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2.110271 - BERLIOZ, H.: Benvenuto Cellini (Salzburg Festival, 2007) (NTSC)
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Hector Berlioz
Benvenuto Cellini

 

Benvenuto Cellini ist eine der faszinierendsten Kompositionen von Hector Berlioz. Zwischen der Symphonie Harold in Italien und dem Requiem entstanden, ist sie das Werk eines jungen Mannes, der sich darin ganz jener italienischen Atmosphäre hingab, die ihn so sehr begeisterte, als er 1831/32 nach Erhalt des überaus wichtigen Rom-Preises in der Ewigen Stadt weilte. Was immer er an Abneigungen gegen die Musik und die Musiker Italiens auch gesagt haben mochte—die lebendigen Melodien, der glühende Ton der Trompeten, Gitarren, Harfen und Holzbläser lässt eine spezielle Stimmung entstehen, die so in keinem anderen Werk des Komponisten zu finden ist.

Zwar war Benvenuto Cellini die erste Oper, die Berlioz vollendete, doch de facto bezeichnete sie bereits das dritte Stadium der Hassliebe, das den Komponisten mit der Pariser Opéra verband. Schon als 23-Jähriger hatte er eine Oper in Angriff genommen: Les Francs Juges („Die Femerichter“) auf das Libretto eines Freundes, das allerdings von der Opéra 1829 abgelehnt wurde. Lediglich die Ouvertüre des Vorhabens ist erhalten.

Inzwischen war Berlioz völlig in den Bann des Faust von Goethe geraten, dessen ersten Teil Gérard de Nerval gerade ins Französische hatte. Infolgedessen kam es zu dem Plan, über das Sujet ein Ballet für die Opéra zu komponieren, doch auch dieses Projekt kam nicht zustande. Die für dieses Vorhaben bereits entstandene Musik erschien 1829 unter dem Titel Acht Szenen aus Faust.

Nachdem Hector Berlioz seit langem für die irische Schauspielerin Harriet Smithson geschwärmt hatte, kam es 1833 endlich zur Heirat. Ein Jahr später wurde der gemeinsame Sohn Louis geboren. Um seine Familie zu ernähren, widmete sich Berlioz fortan hauptsächlich der journalistischen Tätigkeit. Im selben Jahr verbesserten sich die Erfolgsaussichten an der Opéra, als nämlich die Leitung des Hauses in die Hände der Familie Bertin überging: Armand Bertin war ein Freund von Berlioz, der wiederum 1836 dessen Tochter Louise Bertin bei der Pariser Produktion ihrer Oper Esmeralda unterstützte.

Da nun die richtigen Freunde am richtigen Ort waren, kam Berlioz auf die Idee, eine komische Oper nach Episoden aus dem Leben des Renaissance-Künstlers Benvenuto Cellini zu schreiben. Léon de Wailly und Auguste Barbier wurden mit dem Textbuch beauftragt, das Alfred de Vigny anschließend revidierte. Um sich die nötige finanzielle Luft für die Kompositionsarbeit zu verschaffen, borgte sich Berlioz 2.000 Francs von seinem Freund Ernest Legouvé, und Ende 1836 lag das Werk vollständig vor. Da die Opéra allerdings auch andere Opern zur Aufführung vorgesehen hatte, wurde die Aufführung des Benvenuto Cellini schließlich auf den 10. September 1838 angesetzt.

Die Proben gestalteten sich für Berlioz zum Alptraum. Seinerzeit war es keinem Komponisten erlaubt, in einem französischen Theater seine eigenen Werke zu dirigieren, und François Antoine Habeneck, der musikalische Direktor der Opéra, hatte eindeutig nichts für das neue Stück übrig. In einem Brief an Legouvé schrieb Berlioz: „Die falschen Töne, falschen Tempi und vor allem die falschen Rhythmen gehen in die Millionen. Das bringt mich so in Rage und ist mir eine solche Nervenpein, dass daraus allein mein gegenwärtiges Unwohlsein erklärt ist.“

Dem Premierenabend war dann, mit Ausnahme der Ouvertüre, kein Erfolg beschieden. Berlioz nahm einige kleine Änderungen vor mit dem Resultat, dass die nächsten beiden Vorstellungen hervorragend verliefen, wie ein Brief an den Vater zeigt. Danach gab der Erste Tenor Gilbert Duprez seine Partie ab, und als Ersatz wurde Alexis Dupont gefunden. Im Januar 1839 kam das Werk noch einmal auf die Bühne, diesesmal allerdings im Anschluss an ein Ballett der Tänzerin Fanny Elßler, dessen Misserfolg auf den Benvenuto Cellini ausstrahlte, der danach vom Spielplan verschwand. Fortan war die Opéra für Berlioz lebenslänglich verschlossen.

