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8.660102-04 - MOZART: Nozze di Figaro (Le) (The Marriage of Figaro)
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Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)

Le Nozze di Figaro

 

In seiner Geburtsstadt Salzburg, wo er am Hof des Fürsterzbischofs, dem Dienstherrn seines Vaters, angestellt war, ergab sich für Mozart kaum die Gelegenheit, sich mit der Komposition von Opern zu beschäftigen, einer Musikgattung, der schon immer sein Ehrgeiz gegolten hatte. Als Knabe hatte er sich Aufträgen aus Mailand gewidmet, und 1781 wurde seine Opera seria Idomeneo in München aufgeführt. Noch im selben Jahr beendete er während einer Wien-Reise abrupt seine Salzburger Tätigkeit und ließ sich als freischaffender Komponist in der Donaumetropole nieder. Schon bald erreichte ihn dort der Auftrag des Kaisers für die Komposition einer deutschen Oper, Die Entführung aus dem Serail. Der nächste Kompositionsauftrag für eine Oper – ein italienisches Werk für das Hoftheater – sollte jedoch bis 1786 auf sich warten lassen. Dabei handelte es sich um ein Libretto von Lorenzo da Ponte nach dem zweiten von zwei Schauspielen des französischen Dramatikers Pierre Augustin Caron de Beaumarchais, in deren Handlungsmittelpunkt der Barbier Figaro steht. Im ersten der beiden Komödien, Le barbier de Séville, steht Figaro dem Grafen Almaviva hilfreich bei der Entführung von Doktor Bartolos Mündel Rosina zur Seite. Im zweiten, La folle journée ou Le mariage de Figaro, ist Almaviva inzwischen mit ihr verheiratet und hat Figaro sowie Rosinas Duenna Marcellina in seine Dienste genommen und auch den Musikmeister Basilio auf sein Schloss gezogen.

 

Die Wiener Uraufführung von Mozarts Oper Le nozze di Figaro im Mai 1786 war, zumindest bei den ‚conoscenti’, ein beachtlicher Erfolg; bei der Prager Erstaufführung 1787 sorgte das Werk dann für allgemeine Begeisterung. Für Adriana del Bene, genannt La Ferrarese, die bei der Wiederaufnahme in Wien im Jahr 1789 anstelle von Nancy Storace, der Sängerin der Uraufführung, die Partie der Susanna übernahm, komponierte Mozart eine Arietta im zweiten und ein großes Rondo im vierten Akt nach; er folgte damit seiner Gewohnheit, die Partien auf die stimmlichen Möglichkeiten seiner jeweiligen Protagonisten zuzuschneiden.

 

Die Stoffwahl war nicht ohne Risiko gewesen, denn Beaumarchais’ Schauspiel war aufgrund seines gesellschaftskritischen Inhalts, in dem erstmals der Vertreter der Aristokratie am Schluss den kürzeren zieht, von der Zensur verboten worden, und eine geplante Wiener Aufführung des Stücks durch eine deutsche Schauspieltruppe war ebenfalls auf Ablehnung gestoßen. Da Pontes italienisches Opernlibretto – eine idiomatische italienische Übersetzung der französischen Originalvorlage – fand jedoch die Zustimmung des Kaisers.

 

Die Handlung

 

CD 1

 

Erster Akt: Nach einer hinreißend spritzigen Ouvertüre [1] hebt sich der Vorhang über einem halbmöblierten Zimmer im Schloss des Grafen Almaviva. [2] Figaro, Almavivas Kammerdiener, ist mit dem Ausmessen des Raumes beschäftigt, während seine Verlobte Susanna, das Kammermädchen der Gräfin, vor dem Spiegel ihren Brautkranz probiert. [3] Susanna hat ihre Zweifel an der Großzügigkeit des Grafen, denn [4] das ihnen zugewiesene geräumige Zimmer liegt nicht nur günstig zwischen den Gemächern des Grafen und der Gräfin, sodass ein Klingelzeichen genügt, sondern die Lage kommt besonders Almaviva entgegen. [5] Susanna gesteht Figaro, dass der Graf ihr insgeheim nachstellt und bereits zu bereuen scheint, auf das ihm zustehende feudale ‚Recht der ersten Nacht’ verzichtet zu haben. [6] Figaro nimmt sich vor, die Herausforderung anzunehmen und die Pläne seines Herrn mit List zu vereiteln. [7] Doktor Bartolo erscheint mit seiner früheren Haushälterin Marcellina, der jetzigen Beschließerin im Schlosse. Sie hat Figaro einst unter der Bedingung Geld geliehen, dass er sie heiraten müsse, wenn er es nicht zurückzahlen könne.

