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8.223817 - ZIEHRER: Selected Dances and Marches, Vol. 4
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Carl Michael Ziehrer (1843-1922)

Carl Michael Ziehrer (1843-1922)

Folge 4

Carl Michael Ziehrer war ohne Zweifel der größte Konkurrent der Gebrüder Strauß. Seine langjährige musikalische Karriere ähnelte derjenigen von Johann Strauß Sohn, allerdings war Ziehrer zu verschiedenen Zeiten Militärkapellmeister gewesen, eine Tatsache, die sich auch in seiner Musik widerspiegelt. Der forsche, anspringende Charakter vieler seiner Kompositionen, gepaart mit den Einflüssen der österreichischen Volksmusik, ist erfrischend anders als der Stil so mancher seiner Zeitgenossen. Ziehrers Debüt 1863 im Dianasaal - mit einem eigens für ihn gegründeten Orchester, und genau dort, wo die Gebrüder Strauß seit längerem mit ihren eigenen Orchestern auftraten - wurde von dem Verleger Carl Haslinger organisiert, als eine Art Racheakt gegen die berühmten Brüder, mit denen er sich aus finanziellen Gründen zerstritten hatte. Allerdings war es nicht nur eine Laune, Ziehrer zu protegieren; Haslinger hatte sich bereits vertraglich verpflichtet, dessen Kompositionen zu veröffentlichen.

            Trotz des Paukenschlags, mit dem er in die Öffentlichkeit trat, fand Ziehrer die Konkurrenz aller drei Strauß-Brüder entmutigend, und oft war er gezwungen, in den Vororten Wiens aufzutreten, um sich finanziell über Wasser zu halten. Er gab aber nicht auf. Engagement für Engagement arbeitete er sich vorwärts und erregte bald die Aufmerksamkeit der Presse. Sein Stil wurde mit dem von Joseph Lanner verglichen, der kein anderer war als der Hauptkonkurrent von Johann Strauß Vater. Im Jahre 1870 unterschrieb Ziehrer - wohl infolge finanzieller Schwierigkeiten - einen Dreijahresvertrag als Kapellmeister bei der Armee. Wieder zurück im zivilen Leben, formte er in Rekordzeit ein Orchester, um bei der Weltausstellung in Wien 1873 aufzutreten. Außerdem gründete er die Deutsche Musik-Zeitung, die zu einer der bedeutendsten Publikationen ihrer Art im späten 19. Jahrhundert wurde.

            Ziehrer wechselte von Haslinger zum Verlagshaus Doblinger und trat wieder für einige Zeit in die Armee ein. 1877 nahm er seinen Abschied. Wenig später übernahm er ein neues Orchester, das sich aus ehemaligen Mitgliedern des Orchesters von Eduard Strauß zusammensetzte. Die Musiker hatten sich von Strauß getrennt, als er auf Tournee nach Übersee gehen wollte, und traten nun unter Ziehrers Leitung als „Das Ehemalige Eduard-Strauß-Orchester” auf. Eduard Strauß ließ die Verwendung dieses Namens per gerichtlicher Verfügung verbieten. Im Jahre 1879 gastierte Ziehrer mit einem neu formierten Orchester in Bukarest, anschließend ging er nach Budapest, um die Aufführung einer (heute verschollenen) Operette zu leiten. Im Jahre 1881 lernte er bei einem Gastspiel in Berlin seine zukünftige Ehefrau kennen, die Operettensängerin Marianne Edelmann.

            In Wien hatte man ihn fast vergessen; erst im Jahre 1885, als er Kapellmeister des Hoch- und Deutschmeister-Regiments wurde, konnte Ziehrer seinen einstmals so guten Ruf völlig wiederherstellen. Innerhalb von Tagen führte er die Militärkapelle zu bisher unerreichten musikalischen Höhen und machte sie zu einem Publikumsmagnet. Wenn sie öffentliche Konzerte gaben, legten viele seiner Musiker ihre Blas- und Schlaginstrumente beiseite und griffen zu Streichinstrumenten, was zur damaligen Zeit durchaus üblich war. Ziehrer hatte nun seine Identität gefunden; viele seiner besten Tänze entstanden im Laufe der nächsten zehn Jahre. Er spielte bei unzähligen Bällen und anderen Veranstaltungen, die nicht selten wohltätigen Zwecken dienten.

