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8.557635-36 - LOEWE, C: Suhnopfer des neuen Bundes (Das), 'Passion Oratorio'
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Carl Loewe (1796-1869)
Passions-Oratorium: Das Sühnopfer des neuen Bundes

 

Carl Loewe kennt man heute vor allem seiner Lieder wegen, die nach wie vor einen gewissen Platz im Repertoire behaupten: Es sind dies in einem Oeuvre von mehr als vierhundert Liedern beispielsweise Balladen wie Archibald Douglas oder Tom der Reimer, aber auch Vertonungen Goethes und vieler anderer Dichter.

Loewe wurde als das zwölfte Kind eines Lehrers geboren, der ihm seinen ersten Unterricht gab. Beeinflusst wurde er fernerhin von Daniel Gottlob Türks pädagogischen Klavierstücken und durch seine frühe Begegnung mit den Balladen Gottfried August Bürgers. Er war Chorsänger in Köthen, wo er seine weitere Schulausbildung genoss, und kam dann an die Schule der Franckschen Stiftung in Halle. Hier wurde Türk selbst sein Lehrer, und er erhielt überdies ein großzügiges Stipendium des westfälischen Königs Jérôme Buonaparte, das jedoch mit dem Sturz des napoleonischen Regimes 1813 aufhörte. In eben diesem Jahr starb auch sein Lehrer Türk, worauf Loewe dessen Nachfolger als Organist an der Marktkirche zu Halle wurde. An der dortigen Universität widmete er sich zudem von 1817 bis 1820 dem Studium der Theologie. In dieser Zeit kam es zu Aufführungen seiner ersten Lieder und Klavierstücke, und 1820 traf er mit Goethe zusammen, dem er die höchste Achtung entgegenbrachte. Damals lernte er auch Carl Maria von Weber und Johann Nepomuk Hummel kennen. Im November 1820 wurde Loewe Organist an der Stettiner Jacobikirche. Zu diesem Amt gehörte es auch, am Gymnasium zu unterrichten, und zwar nicht nur Musik, sondern auch Naturwissenschaften, Griechisch und Weltgeschichte sowie andere Fächer. Im nächsten Jahr wurde er zum Musikdirektor ernannt, und er vermählte sich. 1825, zwei Jahren nach dem frühen Tode seiner ersten Frau, ging er eine zweite Ehe ein.

Carl Loewe verbrachte seine weitere Laufbahn in Stettin, wobei er die Routine immer wieder durch Konzertreisen unterbrach, die ihn nach Wien, London, Skandinavien und 1857 nach Frankreich führten. Dabei konnte er stets als Sänger seiner eigenen Werke auftreten. Sein Schaffen umfasst freilich nicht nur Lieder, sondern auch Opern, Oratorien, weitere Chorwerke, Kammer- und Klaviermusik sowie je zwei Symphonien und Klavierkonzerte. Zu Lebzeiten machten ihn allerdings seine Balladen berühmt – angefangen bei dem schottischen Edward in der Fassung von Herder, den auch Franz Schubert und Johannes Brahms vertonten, bis zum Erlkönig von Goethe, der zwangsläufig zu einem Vergleich mit dem Werk des fast gleichaltrigen Schubert führte und Loewe in Wien den Titel „norddeutscher Schubert“ eintrug.

In den Balladen offenbart sich Loewes starkes dramatisches Gefühl, das sich zusammen mit seinen pietistischen Neigungen auch in seinen zahlreichen Oratorien niederschlug. Das Sühnopfer des neuen Bundes entstand mit großer Wahrscheinlichkeit im Jahre 1847 und wurde zweifellos 1855 in Stettin aufgeführt – womöglich nicht das erste Mal. Hier hatte Loewe 1831 die Matthäus-Passion und zehn Jahre später die Johannes-Passion von Bach dirigiert. Wilhelm Telschow, der für Loewe den Text schrieb, lieferte ihm auch das Libretto für den 1848 entstandenen Hiob, womit die Datierung des Passions-Oratoriums auf das Jahr 1847 unterstützt wird.

