Classical Music Home

The World's Leading Classical Music Group

Email Password  
Not a subscriber yet?
Keyword Search
in
 
  Classical Music Home > Opera Libretti

Opera Libretti




Beethoven | Bellini | Berg | Berlioz | Bizet | Cavalieri | Cavalli | Clerambault | Debussy | Donizetti | Falla | Gluck | Gounod | Granados | Hallstrom | Handel | Hartke | Haydn | Kalman | Leoncavallo | Mascagni | Massenet | Mercadante | Meyerbeer | Monteverdi | Mozart | Pacius | Petitgirard | Portugal | Puccini | Purcell | Rachmaninov | Rossini | Sacchini | Strauss Johann II | Verdi | Wagner Richard | Wagner Siegfried | Walton | Weber
 
Wagner Richard
Tristan und Isode
Synopsis
Introduction
Act 1 Scene I
Act 1 Scene II
Act 1 Scene III
Act 1 Scene IV
Act 1 Scene V
Act 2 Scene I
Act 2 Scene II
Act 2 Scene III
Act 3 Scene I
Act 3 Scene II
Act 3 Scene III

V. Szene

Kurwenal geht wieder zurück. Brangäne, kaum ihrer mächtig, wendet sich in den Hintergrund. Isolde, ihr ganzes Gefühl zur Entscheidung zusammenfassend, schreitet langsam, mit großer Haltung, dem Ruhebett zu, auf dessen Kopfende sich stützend sie den Blick fest dem Eingange zuwendet. - Tristan tritt ein und bleibt ehrerbietig am Eingange stehen. - Isolde ist mit furchtbarer Aufregung in seinen Anblick versunken. - Langes Schweigen.

Tristan.

Begehrt, Herrin,
was Ihr wünscht.

Isolde.

Wüßtest du nicht,
was ich begehre,
da doch die Furcht,
mir's zu erfüllen,
fern meinem Blick dich hielt?

Tristan.

Ehrfurcht
hielt mich in Acht.

Isolde.

Der Ehre wenig
botest du mir;
mit off'nem Hohn
verwehrtest du
Gehorsam meinem Gebot.

Tristan.

Gehorsam einzig
hielt mich in Bann.

Isolde.

So dankt' ich Geringes
deinem Herrn,
riet dir sein Dienst
Unsitte
gegen sein eigen Gemahl?

Tristan.

Sitte lehrt,
wo ich gelebt:
zur Brautfahrt
der Brautwerber
meide fern die Braut.

Isolde.

Aus welcher Sorg'?

Tristan.

Fragt die Sitte!

Isolde.

Da du so sittsam,
mein Herr Tristan,
auch einer Sitte
sei nun gemahnt:
den Feind dir zu sühnen,
soll er als Freund dich rühmen.

Tristan.

Und welchen Feind?

Isolde.

Frag deine Furcht!
Blutschuld
schwebt zwischen uns.

Tristan.

Die ward gesühnt.

Isolde.

Nicht zwischen uns!

Tristan.

Im offnen Feld
vor allem Volk
ward Urfehde geschworen.

Isolde.

Nicht da war's,
wo ich Tantris barg,
wo Tristan mir verfiel.
Da stand er herrlich,
hehr und heil;
doch was er schwur,
das schwurt ich nicht:
zu schweigen hatt' ich gelernt.
Da in stiller Kammer
krank er lag,
mit dem Schwerte stumm
ich vor ihm stund:
schwieg da mein Mund,
bannt' ich meine Hand -
doch was einst mit Hand
und Mund ich gelobt,
das schwur ich schweigend zu halten.
Nun will ich des Eides walten.

Tristan.

Was schwurt Ihr, Frau?

Isolde.

Rache für Morold!

Tristan.

Müht Euch die?

Isolde.

Wagst du zu höhnen?
Angelobt war er mir,
der hehre Irenheld;
seine Waffen hatt' ich geweiht;
für mich zog er zum Streit.
Da er gefallen,
fiel meine Ehr':
in des Herzens Schwere
schwur ich den Eid,
würd' ein Mann den Mord nicht sühnen,
wollt' ich Magd mich des erkühnen.
Siech und matt
in meiner Macht,
warum ich dich da nicht schlug?
Das sag dir selbst mit leichtem Fug.
Ich pflag des Wunden,
daß den Heilgesunden
rächend schlüge der Mann,
der Isolde ihm abgewann.
Dein Los nun selber
magst du dir sagen!
Da die Männer sich all ihm vertragen,
wer muß nun Tristan schlagen?

Tristan.

bleich und düster
War Morold dir so wert,
nun wieder nimm das Schwert
und führ es sicher und fest,
daß du nicht dir's entfallen läßt!