Zwölf Jahre nach den vorigen Ereignissen beschloss Franz Liszt, der seit seiner Pariser Zeit mit Berlioz befreundet und inzwischen Hofdirigent in Weimar geworden war, den Benvenuto Cellini aufzuführen. Berlioz war überaus erfreut und schrieb an Liszt: „Ich habe ihn mir genau angesehen und schwöre, dass ich nie wieder einen derartigen Elan, ein solches Cellinisches Ungestüm oder eine ähnliche Fülle von Ideen finden werde.“ Gleichwohl machte er sich Gedanken über die Sänger und die Probleme, die in einem Opernbetrieb entstehen können. Nicht zu Unrecht! Die auf den 16. Februar 1852 anberaumte Premiere musste verschoben werden, weil der erste Weimarer Tenor sowie einige seiner Kollegen glaubten, sich durch diese Musik ihre Stimmen zu ruinieren. Liszt überwandt schließlich den Widerstand, und so konnte im März die erste Aufführung stattfinden. Berlioz selbst war gerade in London und schaffte es erst im November, die Inszenierung seines Werkes zu sehen, die ihm viel Freude machte—es war das einzige Mal in seinem Leben, dass er mit einer Oper überhaupt einen Erfolg erringen konnte.

Im nächsten Jahr (1853) erfuhr Berlioz, dass man am Londoner Covent Garden Hals über Kopf seinen Benvenuto Cellini herausbringen wollte, was dann auch im Juni der Fall war. Die musikalische Leitung hatte der Komponist, der Franz Liszt von der einzigen Aufführung des Werkes berichtete: „Die Italiener hatten eine entschlossene, wütende und bösartige Kabale angezettelt, um die Aufführungen des Cellini zu verhindern. Diese seltsamen Charaktere, unterstützt von einigen aus Paris herübergekommenen Franzosen, buhten von der ersten bis zur letzten Szene. Weder die Anwesenheit der Königin noch der Königlichen Familie aus Hannover, die der Vorstellung beiwohnte, oder der Beifall der großen Publikumsmehrheit konnte ihnen Einhalt gebieten. Das hätten sie auch in den nächsten Vorstellungen getan, weshalb ich meine Partitur am nächsten Tag zurückzog.“

Die inhaltliche Historie des Benvenuto Cellini ist kompliziert. Als Berlioz das Werk eine „komische Oper“ nannte, tat er das mit vollem Recht. Das Originallibretto war 1834 der Opéra Comique angeboten worden und wäre demzufolge eine Verbindung von gesprochenen Dialogen und musikalischen Nummern geworden. Doch die Opéra-Comique hatte den Text abgelehnt. Als danach die Opéra eine Produktion in Aussicht stellte, war es nötig, Rezitative und gesungene Dialoge zu komponieren, und in dieser Gestalt wurde das Werk sowohl in Paris wie in Weimar aufgeführt. Ursprünglich bestand die Oper aus zwei Akten und insgesamt vier Szenen. Im November 1852 schlug Franz Liszt vor, die beiden ersten Szenen in selbständige Aufzüge umzuwandeln und die beiden letzten Bilder zu einem dritten Akt zusammenzufassen. In dieser Version dirigierte Berlioz das Werk 1853 in London, und so kam es drei Jahre später auch bei Litolff in Braunschweig heraus. Noch komplizierter wurde der Sachverhalt in späterer Zeit, als das Pariser Théâtre Lyrique eine (am Ende nicht realisierte) Produktion in Aussicht stellte und Berlioz die Rezitative wiederum durch Hinweise auf gesprochene Dialoge ersetzte. Diese Fassung wurde in Paris von Choudens veröffentlicht.