Das Sühnopfer des neuen Bundes ist fest in der damaligen protestantischen Tradition Norddeutschlands verankert. Die biblischen Rezitative, dramatischen Elemente und Choräle sind eindeutig Johann Sebastian Bachs Matthäus-Passion verpflichtet, die der junge Felix Mendelssohn 1829 in Berlin erstmals nach dem Tode des Komponisten wieder aufgeführt hatte. In musikalischer Hinsicht verbindet das Werk diese ältere Tradition mit einer relativ konventionellen Gegenwartssprache, die weiland von Loewes Publikum, den Bürgern des biedermeierlichen Stettin, gut verstanden wurde. Bis zu Händel ist es in diesem Oratorium nicht weit, und Loewe scheint ältere Chorwerke dieser Art gekannt zu haben. Anders als in den Passionen von Bach oder auch bei der lateinischen Rezitation des Bibeltextes werden hier die Worte Christi und anderer Personen insofern nicht vom Bericht des Evangelisten unterschieden, als bei Loewe oft ein- und derselbe Sänger den einleitenden Text und die wörtliche Rede zu singen hat, ohne dass ein eigener Interpret den erzählerischen Rahmen lieferte. Das Oratorium ist ursprünglich für Streicher, Soli und Chor geschrieben; in späteren Fassungen wurde die Instrumentierung durch duplierende Bläser erweitert bzw. auf die Orgel reduziert.

Telschow verwandte für seine erzählerische Linie Texte aller vier Evangelien. Der erste Teil beginnt beim Aufenthalt Christ im Hause des Simon zu Bethanien und endet beim Letzten Abendmahl. Der zweite Teil reicht vom Garten Gethsemane über den Verrat des Judas und den Prozess bis zu Christi Verurteilung. Der dritte und letzte beschreibt den Kreuzweg, die Kreuzigung und die Grablegung.

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Die Handlung

Erster Teil

[CD 1 / Track 1] Nr. 1 Einleitung und Quartet. Christus ist in Bethanien am Grabe des Lazarus, den er von den Toten auferweckt hat. Nach einer kurzen instrumentalen Einleitung fragt die Altsolistin nach ihm, der ihr durch Gottes Macht das Licht ihrer Augen wiedergab; die Sopranistin will wissen, wo der ist, der ihr den Sohn erhielt; der Tenor sucht den, der am Sabbath seine verdorrte Hand heilte, und der Bass den, der ihn vom bösen Geist befreite. Die Freunde des Lazarus (Chor) erklären, dass der Gesuchte hier sei und den Freund „aus Grabesnacht erwecket hat“.

[1/2] Nr. 2 Choral. Der Choral Gegrüsst sei Fürst des Lebens feiert den Siegeshelden, dem selbst der Tod seinen Raub hergeben muss. Die Choralmelodie Valet will ich dir geben von Melchior Teschner entstand 1615 als Dankgesang nach einer überstandenen Pestepidemie. Bach verwandte sie später in seiner Johannes-Passion zu den Worten In meines Herzens Grunde.

[1/3] Nr. 3 Rezitativ und Arioso. In einem recitativo secco berichtet die Sopranistin, wie Maria, die Schwester des Lazarus, im Hause des Simon zu Bethanien Christi Haupt salbt. Danach hören wir in lyrischeren Tönen, wie sie Christus ihr Opfer darbringt. Im anschließenden Arioso bittet sie, ihm die Füße mit Nardenöl salben und mit ihren Haaren trocknen zu dürfen.

[1/4] Nr. 4 Rezitativ und Terzett. Bildhaft vom Orchester unterstrichen, singt der Bass darauf die Klage des Judas: Man hätte die kostbare Salbe verkaufen und das Geld den Armen geben sollen. Zwei andere Jünger (Tenor und zweiter Bass) stellen weitere Fragen.

[1/5] Nr. 5 Rezitativ. Ein solistischer Bass singt Christi Tadel: Die Armen hätten sie stets um sich, ihn selbst aber nur für kurze Zeit.

[1/6] Nr. 6 Choral. Die instrumental begleiteten Stimmen singen den Choral O du Zuflucht der Elenden auf die Melodie Johannes Crügers, die Bach in seiner Kantate Nr. 180 (Schmücke dich, o liebe Seele) benutzte.

[1/7] Nr. 7 Larghetto con moto. Sordinierte Streicher greifen die Musik des Anfangs auf, die jetzt auf das Letzte Abendmahl hinweist.

[1/8] Nr. 8 Duett. Petrus (Bass) erklärt zur Begleitung der nach wie vor gedämpften Streicher, das Osterlamm sei bereitet. Johannes (Alt) erinnert an die Ermordung der Erstgeborenen in Ägypten und an das Zeichen des Blutes, mit dem die Kinder Israel ihre Häuser schützten.