            Der Höhepunkt seiner militärischen Laufbahn war erreicht, als er im Jahre 1893 die Einladung erhielt, Österreich bei der Weltausstellung in Chicago zu vertreten. Jeden Abend gab Ziehrer mit seiner Regimentskapelle umjubelte Konzerte. Als dieses Großereignis zu Ende war, ging er auf Tournee durch die Vereinigten Staaten und überzog dabei seinen Urlaub beträchtlich, mit der Folge, dass er bei seiner Rückkehr mitsamt seinem Orchester aus dem Militär entlassen wurde. Er folgte einer Einladung nach Berlin, nahm seine Musiker unter dem Namen „Chicagoer Konzert-Kapelle” mit sich und tourte anschließend durch nicht weniger als 41 größere und kleinere Städte in Deutschland. Immer noch sehr populär, kehrte er nach Wien zurück und formte ein neues Orchester, mit dem er täglich Konzerte gab, von einem Wiener Stadtteil zum nächsten ziehend. Die enorme Arbeitsbelastung untergrub seine Gesundheit, er erkrankte schwer und zog sich in die Einsamkeit der österreichischen Berge zurück. Um diese Zeit beschloss er, sich ernsthaft dem Gebiet der Operette zuzuwenden, auf dem er bereits früher einige eher halbherzige Versuche unternommen hatte - einzig König Jerôme ist davon heute noch bekannt, genauer einige Stücke daraus; die Partitur wurde im Jahre 1881 bei dem verheerenden Brand im Ringtheater vernichtet. Sein erster großer Erfolg kam 1899, im Todesjahr von Johann Strauß Sohn und Carl Millöcker, mit der Operette Die Landstreicher, die mit 1500 Aufführungen alle bisherigen Rekorde brach. Es folgten Der Fremdenführer, Die drei Wünsche, Der Schätzmeister und Fesche Geister. Heute werden nur noch Die Landstreicher und Der Fremdenführer gelegentlich gespielt, damals jedoch waren seine Operetten auf den Bühnen der meisten europäischen Großstädte zu finden, einige sogar am Broadway. Allerdings fanden Ziehrers Operetten keine solche internationale Verbreitung wie manche Werke seiner Zeitgenossen, dafür waren sie, vor allem was die Libretti betrifft, zu stark dem Wienerischen verhaftet. Wie Johann Strauß veröffentlichte Ziehrer Bearbeitungen, Tänze und Lieder aus seinen Operetten; viele davon sind populär geworden und, anders als die Bühnenwerke selbst, heute noch bekannt.

            Ziehrer orientierte sich an der Operettenform des sogenannten „Goldenen Zeitalters”, und hielt noch daran fest, als bereits das mehr romantisch geprägte „Silberne Zeitalter” angebrochen war, mit den Werken von Ziehrers Freund Franz Lehár. Im Jahre 1909 ernannte Kaiser Franz Joseph Ziehrer zum Kaiserlichen Hofballmusikdirektor. In den Jahren bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs komponierte Ziehrer weitere Bühnenwerke, darunter Ein tolles Mädel, Der Liebeswalzer, Ball bei Hof, Der Husarengeneral und Das dumme Herz. Sein eigenes Orchester hatte er mittlerweile aufgegeben, trat aber immer wieder als Gastdirigent auf. Gemeinsam mit Lehár engagierte er sich dafür, ein Orchester für Unterhaltungsmusik zu gründen, das in einer festen Besetzung spielt und dadurch in der Lage ist, Aufführungen auf einem gleichbleibend hohen Niveau zu bieten. Aus diesem Ensemble gingen die Wiener Sinfoniker hervor. Im Jahre 1914 dirigierte Ziehrer den endgültig letzten Hofball. Der Erste Weltkrieg richtete ihn wie das gesamte Kaiserreich zugrunde; nach 1915 hat er nur noch wenig komponiert. Völlig verarmt starb der letzte Walzerkönig im Jahre 1922. In den Herzen der Wiener jedoch lebt er bis heute weiter.

