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Italienische Barock-Konzerte Sammartini: Sinfonia in A-Dur

Italienische Barock-Konzerte

 

Sammartini: Sinfonia in A-Dur

Geminiani: Concerto grosso in E-rnoll op. 3 Nr. 3

Locatelli: Concerto grosso in D op. 1 Nr. 5

Torelli: Concerto grosso in G-rnoll op. 8 Nr. 6

Corelli: Concerto grosso in B-Dur op. 6 Nr. 11

Geminiani: Concerto grosso in D-rnoll op. 2 Nr. 5

Manfredini: Sinfonia Nr. 10 in C-Dur

Albinioni: Sonata a cinque in G-rnoll op. 2 Nr. 6

Locatelli: Concerto grosso in D op. 1 Nr. 9

 

Im 18. Jahrhundert zählte das Concerto grosso zu den beliebtesten und wandelbarsten Formen der Instrumentalmusik. Berühmt geworden sind Händels Beiträge zu dieser Gattung und natürlich J.S. Bachs Brandenburgische Konzerte. Doch das Concerto grosso verdankt sich nicht zuletzt den Leistungen der berühmten Cremoneser Geigenbauer gegen Ende des 17. Jahrhunderts: Die Technik des Geigenbaus (in Form und Material sowie dessen Bearbeitung) wurde allmählich perfektioniert, und damit verbesserte sich natürlich auch der Klang der Instrumente. Der vollere, reichere Klang befähigte die Streicher wiederum, auch exponierte solistische Aufgaben zu übernehmen. -Ein Soloinstrument zeichnet sich bekanntlich nicht nur dadurch aus, daß es gerade solo spielt, sondern es muß sich gegenüber einem gewaltigen Orchester behaupten -zu Beginn des 18. Jahrhunderts oft ein reines Streichorchester. Dies geschieht durch seinen charaktervollen Vortrag und damit verbunden durch die unterschiedlichen Klangfarben. Aber eine Rolle spielen auch der Tonumfang eines Instrumentes und der Wandel der Klangfarben im gesamten Register.

 

Viele der groBen italienischen Barockkomponisten waren zugleich Geigenvirtuosen oder doch zumindest ansehnliche Solisten. (Die Karriere der meisten Musiker begann als Instrumentalist in einem Orchester.) Daß es meist Streichinstrumente waren, Init denen sich diese Musiker profilierten, lag einfach daran, daß die bestehenden Holz- oder Blechblasinstrumente (Oboe, Flöte, Horn, Fagott) in ihrer technischen Entwicklung erst noch nachziehen mußten. Das geschah im Laufe des 18. Jahrhunderts und führte in den Concerti grossi zu den unterschiedlichsten Besetzungen.

 

Aus dem Concerto grosso sollten später das klassische Cembalo-, Geigen-, Cello-, Trompeten- oder Hornkonzert hervorgehen, doch bis dahin war es noch ein mühsamer Weg des Ausdifferenzierens. Die ersten Concerti grossi in den 70er Jahren des 17. Jahrhunderts stammen von Giovanni Maria Bononcini und Alessandro Stradella: Dem Streichorchester stand die Besetzung einer Triosonate gegenüber, also zwei Violinen und Generalbaß. Einen ersten glanzvollen Höhepunkt dieser Gattung bildeten die zwölf Concerti grossi op. 6 von Arcangelo Corelli (1653 - 1713). Diese Concerti umfassen vier bis acht Sätze, abwechselnd langsam (Adagio) und lebhaft schnell (Allegro, Presto). Diese einzelnen Sätze sind zwei- bzw. dreiteilig gegliedert und nehmen die klassische Sonatensatzform voraus. Arcangelo Corelli selbst war kein ausgesprochener Geigenvirtuose, doch wurde er sowohl für seinen Vortrag als auch für seinen Ton (angeblich wie ein leiser Trompetenton!) gerühmt. Anders seine beiden Schüler Pietro Locatelli (1693 - 1764) und Francesco Geminiani (1674 - 1762), die sich vornehmlich einen Namen als Virtuosen und Geigenlehrer machten und aus dieser Praxis heraus komponierten: In ihren Concerti treten die Soloinstrumente (das Concertino im Gegensatz zum Grosso des Orchesters) schon selbständiger heraus, ihre Partien sind wesentlich anspruchsvoller und an Verzierungen reicher als diejenigen des Orchesters. Und Geminiani läßt die Orchesterinstrumente auch bereits eine Fuge spielen!

 

Giovanni Battista Sammartini (1700 - 75) wurde in Mailand geboren. Nach seiner Ausbildung zum Organisten und Dirigenten trat er 1728 das Amt des Kapellmeisters an Sant' Ambroglio sowie an San Fedele (bei der Congregatione deI Santissimo Entierro) an. Zwischen 1761 und 1770 war er nachweislich noch an mindestens sieben Kirchen in Mailand kapeIlmeisterlich tätig. Am 15. Januar 1775 ist der Komponist in seiner Heimatstadt gestorben.

