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8.555350J - YAMADA: Symphony in F Major, 'Triumph and Peace'
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Kôsçak YAMADA (1886-1965)

Kôsçak YAMADA (1886-1965)

Ouvertüre D-Dur • Sinfonie F-Dur „Triumph und Frieden“

Sinfonische Dichtungen „Das dunkle Tor“ und „Mardara No Hana“

 

Kôsçak Yamada gehörte zu der ersten Gruppe bedeutender Komponisten, die Japan hervorbrachte. Er war ebenfalls ein hervorragender Dirigent und eine prominente Persönlichkeit im Musikleben seines Landes. Als großer Neuerer spielte er eine entscheidende Rolle bei der Verbreitung westlicher Musik in Japan. In den 1860er Jahren, nach 250 Jahren der Isolation, öffnete sich das Inselreich erneut den Einflüssen der westlichen Zivilisation. Im Bereich der Musik entstanden Militärkapellen, und 1879 wurde das Ongaku-Torishirabe-Gakari, ein nationales For-schungszentrum für westliche Musik (aus der später die Musikhochschule Tokio hervorging) gegründet. Traditionelle japanische Musiker begannen europäische Musik zu studieren, und ein ganzes Volk war damit beschäftigt, auf allen Gebieten die verlorene Zeit wieder einzuholen.

 

Vor diesem Hintergrund wurde Kósçak Yamada am 9. Juni 1886 als sechstes von sieben Kindern geboren. Sein Vater war ein ehemaliger Samurai niedrigen Dienstgrades im Mikawa-Distrikt (der heutigen Aichi-Präfektur); als am Ende des japanischen Feudalismus das Shogun-Regime zusammenbrach, verschwand auch die Klasse der Samurai, sodass Yamadas Vater sich eine neue Existenz schaffen musste. Eine Tätigkeit als Spekulant brachte vorübergehenden Wohlstand, doch bald nach Kósçaks Geburt zog die Familie nach Yokosuka, wo der Vater einen Buchladen eröffnete. Der sich abzeichnende japanisch-chinesische Konflikt war besonders in dieser Hafenstadt zu spüren, und der junge Yamada begann sich für die Musik der Militärkapellen zu begeistern, die durch Yokosuka marschierten. Weitere musikalische Eindrücke empfing er durch Lieder, die er in der Kirche hörte. Seine Mutter war eine gläubige Protestantin, und die Familie soll sogar ein Harmonium besessen haben. Militärmusik, Kirchenlieder und der Klang des Harmoniums waren also die prägenden musikalischen Kindheitseindrücke.

 

Als Yamada sieben Jahre alt war, ging die Familie nach Tokio zurück, nachdem ihr gesamtes Hab und Gut bei einem Feuer vernichtet wurde. Der Vater starb an einem Krebsleiden, als Yamada neun Jahre alt war. Sofort danach schickte man ihn an ein so genanntes Dormitorium, eine Abend- und Nachtschule, die von einem Pastor in Sugamo im Norden Tokios geleitet wurde. Das Leben an dieser Schule bestand neben dem Unterricht aus harter körperlicher Arbeit, der Yamada nicht gewachsen war, sodass er zwei Jahre in Kamakura verbringen musste, wo seine Mutter ihn pflegte. Nach seiner Genesung verrichtete er Laufburschendienste und ging dann als Vierzehnjähriger nach Okayama im Westen Japans, wo seine dreizehn Jahre ältere Schwester lebte. Sie war mit dem Engländer Edward Gauntlet verheiratet, den seine Asienbegeisterung nach Japan geführt hatte, wo er an einer Oberschule in Okayama als Englischlehrer tätig war. Er kam aus einer Familie mit guten Verbindungen, war Amateurmusiker und spielte die Orgel in der anglikanischen Kirche. Durch das Musizieren und Singen mit ihm erwuchs bei Yamada der Wunsch, Komponist zu werden. Sein Schwager bestärkte ihn in der Absicht und unterstützte ihn finanziell. Nach Vorstudien an der Kwansei Gakuin Hochschule, einer Missionsschule, wo er Erfahrungen in der Chorarbeit und im Orgelspiel sammelte, ließ er sich 1904 an der Tokioter Musikhochschule ein-schreiben.