            Eine herausragende Rolle bei der Pflege seines musikalischen Erbes hat Professor Max Schönherr gespielt, der langjährige Dirigent des Orchesters des Österreichischen Rundfunks, der auch als Komponist, Arrangeur und Musikwissenschaftler tätig war. Im Jahre 1952 rekonstruierte und bearbeitete er Ziehrers posthume Operette Deutschmeisterkapelle, und im Jahre 1974 veröffentlichte er die umfangreichste Dissertation, die jemals über einen Komponisten von Unterhaltungsmusik geschrieben worden ist, unter dem Titel Carl Michael Ziehrer, Sein Werk, Sein Leben, Seine Zeit. Diese Arbeit ist eine unschätzbare Quelle für die Einführungstexte zu der vorliegenden CD-Reihe.

            Ziehrer hat neben 23 abendfüllenden Operetten um die sechshundert Tänze und Märsche hinterlassen, von denen die vorliegende CD-Reihe eine Auswahl bieten möchte. Neben den populär gewordenen sind zahlreiche weniger bekannte Kompositionen Ziehrers in Welterstaufnahmen zu erleben - mögen sie dem Hörer viel Freude bereiten.

1          Weaner Madl’n, Walzer op.388

Weaner Madl’n gehört neben Wiener Bürger (siehe Folge 1 dieser CD-Reihe) zu den populärsten Walzern Ziehrers und hat sich im Laufe der Zeit einen Platz neben den berühmtesten Walzern von Strauß erobern können. Er eignet sich besonders für eine konzertante Aufführung. Eine neuartige Idee von Ziehrer war es, in einem Orchesterstück Melodien pfeifen zu lassen - zu hören in der Einleitung zu Weaner Madl’n. Ziehrer spielte seinen Walzer zum ersten Mal am 23. Januar 1888 in Drehers Etablissement in Wien gemeinsam mit der Kapelle des Hoch- und Deutschmeister-Regiments.

 

2          Augensprach, Polka-Mazurka op.120

Ziehrer hatte eine Vorliebe für die Polka-Mazurka, man sieht es an der großen Anzahl von Tänzen dieser Art, die er komponiert hat. Die Polka-Mazurka Augensprach erlebte ihre Uraufführung am 19. Juli 1868 in Wendls Etablissement in der Nähe von Wien. Ziehrer komponierte die meisten seiner Melodien in Dur, dieses Stück jedoch zeigt, wie poetisch ein Tanz in Moll klingen kann. So viele wundervolle Polka-Mazurkas konnten nur er und Josef Strauß schreiben.

 

3          Duck’ dich, Manderl!, Marsch op.548

Dieser Marsch stammt aus Ziehrers Operette Ball bei Hof, die im Jahre 1911 in Stettin uraufgeführt wurde. Zu seiner großen Enttäuschung zeigten die Wiener Theater kein Interesse an dem Stück. Die Musik aus der Operette ist trotzdem bekannt geworden, durch die vielen Bearbeitungen, die Ziehrer in seinen Konzerten spielte. Duck’ dich, Manderl! ist vom Aufbau her ungewöhnlich - normalerweise werden bei Märschen die einzelnen Abschnitte wiederholt, nicht so jedoch bei diesem.

 

4          Liebesgeheimnis, Polka schnell op.538

Nach der Uraufführung seiner Operette Der Liebeswalzer (am 28. Oktober 1908 am Wiener Raimundtheater) wurde Ziehrer mehrfach auf die Bühne gerufen und gefeiert. Es war die letzte Operette des großen Goldenen Zeitalters, herausgekommen zu einer Zeit, als das Silberne Zeitalter, mit Franz Lehár an der Spitze, bereits angebrochen war. Die Polka Liebesgeheimnis, die aus dieser Operette stammt, wurde von Christian Pollack nach dem Klavierauszug orchestriert.