 

[8] Bartolo, der sie selbst am liebsten loswerden möchte, verspricht seine Hilfe, kann er sich doch damit auch an Figaro rächen, der bei der Entführung seines einstigen Mündels Rosina, der heutigen Gräfin, beteiligt war. Falls Susanna nämlich den Grafen zurückweise, werde der ihr die versprochene Mitgift vorenthalten, und Figaro müsse Marcellina heiraten. [9] Während Bartolo abgeht, um seinen Racheplan zu bedenken, kommt Susanna herein. [10] Marcellina gibt zunächst vor, ihre Rivalin nicht zu bemerken, schließlich überhäufen sie einander jedoch mit immer boshafteren Komplimenten, bis Marcellina wütend verschwindet.

 

[11] Da erscheint Cherubino, der Page der Gräfin, um Susanna sein Leid zu klagen. Er schwärmt für seine Herrin und für jede andere Frau, der er begegnet, und hat sich daher bereits den Zorn des Grafen zugezogen. [12] Er gesteht Susanna seine Gefühle für die Gräfin.

 

[13] Als unvermutet der Graf naht, versteckt sich Cherubino eilig hinter einem Sessel. Almaviva nimmt auf dem Sessel Platz, macht Susanna den Hof und schlägt ihr ein abendliches Stelldichein im Park vor. Als man von draußen die Stimme des Musikmeisters Basilio vernimmt, wird er auf der Suche nach einem Versteck abgelenkt, sodass Cherubino sich in den Sessel kauern und Susanna ihn mit einem Kleid bedecken kann. Der Graf versteckt sich hinter dem Sessel. Basilio sucht Almaviva, um ihm mitzuteilen, dass Figaro ihn sprechen möchte. Dabei erwähnt er auch Cherubinos Verhalten, der sich  – wie jeder im Schloss wisse – ständig in der Nähe der Gräfin aufhalte. [14] Zornig kommt der Graf aus seinem Versteck hervor und befiehlt, Cherubino suchen zu lassen. Um Schlimmeres zu verhüten, täuscht Susanna eine Ohnmacht vor. Der Graf und Basilio eilen ihr zu Hilfe; als sie wieder zu sich kommt, berichtet der Graf, wie er Cherubino kürzlich bei der Gärtnerstochter Barbarina (auf die er selbst ein Auge geworfen hat) unter einem Tisch ertappt habe. Um die Situation plastisch zu schildern, hebt er das Kleid vom Sessel – nur um abermals Cherubino zu entdecken. [15] Nur allzugern würde der Graf Figaro zeigen, was sich in seiner neuen Wohnung abspielt; da der Page jedoch seine Unterhaltung mit Susanna mit angehört hat, bleibt ihm nichts anderes übrig, als sein Gesicht zu wahren und Cherubino auf andere Weise loszuwerden. [16] In diesem Augenblick kommt Figaro mit einigen Landleuten, um dem Grafen für seinen Verzicht auf das ‚Recht der ersten Nacht’ zu danken. [17] Almaviva gibt vor, Figaros Motive nicht zu durchschauen, will jedoch die Hochzeit hinauszögern, um inzwischen Marcellina aufzusuchen. [18] Die Landleute wiederholen ihr Loblied auf den Grafen. [19] Als sie gegangen sind, bittet Cherubino den Grafen um Verzeihung. Almaviva verbindet Gnade mit persönlicher Genugtuung und verleiht dem Pagen das Patent für eine Offiziersstelle in seinem Regiment – mit dem Befehl, sich sofort nach Sevilla auf seinen neuen Posten zu begeben. [20] Dem enttäuschten Cherubino erteilt Figaro ein paar ironische Ratschläge für seinen künftigen Militärberuf.

