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8.555065 - FALLA: Complete Piano Works, Vol. 1
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Manuel de Falla (1876-1946)
Sämtliche Klavierwerke • Folge 1

 

Mit dieser Produktion beginnt eine Gesamtaufnahme der Klaviermusik von Manuel de Falla, die neben den Originalkompositionen der Reifezeit auch die Jugendwerke sowie alle Klaviertranskriptionen enthalten wird, die der Komponist von eigenen Orchesterwerken hergestellt hat. Die frühen Werke sind faszinierend: Einige verraten ein großes Potential und sind ohne Frage die Werke eines außergewöhnlichen Studenten. Sie bewegen sich freilich in einem romantischen Stil, den de Falla später aufgab. Die Transkriptionen, die er von den Suiten seiner berühmten Bühnenwerke El sombrero de tres picos, La vida breve und El amor brujo angefertigt hat, entfernen sich gelegentlich weit von den Originalvorlagen; deshalb haben wir bei dieser Aufnahme die Skizzen des Komponisten zu Rate gezogen, deren Satz für ein Klavier oft unspielbar ist. Auf diese Weise wurden Wirkungen erzielt, die den Orchesterfassungen näher kommen; der endlose Triller-Effekt im Rituellen Feuertanz ist dafür nur ein Beispiel.

Die frühesten Werke dieser Kollektion entstanden um die Jahrhundertwende: Nocturno, Serenata und Serenata andaluza wurden zwischen 1899 und 1902 geschrieben. De Falla stand in seinen Zwanzigern und studierte als Kompositionsschüler von Felipe Pedrell am Konservatorium von Madrid.

Im Jahre 1903 schrieb Manuel de Falla unter Pedrells Anleitung das heute wenig bekannte Allegro de concierto, das er bei einem Wettbewerb des Konservatoriums einreichte. Sieger war schließlich Enrique Granados mit seinem berühmten Stück gleichen Namens. De Fallas Allegro ist ein äußerst anspruchsvolles Stück, dem es – vermutlich infolge der Unerfahrenheit des Komponisten – ein wenig an thematischer Entwicklung fehlt und dessen technische Komplexität bisweilen den Fluss der Musik behindert.

1907 ging de Falla nach Paris. Hier lernte er die beiden Männer kennen, die seine wichtigsten Lehrer werden sollten: Paul Dukas und Claude Debussy. Beiden hat er musikalisch seine Reverenz erwiesen. 1920 schrieb er Homenaje a Claude Debussy, ein Favoritstück des Gitarrenrepertoires, das er noch im selben Jahr für Klavier bearbeitete. Pour le tombeau de Paul Dukas hingegen stammt aus dem Jahre 1935 und unterscheidet sich in seiner Sprache total von der älteren Hommage: Der Komponist überrascht hier mit atonalen, expressionistischen Harmonien, die eine Atmosphäre von überwältigender Trauer und Verzweiflung erzeugen.

Die Cuatro piezas españolas wurden 1909 von Ricardo Viñes uraufgeführt und sind ein fester Bestandteil des Klavierrepertoires. In ihnen vermischen sich der spanische Nationalstil und die Sensibilität des französischen Impressionismus – dieser zeigt sich in der Cubanaund der Montañesa mit ihrem wunderbar sinnlich-bildhaften Empfinden, jener in der Andaluza und der Aragonesa, deren rhythmisch-folkloristische Elemente einen perfekten Kontrast darstellen.

Die Urfassung des Amor brujo wurde 1915 von dem bekannten Flamenco-Künstler Pastora Imperio in der Rolle des Candelas uraufgeführt. Ein Jahr darauf stellte das Symphonieorchester von Madrid eine Orchesteradaption vor, doch erst 1925 präsentierte der Komponist dann in Paris zu den Bühnenbildern und Kostümen von Gustavo Bacarisas die endgültige Version des Balletts. Später schuf er die Klaviersuite mit folgenden Nummern: Pantomima, Danza del terror, El círculo mágico o Romance del pescador und der überaus berühmten Danza ritual del fuego, deren Arrangement Arthur Rubinstein besonders liebte und so oft wie möglich als Zugabe spielte. Es gibt viele Klavierbearbeitungen dieses Rituellen Feuertanzes: Die hier eingespielte, vom Komponisten unvollendet hinterlassene Transkription enthält einige zusätzliche Orchestermotive, die wir so genau wie möglich auf die Möglichkeiten des Klaviers zu übertragen versucht haben.

Daniel Ligorio
Deutsche Fassung: Cris Posslac

 


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