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76056-2 - UNITED STATES Harmonious Wail: Gypsy Swing
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Gypsy swing

Gypsy swing

 

Als Django Reinhardt am 16. Mai 1953 in Fontainbleau, in der Nähe von Paris, starb, hinterließ er nicht nur einen reichen Schatz an unzähligen Aufnahmen, sondern zudem einen Stil, eine Art und Weise die Gitarre und den Jazz zu spielen, für die erst die nachfolgenden Generationen den Begriff „Gypsy Swing“ prägten.

 

Gemeinsam mit seinem kongenialen Partner, dem Geiger Stephane Grappelli, schuf der Gitarrist Reinhardt Anfang der 30iger Jahre in Paris den einzig nennenswerten Beitrag Europas zur Formensprache des Jazz. Über den Gesamtrahmen, den sie schufen, hinaus, stellen beide Musiker für ihr Instrument bis heute das Maß aller Dinge dar.

 

Grappelli für die Geige, Reinhardt für die Gitarre.

 

„Gypsy Swing “ ist genuiner europäischer Jazz, ja wohl die einzige Stilistik die nicht im Mutterland, den USA, geprägt wurde. Alle Stile davor (New Orleans, Chicago/Dixieland, Swing) und alle danach (Bebop, Hardbop, Cool, Free..) machten sich von Amerika aus auf, die Welt zu erobern.

 

Das „Quintette du Hot Club de France“ bestand in seiner ursprünglichen Form ausschließlich aus Saiteninstrumenten. Neben den beiden Hauptprotagonisten Grappelli (Geige) und Reinhardt (Gitarre) wurden zwei weitere (Rhythmus-)Gitarristen und ein Kontrabaß eingebunden.

 

Gespielt wurden die Jazzhits des Tages und sehr ausdrucksstarke eigene Stücke, die mittlerweile alle Teil des großen „Gypsy Swing“ Songbooks sind. Drei Gitarren, Kontrabaß, Geige war die Ausgangsformation, die aber schon sehr bald mehrfach und sehr erfolgreich variiert wurde. Reinhardt, wie auch Grappelli, arbeitete parallel und später mit Schlagzeugern, Pianisten, Saxophonisten, Klarinettisten....

 

Nach Reinhardts Tod wurde die ursprüngliche Formula weiter ergänzt, abgeändert und erweitert. Vor allem die Zigeuner Mitteleuropas übernahmen den Stil Grappellis und Reinhardts in ihre Tradition und verbanden das Vorhandene mit der Musik Osteuropas und der Musette und dem Swing Valse. In den 80iger und 90iger Jahren wurde dem „Gypsy Swing“ ein weiterer musikalischer Farbtupfer hinzugefügt. Samba und Bossa wurden ihm einverleibt.

 

Die Gruppe „Harmonious Wail“ ist also mit ihrer Musik das vorläufig letzte Glied in einer langen, bunten Kette. Man könnte auf gut amerikanisch sagen, „it’s all there“.

 

Stücke aus dem Great American Songbook, die Grappelli und Reinhardt schon spielten ( After you’ve gone, Limehouse Blues, Sheik of Araby...),

Musik mit osteuropäischen Wurzeln (Dark Eyes, Czardas von Monti, Two Guitars...), Musette und Swing Valse (Swing Gitan, Valse Samois), mit Minor Swing den wohl bekanntesten, von Grappelli und Reinhardt komponierten, „Gypsy Swing“ – Standard und mit Ballgame einen Titel aus der amerikanischen Folktradtion als neuerliche Erweiterung der Stilistik. Maggie Delaney und Sims Potthoff-Delaney verbinden schon lange „Gypsy Swing“ mit den Ausdrucksmitteln des Bluegrass mit großem Erfolg. Virtous und originell öffnet „Harmonious Wail“ dem „Gypsy Swing“ neue Aspekte. Der Sound der Gruppe hat höchsten Wiedererkennungswert. Sie klingt wie keine andere im Genre.

 

Das zeigt uns, daß der Swing Reinhardts und Grappellis, in immer neuen Ausdrucksformen lebendig bleibt. „Harmonious Wail“ ist das beste Beispiel dafür. Enjoy ! 

 

Bernhard Gierstl

www.hotclubnews.de   

 


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