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8.660116-17 - BERLIOZ: Damnation de Faust (La) (The Damnation of Faust)
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Hector Berlioz (1803-1869)
La Damnation de Faust

Marguerite - Marie-Ange Todorovitch, Mezzo-sopran
Faust - Michael Myers, Tenor
Méphistophélès - Alain Vernhes, Bariton
Brander - René Schirrer, Bass

Philippe Gérard: Cor anglais (CD 2 / Track 13)
Slovak Philharmonic Choir (Chorus master: Jan Rozehnal)
Orchestre National de Lille / Région Nord-Pas de Calais

Jean-Claude Casadesus

 

Hector Berlioz wurde am 11. Dezember 1803 in der französischen Provinz Isère als Sohn eines wohlhabenden Arztes aus der Dauphiné geboren und erhielt während seiner Kindheit vor allem von diesem Unterricht. Dabei begeisterte er sich für die verschiedensten Gebiete, nicht zuletzt für die Musik, und dieser Enthusiasmus brachte ihn schließlich zur Komposition. Da er nicht Klavier spielte, schrieb er zunächst Musik für ein Sextett, in dem er selbst die Flöte und der Sohn seines Musiklehrers das Horn blies. Später griff er auch zur Gitarre. 1821 absolvierte Hector Berlioz sein Baccalaureat in Grenoble. Dann begab er sich nach Paris, um dort auf Drängen des Vaters Medizin zu studieren. Nach drei Jahren gab er das Fach zugunsten der Musik auf, für die er in Paris noch stärker entflammte, da ihm hier die Oper und die Bibliothek des Konservatoriums, wo er später als Bibliothekar arbeitete, ganz andere Möglichkeiten boten. Schon früher war er als Komponist nicht unproduktiv gewesen; jetzt aber nahm er Stunden bei Jean-François Lesueur, in dessen Konservatoriumsklasse er 1826 eintrat.

1827 sah Berlioz zum erstenmal Shakespeares Hamlet mit Charles Kemble in der Titelrolle und der irischen Schauspielerin Harriet Smithson als Ophelia. Er war überwältigt und konnte in derselben Spielzeit noch weitere Werke sehen. Unsterblich verliebte er sich damals in die populäre Harriet Smithson, die ihn zunächst allerdings abwies, worauf er seine autobiographische Symphonie fantastique komponierte. Erhört wurde Berlioz, nachdem er endlich den Prix de Rome gewonnen und zwei Jahre in der Ewigen Stadt verbracht hatte, indessen Smithsons Popularität allmählich geschwunden war. Die Ehe war allerdings für beide Teile nicht besonders glücklich.

Während der nächsten Jahre blieb Berlioz in der französischen Musikszene ein Außenseiter. Er verdiente seinen Lebensunterhalt als Kritiker, konnte sich aber als Komponist und Dirigent im Ausland einen Namen machen. Man sah in ihm den Typus des individuellen Genies, des romantischen Künstlers, der bis zum Exzess von seinen Leidenschaften getrieben wird und – wie die Mémoires des Komponisten verraten – paranoid auf Kritik und Widerspruch reagierte. Nach dem Tode seiner Frau im Jahre 1854 konnte er die Sängerin Marie Recio heiraten, mit der er bereits seit zwölf Jahren ein Verhältnis gehabt hatte. Ihr plötzlicher Tod im Jahre 1862 und der Tod seines Sohnes Louis, eines Marineoffiziers, im Jahre 1867, überschatteten seine letzten Lebensjahre. Hector Berlioz starb am 8. März 1869.

1828 entdeckte Berlioz Goethes Faust für sich, und zwar in der ein Jahr zuvor veröffentlichten französischen Prosaübersetzung von Gérard de Nerval. Die Lektüre regte ihn zu seinen ehrgeizigen Huit scènes de Faust (Acht Szenen aus Faust) an, für die er Nervals Übersetzung benutzte und die er 1829 kühn als sein Opus 1 herausbrachte. Er zog das Werk dann allerdings zurück und übernahm einen großen Teil des Materials in seine spätere Damnation de Faust. Diese Komposition skizzierte Berlioz während einer Konzerttournee, die ihn 1845 und 1846 nach Wien, Prag, Pest, Breslau und Braunschweig führte. Einige Teile des darin verwandten Librettos stammten von Almire Gandonnière, erhebliche Abschnitte dichtete Berlioz jedoch selbst. In seinen nicht immer zuverlässigen Mémoires beschreibt er, dass er Fausts Anrufung der Natur in einer deutschen Postkutsche geschrieben habe; anderes sei „in der Kutsche, in der Eisenbahn, auf dem Dampfer“ entstanden.

