About this Recording
8.557407 - SUMMERTIME - MUSIC FOR CLARINET QUARTET
English  German 

Musik für Klarinettenquartett

Am Anfang der witzigen Jazz-Suite City Scenes von Terence Thompson steht ein fröhlicher, exquisit skizzierter Stroll in the City (Spaziergang in der Stadt). Als gemächliches Zwischenspiel folgt Blowing the Blues, bevor der heitere und lebhafte Hot Potato Boogie beginnt – ein Abkömmling des Blues mit seiner charakteristischen Bassfigur.

George Gershwin, Sohn russisch-jüdischer Einwanderer, erwarb eine ganz eigene Fertigkeit im Umgang mit den leichteren amerikanischen Idiomen, wie seine zahlreichen Beiträge zur Musicalbühne belegen. Somebody loves me schrieb er für George White’s Scandals of 1924, die vierte und letzte Show in einer jährlichen Serie. Das Stück kam im selben Jahr heraus wie die berühmte Rhapsody in blue, mit der der Komponist seine klassischen Ambitionen umzusetzen versuchte.

Der belgische Komponist Rik Pelckmans dürfte besonders durch seinen Swing March bekannt geworden sein. Sein Slapstick beginnt mit charakteristischen Akkorden, worauf das Werk vor dem Hintergrund einer Standard-Bassfigur seinen Gang nimmt und melodische Konturen eingeflochten werden, indessen „the Saints” nach Hause marschieren.

Willy Mortiers Jazz-Suite beginnt mit dem Satz Rainbow Bridge, dessen Akkorde auf einer wiederholten Begleitfigur aufgebaut sind. Darauf folgen das schläfrige, ein wenig impressionistische The Maid of the Mist (Das Mädchen des Nebels) sowie das aufragende Skylon. Oneida, Clifton Hill und Pyramid Place gehören zu den geschickt texturierten „Ortsbeschreibungen” – von den Niagara-Fällen, vom Nationalpark Pyramid Place und anderen Orten.

George Botsford wurde in seiner Heimat Iowa durch den traditionellen cakewalk bekannt. Den größten Teil seiner späteren Karriere verbrachte er in New York, wo es damals Mode war, Tänze zu komponieren, die mit verschiedenen Tieren zu tun hatten: mit Fuchs, Truthahn oder auch, wie in seinem Fall, mit dem Grizzlybär. Sein bekannter Black and White Rag ist hier gekonnt für Klarinettenquartett arrangiert – eine von mehreren alternativen Instrumentationen des Stückes.

Liza gehört in Gershwins Musical Show Girl aus dem Jahre 1929. Die Three Preludes für Klavier entstanden 1926 und zeigen, wie der Komponist nach einer Synthese aus Klassik und Jazz suchte. Das zweite dieser Stücke ist ein Blues und kontrastiert mit den beiden anderen Sätzen. Der Song The man I love ist in vielen Arrangements – von Percy Grainger bis Larry Adler – und Interpretationen auch von führenden klassischen Sängern erschienen. Bekannt wurde der Titel zunächst durch Helen Morgan, die sich auf Love songs spezialisiert hatte.

Leonard Bernstein wurde sowohl als Dirigent wie auch als Komponist zu einer herausragenden Figur im amerikanischen Musikleben. Seine West Side Story entstand in Zusammenarbeit mit dem Choreographen Jerome Robbins und dem Librettisten Arthur Laurents, der Romeo und Julia in die amerikanische Moderne übertrug – auf die Rivalität zweier Banden, die der Jets und der Sharks. Die hier für Klarinettenquartett eingerichteten Ausschnitte zeigen das angespannte Aufeinandertreffen der beiden Gangs und die aussichtslose Liebesbeziehung von Tony und Maria, die im Zentrum der Tragödie steht.

Einen seiner bekanntesten Exponenten fand das Musical in Richard Rodgers, der zunächst mit Lorenz Hart und dann mit Oscar Hammerstein II zusammenarbeitete. Das Liebeslied The Blue Room gehört in The Girl Friend, das 1926 in Kooperation mit Hart entstand.

Gershwin errang seinen einzigen wirklichen Opernerfolg mit der 1935 uraufgeführten Porgy and Bess. Das Libretto stammt von DuBose Heyward und Ira Gershwin, der normalerweise für seinen Bruder die Liedtexte schrieb. Das Werk erzählt von der schmerzlichen Liebe des schwarzen Krüppels und Bettlers Porgy zu seiner geliebten Bess in der Catfish Row von South Carolina. Zu den bekanntesten Songs der Oper gehört Summertime, ein Titel, der sein eigenes Leben entfaltet hat. Clara singt ihn im ersten Akt der Oper als bewegendes Schlaflied für ihr Baby. Oh, lady be good stammt aus dem Musical Lady Be Good, das 1924 auf die Bühne kam. Dieses Stück entstand in Zusammenarbeit mit Ira Gershwin und anderen.

K. Zach
Deutsche Fassung: Cris Posslac


Close the window