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8.557892 - BEETHOVEN: Fidelio, Op. 72 (Highlights)
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Ludwig van Beethoven (1770–1827)
Fidelio (Highlights)

Als Sohn eines Sängers und Enkel eines ehemaligen Kapellmeisters der kurfürstlichen Hofkapelle in Bonn konnte sich Beethoven bereits in jungen Jahren mit dem Bühnenrepertoire vertraut machen. Und schon 1782 setzte ihn sein Lehrer Neefe bei Proben für Bühnenmusiken als seinen Stellvertreter ein. Hatte er in den nachfolgenden Bonner Jahren bereits ein breites Opernrepertoire kennengelernt, so sollte sich dies mit den vielen in Wien gehörten Werken noch erweitern, wo er sich 1792 niedergelassen hatte.

In Bonn hatte Beethoven die Musik zum Ritterballett des Grafen Waldstein von 1791 beigesteuert. Zehn Jahre später schrieb er in Wien dann die Musik zum Ballett Die Geschöpfe des Prometheus von Salvatore Viganò. Doch obwohl er Arien zur Verwendung in anderer Komponisten Opern komponierte, begann er erst im Jahr 1804 mit der Arbeit an seiner eigenen Oper, Fidelio. 1798 war das Stück des französischen Autors Jean-Nicolas Bouilly, Léonore, ou L’amour conjugale mit der Musik des Sängers und Komponisten Pierre Gaveaux aufgeführt worden. Die Handlung war durchaus zeitkritisch, ging es doch um willkürliche Haft und die Befreiung des Gefangenen Dank des Mutes von dessen treuer Ehefrau. Die Oper erfreute sich einigen Erfolgs in Paris, wie auch der italienischen Fassung Ferdinando Paërs, die 1804 in Dresden auf die Bühne kam, Erfolg beschieden war. Bouillys Libretto wurde ins Deutsche von Joseph von Sonnleithner übertragen, der im Februar 1804 zum Sekretär der Hoftheater ernannt worden war und zwischenzeitlich auch Direktor am Theater-an-der-Wien war, wo er den Schauspieler-Manager Emanuel Schikaneder ablöste, der das Libretto zu Mozarts Zauberflöte verfasst hatte. Gemäß eines mit Schikaneder ausgehandelten Arrangements verfügte Beethoven über einige Räume des Theaters; eine Abmachung, die von Baron von Braun, dem neuen Pächter, erneuert wurde. Beethovens Wahl des Librettos wurde sicherlich auch vom Erfolg, den Cherubinis Oper Les deux journées (Die beiden Reisen) in Wien hatte, beeinflusst, das wiederum auf einem Libretto Bouillys basierte – eine Befreiungsoper, die auf ein Vorkommnis während der Schreckensherrschaft der Französischen Revolution zurückging.

Beethovens Oper wurde erstmals im November 1805 unter dem Titel Fidelio mit mäßigem Erfolg in Wien aufgeführt, wobei das Werk von der zweiten der insgesamt vier verschiedenen Ouvertüren, die letztendlich für diese Oper entstanden, eröffnet wurde. Auf den Titel Fidelio hatte das Theater bestanden, wohl um eine Verwechselung mit der Léonore von Gaveaux oder der Leonora von Paër zu vermeiden. Diese erste Fassung gelangte lediglich dreimal zur Aufführung, fiel die Inszenierung doch in die Zeit der französischen Besatzung Wiens, weshalb viele dem Komponisten Wohlgesonnene anderswo Zuflucht gesucht hatten. Man veranlasste Beethoven zur Kürzung seiner Oper, wobei das Libretto von Stephan von Breuning überarbeitet wurde. In dieser Fassung wurde die Oper dann am 29. März und am 10. April des folgenden Jahres gegeben, diesmal mit der dritten der Leonoren-Ouvertüren, die sich heute im Konzertbetrieb der größten Beliebtheit erfreut. Nach diesen beiden Aufführungen wurde das Werk dann zurückgezogen: offenbar war Beethoven mit den Darbietungen oder ihren finanziellen Erträgen nicht zufrieden. Erst 1814 wurde Fidelio dann erneut in Wien gegeben, nach weiteren Revisionen und Änderungen im Libretto durch Georg Friedrich Treitschke, einem Schauspieler, der 1802 rasch zum Dichter und Inspizienten des Deutschen Hoftheaters aufgestiegen war. Die Fidelio Ouvertüre war zur ersten Aufführung am 23. Mai zwar noch nicht bereit, wohl aber zur zweiten, die drei Tage darauf stattfand. Diese Fassung, mit der neuen Ouvertüre, ist noch heute jene, unter der man Beethovens Fidelio allgemein kennt.

In der Oper ist Fidelio der Name, den die Heldin, Leonore, angenommen hat, um sich als junger Mann auszugeben und als Gehilfe des Kerkermeisters Rocco eine Anstellung zu finden in eben jenem Kerker, in dem ihr Ehemann Florestan von seinem Feind, dem Gouverneur Don Pizarro, festgehalten wird. Es gelingt ihr, ihren Mann vor dem sicheren Tod zu bewahren und Trompeten künden von der Ankunft höherer Autoritäten, die Pizarro seiner gerechten Strafe überantworten und Leonore und ihrem Mann die Freiheit schenken Keith Anderson
Deutsche Fassung: Matthias Lehmann


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