About this Recording
5.110011 - MOZART: Don Giovanni (Highlights)
English  German 

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)

Il dissoluto punito ossia Don Giovanni

Während der letzten zehn Jahre seines Lebens konnte sich Mozart in Wien endlich in vollerem Umfang der Opernkomposition widmen, zu der er in Salzburg kaum Gelegenheit gehabt hatte. 1786 war Le nozze di Figaro (Figaros Hochzeit), das Ergebnis einer ersten Zusammenarbeit mit dem Librettisten Lorenzo Da Ponte, mit Erfolg in Wien uraufgeführt worden. In Prag war die Begeisterung des Publikums für diese Oper nicht geringer, und so erhielten Mozart und Da Ponte für die kommende Winterspielzeit den Auftrag zu einer neuen Oper. Da Ponte arbeitete in der Folge gleichzeitig an drei Libretti: Für Martin y Soler war er mit L’arbore di Diana (Der Baum der Diana) beschäftigt, für Antonio Salieri fertigte er eine italienische Bearbeitung von Tarare nach einer Vorlage von Beaumarchais an, aus der die Oper Axus, rè d’Ormus wurde, und für Mozart schrieb er das Libretto des Don Giovanni. Wie Da Ponte dem Kaiser gegenüber bemerkt haben soll, schlüpfte er morgens für Soler in den Geist Petrarcas, abends in den des Tasso für Salieri, während er sich nachts vorstellte, er läse Dantes Inferno für Mozart. Wie dem auch sei: für Don Giovanni bediente er sich einer zuvor erschienenen Vorlage, einer Behandlung des Stoffs, die bereits in Venedig aufgeführt worden war. Darüber hinaus war die Geschichte von Don Juan und dem Steinernen Gast seit dem frühen siebzehnten Jahrhundert als Thema eines Schauspiels des spanischen Dramatikers Tirso de Molina bekannt.

            In Prag hatte Mozart im Oktober 1787 zehn Tage für die Probenarbeit anberaumt – eine allzu optimistische Planung, wie sich herausstellen sollte, und die Oper wurde schließlich erst zwei Wochen nach dem vorgesehenen Termin uraufgeführt, und zwar am 29. Oktober – zu spät für die Hochzeitsfeierlichkeiten von Erzherzogin Maria Theresia und Fürst Clemens von Sachsen, für die die Oper in Auftrag gegeben worden war. Dennoch war Don Giovanni in Prag ein durchschlagender Erfolg, und eine weitere Aufführung wurde für den Mai des folgenden Jahres in Wien angesetzt. Dort schieden sich die Geister: einige Zuhörer, darunter – jedenfalls laut einer seiner überlieferten Bemerkungen – der Kaiser, fanden die Musik zu schwierig für die Sänger. Da Ponta hingegen wusste Positiveres zu berichten: So habe er vom Kaiser gehört, dass ihm die Oper besonders gut gefallen habe, dass sie aber vielleicht nicht unbedingt dem Wiener Geschmack entspreche, während Mozart sich damit zufrieden gab, dem Publikum die Zeit zu gönnen, sich an das Werk zu gewöhnen und ein abschließendes Urteil der Nachwelt zu überlassen.

            Don Giovanni ist insofern ungewöhnlich, als zwei verschiedene Fassungen existieren: die Prager Fassung der Uraufführung und die spätere Wiener Bearbeitung. Für letztere ersetzte Mozart Don Ottavios Arie „Il mio tesoro“ durch „Dalla sua pace“, die den stimmlichen Möglichkeiten des Tenors Francesco Morello besser entsprach. Für Donna Elvira, die in Wien von Caterina Cavalieri gesungen wurde, fügten Mozart und Salieri eine Szene hinzu. Im Laufe der Zeit haben sich die Aufführungsgepflogenheiten immer wieder geändert, und es gab sogar Versuche, beide Fassungen miteinander zu verbinden.

 

[1]       Die Ouvertüre nimmt bereits mit ihren ersten d-Moll-Takten den gespenstischen Schluss der Oper vorweg. Diese Stimmung wird jedoch vom folgenden D-Dur-Allegro rasch verjagt.