[1/9] Nr. 9 Chor der Apostel. Zu einer bewegten Achtellinie im Bass, der sich dann auch die Bratschen anschließen, singen die Männerstimmen die drei ersten Verse des Psalms 113, Lobe ihr Knechte des Herrn.

[1/10] Nr. 10 Rezitativ und Chor. Die sordinierten Streicher erinnern an das Larghetto, und der Bass rezitiert die Worte Christi: „Mich hat herzlich verlanget, das Osterlamm mit euch zu essen, ehe ich denn leide.“ Einer sei unter ihnen, der ihn verraten werde. Der Chor der Jünger will wissen, wer es sei, worauf Christus antwortet: „Der ist’s, dem ich den Bissen eintauche und gebe.“ Besser wäre es, wenn dieser Mensch nie geboren wäre. Auf die Frage des Judas versetzt er: „Was du tust, das tue bald.“ Die Jünger (Tenöre und Bässe) sind in Aufruhr. Sie singen die Verse 3 und 4 des Psalms 116, Stricke des Todes hatten mich umfangen.

[1/11] Nr. 11 Rezitativ und Choral. Der Bass berichtet nun, wie Christus das Brot nahm, es brach und seinen Jüngern gab mit den Worten: „Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird, solches tut zu meinem Gedächtnis.“ Es folgt ein Choralvers („Für uns bricht er voll Huld das Brot“), bevor Christus den Kelch nimmt und ihnen seinen Jüngern mit den Worten reicht: „Trinket alle daraus, das ist mein Blut des neuen Testaments, welches vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden.“ Der Choral wird beschlossen.

[1/12] Nr. 12 Schlusschor des ersten Teils. Am Ende des ersten Teils greifen die Jünger (Männerstimmen) die Worte des Psalms 113 auf. Dazu kommt ein Vers aus Psalm 116, und schließlich setzen die Frauenstimmen mit Psalm 117 ein (Lobet den Herrn alle Heiden). Der Psalm geht in eine händelsche Fuge über, die einen monumentalen Schluss bildet.

Zweiter Teil

[1/13] Nr. 13 Chor und Rezitativ. Der zweite Teil beginnt mit der Szene im Garten Gethsemane, in dem Christus verraten und von seinen Feinden gefangengenommen wird. Diese schleichen sich nächtens verstohlen herbei. Es beginnt der Chor der hohenpriesterlichen Diener, die mit Schwertern und Lanzen „dem Judas durch die Nacht“ folgen. Die erste Phrase wird von den Bässen gesungen, worauf die Tenöre folgen. In einem Bass- Rezitativ wird mit den Worten der Bibel berichtet, wie Judas zu Christus hintritt; nach einem kurzen Einwurf des Chores („Dieser ist es, bindet ihn“) geht der Bericht weiter. Dann fragt Christus: „Wen suchet ihr?“ Die Männer antworten: „Jesum von Nazareth“. Darauf wird berichtet, wie Petrus nach dem Diener des Hohenpriesters schlägt und dafür von Christus getadelt wird: Mehr denn zwölf Legionen Engel könnte ihm sein Vater zur Hilfe senden, doch es müsse die Schrift erfüllt werden. Die Kriegsknechte fürchten sich, werden aber von den Dienern des Hohenpriesters aufgefordert, Christi Worte keine Beachtung zu schenken. Man führt den Gefangenen davon.

[1/14] Nr. 14 Choral. Der Choral Wenn alle untreu werden verspricht Christus Treue und Standhaftigkeit. Die Melodie stammt von Loewe, der Text von Novalis.

[1/15] Nr. 15 Alt-Arie. Christus wird zu Kaiphas in den hohenpriesterlichen Palast geführt. Sordinierte Streicher begleiten die Altistin, die über das Geschehen nachdenkt.

[1/16] Nr. 16 Duett. Anschließend nehmen die Streicher ihre Dämpfer ab, wenn Sopran und Tenor falsches Zeugnis ablegen: Sie behaupten, Christus habe gesagt, er könne den Tempel zerstören und binnen dreier Tage einen neuen errichten.

[1/17] Nr. 17 Unbegleitetes Rezitativ. In einem Bassrezitativ wird das Schweigen Christi vor dem Hohenpriester dargestellt.

[1/18] Nr. 18 Rezitativ und Chor der Hohenpriester. Auf Kaiphas’ Frage antwortet Christus: Er werde den Menschensohn zur Rechten Gottes sehen – worauf der Hohepriester sein Gewand zerreißt und der Männerchor erklärt, Christus habe wegen seiner Gotteslästerung den Tod verdient. Das Orchester unterstreicht den Urteilsspruch. Judas bereut, was er getan hat.

