About this Recording
8.559067 - CADMAN: Piano Trio in D Major / Violin Sonata / Piano Quintet
English  French  German  Spanish 

Charles Wakefield Cadman (1881-1946)

Klaviertrio in D-Dur

Sonate in G-Dur für Violine und Klavier

Klavierquintett in g-Moll

The Legend of the Canyon

From the Land of the Sky-blue Water

Charles Wakefield Cadman war im tiefsten Inneren seiner Seele ein amerikanischer Musiker und einer der ersten namhaften Komponisten seines Landes, der nicht in der europäischen Tradition ausgebildet wurde. Obwohl ihm seine klassischen Kompositionen sehr nahe lagen, stehen diese auch heute noch im Schatten seiner engen Verbindung mit der indianischen Musikbewegung. Sein umfassendes Gesamtwerk schließt fünf Opern, Orchestersuiten, Kammermusik, Kantaten, Klavier- und Geigenwerke sowie mehr als 250 Lieder ein.

Cadman hatte die ersten Ideen für sein Trio in D-Dur, Op.56 bereits im Jahre 1908, brachte das Werk aber erst 1913 und zwar innerhalb eines Monats zu Papier. Das Trio war sein erstes Kammermusikwerk und wurde einige Monate später in Minneapolis uraufgeführt. Mit dem Kopfsatz, Allegro maestoso, schuf Cadman ein brilliantes, spätromantisches Werk in Sonatenhauptsatzform. Auch der zweite Satz, Andante cantabile, ist dreiteilig angelegt. Das Hauptthema wird hier von den Streichern getragen, unterstützt von der gedämpften Hintergrundbegleitung des Klaviers. Aufsehen hat in diesem Werk allerdings der ebenfalls dreiteilig angelegte dritte Satz, Vivace energico, erregt. Als erster amerikanischer Komponist hat Cadman hier Elemente des Ragtime in ein Kammermusikwerk einfließen lassen. Dieser oft als „idealisierter Ragtime" umschriebene Satz, ist von einer pulsierenden Energie durchdrungen, welche zeitgenössischen Komponisten oft als passendes Pendant zu dem eifrigen Treiben im großen amerikanischen „Melting-Pot (Schmelztiegel)" erschien.

Cadman stellte seine Sonate in G-Dur für Violine und Klavier 1930 fertig, nachdem er sich zwei Wochen lang in einen Arbeitsschuppen im Kalifornischen Fresno eingeschlossen hatte. Vera Barstow spielte die Uraufführung der Sonate im darauffolgenden Jahr. Cadman weigerte sich in den folgenden zwei Jahren, das Werk drucken zu lassen, und es musste mehrmals von seinen handgeschriebenen Noten aufgeführt werden. Cadman wollte die Sonate „lange bei sich behalten und hier und da noch verbessern". Kurz vor ihrer Veröffentlichung, schrieb der Komponist an einen Freund:

„Ich gebe mich der Halluzination hin, dass sie im Geiste durch und durch amerikanisch ist und etwas von der pazifischen Küste an sich hat. Sie ist lyrisch und DIREKT, aber ist nicht das amerikanische Leben genau das,...nachdem man die Oberflächlichkeiten entfernt hat. DOCH was ich meine, ist, dass dem verdammten Ding darüber hinaus eine einheimische Stimmung anhaftet. Oh, ich bin von dem indianischen Zeug doch schon vor Jahren abgekommen....und DOCH, vielleicht wird sich in vielen Jahren ein neuer und andersartiger Ansatz dazu finden..."

Im Juli 1934 verbrachte Cadman fünf Wochen in der MacDowell-Colony in New Hampshire in der Hoffnung, nach einem turbulenten Jahr Ruhe zum Komponieren zu finden. Dort traf er zum ersten Mal mit akademischen Musikern zusammen, deren hochkarätige Ausbildung ihn einschüchterte. Er gestand sich im Stillen ein, dass es ihm beim Komponieren an technischen Mitteln fehle und strebte daraufhin einen „neuen Stil" an. Er eignete sich folglich ein höheres Maß an Kontrapunktik und raffiniertere Techniken der motivischen Arbeit an. Als er drei Jahre später in die MacDowell-Colony zurückkehrte hatte er sein Quintett in g-Moll für Klavier und Streicher in der Tasche und erntete für seien „Neuen Stil" großen Beifall von seinen Kollegen. Mit diesem Werk hatte Cadman seine Tonsprache verfeinert, jedoch blieb ihm seine eher konservative Grundhaltung eigen, die sich durch gemäßigte Dissonanzen und eine Bändigung seiner ausladenden Lyrik auszeichnet. Das Quintett ist bis heute unveröffentlicht.

Cadman komponierte die Legend of the Canyon, Op.68 – Romance for Violin and Piano auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Mangels einführender Worte im gedruckten Notentext kann über die Bedeutung des Titels Legende des Canyons nur spekuliert werden, jedoch gibt der Untertitel Romanze für Violine und Klavier die gewünschte Wirkung dieses Werkes preis. Legend of the Canyon ist Fritz Kreisler gewidmet, der sie 1925 einspielte.

From the Land of the Sky-blue Water, Op.45, Nr.1 des Jahres 1909 basiert auf zwei Melodien des indianischen Omaha-Stammes, aus Alices Fletchers Melodiensammlung A Study of Omaha Indian Music. Bei den genannten Melodien handelt es sich um einen Flagolett-Liebesruf, dargestellt durch den Triller im Klavier am Beginn des Werkes sowie um ein Omaha-Liebeslied. Cadman „idealisierte" diese durch einen Text von Eberhard. Er soll dieses Lied an einem kalten Wintertag in weniger als einer halben Stunde komponiert haben und war zu dieser Zeit selbst noch in keinem indianischen Reservoir gewesen. Das hier eingespielte Arrangement des Liedes für Klavier und Violine stammt von Gaylord Yost und ist durch die Einspielungen vieler namhafter Geiger berühmt geworden, etwa die von Fritz Kreisler des Jahres 1925.

Deutsche Fassung E.G.


Close the window