In der Oper geht es darum, dass Benvenuto Cellini seiner geliebten Teresa den Hof macht, deren Vater—es handelt sich um den päpstlichen Kämmerer Balducci—allerdings Cellinis Rivalen, dem verschlagenen Fieramosca, den Vorzug gibt. Beim Karneval versucht Cellini, die Geliebte zu entführen. Dabei kommt es zu einem Gefecht, in dessen Verlauf Cellini einen von Fieramosca gedungenen Mörder tötet. Cellini taucht unter, schleicht sich aber im Schutze einer Mönchsprozession wieder zurück und wird verhaftet. Der Papst begnadigt ihn dennoch, nachdem es ihm gelungen ist, in aller Eile und rechtzeitig die von Seiner Heiligkeit bestellte Perseus-Statue zu gießen.

 

Die Handlung

1. Vorspann
2. Ouvertüre

1. Akt

1. Bild—Rosenmontag: Balduccis Haus

3. Der päpstliche Schatzmeister Giacomo Balducci überrascht seine Tochter Teresa, die entgegen seinem ausdrücklichen Befehl das Karnevalstreiben beobachtet. Außerdem ist er ärgerlich, da ihn der Papst zu später Stunde noch bestellt hat. Wieder einmal wegen des Florentiner Bildhauers Benvenuto Cellini, der ihm als Faulenzer und Wüstling ein Dorn im Auge ist. Dennoch hat der Papst ihn und nicht den in seinen Diensten stehenden Fieramosca, den Balducci als Ehemann für Teresa vorgesehen hat, mit dem Guss einer Statue beauftragt.

4. Kaum hat er die Wohnung verlassen, nähern sich Cellini und seine Kumpane maskiert dem Haus. Teresas Herz schlägt höher, hat sie sich doch längst in Cellini verliebt und wird von ihm wiedergeliebt. Unvermutet kehrt Balducci zurück und ergeht sich angesichts des Krawalls vor seiner Haustür in wüsten Schimpfereien; dafür wird er mit Konfetti beworfen und sein Anzug beschmutzt, während es für Teresa Blumen regnet. Wütend verjagt Balducci die lärmende Schar, um sich endgültig zum Papst zu begeben.

5. Unter den Blumen entdeckt Teresa ein Billett von Cellini, in dem er ihr sein Kommen ankündigt. Zunächst erschrocken über diese Kühnheit, ist die Aussicht doch zu verlockend und die Stunde zudem günstig. Sie überlässt sich ihren verliebten Träumereien, bis Cellini erscheint.

6. Er weiß, dass Balducci Teresa mit Fieramosca verheiraten will und ist entschlossen, sie am nächsten Abend im Karnevalstrubel zu entführen. Von den beiden unbemerkt hat sich auch Fieramosca herangeschlichen, um Teresa seine Aufwartung zu machen. Wutentbrannt muss er mit anhören, wie die beiden schlecht über ihn reden.

7. Cellini erläutert Teresa seinen Plan: Er und sein Gehilfe Ascanio werden sich in eine weiße und eine braune Mönchskutte hüllen, so dass Teresa sie leicht erkennen kann. An der Piazza Colonna, wo sich alles Volk versammeln wird, um das neueste Schauspiel von Cassandros Truppe zu sehen, wollen sie sich treffen, um gemeinsam zu fliehen.

8. Mit einiger Anstrengung gelingt es Fieramosca, die beiden zu belauschen, als Balducci zurückkommt. Während Cellini mit Teresas Hilfe knapp entkommen kann, wird Fieramosca, der sich in Teresas Zimmer verstecken musste, von Balducci entdeckt.

9. Aufgebracht über dessen nächtlichen Besuch bei seiner Tochter, ruft der päpstliche Schatzmeister die Nachbarinnen herbei, die sich mit Wonne auf den vermeintlichen Unhold stürzen.

2. Bild—Fastnachtsdienstag: Taverne

10. Vor der Taverne haben sich durstige Arbeiter, Metallstecher, versammelt. Ausgelassen singen sie ein Loblied auf ihre Kunst …

11. …und verlangen nach Wein, doch der Wirt präsentiert ihnen die bereits gemachte Rechnung.