 

Zweiter Akt: Das Gemach der Gräfin mit einem Alkoven; rechts die Eingangstür, links ein Kabinett und im Hintergrund eine Tür, die zu den Zimmern der Dienerschaft führt; an der Seite ein Fenster mit Aussicht auf den Garten. [21] Die Gräfin beklagt die erkaltende Liebe ihres Gatten. [22] Von Susanna, die sich zu ihr gesellt, hat sie bereits von den Ereignissen erfahren. Figaro, der ihr gefolgt ist, hat indes eine Intrige ausgeheckt: Durch den Musikmeister Basilio hat er dem Grafen ein anonymes Billett zustecken lassen, in dem von einem angeblichen Rendezvous der Gräfin im Park die Rede ist. Dies sei die Gelegenheit für den Grafen, sich selbst mit Susanna zu verabreden, an ihrer Stelle soll sich aber Cherubino, der auf Figaros Rat geblieben ist, in Susannas Kleidern zum Stelldichein einfinden.

 

[23] Schon kommt Cherubino zur Ankleideprobe; [24] er benützt die Gelegenheit, seine für die Gräfin gedichtete schwärmerische Kanzonette vorzutragen. [25] Die Gräfin gratuliert ihm, [26] dann übt man mit ihm die neue Rolle und macht ihm vor, wie er sich als Dame bewegen muss. [CD3 [17]] In ihrer charmanten Alternativ-Arietta zeigt sich Susanna besorgter über den Erfolg ihrer List. [27] Die Gräfin und Susanna sind begeistert von Cherubinos Verwandlungskünsten, doch als die Gräfin den Pagen bittet, den Ärmel noch ein wenig höher zu ziehen, entdeckt sie eines ihrer Bänder an seinem Arm, was Cherubino mit der Ausrede erklärt, er habe sich bei einem Sturz die Haut abgeschürft und die Wunde mit dem Band verbunden. Die Gräfin nimmt ihm das Band ab und schickt Susanna nach einem neuen Kleid. Sie hat Mitleid mit den Gefühlen des Pagen. In diesem Augenblick naht der Graf, rasend vor Eifersucht ob der vermeintlichen Untreue seiner Gattin und überrascht, die Tür verschlossen zu finden. Cherubino wird rasch im Kabinett versteckt, während sich Susanna im Alkoven verbirgt. [28] Als die Gräfin den Gatten einlässt, fällt im Kabinett ein Stuhl mit Gepolter um, was abermals das Misstrauen Almavivas erregt. [29] In hellem Zorn verlangt er, die Tür zu öffnen. Die Gräfin lehnt dies mit der Begründung ab, dass sie Susanna ins Kabinett geschickt habe, um sich für das Fest umzukleiden. Inzwischen ist Susanna wieder ins Zimmer zurückgeschlüpft und versteckt sich im Alkoven. [30] Entschlossen, sich endlich Gewissheit über die im Kabinett versteckte Person zu verschaffen, geht der Graf ab, um Werkzeug zum Aufbrechen der Tür zu holen; die Gräfin muss ihm folgen. [31] Rasch kommt Susanna aus ihrem Versteck hervor und befreit Cherubino aus dem Kabinett, der nunmehr aus dem Fenster in den Garten springt. [32] Susanna schaut ihm nach, dann schließt sie sich selbst im Kabinett ein.

 

[33] Inzwischen ist das gräfliche Paar zurückgekehrt. Die Gräfin gesteht in der äußersten Not, dass Cherubino im Kabinett sei, dass alles jedoch nur eine harmlose Charade gewesen sei. Der Graf ist außer sich vor Wut.

 

CD 2

 

[1] Almaviva fordert Cherubino auf, aus dem Kabinett herauszukommen. [2] Zu seiner Überraschung erscheint jedoch anstelle des Pagen Susanna. Der Graf geht ins Kabinett, um nachzusehen, ob sich dort noch jemand versteckt hält. [3] Susanna nutzt indessen die Gelegenheit, der Gräfin zuzuflüstern, dass Cherubino entkommen konnte. Der Graf muss einsehen, dass seine Eifersucht unbegründet war, und er bittet seine Gemahlin um Verzeihung. [4] Indes meldet Figaro, dass alle Vorbereitungen zur Hochzeit getroffen seien. Der Graf verdächtigt ihn der Komplizenschaft angesichts des ihm zugespielten Billetts über die vermeintliche Untreue seiner Gattin, doch Figaro spielt den Ahnungslosen. [5] Zu allem Überfluss poltert der Gärtner Antonio ins Zimmer und beschwert sich, dass vor kurzem jemand aus dem Fenster in seine Blumenbeete gesprungen sei. Figaro reagiert prompt und behauptet, dass er es gewesen sei. Doch Antonio zieht ein Papier hervor, das der Flüchtende verloren hat – Cherubinos Offizierspatent! Nur durch den Umstand, dass man vergass, das Patent zu versiegeln, gelingt es Figaro, sich noch einmal herauszureden. [6] Marcellina kommt in Begleitung Bartolos und Basilios, um ihre Klage gegen Figaro, das Nichteinlösen des Hochzeitsversprechens, vorzubringen. Der Graf entscheidet, die Angelegenheit richterlich klären zu lassen. Die Hochzeit ist somit einstweilen verschoben.

