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8.557492 - DONIZETTI: Double Concerto / Flute Concertino / Clarinet Concertino
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Gaetano Donizetti (1797-1848)
Instrumentalkonzerte

Kennt man Gaetano Donizetti gemeinhin nur als Opernkomponisten, so hat er doch auch eine große Zahl anderer Werke komponiert, genaugenommen 611. Instrumentalwerke, bei denen es sich offenbar um Gelegenheitswerke handelte, machen dabei zwar zahlenmäßig den kleineren Teil aus, gleichwohl sind sie klingender Beweis der kompositorischen Fähigkeiten Donizettis und ergänzen das Solorepertoire der entsprechenden Instrumente durchaus interessant. Die hier eingespielten Werke sind mittlerweile auch als Notenmaterial erhältlich. Dank gebührt dabei nicht allein Professor Raymond Meylan und Professor Johannes Wojciechowski, die diese Werke aufgespürt und herausgegeben haben, sondern auch der Pariser Bibliothèque Nationale, dem Museo Donizettiano in Bergamo und dem Pariser Conservatoire National, die die Veröffentlichung ermöglicht haben.

Die Sinfonia in g-Moll für Holzbläser war ursprünglich Sinfonia a soli instrumenti (di fiato) betitelt und trug die Widmung Dedicata al Sig. Nebbie Deleidi (del suo Oseq.mo Servitore / Gaetano Donizetti / Bologna li 19, aprile 1817) (Sig. Nebbie Deleidi zugeeignet von seinem ergebenen Diener Gaetano Donizetti, Bologna, am 19. April 1817). Das Werk muss während Donizettis Studienzeit in Bologna entstanden sein und erklingt hier in der Rekonstruktion von Bernhard Päuler.

Das Concertino in c-Moll für Flöte und Kammerorchester hat seinen Ursprung in einer Flötensonate, deren Autograph im Museo Donizettiano in Bergamo erhalten ist (Composizioni giovanili, No. 5 in 64 Fascilio III.o). Auf der Titelseite heißt es: Suonata per/ Flauto e Pianoforte /per uso della Sinora/Marianna Pezzoli-Grattatoli/Bergamo li 15. Maggio 1819 (Sonate für Flöte und Pianoforte für den Gebrauch der Signora Marianna Pezzoli-Grattatoli, Bergamo, am 15. Mai 1819).

Die hier verwendete Erstausgabe von Donizettis Oboensonate basiert auf dem Originalmanuskript, das sich im Besitz der Bibliothek des Pariser Conservatoire National befindet (Ms. 4140). Es trägt den Titel Suonata per/ oboe e pianoforte / di / G.D. / all’Amico Severino dgl’Antonj / L’autore D.D.D.

Das Concerto in d-Moll für Violine, Violoncello und Orchester wurde von dem in der Pariser Bibliothèque Nationale erhaltenen Autograph hergeleitet (reg.no. Ms. 4142). Vor dem Erwerb durch die Bibliothèque Nationale war das hastig niedergeschriebene Manuskript, das gut 44 Seiten umfasst, Teil der Privatsammlung eines der weltweit bekanntesten Sammlers, Charles Malherbe, dem späteren Archivar der Pariser Oper. Wie die erste Seite der Partitur verrät, kostete ihn das Manuskript ursprünglich 30 Francs und 60 Centimes – also nicht einmal fünf Euro. Auch wenn die Datierung des Werkes nicht ganz klar ist, so legt die äußere Form doch den Schluss nahe, dass es eher in der frühen Phase in Bergamo als in der späteren Pariser Zeit entstanden ist.

Donizettis Concertino für Englisch Horn und Orchester entstand für einen Kommilitonen am Konservatorium zu Bologna. Der genaue Titel des Werkes lautet Concertino / Per Corno Inglese Sctitto / Das Signor Gaetano Donizetti / per / il Sig. e Giovanni Catolfi / Alunno del Liceo Filarmonico / L’anno 1816. Geschrieben wurde es ursprünglich für ein Instrument in G mit einem Umfang von zwei Oktaven und einer Sekunde, das eine Quarte unter der damals üblichen Oboe klang, heute jedoch nicht mehr in Gebrauch ist. Für moderne Aufführungen des Werkes bieten sich das Englisch Horn oder die Oboe d’amore an.

Die vorliegende Fassung des Concertino für Klarinette und Orchester stellt den Versuch dar, die ursprüngliche Form des Werkes, das Esquisse pour hautbois überschrieben ist, aus Donizettis handschriftlichen Skizzen zum ersten Satz (dem Mittelteil des Ms. 4144 der Bibliothèque Nationale) und aus denen zum zweiten Satz (Museo Donizettiano Mss. Nrn. 1 2a [Partitur] und 12a Ccl [Klavierauszug]) wiederherzustellen. Die Rekonstruktion sucht beide Sätze miteinander zu verbinden, wobei der erste Satz ergänzt, transponiert und instrumentiert wurde und das sehr lückenhafte Material des zweiten Satzes einer kritischen Revision unterzogen wurde.

Donizettis Sinfonia in d-Moll per la Morte di Capuzzi entstand für die Beerdigung von Antonio Capuzzi (1753-1818), dem Violinisten und Leiter des Orchesters an Santa Maria Maggiore zu Bergamo. Die autographe Partitur findet man in der Pariser Bibliothèque Nationale und im Museo Donizettiano in Bergamo. Die vorliegende Edition ist das Werk von Professor Marc Andreae.

Tomás Benedek
Deutsche Fassung: Matthias Lehmann


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