 

5          Liebeswalzer op.537

Bei der 100. Aufführung der gleichnamigen Operette dirigierte Ziehrer selbst die Ouvertüre, ebenso bei einer Neuinszenierung des Werkes zu Ehren seines 70. Geburtstages im Jahre 1913. Der bisher noch nie auf Schallplatte erschienene Liebeswalzer enthält alle wichtigen Walzermelodien aus der Operette. Im Jahre 1911 ging Ziehrer mit einem fünfzigköpfigen Orchester nach Paris und leitete am dortigen Théâtre du Vaudeville die Aufführungen während der französisch-wienerischen Festsaison. Gespielt wurden die Bühnenwerke, die zu dieser Zeit die beliebtesten in Wien waren, darunter auch Der Liebeswalzer. Die Operette fand weite Verbreitung, drang sogar bis an den Broadway vor, wo sie unter dem Namen The Kiss Waltz aufgeführt wurde, und zwar mit einigen neuen Melodien, die von Jerome Kern hinzu komponiert worden waren. Die Ouvertüre und ausgewählte Lieder aus Der Liebeswalzer erlebten, eingearbeitet in ein neues Libretto, im Jahre 1993 eine Wiederaufführung.

 

6          Frauenlogik, Polka-Mazurka op.445

Es gibt wohl kaum ein Musikstück, zu dem man besser Polka-Mazurka tanzen lernen kann, als zu diesem. Es hat ein gleichbleibendes Tempo und eine originelle, markante Melodie. Frauenlogik ist natürlich auch als Konzertstück sehr wirkungsvoll. Vor wenigen Jahren wurde es in Großbritannien von einem kleinen Ensemble wiederaufgeführt, unter der Leitung von David Heyes, der anhand des Originalmanuskripts auch das Aufführungsmaterial für eine große Besetzung erstellt hat, das für die vorliegende Aufnahme verwendet wurde. Ziehrer spielte das Stück zum ersten Mal am 17. Januar 1893 bei einem Ball im Sofiensaal.

 

7          Ohne Sorgen, Polka schnell op.104

Diese Polka ist ein weiteres Beispiel für Ziehrers frühe Schaffensperiode. Sie trägt denselben Namen wie die weitaus besser bekannte Polka von Josef Strauß (siehe die Folge 3 der Josef-Strauß-Edition von Marco Polo). Ohne Sorgen ähnelt ein wenig den schnellen Polkas von Eduard Strauß, im Trio-Abschnitt jedoch erkennt man deutlich Ziehrers typische Art der Melodienbildung. Bei einem Maskenball im Dianasaal am 8. Februar 1868 stellte Ziehrer seine Polka dem Publikum vor.

 

8          Natursänger-Walzer op.415

Die sogenannten Natursänger verdienten ihren Lebensunterhalt mit Liedern, die Vogelstimmen imitierten. Beim Wettstreit „richtiger“ Sänger durften sie nicht auftreten; sie sangen vor allem für die ärmeren Leute, die sehr stolz waren auf ihre Künstler. Die Sänger verbrachten oft viele Stunden verborgen im feuchten Unterholz, um den Gesängen der Vögel zu lauschen und dann abends ihre neuesten Entdeckungen in Liedern zu präsentieren. Der Natursänger-Walzer erklang zum ersten Mal am 17. Januar 1890 im Rahmen eines Regimentskonzerts im Harmonie-Saal und wurde sofort ein echter Hit er verschwand niemals ganz aus dem Konzertrepertoire. Damals hat sogar Erzherzog Wilhelm die Klavierbearbeitung gekauft, um den Walzer bei einem Abendessen, das er für die Königsfamilie gab, spielen zu lassen - ein Zeichen für die Achtung, die der Adel seinem Regimentskapellmeister entgegenbrachte. Ziehrer hat die Vogelstimmen sehr effektvoll eingesetzt, sie machen den ganz besonderen Reiz dieses Walzers aus. Auch Johann und Josef Strauß haben gelegentlich Vogelstimmen in ihrer Musik verwendet.

