mein, der ach! so tief in Sünden
schmachvoll des Himmels Mittlerin verkannt
Erbarm dich mein! Ach, erbarm dich mein!

Landgraf, Ritter und Sänger

Darf ich auch nicht dem Schuldigen vergeben
dem Himmelswort kann ich nicht widerstehn.

Elisabeth

Ich fleh' für ihn, ich flehe für sein Leben!
Der Mut des Glaubens sei ihm neu gegeben,
dass auch für ihn einst der Erlöser litt!

Landgraf

Ein furchtbares Verbrechen ward begangen.
Es stahl mit heuchlerischer Larve sich
zu uns der Sünde fluchbeladner Sohn.
Wir stossen dich von uns - bei uns darfst du
nicht weilen; schmachbefleckt ist unser Herd
durch dich, und dräuend blickt der Himmel selbst
auf dieses Dach, das dich zu lang schon birgt.
Zur Rettung doch vor ewigem Verderben
steht offen dir ein Weg: von mir dich stossend,
zeig' ich ihn dir. Nütz ihn zu deinem Heil!
Versammelt sind aus meinen Landen
bussfert'ge Pilger, stark an Zahl.
Die ältren schon voran sich wandten,
die jüngren rasten noch im Tal.
Nur um geringer Sünde willen
ihr Herz nicht Ruhe ihnen lässt,
der Busse frommen Drang zu stillen,
ziehn sie nach Rom zum Gnadenfest.

Landgraf, Ritter und Sänger

Mit ihnen sollst du wallen
zur Stadt der Gnadenhuld,
im Staub dort niederfallen
und büssen deine Schuld!
Vor ihm stürz dich darnieder,
der Gottes Urteil spricht;
doch kehre nimmer wieder,
ward dir sein Segen nicht!
Musst' unsrer Rache weichen,
weil sie ein Engel brach,
dies Schwert wird dich erreichen,
harrst du in Sünd' und Schmach!

Elisabeth

Lass hin zu dir ihn wallen,
du Gott der Gnad'und Huld!
Ihm, der so tief gefallen,
vergib der Sünden Schuld!
Für ihn nur will ich flehen,
mein Leben sei Gebet;
lass ihn dein Leuchten sehen,
eh' er in Nacht vergeht!
Mit freudigem Erbeben
lass dir ein Opfer weihn!
Nimm hin, o nimm mein Leben:
nicht nenn' ich es mehr mein!

Tannhäuser.

Wie soll ich Gnade finden,
wie büssen meine Schuld?
Mein Heil sah ich entschwinden,
mich flieht des Himmels Huld.
Doch will ich büssend wallen,
zerschlagen meine Brust,
im Staube niederfallen -
Zerknirschung sei mir Lust.
O, dass nur er versöhnet,
der Engel meiner Not,
der sich, so frech verhöhnet,
zum Opfer doch mir bot!

Jüngere Pilger

aus dem Tale
Zu dir wall'ich, mein Jesus Christ,
der du des Pilgers Hoffnung bist!
Gelobt sei, Jungfrau süss und rein,
der Wallfahrt wolle günstig sein!

Tannhäuser

eilt ab
Nach Rom!

Elisabeth, Landgraf, Ritter und Sänger.

ihm nachrufend
Nach Rom!

 


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8:36:04 PM, 12 July 2014
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