 

Akt I

[2]       Es ist Nacht. Vor dem Haus des Komturs und seiner Tochter Donna Anna läuft Leporello in Erwartung seines Herrn auf und ab. Er beklagt sich über Don Giovanni, der ihm zu wenig zu essen gebe und ihn Tag und Nacht beschäftige. Als er im Haus laute Stimmen hört, versteckt er sich. Don Giovanni stürzt, sein Gesicht verbergend, aus dem Haus, verfolgt von Donna Anna. Auf die Hilfeschreie seiner Tochter eilt der Komtur herbei: Nachdem Donna Anna ins Haus zurückgekehrt ist, fordert der Komtur Don Giovanni zum Duell. Dieser weigert sich zunächst, stellt sich dann aber zum Kampf, in dem er den schwachen Greis tödlich verwundet.

            Don Giovanni ruft nach Leporello, der zunächst nicht weiß, wer getötet wurde, sein Herr oder der Komtur. Als er Don Giovanni erkennt, beglückwünscht er ihn, die Tochter des Hauses verführt und ihren Vater niedergestochen zu haben. Don Giovanni droht ihm mit Schlägen, und Leporello schweigt. Beide verschwinden im Dunkel der Nacht.

            Auf die Hilferufe des Komturs sind Donna Anna und ihr Verlobter Don Ottavio herbeigeeilt. Über der Leiche ihres Vaters bricht Donna Anna entsetzt zusammen. Ottavio versucht sie zu trösten, und beide schwören Rache an dem unbekannt entkommenen Mörder.

            Don Giovanni und Leporello sind in einer nahegelegenen Straße angelangt. Leporello wirft seinem Herrn vor, das Leben eines Wüstlings zu führen. Inzwischen schwärmt Don Giovanni bereits von einem neuen Abenteuer, und zwar mit einer Dame, der er kürzlich begegnet ist.  Als sich eine weibliche Person nähert, verstecken sich beide.

            Donna Elvira, Don Giovannis verstoßene Geliebte, tritt verschleiert auf. Sie ist auf der Suche nach dem Ungetreuen, der sich durch ein Eheversprechen ihre Gunst erschlichen hat. Als Don Giovanni sie anspricht, macht sie ihm bittere Vorwürfe, auf die er jedoch ausweichend reagiert. Schließlich schiebt er Leporello vor, der ihr alles erklären könne. Er selbst macht sich aus dem Staub.

 

[3]       In seiner sog. „Register-Arie“ rollt Leporello vor Donna Elvira Don Giovannis endlose Eroberungsliste auf: 640 Damen in Italien, 231 in Deutschland, 100 in Frankreich, 91 in der Türkei und in Spanien bereits 1003.

            Wütend und zutiefst gekränkt über Don Giovannis Untreue gelobt Donna Elvira, sich an ihm zu rächen.

            Masetto und Zerlina feiern mit befreundeten Landleuten ihre Hochzeit. Don Giovanni und Leporello schließen sich der Gesellschaft an. Don Giovanni bietet Zerlina und Masetto seinen Schutz an und lädt alle zum Weiterfeiern auf sein Schloss. Inzwischen befiehlt er Leporello, Masetto abzulenken, damit er Zerlina Avancen machen kann. Masetto durchschaut das Spiel, worauf Don Giovanni handgreiflich zu werden droht. Schließlich gelingt es Leporello, mit Masetto vorauszugehen.

 

[4]       Don Giovanni bleibt allein mit Zerlina zurück und erregt ihre Neugier, indem er ihr gesteht, dass sie zu schade für einen einfachen Bauernburschen sei. Er lockt sie mit einem Eheversprechen und führt sie fort.

            In dem Moment, wo Don Giovanni mit Zerlina forteilen will, tritt Donna Elvira dazwischen. Sie macht ihrem Verflossenen bittere Vorwürfe und warnt Zerlina vor dem Betrüger. Don Giovanni wirft ihr vor, sie habe aus Liebe zu ihm den Verstand verloren. Donna Elvira rät Zerlina, aus ihrem Beispiel zu lernen und nicht auf Don Giovannis trügerische Heuchelei hereinzufallen. Sie führt Zerlina mit sich fort.

            Don Giovanni beklagt gerade sein Pech, als Donna Anna und Don Ottavio erscheinen, die noch nicht ahnen, dass er es war, der Donna Anna verführen wollte und den Komtur getötet hat. Sie bitten ihn um Hilfe. In diesem Augenblick kommt auch Donna Elvira zurück.