Die Einleitung verfasste er in einem Gasthaus in Passau, die Szene am Ufer der Elbe, die Szene der Rosen und den Tanz der Sylphen in Wien. Den Ungarischen Marsch, aufgrund dessen er den ersten Teil des Werkes – zum Missvergnügen einiger deutscher Kritiker – nach Ungarn verlegte, schrieb er in Pest, wo er auch den Reigen der Bauern zu Papier brachte. Abgeschlossen wurde die Arbeit in Paris, wo das Werk im Dezember 1846 seine mit enttäuschender Gleichgültigkeit aufgenommene Uraufführung erlebte. Während einer weiteren Konzertreise im nächsten Jahr dirigierte er die beiden ersten Teile von La Damnation de Faust in St. Petersburg, und bei einem längeren Aufenthalt in Berlin konnte er das ganze Werk vorstellen.

Hector Berlioz verwandte Episoden aus dem ersten Teil der Tragödie (den zweiten Teil des Faust vollendete Goethe erst 1831, ein Jahr vor seinem Tode). Bei Berlioz endet Faust in der Verdammung, während Gretchen wie bei Goethe erlöst wird. Den ersten Teil der Tragödie lässt Goethe recht plötzlich enden: Faust und Mephisto verschwinden aus dem Kerker, indessen letzterer erklärt, das Mädchen sei „gerichtet“. Darauf antwortet eine Stimme (von oben): „Ist gerettet!“ Berlioz liefert in seiner Schluss-Szene ein musikalisch befriedigenderes Ende – wenn nämlich Gretchen, nachdem Faust in die Hölle gefahren ist, zu den Heiligen in den Himmel versetzt wird. Das gesamte Werk ist durch das bekannte Instrumentationsgeschick des Komponisten gekennzeichnet, der in dieser Dramatischen Legende eine Reihe von Ideen realisierte, die er bereits in seinen Schriften ausgeführt hatte. Dabei zeichnet er ein bemerkenswertes musikalisches Portrait der Titelfigur – des romantischen Helden Faust mit seinem aufrührerischen Streben, der vom Teufel verführt wird und schließlich in der Verdammung endet.

[CD 1 / Track 1] Die Introduktion der Damnation de Faust beginnt dolce ed espressivo mit einer zarten 6/8-Linie der Bratschen. Wir sehen den Titelhelden in der ungarischen Puszta, wo er das Ende des Winters und den Beginn des Frühlings besingt. „Weit weg vom Streut und der Menge der Menschen“ genießt er die Einsamkeit. Große und kleine Flöten nebst den andern Holzbläsern deuten bereits auf den Reigen der Bauern und den ungarischen Marsch hin. [1/2] In der zweiten Szene, Ronde des paysans, hört Faust den Chor der Bauern mit der Frühlingsfeier: Er beneidet die Singenden und Tanzenden um ihr Vergnügen. [1/3] Die dritte Szene zeigt einen andern Teil der Ebene. Eine Armee rückt vor, Faust betrachtet und kommentiert das Bild. [1/4] Während die Marche hongroise ertönt, entfernt sich der Beobachter. Bei dem ungarischen Marsch handelt es sich um das Arrangement des Rákóczy-Marsches, das Berlioz für seine Konzerte in Pest verfasste – gewiss ein guter Grund, den ersten Teil der Damnation nach Ungarn zu verlegen, anstatt den Protagonisten in seinem Studierzimmer grübeln zu lassen.

