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8.555066 - FALLA: Complete Piano Works, Vol. 2
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Manuel de Falla (1876-1946)
Sämtliche Klavierwerke • Folge 2

 

Diese zweite Folge der Gesamtaufnahme von Manuel de Fallas Klavierwerken enthält wiederum auch Jugendwerke. Diese frühen Stücke sind faszinierend: Einige verraten ein großes Potential und sind ohne Frage die Werke eines außergewöhnlichen Studenten. Sie bewegen sich freilich in einem romantischen Stil, den de Falla später aufgab. Die Transkriptionen, die er von den Suiten seiner berühmten Bühnenwerke angefertigt hat – hier La vida breve und El sombrero de tres picos –, wollen sich gelegentlich weit von den Originalvorlagen entfernen; deshalb haben wir bei dieser Aufnahme die Skizzen des Komponisten zu Rate gezogen (deren Satz für ein Klavier oft unspielbar ist). Auf diese Weise wurden Wirkungen erzielt, die den Orchesterfassungen näher kommen.

Die frühesten Werke dieser Folge entstanden um die Jahrhundertwende: Mazurca, Canción und das 1900 am Madrider Athenäum uraufgeführte Vals-Capricho sowie der Cortejo de los gnomos. De Falla stand in seinen Zwanzigern und studierte als Kompositionsschüler von Felipe Pedrell am Konservatorium von Madrid.

Canción de los remeros del Volga (1922) ist auf seine Weise ein einzigartiges Stück. Es entstand im Auftrag des Diplomaten Ricardo Baeza, mit dem de Falla befreundet war, und ist eine Hommage an die Flüchtlinge der russischen Oktoberrevolution.

Im Jahr 1920 hob Arthur Rubinstein in London die Fantasía bética aus der Taufe, die er selbst in Auftrag gegeben hatte, da er um die finanziellen Schwierigkeiten seines Freundes wusste, der ihm das Stück auch gewidmet hat. Es handelt sich dabei unbestritten um de Fallas pianistisches Meisterwerk und überdies um eines der großen Klavierwerke des 20. Jahrhunderts. Virtuosität, rhythmische Vielgestaltigkeit, Themen aus der Volksmusik und der cante jondo Andalusiens verbinden sich hier in einem teils orchestralen, teils weit intimeren Idiom miteinander. Die Fantasía ist ein Demonstrationsobjekt sämtlicher Fertigkeiten, die der Klavierkomponist de Falla in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten errungen hatte.

1913 fand die Premiere des lyrischen Dramas La vida breve statt. Zwei Tänze des Werkes hat de Falla später für Klavier transkribiert. Der erste und bekanntere der beiden ist ein fesselndes, äußerst rhythmisches Stück, dessen kontrastierender Mittelteil große emotionale Wirkungen erzielt; der zweite hingegen, der hier zum ersten Mal aufgenommen wurde, ist von fröhlicherer Art und verwendet bei seiner strukturellen Entwicklung einfachere technische Mittel. Im Zuge der Vorbereitungen für diese Aufnahmen wurden die Originalentwürfe beider Tänze sorgfältig studiert, um so getreu wie möglich den Klang und die Farben der Orchesterstücke zu vermitteln.

1919 brachten Diaghilews Ballets russes den Sombrero de tres picos mit den Bühnenbildern und Kostümen von Picasso im Londoner Alhambra Theatre zur Uraufführung. De Fallas Klaviersuite enthält fünf Tänze: Danza de la molinera, Danza de los vecinos, Danza del molinero, Danza del corregidor und die Jota. Sie ist hier erstmals komplett eingespielt worden.

Daniel Ligorio
Deutsche Fassung: Cris Posslac

 


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