[1/19] Nr. 19 Arie. In einer bewegteren Bass-Arie spricht Judas von seinen Gefühlen. Dass er unschuldiges Blut verriet, macht ihn wahnsinnig.

[1/20] Nr. 20 Choral. Man singt den ersten Vers des Chorals Ach bleib mit deiner Gnade von Josua Stegmann auf die traditionelle Melodie von Melchior Vulpius. Bach hat eben diese bekannte Melodie in seiner Kantate Nr. 95, Christus, der ist mein Leben, mit einer eigenen Harmonisierung versehen.

[1/21] Nr. 21 Rezitativ à 2. Christus wird vor Pilatus gebracht. Über ihn berichtet der Tenor, der auch die wörtliche Rede des Römers zu singen hat, indessen die Antwort Christi durch eine Bass-Stimme erfolgt. Die Szene endet mit der Frage des Pilatus: „Was ist Wahrheit?“

[1/22] Nr. 22 Sopran-Rezitativ. In einem Rezitativ berichtet ein Sopran von dem Traum, den das Weib des Pilatus hatte. Sie drängt ihren Gemahl: „Habe nichts zu schaffen mit diesem Gerechten.“

Arie. In der Sopran-Arie kommt die Angst der Frau noch stärker zum Ausdruck. Ihre Aufregung spiegelt sich in den Tremoli der Violinen und den Figuren der Bratschen.

[1/23] Nr. 23. Rezitativ und Chor. In einem Rezitativ des Tenors sagt Pilatus, dass er keine Schuld an Christus findet. Er bietet an, ihn freizulassen. Wie im traditionellen Passionsgesang üblich, verlangt die Menge (Chor), an seiner Stelle Barrabas freizugeben.

[1/24] Nr. 24 Chor und Rezitativ. Der Schrei „Lass ihn kreuzigen“ bietet die Möglichkeit eines kurzen kontrapunktischen Ausbruchs, worauf Pilatus jede Verantwortung ablehnt.

[1/25] Nr. 25 Chor. In einem kurzen, dramatischen Kontrapunkt nehmen es die Menschen in Kauf, dass das Blut Christi über sie und ihre Kinder kommen wird.

[1/26] Nr. 26 Alt-Arie. Sordinierte Streicher begleiten die Alt-Arie, die über die Verhöhnung Christi, seine Verspottung, Geißelung und die Dornenkrone meditiert.

[1/27] Nr. 27 Tenor-Rezitativ. Pilatus führt Christus hinaus vor das Volk und findet keine Schuld an ihm. Am Ende sagt er: „Seht, welch ein Mensch!“

Chor. Ein dramatischer Chor will Christus am Kreuze sehen, während Pilatus wiederum alle Verantwortung von sich weist.

Choral. Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld erklingt zu einer Melodie von Wolfgang Dachstein, einem Zeitgenossen Martin Luthers an der Erfurter Universität; die Worte schrieb später Paul Gerhardt. Damit endet der zweite Teil des Oratoriums.

Dritter Teil

[2/1] Nr. 28 Tenor-Solo. Der dritte Teil beginnt mit dem Kreuzweg. Cello und Kontrabass markieren die stolpernden Schritte Christi auf dem Weg zur Schädelstätte. Der Tenor übernimmt die Rolle des Simon von Kyrene in einem dramatischen Satz, dessen Stil aus Loewes Balladen bekannt ist, gleichwohl aber auch wie eine Beethoven-Reminiszenz klingt.

[2/2] Nr. 29 Chor und Tenor-Solo. Die Diener des Hohenpriesters beschreiben, wie Simon, von der Menge gefolgt, das Kreuz aufnimmt. Anschließend reflektiert der Tenor darüber, wie gern er bereit sei, das „Marterholz“ zu tragen.

[2/3] Nr. 30 Chor der Zionstöchter. Die Töchter Zions beweinen die Szene; ihre Klage wird durch die dramatische Figuration der Cellopartie pointiert.

[2/4] Nr. 31 Rezitativ. Mit den Worten des Lukas- Evangeliums tadelt Christus die Töchter von Jerusalem in einem Bass-Rezitativ: „Weinet nicht über mich, sondern weinet über euch selbst und über eure Kinder.“

[2/5] Nr. 32 Terzett. Johannes (Alt) und zwei weitere Stimmen vergleichen die Verklärung Christi und seinen triumphalen Einzug in Jerusalem mit der Szene auf Golgotha und der Kreuzigung.