 

Dort musste er sich jedoch zunächst für das Hauptfach Gesang entscheiden, denn Komposition wurde an der Musikschule erst in den 1930er Jahren unterrichtet. Schüler mit Kompositionsambitionen mussten sich im Selbststudium weiterbilden. Während er Cello und Musiktheorie bei zwei deutschen Lehrern studierte, August Junker (einem Joachim-Schüler) und Heinrich Werkmeister von der Berliner Musik-hochschule, komponierte Yamada mehrere Streichquartette, Klavier- und Violinstücke, Lieder und Chorwerke. 1910 empfahl ihn Werkmeister an seinen Privatschüler Koyata Iwasaki, der eine leitende Position an der Mitsubishi-Stiftung bekleidete. Iwasaki versprach ihm die nötige finanzielle Unterstützung für ein Studium in Berlin. Im April 1910 begann Yamada dann voller Eifer sein Studium an der dortigen Musikhochschule, wo Max Bruch und Karl Leopold Wolf zu seinen Lehrern gehörten.

 

Yamadas Studien in Berlin waren erfolgreich und wichtig für seine weitere Karriere. Er nahm alle Eindrücke des Berliner Musiklebens in sich auf, während er sich in sein akademisches Harmonielehre- und Kontrapunktstudium vertiefte. Während seiner Berliner Zeit sorgte er für epochale Umwälzungen in der japanischen Musikgeschichte. Hatten sich seine Vorgänger mit Stücken für Bläserensemble, Solosonaten und klavierbegleiteten Liedern begnügt, so übertraf Yamada sie in Deutschland mit der Komposition von Orchesterstücken, Sinfonien, sinfonischen Dichtungen und abendfüllenden Opern, allesamt in ihren Gattungen die ersten Werke aus der Feder eines japanischen Komponisten. Die vorliegende Einspielung enthält vier Werke aus seiner Berliner Zeit.

 

Die Ouvertüre D-Dur, vollendet am 22. März 1912, ist das erste japanische Orchersterwerk überhaupt, besetzt mit einem Holzbläserpaar, zwei Hörnern, zwei Trompeten, Pauken und Streichern. Das mit der Tempobezeichnung Allegro assai überschriebene Stück ist in fragmentierter Sonatensatzform, es fehlt ein Durchführungsabschnitt. Die Ouvertüre beginnt mit dem über eine Oktave ansteigenden Hauptthema. Bereits diese weitgespannte Melodie wirkt in ihrer Klarheit wie eine Herausforderung an die japanische Musik, die sich traditionell innerhalb enger tonaler Grenzen bewegt. Mit diesem ersten Thema unternimmt Yamada einen kühnen Schritt auf dem Weg der Beeinflussung japanischer Musik durch westliche Kompositionstechniken. Das zweite, chromatische Thema in A-Dur, vorgestellt in weichen Stakkato-Tönen, besitzt einen galanten Charakter. Nach der Vorstellung dieser Themen kehrt das D-Dur-Hauptthema zurück, gefolgt vom zweiten Thema, diesmal in D-Dur, wonach das Werk endet.

 