Er reicht ihr sein Schwert dar

Isolde.

Wie sorgt' ich schlecht
um deinen Herren;
was würde König Marke sagen,
erschlüg' ich ihm
den besten Knecht,
der Kron' und Land ihm gewann,
den allertreusten Mann?
Dünkt dich so wenig,
was er dir dankt,
bringst du die Irin
ihm als Braut,
daß er nicht schölte,
schlüg' ich den Werber,
der Urfehde-Pfand
so treu ihm liefert zur Hand?
Wahre dein Schwert!
Da einst ich's schwang,
als mir die Rache
im Busen rang,
als dein messender Blick
mein Bild sich stahl,
ob ich Herrn Marke
taug' als Gemahl:
Das Schwert - da ließ ich's sinken.
Nun laß uns Sühne trinken!

Sie winkt Brangäne. Diese schaudert zusammen, schwankt und zögert in ihrer Bewegung. Isolde treibt sie mit gesteigerter Gebärde an. Brangäne läßt sich zur Bereitung des Trankes an.

Schiffsvolk.

von außen
Ho! He! Ha! He!
Am Obermast
die Segel ein!
Ho! He! Ha! He!

Tristan.

aus düsterem Brüten auffahrend
Wo sind wir?

Isolde.

Hart am Ziel!
Tristan, gewinn' ich die Sühne?
Was hast du mir zu sagen?

Tristan.

finster
Des Schweigens Herrin
heißt mich schweigen:
fass' ich, was sie verschwieg,
verschweig' ich, was sie nicht faßt.

Isolde.

Dein Schweigen faß ich,
weichst du mir aus.
Weigerst du die Sühne mir?

Schiffsvolk.

von außen
Ho! He! Ha! He!

Auf Isoldes ungeduldigen Wink reicht Brangäne ihr die gefüllte Trinkschale.

Isolde.

mit dem Becher zu Tristan tretend, der ihr starr in die Augen blickt
Du hörst den Ruf?
Wir sind am Ziel.
In kurzer Frist
stehn wir mit leisem Hohne vor König Marke.
Geleitest du mich,
dünkt's dich nicht lieb,
darfst du so ihm sagen:
»Mein Herr und Ohm,
sieh die dir an:
ein sanftres Weib
gewännst du nie.
Ihren Angelobten
erschlug ich ihr einst,
sein Haupt sandt' ich ihr heim;
die Wunde, die
seine Wehr mir schuf,
die hat sie hold geheilt.
Mein Leben lag
in ihrer Macht:
das schenkte mir
die holde Magd
und ihres Landes
Schand' und Schmach
die gab sie mit darein,
dein Ehgemahl zu sein.
So guter Gaben
holden Dank
schuf mir ein süßer
Sühnetrank;
den bot mir ihre Huld,
zu sühnen alle Schuld.«

Schiffsvolk.

außen
Auf das Tau!
Anker los!

Tristan.

wild auffahrend
Los den Anker!
Das Steuer dem Strom!
Den Winden Segel und Mast!
Er entreißt ihr die Trinkschale.
Wohl kenn' ich Irlands
Königin
und ihrer Künste
Wunderkraft.
Den Balsam nützt' ich,
den sie bot:
den Becher nehm ich nun,
daß ganz ich heut genese.
Und achte auch
des Sühneeids,
den ich zum Dank dir sage!
Tristans Ehre -
höchste Treu'!
Tristans Elend -
kühnster Trotz!
Trug des Herzens!
Traum der Ahnung!
Ew'ger Trauer
einz'ger Trost:
Vergessens güt'ger Trank,
dich trink' ich sonder Wank!

Er setzt an und trinkt.

Isolde.

Betrug auch hier?
Mein die Hälfte!
Sie entwindet ihm den Becher.
Verräter! Ich trink' sie dir!

Sie trinkt. Dann wirft sie die Schale fort. Beide, von Schauder erfaßt, blicken sich mit höchster Aufregung, doch mit starrer Haltung, unverwandt in die Augen, in deren Ausdruck der Todestrotz bald der Liebesglut weicht. Zittern ergreift sie. Sie fassen sich krampfhaft an das Herz und führen die Hand wieder an die Stirn. Dann suchen sie sich wieder mit dem Blick, senken ihn verwirrt und heften ihn wieder mit steigender Sehnsucht aufeinander.

Isolde.

mit bebender Stimme
Tristan!

Tristan.

überströmend
Isolde!

Isolde.

an seine Brust sinkend
Treuloser Holder!

Tristan.

mit Glut sie umfassend
Seligste Frau!

Sie verbleiben in stummer Umarmung. Aus der Ferne vernimmt man Trompeten.

Ruf der Männer.

von außen auf dem Schiffe
Heil! König Marke Heil!