12. Cellinis Gehilfe Ascanio kommt eben zur rechten Zeit mit einer Anzahlung des Papstes für den Guss der Statue. Die Summe ist jedoch so klein, dass sie nur eben die Schulden beim Wirt deckt. Zornig beschließen die Arbeiter, allen voran Cellini, Rache am geizigen Schatzmeister Balducci zu nehmen: Sie wollen ihn am Abend auf der Bühne von Cassandros Theater der Lächerlichkeit preisgeben.

13. Fieramosca, der alles mitgehört hat, ist empört über diese zusätzliche Verschwörung gegen Balducci. Sein Freund Pompeo, den er in Cellinis Entführungsplan einweiht, weiß Rat. Er und Fieramosca werden sich gleichfalls in Mönchskutten hüllen und Cellini bei der Entführung Teresas zuvorkommen.

14. Fieramosca ist begeistert und sieht sich bereits als unwiderstehlicher Sieger in der Gunst Teresas.

3. Bild—Karneval auf der Piazza Colonna

15. Am Abend versammelt sich das römische Volk zu Cassandros Theatervorstellung. Balducci kommt in Begleitung Teresas, die nun doch das Gewissen wegen der bevorstehenden Entführung plagt. Cellini und Ascanio mischen sich als Mönche verkleidet unter das vergnügungssüchtige Volk, das gespannt auf Cassandros Darbietung wartet.

16. Das Spiel beginnt.

17. Die Gaukler inszenieren einen Gesangswettbewerb zwischen Harlekin und Pierrot. Als Richter erscheint eine böse Karikatur von Balducci auf der Bühne, der am Ende den schlechten Vortrag des Pierrot mit Gold belohnt, während für den poetischen Harlekin nur eine magere Münze abfällt.

18. Balducci, dem Spott des Volkes preisgegeben, gerät außer sich vor Wut und stürzt auf die Bühne. Das allgemeine Durcheinander wollen sich Cellini und Ascanio zu Nutze machen, um mit Teresa zu entfliehen, doch da tauchen auch Fieramosca und Pompeo mit identischen Kutten auf. Teresa sieht sich vier Mönchen gegenüber und ist verwirrt. Es kommt zum Kampf zwischen den Rivalen, in dessen Verlauf Cellini Pompeo tötet.

19. Als die bestürzte Menge den Mörder fassen will, künden Kanonenschüsse von der Engelsburg das Ende des Karnevals an. Die Kerzen erlöschen und Cellini gelingt mit knapper Not die Flucht. Fieramosca wird fälschlicherweise für den Täter gehalten und fast gelyncht. Ascanio bringt Teresa in Sicherheit, Balducci sucht vergeblich nach seiner Tochter.

2. Akt

1. Bild—Aschermittwoch: Cellinis Atelier

20. Teresa ist mit Ascanio in Cellinis Werkstatt geflüchtet. Sie fürchten um sein Leben. In der Morgendämmerung ziehen betende Mönche vorüber. Teresa fällt in ihr Gebet mit ein, als Cellini, noch immer in seiner Mönchskutte, sich aus dem Zug löst und die Werkstatt betritt. Zwar konnte er entkommen, doch drängt er nun auf die gemeinsame Flucht nach Florenz. Selbst seine unvollendete Statue kann ihn davon nicht abhalten.

21. Während Ascanio um ein Pferd geschickt wird, versichern sich Cellini und Teresa ihrer Liebe …

22. …doch ihr Traum von der gemeinsamen Zukunft wird jäh durch Balducci gestört, der—Teresa bei Cellini vermutend—herbeigeeilt ist und von Cellini die Herausgabe seiner Tochter fordert, um sie Fieramosca zur Frau zu geben.

23. Die heftige Auseinandersetzung wird durch die Ankunft des Papstes unterbrochen, der großzügig allen Anwesenden seinen Segen erteilt. Als Balducci und Fieramosca Cellini des Mordes und der Entführung anklagen, bleibt der Papst vorerst noch gelassen; als er aber erfährt, dass Cellini seine Statue noch immer nicht vollendet hat, droht er zornig, den Auftrag einem anderen Bildhauer zu übertragen.