 

Mit seinen 78 Sinfonien, 17 Konzerten, 20 Streichquartetten und über 200 Sonaten zählt Giovanni Battista Sammartini zu den bedeutendsten italienischen Instrumentalkomponisten seiner Zeit. Ein Großteil seiner Werke ist verlorengegangen.

 

Francesco Saverio Geminiani (um 1680 - 1762) wurde in Lucca geboren und studierte bei Carlo Ambroglio Lonati in Mailand, bei Arcangelo Corelli in Rom und bei Alessandro Scarlatti inNeapel. 1707 -1710 spielte er noch imOrchesterder Signoria in Lucca, doch er machte bald Karriere als Geigenvirtuose. Nachdem er von 1711 an für eine Weile als erster Violinist und Dirigent am Hoftheater in Neapel beschäftigt war, unternahm er ausgedehnte Konzertreisen durch ganz Italien und gab schließlich am Londoner Hof ein Konzert gemeinsam mit Georg Friedrich Händel. England sollte seine zweite Heimat werden. Besonders der Adel unterstützte den Musiker und Musikpädagogen, und König Georg I. höchstselbst ernannte ihn zum ersten musikalisdlen Direktor der "Philo-Musicae et Architecturae Societas" .In den 30er Jahren konzertierte Geminiani dreimal in Dublin, zwischen 1749 und 1755 hielt er sich vorübergehend in Paris auf, den Rest seines Lebens verbrachte er in London (u.a. als Konzertmeister). Dort starb er am 17. September 1762,

 

Als Virtuose, Komponist und Lehrer hat Francesco Saverio Geminiani die italienisdle Instrumentalmusik nach England getragen und dort zur Blüte gebradlt. Aus seiner Feder stammen jeweils zwölf Sonaten für Solovioline und für Violine mit Basso Continuo, zwölf Sonaten für Violine, Violone und Cembalo, 24 Concerti grossi, sechs Sonaten für Cello und Generalbaß sowie ein Instrumentalwerk Der Zauberwald nadl der gleichnamigen Didltung von Torquato Tasso. Außerdemhat er einige Violinsonaten Arcangelo Corellis als Concerti Grossi bearbeitet.

 

Pietro Antonio Locatelli (1695 - 1764) stammt aus Bergamo und studierte bei Arcangelo Corelli in Rom. Später ließ er sich in Arnsterdam nieder, von wo aus er seine zahlreichen Konzertreisen quer durch Europa startete .Von 1732 bis 1735 hielt er sich vorübergehend in Venedig auf. Anschließend kehrte er jedodl nadl Amsterdam zurück, wo er am 30. Märzt 1764 starb. Locatelli war ein gefragter Geigenvirtuose und -lehrer. In Amsterdam betrieb er außerdem einen Handel mit italienisdlen Saiten. Aus naheliegenden Gründen sdlrieb der Konzertgeiger Pietro Antonio Locatelli hauptsächlidl- zum Teil hochvirtuose, aber dennodl gehaltvolle -streidlermusik, darunter zwölf Violionkonzerte und zwölf Concerti grossi für vier und fünf Stimmen mit zwölf Fugen. (Dabei fügte er dem Concertino in seinen Concerti grossi nodl eine Bratsche hinzu und formte es zu einem Quartett um).

 

Giuseppe Torelli (1658 -1709) war der große Geigenspieler zu Arcangelo Corelli. Er stammt aus Verona und studierte bei Giacomo Antonio Perti in Bologna. 1684 nahm ihn die Accademia Filarmonica von Bologna als Mitglied auf, zwei Jahre später engagierte ihn die Kapelle an San Petronio zunädlst als Violettaspieler und später als BratsChisten. 1695 ging er nach Wien, 1697 als Kapellmeister nadl Ansbadl, und 1700 hielt er sich abermals in Wien auf, um sein Oratorium Adam aus dem lrrdischen Paradies verstossen aufzuführen. Ein J ahr später zog es ihn zurüCk nadl Bologna, wo er bis zu seinem Tod am 8. Februar 1709 als Gieger an der von Perti neu aufgebauten Kapelle wirkte.

 

Früher wurde Giuseppe Torelli sogar als der sdlöpfer des Concerto gross'o 'gepriesen - ein Irrtum. Dodl dieser Irrtum zeugt zumindest von der hohen Wertsdlätzuhg, die man seinen Arbeiten beilegte. Torelli sdluf jedoch das Konzert für Solovioline. Aus seiner Feder stammen überdies 18 mehrstimmige Sinfonien, zehn Sonaten für drei Stimmen, ein Kammerkonzert für zwei Violinen und Generalbaß, zahlreiche Capricci für Violine und Viola, einige Concerti grossi mit einer Weihnachtspastorale für Violinen, Bratsche und Generalbaß sowie eine Reihe von Sonaten und Konzerten. Seine Instrumentalkonzerte stellen bereits hohe technische Anforderungen an den Solisten.