[2/6] Nr. 33 Quartett. Rezitativ à 4. Die Juden beschweren sich über die Inschrift, die Pilatus anzubringen befohlen hat: Jesus von Nazareth, König der Juden.

[2/7] Nr. 34 Pilatus. Darauf versetzt Pilatus: Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben.

[2/8] Nr. 35 Chor des Volkes. Christus wird vom Volk verspottet. Man verlangt von ihm, seine angebliche Behauptung unter Beweis zu stellen, wonach er den Tempel zerstören und in drei Tagen einen neuen bauen könne. Diese Anwürfe werden dramatisch behandelt, wobei eine Stimme nach der andern einsetzt und endlich alle ihn auffordern, vom Kreuz herabzusteigen, wenn er der König von Israel sei: Solle Gott ihn doch retten, wenn er der Sohn Gottes ist.

[2/9] Nr. 36 Rezitativ und Duett. Das einleitende Rezitativ bringt Christi Worte: Vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Die Worte der beiden Diebe, die mit ihm gekreuzigt werden, sind einem Tenor übertragen; danach verheißt ein Bass im Duett mit dem Tenor dem reuigen Dieb, er werde noch diesen Tag mit Christus im Himmel sein.

[2/10] Nr. 37 Choral. Der Choral Seht die Mutter bang und klagend ist eine Variante des Stabat Mater, in dem die Mutter Christi am Fuße des Kreuzes beschrieben wird.

[2/11] Nr. 38 Tempo del Chorale. Christus übergibt seine Mutter der Obhut seines Jüngers Johannes; seine Worte sind von instrumentalen Fragmenten des Chorals durchsetzt.

[2/12] Nr. 39 Chor. Die Streicher spielen mit Sordinen, wenn die Altstimmen auf dramatische Weise schildern, wie Dunkelheit über das Land kam – wahrlich die Hand Gottes. Der Solo-Bass spricht die Worte Christi: Mein Gott! Mein Gott, warum hast du mich verlassen?

[2/13] Nr. 40 Arie und Chor der Zionstöchter. Maria Magdalena (Sopran) singt ihre Klage, in die die anderen Frauenstimmen mit einem kurzen Schlussteil einstimmen.

[2/14] Nr. 41 Rezitativ und Choral. Der Bass rezitiert Christi Worte Mich dürstet! Der Choral Großer Friedefürst schließt sich an.

[2/15] Nr. 42 Rezitativ. Der Alt berichtet, wie man dem Opfer einen Schwamm mit Essig reicht. Der Bass singt Christi letzte Worte: Es ist vollbracht. Vater, in deine Hände befehl ich meinen Geist.

[2/16] Nr. 43 Chor. Streichertremoli bedeuten, wie der Vorhang im Tempel zerreißt, die Erde bebt, die Felsen krachen, die Gräber sich auftun und die Toten erwachen. Ein Bass spricht die Worte des Zenturios: Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen.

Chor der auferstandenen Heiligen. In aufsteigender Folge fallen die Stimmen in den Chor der auferstandenen Heiligen ein; in wechselnden Harmonien geht die Musik dem abschließenden Triumph entgegen.

[2/17] Nr. 44 Duett. Im Garten des Joseph von Arimathaea wird Christus ins Grab gelegt. Der Tenor gibt die imaginären Worte des Joseph wieder, die von dem Bass beantwortet werden – letzterer stellt den Nikodemus dar, der die Spezereien bringt. Sie stellen zarte Betrachtungen über den Leichnam Christi an, der dort im Grabe liegt.

[2/18] Nr. 45 Chor der Zionstöchter. Die Frauen erinnern an das Christuskind, das in weißes Leinen gewickelt in der Krippe lag, beschenkt mit Gold und Myrrhe. Jetzt liegt er in einem Grabtuch, und sein Körper ist mit Spezereien gesalbt.

[2/19] Nr. 46 Schlusschor. Der Chor beginnt in meditativer Stimmung und entwickelt sich zu einem energischen fugierten Satz, in dem der schließliche Sieg verkündet wird, nachdem der Tod verschlungen ist.

Keith Anderson
Deutsche Fassung: Cris Posslac

Die gesungenen Texte sind als PDF-Dateien online unter http://www.naxos.com/libretti/loewe.htm


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