24. Als Cellini darüber in Wut gerät und das Modell der Statue zerstören will, lenkt der Papst ein. Er gewährt ihm noch eine Frist bis zum Abend, dann werde er selbst dem Guss beiwohnen. Bei gelungener Vollendung des Werkes verspricht er, die nun von Cellini gestellten Forderungen zu erfüllen: Freispruch vom Mord an Pompeo und die Hand Teresas. Hält Cellini die Frist jedoch nicht ein, wird er noch am Abend gehängt.

2. Bild—Kolosseum

25. Ascanio versucht verzweifelt, dem Vorgefallenen eine heitere Seite abzugewinnen: War es nicht zu komisch, wie Cellini den Papst in die Enge getrieben hat?

26. Doch Cellini ist sich des Ernstes seiner Lage bewusst. Gerne würde er jetzt sein Leben mit dem eines einfachen Hirten tauschen.

27. Die Gesellen Bernardino und Francesco kehren nach durchzechter Nacht zur Arbeit zurück; aus dem Schmelzraum tönt ein düsterer Gesang der Ofenarbeiter, den die Gesellen als böses Omen deuten.

28. Ungeduldig treibt Cellini sie zur Eile an, als Ascanio in die Werkstatt stürzt und das Kommen Fieramoscas ankündigt. Mit einem mächtigen Schlägertrupp im Rücken fordert dieser Cellini für die ihm angetane Schmach zum Duell in einem nahe gelegenen Kloster. Trotz des Zeitdrucks, der auf ihm lastet, nimmt Cellini die Herausforderung an. Auch Teresa, die—bereit mit Cellini zu fliehen—von zu Hause fortgelaufen ist und in diesem Augenblick eintrifft, kann ihn nicht zurückhalten. Sie bleibt allein zurück und hört die Gesänge der erschöpften Arbeiter.

29. Diese fühlen sich von Cellini ausgenutzt und wollen in Streik treten. Teresa fleht sie an, ihren Meister gerade jetzt nicht im Stich zu lassen.

30. Unerwartet betritt Fieramosca die Werkstatt; das kann nur eines bedeuten: Cellini wurde von ihm im Duell getötet. Ascanio und Teresa hetzen die Arbeiter auf, den Mord an Cellini zu rächen. Die Arbeiter stürzen sich auf Fieramosca und finden Gold in seinen Taschen: Er wollte sie bestechen, die Arbeit niederzulegen. Wütend und letztendlich doch ihrem Meister gegenüber loyal, schicken sie sich an, ihn in den Ofen werfen. Bevor es dazu kommt, taucht Cellini wieder auf; er hat am Kloster vergeblich auf Fieramosca gewartet. Als er erfährt, dass die Herausforderung lediglich dazu diente, Fieramosca eine Gelegenheit zu geben, seine Arbeiter vom Guss der Statue abzuhalten, stellt er ihn vor die Wahl, im Ofen zu verbrennen oder ihm zu helfen. Fieramosca reiht sich in die Schar der Arbeiter ein.

31. Der Papst trifft ein, in seinem Gefolge auch Balducci, der sogleich wieder versucht, Teresas habhaft zu werden. Der Papst ruft ihn zur Räson; ihn interessiert jetzt nur noch das Gießunterfangen.

3. Bild—Der Ofen

32. Die Arbeiter, unter denen Balducci zu seinem nicht geringen Erstaunen auch Fieramosca erblickt, feuern mit größtem Eifer den Ofen an, doch kurz vor der Schmelze geht ihnen das Metall aus. Balducci kann sich des Hohnes nicht enthalten, Cellini ringt um eine Eingebung und fasst einen verzweifelten Entschluss—alle seine zuvor geschaffenen Werke sollen mit eingeschmolzen werden.

33. Der Guss gelingt, die Form explodiert und gibt den Blick frei auf die darunter verborgene Statue. Die Arbeiter jubeln, Cellini hat nun alles gewonnen: die Absolution des Papstes, Künstlerruhm und die Hand seiner Geliebten Teresa. Balducci führt seine Tochter zu Cellini—er hat ja schon immer an ihn geglaubt.

34. Der Vorhang fällt.


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