Dieser Schauplatz ist dem zweiten Teil des Werkes vorbehalten, der in Norddeutschland spielt. [1/5] Die von den Violoncelli eingeleitete vierte Szene zeigt Faust also, wie bei Goethe, nach dem Vorspiel auf dem Theater und dem Prolog im Himmel, in seinem Studierzimmer. Die zweiten Violinen setzen mit dem Fugenthema ein, das ein weiteres Mal von den Bratschen und Fagotten beantwortet wird. Faust beklagt das Elend seines Lebens. Er will Gift nehmen, das seinen Verstand „erleuchten oder vernichten muss,“ und setzt die Schale an den Mund. [1/6] Da erklingt der Osterhymnus, in dem der Chor die Auferstehung Christi besingt und unglücklich alle Jünger heißt, die auf Erden zurückbleiben mussten. Der Gesang endet mit einem verhalten-meditativen Hosanna und gibt Faust seine Zuversicht zurück. [1/7] Faust ist durch den Klang der frommen Lieder von seinem Vorsatz, sich zu töten, abgekommen und wünscht die Gesänge („süßer als die Morgenröte“) noch einmal zu hören. [1/8] Plötzlich erscheint Méphistophélès. Auf Fausts Frage bezeichnet er sich als den Geist des Lebens und Tröster der Menschen: Alles Glück und jede Freude habe er zu bieten. Faust verlangt einen Beweis dieser Fähigkeit, worauf ihn Mephisto auffordert, nicht länger wie ein Wurm an seinen alten Büchern zu nagen, sondern ihn zu begleiten. Sie verschwinden in der Luft.

[1/9] Die sechste Szene spielt in Auerbachs Keller in Leipzig. Der Chor der Zecher verlangt nach Wein. Mephisto beschreibt seinem Begleiter den Raum. [1/10] Die Zecher singen ein Loblied auf den Wein und den Punsch. Sie wollen eine lustige Geschichte hören, worauf Brander, einer der Gäste, ein selbstverfasstes Lied zum besten gibt. [1/11] In diesem aus den Huit scènes von 1828 übernommenen Stück geht es um eine Ratte, die – nachdem sie vergiftet wurde – nicht anders litt als ein Verliebter. Die Gesellschaft singt ihr Requiescat in pace dazu, und Brander verlangt, man solle für das Amen eine Fuge improvisieren. Faust und Mephisto werden Zeuge des Vorgangs, den letzterer als eine „Bestialität in reinster Form“ bezeichnet. [1/12] Die Zecher singen also ihre Amen-Fuge, wobei Branders Fugenthema von einer schnelleren Repetition des Wortes „Amen“ beantwortet wird. [1/13] Mephisto findet die Fuge sehr schön und möchte mit einem Lied über einen nicht minder ergreifenden Gegenstand parieren. Zwar fragen sich die Zecher, wer dieser bleiche Mann mit den roten Haaren wohl sei, doch sein Lied kommt ihnen gerade recht. [1/14] Das ist nun das (wiederum aus der Fassung von 1828 übernommene) Flohlied – die muntere Geschichte von dem Favoriten des Königs, der hoch geehrt wurde, mit seinen Stichen den ganzen Hofstaat plagte und doch nicht zerknickt werden durfte. [1/15] Faust hat von dieser ordinären Sprache genug und verlangt von Méphistophélès nach angenehmeren Freuden. Beide gehen ab.

[1/16] Die siebte Szene zeigt Wäldchen und Wien am Ufer der Elbe. Mephisto deutet auf die über Nacht erblühten Rosen, die Faust ein duftendes Lager bereiten. Die Geister der Erde und der Luft erheben ihre Stimmen. [1/17] Faust träumt von Gnomen und Sylphen, die ihm ein zartes Schlaflied singen, in das auch Mephisto einfällt. (Der Chor ist eine revidierte Fassung der bereits 1828 komponierten Szene.) Ein lebhafter Rhythmus bestimmt die Vision, bis Faust durch Mephistos Machenschaften in seinem Traume Margarethe (Gretchen) erblickt. Die Musik verklingt, Mephisto bedankt sich bei den Geistern. [1/18] Der Tanz der Sylphen erklingt im Tempo eines Walzers, indessen die Geister der Luft einige Zeit den schlafenden Faust umschweben, bevor sie nach und nach verschwinden.

[1/19] Mit einem Ruck erwacht Faust. Er ist verzaubert vom Anblick Gretchens. Mephisto verspricht, ihn zu ihr zu bringen und richtet seine Aufmerksamkeit auf die fröhlichen Studenten, die eben an der Tür des Mädchens vorüberziehen. [1/20] Ein Trupp Soldaten singt von der Absicht, Mädchen und Burgen zu erobern. In dieses Lied (in B-dur) flechten die Studenten ihr Gaudeamus igitur (d-moll) hinein, und endlich fallen auch Faust und Méphistophélès in dieses kontrapunktische Meisterwerk ein.