            Donna Elvira warnt Don Ottavio und Donna Anna vor Don Giovanni. Er versucht ihnen zu erklären, dass Donna Elvira aus enttäuschter Liebe zu ihm verwirrt sei. Schließlicu gelingt es ihm, sie zum Gehen zu bewegen. Mit geheucheltem Mitleid für die arme Frau verlässt er Donna Anna und Don Ottavio und läuft Donna Elvira nach, um sie zu begleiten.

 

[5]       An seiner Stimme hat Donna Anna in Don Giovanni nun den Mann erkannt, der bei ihr eingedrungen ist und ihren Vater ermordet hat. Sie schildert Don Ottavio, wie sie den Fremden in der Dunkelheit zunächst für ihn gehalten und schließlich um Hilfe gerufen und ihn von sich gestoßen habe. Der Vater sei ihr zur Hilfe geeilt, doch von dem Wüstling getötet worden. Sie nimmt Don Ottavio das Versprechen ab, den Mörder ihres Vaters, der versucht habe, ihre Ehre zu rauben, seiner gerechten Strafe zuzuführen.

 

[6]       Don Ottavio kann sich nicht erklären, dass ein Ehrenmann sich so schändlich verhalten konnte, will aber die Wahrheit herauszufinden und seine Geliebte und ihren Vater rächen. (In einer für die Wiener Aufführung an dieser Stelle hinzukomponierten Arie beschließt er, sein Leben ihrem Seelenfrieden zu weihen.)

 

[7]       Nachdem Don Ottavio gegangen ist, kommen Don Giovanni und Leporello zurück. Leporello berichtet, wie er Masetto und die Landleute im Schloss unterhalten habe, dass aber plötzlich Donna Elvira erschienen sei, die er schließlich jedoch allein auf der Strasse zurückgelassen habe.

 

[8]       Don Giovanni plant ein rauschendes Fest für alle Mädchen, die Leporello auftreiben kann. Bei Wein und Tanz soll ihm bis zum Morgen eine weitere Eroberung gelingen.

 

[9]       In einem Garten. Zerlina versucht, den eifersüchtigen Masetto zu beruhigen. Er möge sie schlagen, sie aber werde seine Hände küssen, um wieder Frieden mit ihm zu schließen. Masetto bewundert ihre Überzeugungskunst. Aus dem Hintergrund erklingt die Stimme Don Giovannis, der Anweisungen für das Fest erteilt. Masetto schöpft neuen Argwohn. Zerlina rät ihm zu gehen, bevor Don Giovanni ihn findet.

            Don Giovanni tritt mit Dienern auf. Zerlina will sich verstecken, wird jedoch von dem Schürzenjäger entdeckt. Sie versucht, sich ihm zu entziehen. Don Giovanni entdeckt Masetto in seinem Versteck und tut so, als wolle er Zerlina ihrem Bräutigam zuführen. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg zum Schloss.

            Don Ottavio, Donna Anna und Donna Elvira treten maskiert aufSie wollen den Wüstling auf frischer Tat ertappen und bitten um den Beistand des Himmels. Donna Elvira fordert ihre Begleiter auf, Mut zu beweisen, während Donna Anna Furcht empfindet. Vom einem Fenster beobachten Don Giovanni und Leporello die drei Masken und laden sie zum Fest ein.

 

[10]     Im festlich geschmückten Saal des Schlosses werden die Gäste mit Speisen und Getränken aller Art bewirtet. Zerlina und Masetto ahnen nichts Gutes, als Don Giovanni sich zu ihnen gesellt. Die drei Masken werden in den Saal geführt und von Don Giovanni mit einem Toast auf die Freiheit begrüßt. Die Tanzmusik fängt erneut an zu spielen: Drei verschiedene Stücke erklingen gleichzeitig. Don Ottavio tanzt ein Menuett mit Donna Anna, Don Giovanni einen Kontretanz mit Zerlina, und Leporello hat die Aufgabe, Masetto von einer Tanzpartnerin ablenken zu lassen, sodass Don Giovanni Zerlina unbemerkt in ein Nebenzimmer führen kann. Kurz darauf erklingen laute Hilferufe Zerlinas aus dem Zimmer. Die drei Masken und Masetto eilen der bedrängten Zerlina zu Hilfe. Schließlich zerrt Don Giovanni mit gezücktem Schwert Leporello hinter sich her und bezichtigt ihn, Zerlina belästigt zu haben. Die drei Masken geben sich zu erkennen und entlarven Don Giovanni als den Schuldigen. Er weiß sich zunächst keinen Rat, bleibt aber schließlich seiner Maxime treu, keine Furcht zu kennen, selbst wenn die Welt einstürzen sollte.