Die Sinfonie F-Dur „Triumph und Frieden“, die erste Sinfonie eines japanischen Komponisten, wurde am 8. November 1912 abgeschlossen. Vermutlich erhielt das Werk seinen Beinamen erst nach Ausbruch des 1. Weltkriegs im Jahr 1914. Das Werk kontrastiert und verbindet eine triumphale Siegeshymne mit einem stillen Friedensgebet. Musikalische Erinnerungen an die Militärmusik und die Kirchenlieder, die Yamada in seiner Kindheit hörte, sind in diese Sinfonie eingeflossen. Außer zusätzlichen drei Posaunen ist die Besetzung dieselbe wie in der Ouvertüre. Der erste Satz beginnt mit einer Moderato-Einleitung. Deren F-Dur-Motiv, aus dem später das erste Thema entsteht, enthält in seinem zweiten Teil in den fallenden Noten C-A-G-F-D ein Fragment der Kimigayo-Nationalhymne (1880). Dass Yamada seine erste Sinfonie mit der japanischen Nationalhymne beginnen lässt, beweist seine Entschlossenheit und Zuversicht, die japanische Musik mit westlichen Einflüssen zu modernisieren. Yamada liebte die Gagaku-ähnliche Melodie der Kimigayo-Hymne, in der er ein Symbol für Japans Stärke und Erhabenheit sowie eine Verbindung von „Triumph“ und „Frieden“ sah. Während seines ganzen Lebens verwendete er diese Melodie vollständig oder als Fragment in zahlreichen seiner Werke als Metapher für Japan. Das zweite Thema, kontrastiert gegen das Kimigayo-Thema, wird in C-Dur vorgestellt. In seinem weiten Aufschwung über G nach C und zum C in der oberen Oktave steht es für Sehnsucht und Hoffnung. Nach der Themenvorstellung folgen gemäß dem Prinzip der Sonatensatzform Durchführung und Reprise. Im zweiten Satz erklingt dreimal ein langsamer Marsch in B-Dur mit zwei sanfteren Episoden in G- und D-Dur. Die Musik ist auf der Suche nach Frieden, obwohl die Durtonart des Marsches eher Triumph impliziert. Der langsame Marsch selbst klingt wie ein Pasticcio der Adagio-Sätze aus Beethovens 6. und 9. Sinfonie oder dem Finalsatz seiner 3. Sinfonie. Hier beweist Yamada seine Kunst des Zitats und der Variation – eine Imitationstechnik, die japanische Künstler traditionell auszeichnet. Der dritte Satz ist ein Scherzo. Eine g-Moll Melodie im Dreiertakt nach Art eines Ländlers erklingt dreimal, unterbrochen von zwei Trioabschnitten. Das erste Trio in Es-Dur ist von leicht slawischem Charakter, während das zweite in G-Dur aus einer kanzonettenähnlichen Melodie besteht. Der Finalsatz in F-Dur vermittelt die Stimmung nach dem Triumph und die Freude über den Frieden. Nach einer imposanten, an Beethoven gemahnenden Introduktion beginnt das eigentliche Allegro des Sonatensatzes. Das erste Thema, angeführt von einer friedlichen, über eine Oktave ansteigenden Blechbläserfanfare, gibt sich weich und fließend, während sich das dynamische zweite Thema in C-Dur zu einem von punktierten Rhythmen charakterisierten Marschlied entwickelt. Dieses hektische zweite Thema erinnert an die Melodik von Yamadas zahlreichen Liedern, die er nach den 1920er Jahren schrieb und die ihm große Popularität einbrachten. Die beiden Themen sind miteinander verwandt durch den Quartsprung, mit dem sie beginnen.

 

Die beiden sinfonischen Dichtungen, Das dunke Tor und Madara No Hana (Mandarava) entstanden in derselben Periode. Das dunkle Tor wurde im März 1913 begonnen und im Oktober desselben Jahres vollendet, während Yamada an dem anderen Werk zwischen Juli und November arbeitete. Obwohl diese beiden Werke nur ein Jahr nach der Ouvertüre D-Dur und der Sinfonie F-Dur entstanden, wurden sie in einem deutlich unterschiedlichen Stil komponiert. 1912 modellierte Yamada seine Werke an Mozart, Beethoven, Schubert, Mendelssohn, Brahms und Dvorˇák, während seine Vorbilder im folgenden Jahr Richard Strauss, Debussy und selbst Skrjabin waren. Woher kam dieser drastische Umschwung innerhalb eines Jahres? Der Grund ist, dass die Ouvertüre und die Sinfonie Nr. für seinen Hochschulprofessor Wolf geschrieben wurden, was notwendigerweise eine strenge akademische Kompositionsmethode nach traditionellen Regeln erforderte, während es sich bei den sinfonischen Dichtungen um eher freie Kompositionen handelt, die diesem Zwang nicht unterliegen. Während Yamada noch in Tokio lebte, waren Schubert und Mendelssohn seine Vorbilder, in seiner Berliner Zeit verlagerte sich sein Interesse jedoch auf Wagner und dessen Nachfolger. Die beiden sinfonischen Dichtungen entsprechen diesem neuen Trend.