 

Dritter Akt: Ein für die Heiratszeremonie hergerichtetes Zimmer. [7] Der Graf sinnt über die Bewandtnis des anonymen Billetts und über die Ereignisse der letzten Stunden nach. Inzwischen sind unbemerkt die Gräfin und Susanna eingetreten. Susanna soll sich mit dem Grafen zu einem Stelldichein verabreden, zu dem die Gräfin selbst in Susannas Kleidern zu erscheinen gedenkt. Almaviva, er sich noch immer allein wähnt, erwägt, Figaro zur Ehelichung Marcellinas zu zwingen zu lassen, falls Susanna ihn bei der Gräfin verraten hat. Susanna bittet den Grafen um ein Fläschchen Riechsalz für die Gräfin; Almaviva entgegnet, dass sie es selbst benötigen werde, wenn nämlich Figaro Marcellina heiraten müsse – was sie freilich verhindern könne, wenn sie auf sein Ansinnen eingehe. [8] Er hält Susanna ihre abweisende Haltung vor, ist jedoch versöhnt, als sie ihm ein Stelldichein im Park verspricht. [9] Sie erklärt ihr Verhalten mit der Anwesenheit Cherubinos. Beim Abgehen trifft Susanna Figaro, der ihr beiläufig mitteilt, dass der Prozess ohne Advokaten bereits gewonnen sei. [10] Als der Graf die Bemerkung zufällig auffängt, wächst sein Verdacht erneut. [11] In der anschließenden Gerichtsszene wird Figaro vom Richter Don Curzio dazu verurteilt, Marcellina zu heiraten, da er nicht in der Lage ist, seine Schulden zurückzuzahlen. Doch Figaro weigert sich, die Ehe ohne das Einverständnis seiner ihm unbekannten Eltern einzugehen – im Säuglingsalter sei er nämlich von Räubern entführt worden. Zur Überraschung aller erkennt Marcellina in Figaro plötzlich ihren und Bartolos verloren geglaubten Sohn. [12] Als sie ihn in die Arme schließt, erscheint Susanna mit dem Geld, um Figaro auszulösen. Aus der Umarmung schließt sie, dass die Heirat bereits beschlossen ist, doch der wahre Sachverhalt ist rasch aufgeklärt. [13] Marcellina erlässt Figaro die Schulden, und man beschließt eine Doppelhochzeit. [14] Nachdem alle gegangen sind, kommt Barbarina mit Cherubino herein, den sie als Mädchen zu verkleiden gedenkt.

 

[15] Die Gräfin beklagt erneut die Untreue ihres Gatten und sehnt sich nach den glücklichen Tagen der Liebe zurück. [16] Nachdem sie das Zimmer verlassen hat, kommt der Graf mit Antonio herein, der ihm verrät, dass sich der Page noch immer im Schloss aufhält. Nachdem sie gegangen sind, treten die Gräfin und Susanna wieder ein. [17] Um Almavivas Liebe zurückzugewinnen, ist die Gräfin bereit, an einer weiteren Intrige teilzunehmen. Zu diesem Zweck diktiert sie Susanna einen Brief, in welchem als Ort des nächtlichen Rendezvous der Pinienhain des Parks ausgemacht wird. [18] Susanna liest der Gräfin noch einmal das Billett vor. [19] Man versiegelt es mit einer Nadel, um deren Rückgabe an Susanna der Graf gebeten wird. [20] Nun treten Barbarina und die Dorfmädchen (unter ihnen der noch immer nicht abgereiste, in Frauenkleidern gesteckte Cherubino) auf, um der Gräfin ein Ständchen zu bringen. [21] Barbarina stellt Cherubino als ihre Kusine vor. Die Gräfin nimmt seine Blumen entgegen und bedankt sich mit einem Kuss, der ihn erröten lässt. Vorgewarnt von Antonio, der ihm den Hut gegeben, den Cherubino verloren hat, erkennt der Graf den verkleideten Pagen sofort. Mit seinem Zorn kann er jedoch auch dieses Mal nichts ausrichten, weil sonst Barbarina aus der Schule plaudert, die ihn nun um seine Zustimmung bittet, Cherubino heiraten zu dürfen. Inzwischen ist auch Figaro erschienen; er erregt den Verdacht des Grafen, denn von seiner angeblichen Verletzung beim Sprung aus dem Fenster ist nichts zu bemerken. [22] Zu den Klängen eines Marschs beginnt nun das Hochzeitszeremoniell. Als Susanna dem Grafen den Brief übergibt, ritzt er sich beim Öffnen an der Nadel. Figaro beobachtet den Grafen und vermutet an seiner Reaktion, dass es sich um einen Liebesbrief handelt. Doch alles endet in scheinbarer Glücksstimmung: Figaro darf heiraten und Almaviva sieht sich am Ziel seiner Wünsche.

