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8.557602 - PETITGIRARD: Cello Concerto / Le Legendaire / Dialogue
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Laurent Petitgirard (geb. 1950)
Dialogue für Bratsche und Orchester • Konzert für Cello und Orchester • Der Legendäre

 

Als vielseitiger Musiker ist Laurent Petitgirard gleichermaßen als Komponist von Konzert- und Filmmusik und als Dirigent tätig. Er tritt international mit Orchestern wie dem Orchestre de l'Opéra National de Paris, dem Orchestre Philharmonique de Monte Carlo, dem Orchestre National de France, den Bamberger und den Berliner Symphonikern, dem Tonhalle-Orchester Zürich, dem Orchester von La Fenice in Venedig, dem BBC Concert Orchestra, dem Seoul KBS und dem Orchestre de la Suisse Romande auf. Von 1989 bis 1996 war er Musikdirektor des Orchestre Symphonique Français; seit 2004 steht er dem Orchestre Colonne in Paris vor.

Petitgirards erste Oper Joseph Merick dit Elephant Man wurde unter der Leitung des Komponisten in Prag uraufgeführt, gefolgt von einer Inszenierung des Regisseurs Daniel Mesguich in Nizza. Das Werk ist auf CD [ Naxos 8.557608-09] und DVD [Marco Polo 2.220001] erschienen. Im Mai 2006 gab es eine weitere Produktion der Minneapolis Opera.

Nach Le Fou d'Elsa für Altstimme und Orchester entstanden Werke wie Le plus ardent à vivre..., ein Septett für Harfe, Flöte, Klarinette und Streichquartett, Poème für großes Streichorchester und Dialogue für Viola und Orchester. Les Douze Gardiens du Temple, ein Auftragswerk von Radio France, erlebte seine Premiere 2006 auf dem Festival Présences. Seine zweite, in staatlichem Auftrag entstandene Oper Guru wird im November 2009 an der Oper von Nizza uraufgeführt werden.

Laurent Petitgirard wurde 2000 mit dem Grand Prix Lycéen des Compositeur und 2001 dem SACD Prix Musique ausgezeichnet. Er ist Commandeur des Arts et Lettres und wurde im Dezember 2000 zum Mitglied der Académie des Beaux-Arts ernannt.

Laurent Petitgirard
Deutsche Fassung: Thomas Theise

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Der Dialogue für Viola und Orchester (2002) ist Jesse Levine gewidmet, der das Werk am 9. Mai 2003 im französischen Mülhausen uraufführte. In diesem Stück wird der Solist nicht einfach vom Orchester begleitet; es ist vielmehr als permanenter, quasi kammermusikalischer Dialog mit großem Symphonieorchester gedacht. Das Werk entstand im Auftrag von Jesse Levine und der Galerie La Filature Mülhausen.

Das Konzert für Cello und Orchester wurde am 9. Dezember 1994 in der Pariser Salle Pleyel mit dem Solisten Gary Hoffman uraufgeführt. Im Gegensatz zu den meisten meiner Werke beruht dieses Stück auf keiner inhaltlichen Vorgabe. Sein einziges Anliegen ist es, die Ausdrucksmöglichkeiten dieses wunderbaren Instruments hervorzuheben – vor allem die Möglichkeiten, die ihm Gary Hoffman zu entlocken weiß. Die unerklärlichen Wendungen des Lebens überschatteten jedoch den letzten Satz des an sich unprogrammatischen Werkes, da plötzlich und unerwartet mein geliebter Freund Philippe Guilhaume verstorben war. Ich möchte keinen ästhetischen Kommentar zu der Musik abgeben: Ich schreibe, was mir in den Sinn kommt, und lasse mich dabei einzig von emotionalen und rhythmischen Kriterien leiten. Deshalb habe ich das Konzert auch Marcel Landowski gewidmet, dem ungebundensten unserer großen Vorgänger.

Der Legendäre, ein Konzert für Violine, Chor und Orchester, entstand in den Jahren 1983-84. Es basiert auf der Konfrontation und dem Zusammenspiel zwischen der Violine auf der einen sowie Chor und Orchester auf der andern Seite. Der Text des Chores ist in Esperanto geschrieben. Der Komponist benutzte etwa zwanzig Wörter dieser Sprache im Zusammenhang mit dem Prinzip der „Legende“. Es handelt sich um eine Verknüpfung verschiedener Konzepte, keinesfalls aber um einen echten Text. Le Légendaire ( Der Legendäre ) ist ein Wesen aus einer anderen Welt – wie etwa Peter Pan, E.T. oder Buddha. Der Legendäre besucht die Menschen, begegnet dem Krieg, hinterlässt eine Friedensbotschaft und macht sich wieder auf den Weg, kiel legendo, wie in der Legende. Es ist die Geschichte eines Besuches. Le Légendaire wurde am 19. August 1986 im Rahmen des Festivals von Flaine öffentlich gegeben. Es spielte Augustin Dumay, der Widmungsträger des Werkes, mit dem Orchester und dem Chor des Festivals unter der Leitung des Komponisten.

Laurent Petitgirard
Deutsche Fassung: Cris Posslac

 

Verzeichnis der verwendeten Wörter: ( Le Légendaire )

Alilendo - Anderes (fremdes) Land
Alilendulo - Fremder
Alveno - Ankunft
Amo - Liebe
Cetero - Bleibender
ci - hier
Dio - Gott
Forino - Aufbruch
Fremda - fremd
Homo - Mensch
Ido - Nachkomme
Infano - Kind
Kantado - Gesang
Kiel - wie
Legendo - Legende
Maliva - Frieden
Parigi - schließen
Prego - Gebet
Suno - Sonne

 


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