 

9          Ein Blümchen im Verborgenen, Polka-Mazurka op.202

Über dieses Stück ist nicht viel mehr bekannt, als dass es im Jahre 1873 komponiert wurde. Überhaupt weiß man über diese Periode in Ziehrers Leben, es war seine zweite Amtszeit als Militärkapellmeister, relativ wenig. Ein Blümchen im Verborgenen gehört zu den wenigen heute bekannten Kompositionen aus dieser Zeit; die meisten sind Manuskript geblieben, da Ziehrer damals keinen festen Vertrag mit einem Verleger hatte.

 

0          Buberl komm’!, Walzer op.505

Ziehrer bearbeitete zwei Walzer aus seiner Operette Die drei Wünsche; zum einen Aus jungen Jahren, op.504 und zum anderen Buberl komm’! nach dem gleichnamigen Walzerlied. Die drei Wünsche wurde im Jahre 1901 am Wiener Carlstheater uraufgeführt, nach dem großartigen Erfolg von Die Landstreicher, und erlebte anschließend noch etwa zweihundert Aufführungen. Der Walzer, der im Tempo einer Gavotte beginnt, wurde bei einem der regelmäßigen Akademiekonzerte Ziehrers im Etablissement Ronacher am 31. März 1901 zum ersten Mal gespielt. Die Operette war eine Zeit lang vor allem an Provinztheatern beliebt, schaffte es jedoch auch auf die Bühnen großer Städte auf dem europäischen Festland, wie Berlin, Prag und Budapest. Nach einer Aufführung in Baden bei Wien im Jahre 1922, kurz vor Ziehrers Tod, verschwand sie von den Spielplänen.

 

!           König-von-Sachsen-Huldigungs-Marsch op.64

Dieser Marsch entstand zu Ehren des Königs Johann von Sachsen, der nach Wien geflohen war, nachdem seine Armee eine Schlacht im benachbarten Böhmen verloren hatte. Er war ein kluger und allgemein beliebter Mann, verheiratet mit Gräfin Sophie, der Zwillingsschwester der Königin von Preußen und Mutter des Kaisers Franz Josef. Somit war König Johann mit beiden verfeindeten Höfen verwandt, schlug sich jedoch auf die Seite Österreichs. Der Marsch ist ein weiteres Frühwerk Ziehrers, er wurde zum ersten Mal in der Neuen Welt am 26. Juli 1866 gespielt, gerade einmal zwei Jahre nach Ziehrers Debüt.

 

@        In Reih’ und Glied, Polka française op.159

Zum ersten Mal beim Militär angestellt, gehörte es auch zu Ziehrers Aufgaben, öffentliche Konzerte zu geben, bei denen seine Regimentskapelle als normales ziviles Orchester auftrat, wie es damals üblich war. Oft spielte er in dem beliebten Kaffeehaus im Prater, und hier war es auch, wo er dem Publikum am 9. Juni 1870 seine neue Polka In Reih’ und Glied präsentiert.

 

#          Seculo Nuovo, Vita Nuova, Walzer op.498

Dieser Walzer war eines von vier Stücken, die Ziehrer für den Wiener Karneval des Jahres 1900 komponierte; am 6. Januar 1900 wurde er zum ersten Mal gespielt, bei einem seiner wöchentlichen Akademiekonzerte. Einen italienischen Titel (zu deutsch „Neues Jahrhundert, Neues Leben”) hat Ziehrer nur dieses eine Mal verwendet, und zwar deshalb, weil dieser Walzer für eine Veröffentlichung in Italien, genauer in Triest, bestimmt war, ursprünglich in einer Fassung für Mandoline und Gitarre. Mit dieser Komposition hob Ziehrer den Wiener Walzer über die Schwelle zum zwanzigsten Jahrhundert; etwas, was Johann Strauß nicht vergönnt war, da er im Jahre 1899 starb. Ziehrers Walzer erklang auch zum Neujahrskonzert 2000 in London.

 

John Diamond

 

Deutsche Fassung: Tilo Kittel


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