 

Das dunkle Tor basiert auf dem gleichnamigen Gedicht von Rofu Miki, einem vom europäischen Symbolismus beinflussten japanischen Dichter. Die Handlung ist folgende: In einem Zimmer befinden sich zahlreiche Blinde, vor ihnen ist ein großes dunkles Tor. Ungeduldig schlagen die Blinden gegen das Tor, das sich jedoch nicht öffnet. Als einer der Blinden vom Tod spricht, verstummen alle, und es herrscht Schweigen. Einige beginnen zu weinen, aber das Tor bleibt verschlossen.

 

Das Gedicht entstand unter dem Einfluss von Maeterlincks Schauspiel Les Aveugles (Die Blinden). Maeterlinck war Yamadas Lieblingsdichter. Der Komponist fühlte, dass sich der Kontrast zwischen dem lauten Klopfen und der Stille, nachdem niemand mehr spricht, für eine musikalische Ausgestaltung eignete. Darüber hinaus entsprach die Bedeutung des Schweigens der an Zen und Noh geschulten japanischen Ästhetik. So entschied sich Yamada für Mikis Gedicht als Vorlage für seine erste sinfonische Dichtung. „Triumph und Frieden“ der Sinfonie entsprechen hier „Lärm und Stille“.

 

Das Werk ist für großes Orchester mit vierfachem Holz geschrieben. Zunächst schweigen die Blinden. Zwei fallende Motive, ein diatonisches (A-G-F-Cis) und ein chromatisches (A-Gis-G-F) werden vorgestellt und erzeugen eine düstere Atmosphäre. Plötzlich steigert sich die Musik zu einem kakophonischen, vom Schlagzeug dominierten Presto. Nach einem Augenblick der Beruhigung löst ein Sforzato in den Pauken weitere Klangexplosionen aus. Dieser Teil stellt das wiederholte Klopfen an das Tor dar. Danach herrscht erneutes Schweigen, das aber bald von einem ansteigenden Viertonmotiv beendet wird, das aus der Umkehrung des fallenden Motivs gewonnen wird. Beide Motive, Todesresignation und Todesekstase symbolisierend, werden miteinander verknüpft. Das Werk endet in den sanften Klängen der tiefen Instrumente.

 

Madara No Hana basiert auf dem gleichnamigen Gedicht von Yamadas engem Freund Kazo Saito, einem vielseitig begabten Kommilitonen aus der Berliner Zeit, der sich u.a. von Kandinsky und Bruno Taut inspirieren ließ. Madara no hana sind Blumen, die im buddhistischen Himmel blühen. Das Gedicht hat folgenden Inhalt:

 

Die Sonne leuchtet im Abendrot. Ich sehe die Lichter des Palastes und einen alten Mann, der seine Augen im See wäscht. Ich wandere durch dieses fremde Land. Dann geht der alte Mann an mir vorbei und eilt zum Palast. Ich folge ihm, doch er entschwindet meinem Blick. Einsam und weinend wandere ich weiter und gelange an einen Ort, an dem überall Madara no hanas auf der Erde verstreut sind. In der Ferne leuchtet der Palast, der mich durch seine Schönheit bezaubert. Doch wenig später wird es dunkel und nur die Madara no hanas setzen ihren Weg fort.

 

Unmittelbar nachdem er das Gedicht vollendet hatte, erhielt Saito aus Japan die Nachricht vom Tod seines Vaters. Als Mystiker, der er war, interpretierte Yamada das Gedicht als Omen des Todes von Saitos Vater. Der Vater (im Gedicht der alte Mann) wird in Buddhas Paradies (zum Palast) berufen, bedeckt von Madara no hanas. In diesem Sinne komponierte Yamada seine sinfonische Dichtung.

 

Das Werk erfordert ein großes Orchester mit dreifachem bzw. vierfachem Holz und Tenorsaxofon. Die melodiöse Musik wird hauptsächlich von zwei Intervallen dominiert, einer perfekten Quart (C-F) und einer Durterz (C-As). Das in Harfe und Violine emporsteigende Eröffnungsmotiv steht für die „im Abendrot leuchtende Sonne“. Die folgende, verschwommene Oboenmelodie evoziert die geheimnisvolle Welt. Allmählich steigert sich die Musik, als der Sohn dem Vater nacheilt. Die fallende choralartige Melodielinie (F-C) suggeriert die herabfallenden, am Boden verstreuten Madara no hanas. Im abrupt einfallenden Fortissimo wird der „hell leuchtende Palast“ sichtbar. Ekstatisch fährt die Musik fort.