Brangäne.

die, mit abgewandtem Gesicht, voll Verwirrung und Schauder sich über den Bord gelehnt hatte, wendet sich jetzt dem Anblick des in Liebesumarmung versunkenen Paares zu und stürzt händeringend voll Verzweiflung in den Vordergrund
Wehe! Weh!
Unabwendbar
ew'ge Not
für kurzen Tod!
Tör'ger Treue
trugvolles Werk
blüht nun jammernd empor!

Tristan und Isolde fahren aus der Umarmung auf.

Tristan.

verwirrt
Was träumte mir
von Tristans Ehre?

Isolde.

Was träumte mir
von Isoldes Schmach?

Tristan.

Du mir verloren?

Isolde.

Du mich verstoßen?

Tristan.

Trügenden Zaubers
tückische List!

Isolde.

Törigen Zürnens
eitles Dräun!

Tristan.

Isolde!

Isolde.

Tristan!

Tristan.

Süßeste Maid!

Isolde.

Trautester Mann!

Beide.

Wie sich die Herzen
wogend erheben!
Wie alle Sinne
wonnig erbeben!
Sehnender Minne
schwellendes Blühen,
schmachtender Liebe
seliges Glühen!
Jach in der Brust
jauchzende Lust!

Tristan.

Isolde!
Isolde mir gewonnen!

Isolde.

Tristan!
Welten-entronnen,
du mir gewonnen!

Beide.

Du mir einzig bewußt,
höchste Liebeslust!

Die Vorhänge werden weit auseinandergerissen; das ganze Schiff ist mit Rittern und Schiffsvolk bedeckt, die jubelnd über Bord winken, dem Ufer zu, das man, mit einer hohen Felsenburg gekrönt, nahe erblickt. - Tristan und Isolde bleiben, in ihrem gegenseitingen Anblick verloren, ohne Wahrnehmung des um sie Vorgehenden.

Brangäne.

zu den Frauen, die auf ihren Wink aus dem Schiffsraum heraufsteigen
Schnell, den Mantel,
den Königsschmuck!
Zwischen Tristan und Isolde stürzend
Unsel'ge! Auf!
Hört, wo wir sind!
Sie legt Isolde, die es nicht gewahrt, den Königsmantel an.

Alle Männer.

Heil! Heil! Heil!
König Marke Heil!
Heil dem König!

Kurwenal.

lebhaft herantretend
Heil Tristan,
glücklicher Held!
Mit reichem Hofgesinde
dort auf Nachen
naht Herr Marke.
Hei, wie die Fahrt ihn freut,
daß er die Braut sich freit!

Tristan.

in Verwirrung aufblickend
Wer naht?

Kurwenal.

Der König!

Tristan.

Welcher König?

Kurwenal deutet über Bord.

Alle Männer.

die Hüte schwenkend
Heil! König Marke Heil!

Tristan starrt wie sinnlos nach dem Lande.

Isolde.

in Verwirrung
Was ist, Brangäne?
Welcher Ruf?

Brangäne.

Isolde! Herrin!
Fassung nur heut!

Isolde.

Wo bin ich? Leb' ich?
Ha! Welcher Trank?

Brangäne.

verzweiflungsvoll
Der Liebestrank.

Isolde.

starrt entsetzt auf Tristan
Tristan!

Tristan.

Isolde!

Isolde.

Muß ich leben?

Sie stürzt ohnmächtig an seine Brust.

Brangäne.

zu den Frauen
Helft der Herrin!

Tristan.

O Wonne voller Tücke!
O truggeweihtes Glücke!

Alle Männer.

Ausbruch allgemeinen Jauchzens
Heil dem König!
Kornwall Heil!

Trompeten vom Lande her

Leute sind über Bord gestiegen, andere haben eine Brücke ausgelegt, und die Haltung aller deutet auf die soeben bevorstehende Ankunft der Erwarteten, als der Vorhang schnell fällt.

 


Famous Composers Quick Link:
Bach | Beethoven | Chopin | Dowland | Handel | Haydn | Mozart | Glazunov | Schumann | R Strauss | Vivaldi
10:04:53 PM, 13 July 2014
All Naxos Historical, Naxos Classical Archives, Naxos Jazz, Folk and Rock Legends and Naxos Nostalgia titles are not available in the United States and some titles may not be available in Australia and Singapore because these countries have copyright laws that provide or may provide for terms of protection for sound recordings that differ from the rest of the world.
Copyright © 2014 Naxos Digital Services Ltd. All rights reserved.     Terms of Use     Privacy Policy
-208-
Classical Music Home
NOTICE: This site was unavailable for several hours on Saturday, June 25th 2011 due to some unexpected but essential maintenance work. We apologize for any inconvenience.