 

Akt II

[11]     Leporello beschwert sich bei seinem Herrn über die Ereignisse im Schloss und will seinen Dienst quittieren. Seine Wut, dieses Mal sei ihm der Spaß zu weit gegangen, weiß Don Giovanni jedoch mit Geld zu besänftigen. Leporello ist bereit, bei ihm zu bleiben, wenn er verspreche, künftig von den Frauen zu lassen, worauf ihm Don Giovanni entgegnet, er brauche die Liebe wie die Luft zum Atmen. Inzwischen hat er es auf die schöne Kammerzofe von Donna Elvira abgesehen. Zu diesem Zweck überredet er Leporello, Mantel und Hut mit ihm zu tauschen.

            Am Abend erscheint Donna Elvira auf ihrem Balkon. Sie versucht, ihre Gefühle für Don Giovanni zu vergessen, doch mit heuchlerischen Worten weckt nun der Kavalier, hinter seinem Diener stehend, neue Hoffnungen in ihrem Herzen. Leporello erhält den Auftrag, Donna Elvira in die Arme zu nehmen und mit ihr fortzugehen.

            Donna Elvira ist aus dem Haus gekommen und wird von Leporello umarmt. Da tritt Don Giovanni hervor, zieht sein Schwert und vertreibt das vermeintliche Liebespaar. Nun kann er ungestört der Kammerzofe sein Ständchen bringen, zu dem er sich auf der Mandoline begleitet.

            Don Giovanni wird von Masetto gestört, der bewaffnet und in Begleitung einer Gruppe von Landburschen erscheint. Masetto fordert die Gestalt, die er im Dunkel gewahrt, heraus, worauf Don Giovanni mit der Stimme Leporellos antwortet und ihnen seine Hilfe bei der Suche nach seinem „Herrn“ anbietet. Er schickt die Burschen in verschiedene Richtungen und befiehlt ihnen zuzuschlagen, wenn sie einem Paar begegnen, das nicht weit sein könne; er beschreibt die Kleidung des Mannes.

Nur Masetto bleibt zurück. Nun nimmt Don Giovanni ihm die Waffe ab und verprügelt ihn. Anschließend ergreift er die Flucht.

 

[12]     Die hinzukommende Zerlina setzt all ihren Liebreiz ein, um ihren armen Masetto zu trösten.

            Inzwischen hat Leporello Donna Elvira in den dunklen Vorhof von Donna Annas Haus geführt. Er sinnt auf Mittel, wie er sie loswerden kann und will sich durch eine der Türen davon machen. Donna Anna, die inzwischen nur im Tod einen Ausweg aus ihren Leiden sieht, erscheint mit Don Ottavio im Hof. Er fleht sie an, sich dem Andenken ihres Vaters zuliebe zu beruhigen.

            Donna Elvira will dem fliehenden Leporello, den sie noch immer für Don Giovanni hält, folgen, als sie auf Zerlina und Masetto trifft. Sie entdecken Leporello und wollen ihm sogleich zu Leibe rücken. Donna Elvira fleht um Mitleid für den vermeintlichen Geliebten, der nun von Don Ottavio mit dem Schwert bedroht wird. Aus Angst gibt sich Leporello zu erkennen.

            Zerlina beschuldigt Leporello, ihren Masetto zusammengeschlagen zu haben.Donna Elvira bezichtigt ihn, sie durch seine Verkleidung getäuscht zu haben. Leporello bleibt  daher nichts anderes übrig, als die Intrige zu gestehen, alle um Verzeihung zu bitten und das Weite zu suchen.

 

[13]     Don Ottavio ist nun davon überzeugt, dass Don Giovanni der Mörder von Donna Annas Vater ist. Er bittet die anderen, sie zu trösten und gelobt, Don Giovanni seiner gerechten Strafe zuzuführen.

 

[14]     Donna Elvira kehrt mit Zerlina zurück und gesteht, dass sie mit Don Giovanni trotz allem Mitleid empfindet.