 

Gegen Ende seines Lebens - oder vielmehr posthum - wutde Arcangelo Corelli (1653 - 1713) noch in den Adelsstand erhoben: Sein letztes Werk hatte er kurz \lor seinem Tod dem deutschen KurfÜrsten Johann Wilhelm von der Pfalz gewidmet, der ihn postwendend zum Marchese di Ladenburg ernannte -allerdings traf die Ehrung erst zwei Jahre nach des Komponisten Beisetzung ein und wurde zumindest auf dem Grabstein vermerkt. - Arcangelo Corelli stammte aus Fusignano bei Faenza und studierte in Faenza, Lugo und auch in Bologna. 1670 wurde der Siebzehnjährige in die Accademia dei Filarmonici in Bologna aufgenommen, doch was er in den folgenden Jahren eigentlich getrieben und wo er sich aufgehalten hat, ist nicht bekannt. Ab 1675 verbrachte er den Rest seines Lebens in Rom: Er spielte zunächst im Orchester des Teatro Capranico Violine und machte die Kardinäle Benedetto Panfili und Pietro Ottoboni auf seine Person aufmerksam. Die beiden Kirchenmänner griffen dem jungen Komponisten unter die Arme: Panfili ernannte ihn 1687 zu seinem Maestro di musica, Ottobone stellte ihm sogar seinen Palast als Residenz zur Verfügung. Sein Opus Nr. 1 widmete Corelli jedoch der 1654 abgedankten Königin Christine von Schweden, die sich in Rom niedergelassen hatte und in deren Palast die namhaftesten Architekten, Maler, Bildhauer und Musiker verkehrten. Selbstredend wurde Corelli auch als Gast geladen und konnte sich in den nächsten Jahren soweit etablieren, daß er bald selbst einen künstlerischen Hof um sich versammelte. Corelli starb am 8. 1. 1713 und wurde über besonderen Erlaß des Papstes Clemens XI. in der Kirche Santa Maria della Rotonda, dem Parthenon der Antike, beigesetzt

 

Arcangelo Corelli hat kein umfangreiches Werk hinterlassen: 48 Triosonaten für zwei Violinen und Generalbaß -darunter je zwöU Kirchensonaten, Kammersonaten, Violinsonaten mit Cembalo sowie Concerti grossi. Ein weiteres Concerto grosso als Sinfonia, zwei Streichquartette und eine vierstimmige Sonate für Trompete und Streicher wurden handschriftlich überliefert. Posthum veröffentlicht wurden sechs Triosonaten. Weitere 118 Werke werden Corelli zugeschrieben, doch ist deren Authentizität unsicher.

 

Francesco Maria Manfredini (um 1680 - 1748) wurde in Pistoia geboren. In Bologna studierte er Violine bei Giuseppe Torelli und Komposition bei Giacomo Antonio Perti. Um 1700 kam er zunächst als Violinist in die Kapelle an San Petronio in Ferrara unter, bald wechselte er in der Funktion des ersten Violinisten an San Spirito in Ferrara, 1704 kehrte er an San Petronio zurück. 1715 gingcer für ein paar Jahre an den Hof in München, ab 1727 war er als Kapellmeister am Dom inJ'istoia tätig. Manfredini starb 1748 in Pistoia.

 

Francesco Maria Manfredini schrieb KIImmerkonzerte für Violine und Cello, zwölf Triosonaten (Kirchensinfonien)für zwei Violinen und Generalbaß mit einer Weihnachtspastorale, mehrere Konzerte für zwei Violinen und Generalbaß, sechs Sonaten für zwei Violinen, Cello und Cembalo als Generalbaß, ein Konzert in D-Dur für zwei Trompeten, Streicher und Orgel und sechs Oratorien

 

Der Venezoner romaso Albinoni (1671 - 1751) wirkte ausschließlich als Komponist von Kantaten und Instrumentalwerken, darunter zwei- und mehrstimmigen Sonaten sowie von 55 Opern. Vermutlich war er ein Schüler von Giovanni Legrenzi. Seine Heimatstadt hat er so gut wie niemals verlassen. Dort starb er auch am 17 Jaunar 1751.

 

@ 1996 Sven Precht

 


Capella Istropolitana

Das Kammerorchester Capella Istropolitana entstand irn Jahr 1983. Seine Mitglieder verbindet Freude am Musizieren und Begeisterung für das gemeinsame Spiel in einer kleinen Orchestergruppierung rung und mehrere seiner Musiker sind namhafte Solisten. Seit Beginn seiner künstlerischen Tätigkeit hat das Ensemble aktiv sowohl am heimischen als auch ausländischen Konzertgeschehen teilgenommen und das Orchester gastierte in fast allen Ländern Europas, in den USA, Kanada, Japan, Korea, China, Macao und Hong Kong, mit einemRepertoire auf Barock, Klassik, Romantik und Musik des 20. Jahrhunderts ausgerichtet. Das Ensemble besteht aus fünfzehn Streichern, und je nach Bedarf werden weitere Streicher und Bläser hinzuengagiert. Capella Istropolitana hat über 70 CD's aufgenommen, ihr künstlerisches Niveau ist außergewöhnlich hoch, was sich nicht zuletzt in den Verkaufszahlen niederschlägt: bereitszweimal erhielt das Orchester eine CD in Platin.

 

 


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