 

Diese beiden sinfonischen Dichtungen stellen einen Prototyp japanischer Kompositionsart dar, wie sie später auch bei Toru Takemitsu begegnet. Während die Werke verschiedene Elemente aus Romantik, Impressionismus, Yamadas geliebter Miltärmusik und geistlichen Liedern absorbieren, zeigen sie auch die Vorliebe des Komponisten für miniaturhafte musikalische Architektur, für kurze, zerbrechliche Melodien, komplexe Klangfarben, asymmetrische Rhythmen, sanfte Klänge und Stille sowie mehrdeutige Sensibilitäten (die er in seiner Ouvertüre D-Dur noch zurückgewiesen hatte).

 

Diese vier Werke markieren den Beginn der japanischen Orchestermusik. Leider ergab sich für Yamada keine Aufführungsgelegenheit in Deutschland. Nachdem er 1913 vorübergehend nach Tokio zurückgekehrt war, zwang ihn der Ausbruch des 1. Weltkriegs, gegen seinen Willen in Japan zu bleiben. Er hatte gehofft, sich in Europa als Komponist zu etablieren, aber schließlich machte er es sich zum Ziel, die japanische Musik im Land selbst zu unterstützen. Zu dieser Zeit gab es in Japan noch keine Berufsorchester oder Operngesellschaften. In Tokio stellte Yamada ein Orchester zusammen, mit dem er zwischen 1914 und 1915 seine Ouvertüre, die Sinfonie und Madara No Hana zur Uraufführung brachte. 1918 und 1919 führte er seine Werke mit dem New York Symphony Orchestra (dem heutigen New York Philharmonic) in der Carnegie Hall auf. Bei dieser Gelegenheit wurde auch Das dunkle Tor uraufgeführt. Während seines Aufenthalts in den Vereinigten Staaten begegnete er Rachmaninow, Prokofjew und Ornstein. Die Verfeinerung und Perfektionierung seines typischen Kompositionsstils führte ihn zur Vollendung seiner epochalen Sinfonie „Inno Meiji“ (1921), in der er traditionelle japanische Instrumente solistisch in ein Sinfonieorchester europäischer Prägung integriert. Er war der Gründungsvater des führenden japanischen Orchesters, des heutigen NHK Symphony Orchestra, mit dem er zahlreiche Werke von Mozart und Beethoven bis hin zu Kompositionen junger japanischer Nachwuchsmusiker zur Aufführung brachte. Daneben schuf er eine Vielzahl von Liedern, die heute in Japan weithin bekannt sind, schrieb Bücher über Musik und Musiktheorie, komponierte Musik für die ersten japanischen Tonfilme und dirigierte als prominenter Japaner in den 1930er Jahren die Berliner und Leningrader Philharmoniker. Zu seinen zahlreichen Schülern gehören Hidemaro Konoye, Tamezo Narita, Kiyomi Fujii, Toraji Onaka, Teiji Miyahara, Wen-ye Jiang und Ikuma Dan. Er entdeckte junge Talente wie Kazuo Yamada, Urato Watanabe, Fumio Hayasaka und Akira Ifukube. Im Laufe seiner Karriere wandte sich Yamada mehr und mehr der Oper zu. Mit Ayame (1931) und Yoake (1940) gelangen ihm zwei Meisterwerke. Eine große Oper über die chinesische Geschichte mit dem Titel Die Prinzessin Shian-Fei, die er im von Japan besetzten China aufzuführen hoffte und mit der er der Welt die Qualitäten asiatischer Musiker demonstrieren wollte, blieb Fragment (sie wurde von seinem Schüler Ikuma Dan vollendet und 1981 uraufgeführt).

 

1948 erlitt Yamada einen Schlaganfall. Er musste seine aktive Laufbahn beenden und komponierte nur noch einzelne kurze Lieder. Er starb am 29. Dezember 1965. So groß war Yamadas Bedeutung in Japan, dass sein Leben für das Fernsehen in dramatisierter Form verfilmt wurde.

 

Morihide Katayama

 

Deutsche Fassung: Bernd Delfs


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