            Don Giovanni und Leporello treffen nacheinander auf dem nächtlichen Friedhof ein, auf dem neben verschiedenen Reiterstatuen der Verstorbenen auch das Standbild des Komturs steht. Don Giovanni will von seinem Diener erfahren, was aus dessen Abenteuer mit Donna Elvira geworden ist; er selbst berichtet Leporello von seiner eigenen jüngsten Eroberung, nämlich eines Mädchens, das ihn in seiner Verkleidung für Leporello gehalten habe. Als Leporello ihm Vorhaltungen macht, es könne seine eigene Frau gewesen sein, ertönt plötzlich die Stimme des Komturs: Noch vor dem Morgengrauen werde Don Giovanni das Lachen vergehen. Leporello glaubt, eine Stimme aus dem Jenseits gehört zu haben und ist zu Tode erschrocken. Noch einmal mahnt die Stimme des Komturs, den den Toten ihre Ruhe zu gönnen. Don Giovanni fordert den zitternden Leporello auf, den Komtur zum Nachtmahl zu laden.

In einer Mischung aus Höflichkeit und Furcht spricht Leporello die Einladung aus; zu seinem Entsetzen nimmt die Statue die Einladung mit einem Kopfnicken und einem „Ja“ an.

 

[15]     In einem dunklen Zimmer tröstet Don Ottavio Donna Anna mit der Aussicht auf die baldige Bestrafung des Wüstlings und bittet sie, ihm am nächsten Tag die Hand zum Ehebund zu reichen. Donna Anna bittet ihn, sie nicht der Grausamkeit zu zeihen, wenn sie ihn um Aufschub bitte. Vielleicht werde sich der Himmel eines Tages ihrer erbarmen. Don Ottavio gelobt ihr Treue.

[16]     In seinem Schloss begibt sich Don Giovanni zur Abendtafel. Musiker beginnen zu spielen, und Leporello, der die Speisen aufträgt und den Wein einschenkt, wundert sich über die ausgelassene Stimmung und den Appetit seines Herrn. Zwischendurch versäumt er es nicht, sich auch selbst zu bedienen.

            Donna Elvira stürzt in den Saal und fleht Don Giovanni an, seinen Lebenswandel zu ändern. Doch er hat nur Spott für sie übrig und fährt mit dem Essen fort. Als er auf alle Frauen und einen guten Wein anstößt, wendet sie sich voller Abscheu ab und verlässt den Saal, in den sie jedoch mit einem Schrei des Entsetzens zurückkehrt, bevor sie durch eine andere Tür flieht. Don Giovanni befiehlt Leporello nachzusehen, was geschehen ist, doch auch er kehrt mit einem Schrei zurück. Zitternd berichtet er Don Giovanni, dass sich draußen der Mann aus Stein nähere. In diesem Augenblick ertönt ein lautes Pochen. Leporello weigert sich zu öffnen, und Don Giovanni geht selbst zur Tür, während Leporello unter einem Tisch Schutz sucht.

            In der Tür steht die Statue des Komturs, die der Einladung zum Nachtmahl gefolgt ist. Doch das Standbild ist nicht gekommen, um mit Don Giovanni zu speisen, sondern ihn seinerseits zum Mahl einzuladen. Don Giovanni entscheidet sich, anzunehmen und ergreift die ausgestreckte Hand der Statue zum Zeichen seines Einverständnisses. Eine grauenvolle Kälte erfasst ihn, und der Komtur gibt ihm eine letzte Möglichkeit, seine Untaten zu bereuen, um seine Seele zu retten. Als sich Don Giovanni voller Trotz weigert, verschwindet die Statue. Don Giovanni wird von Flammen erfasst, von der Erde verschlungen und in die Hölle hinabgezogen.

            Donna Anna, Donna Elvira, Don Ottavio, Zerlina und Masetto betreten den Saal, wo sie den Mörder und Verführer zu stellen hoffen. Leporello kriecht aus seinem Versteck hervor und berichtet vom Ende seines Herrn. Nachdem der Himmel für Gerechtigkeit gesorgt hat, verspricht Donna Anna Don Ottavio, dass sie ihm in einem Jahr ihre Hand geben werde. Donna Elvira will den Rest ihres Lebens in einem Kloster verbringen, während Zerlina und Masetto es vorziehen, erst einmal fröhlich gemeinsam zu speisen. Leporello will sich einen neuen, besseren Herrn suchen. Beeindruckt ziehen die Anwesenden die Moral aus der Geschichte: „Das ist das Ende des Bösen. Der Tod solcher Schufte gleicht immer ihrem Leben.“

 

Keith Anderson

Deutsche Fassung: Bernd Delfs


Close the window