 

CD 3

Vierter Akt: Schlossgarten mit zwei Pavillons; es ist Nacht. [1] Barbarina hat die Nadel, die sie auf Geheiß des Grafen Susanna zurückbringen soll, verloren.

[2] Marcellina und Figaro kommen des Wegs. Barbarina lässt sich entfallen, dass Susanna die Absenderin des mit der Nadel versiegelten Briefs an den Grafen war.

 

[3] Figaro beschließt, das Paar in flagranti zu ertappen. [4] Marcellina will Susanna warnen. [5] Sie fragt sich, warum Mann und Frau nicht so friedlich wie die Tiere zusammen leben können. [6] Nachdem alle gegangen sind, kommt Barbarina zurück und betritt den Pavillon zur Linken, wo sie sich mit Cherubino verabredet hat. Inzwischen hat Figaro Bartolo und Basilio als Zeugen seiner Rache herbeigeholt; sie sollen sich versteckt halten, bis er ihnen ein Zeichen gibt. [7] Basilio weiht Bartolo ein, wobei er sich an seine eigene Jünglingszeit erinnert, bevor er gelernt habe, dass es besser sei, den Narren zu spielen [8]. Figaro tobt vor Eifersucht über Susannas vermeintliche Untreue; er glaubt, allen Männern die Augen über die Verführungskünste der Frauen öffnen zu müssen. [9] Figaro versteckt sich, als die Gräfin und Susanna in vertauschten Kleidern im Park erscheinen. Inzwischen hat Marcellina Susanna in Figaros Absichten eingeweiht. Marcellina geht in den linken Pavillon, während Susanna mit der Gräfin in ihrer Nähe unter einem Lorbeerbaum Kühlung suchen will. [10] Aus Figaros Eifersucht ermisst Susanna die Größe seiner Liebe und sehnt sich nach der Stunde der endgültigen Vereinigung. ([18] In dem nachkomponierten Rondo wirft sie ihm Vernachlässigung vor.) [11] Figaro ist entsetzt über ihre scheinbare Untreue. Da tritt Cherubino in Uniform auf, um Barbarina zu treffen, doch er begegnet der als Susanna verkleideten Gräfin. [12] Dreist nimmt er ihren Arm, doch sie weist ihn ab.

 

[13] Als er sie küssen will, tritt plötzlich der Graf dazwischen, sodass er sich eilends davonmacht. Figaro hat zur Belustigung der wahren Susanna alles beobachtet. [14] Almaviva, der sich nun mit der vermeintlichen Susanna allein wähnt, beteuert ihr seine Liebe und gibt ihr einen Ring. [15] Da tritt Figaro hervor, um das Paar zu stellen. Die Gräfin täuscht Furcht vor und sucht Zuflucht im rechten Pavillon, während der Graf verschwindet. Die Stimme der Gräfin nachahmend, bittet Susanna Figaro, sich still zu verhalten, während sie selbst die Untreue ihres vermeintlichen Ehemanns beobachten will. Doch Figaro erkennt Susannas Stimme und fordert sie auf, ruhig zu bleiben. Der Friede zwischen beiden ist wieder hergestellt. Zusammen spielen sie dem Grafen die Komödie eines Stelldicheins der Gräfin mit dem Kammerdiener vor. [16] Wütend ruft Almaviva Zeugen herbei, muss sich aber bald selbst schuldig bekennen, als er die wahre Identität der vermeintlichen Susanna erkennt. Reumütig bittet er seine Gattin um Verzeihung.

 

Keith Anderson

Deutsche Fassung: Bernd Delfs


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