[2/1] Zu Beginn des dritten Teils spielen Pauken und Trompeten den Zapfenstreich. [2/2] Die neunte Szene spielt in Gretchens Kammer. Es ist Abend. Faust heißt die süße Dämmerung und die Ruhe willkommen. Er besingt Gretchen, das geliebte Ideal, indessen er langsam auf und ab geht, um mit leidenschaftlicher Neugierde das Zimmer zu betrachten (wobei er in der Hauptsache von einer langen Melodie der ersten Violinen begleitet wird). [2/3] Abrupt unterbrechen die Blechbläser die Stille. Mephisto kommt herein und weist Faust an, sich hinter den Seidenvorhängen zu verbergen. Im Abgehen verspricht er ihm ein „schönes Hochzeitslied“. [2/4] Margarethe tritt ein, eine Lampe in der Hand. Sie ist verwirrt ob des Traumes, den sie verwichene Nacht von dem künftigen Geliebten und der Liebesleidenschaft geträumt hat. [2/5] Während sie ihr Haar flicht, singt sie die Ballade des Königs von Thule (die wie das Ständchen des Mephisto aus den Huit scènes von 1828 stammt). Der Satz beginnt mit Kontrabass-Pizzikati, worauf die ersten Violinen die Umrisse der Gesangsmelodie andeuten. Dann erzählt Gretchen von dem alten König und dem goldenen Becher, den „sterbend seine Buhle“ ihm gab und den er bis zu seinem eigenen Tod täglich leerte.

[2/6] In der zwölften Szene, Beschwörung, ruft Mephisto die „Geister der flackernden Flammen“ herbei. Sie sollen bei Gretchens Verführung helfen. [2/7] Die Irrlichter tanzen ihr unheimliches Menuett, dem die kleinen Flöten ein hurtiges Ende machen. [2/8] Zu den Klängen eines Brummbasses vollführt Mephisto die Bewegungen eines Mannes, der die Drehleier spielt, indessen er sich anschickt, sein munteres Ständchen zu singen [2/9], in das der Chor der Geister einfällt. Dann wünscht er den „armen Dingern“ eine gute Nacht und bleibt allein, die beiden Liebenden zu beobachten. [2/10] Wenn die dreizehnte Szene beginnt, erinnert die von den Bratschen begleitete Oboe an Gretchens Ballade. Das Mädchen ist überrascht, den Geliebten vor sich zu sehen, von dem sie geträumt hat. Faust singt ihr von seiner Liebe, und beide bringen ihre brennende Leidenschaft zum Ausdruck. [2/11] Mephistos Auftritt unterbricht die Szene. Er drängt zur Eile. Gretchen erschrickt beim Anblick des Fremden, der mit raschen Worten berichtet, dass die Nachbarn das Stelldichein gehört und die Mutter des Mädchens gerufen hätten. Faust nimmt Abschied, indessen Mephisto die Liebenden auffordert, sich voneinander zu trennen. [2/12] Die Nachbarn sind aufgeregt über das, was sie gehört haben, und kommen herbei. Mephisto hat Fausts Seele gewonnen. Margarethe ist zutiefst bekümmert, als der Geliebte sie verlässt, der sich seinerseits in seiner Sehnsucht zu ihr verzehrt.

[2/13] Die fünfzehnte Szene, Romanze, findet sich weitgehend bereits in der Version von 1828. Mit ihr beginnt der vierte Teil der Damnation de Faust. Margarethe hat ihre Ruhe verloren, da der Geliebte, an dem sie jede Einzelheit, jede Geste bewundert, nicht bei ihr ist. Unablässig schaut sie zum Fenster hinaus, indessen sie Faust erwartet und sich nach seinen Küssen sehnt. [2/14] Man hört in der Ferne einen Soldatenchor marschieren, dazu erklingt das Lied der Studenten. [2/15] Die sechzehnte Szene, Anrufung der Natur, zeigt Wald und Höhlenlandschaft. Faust betrachtet die unermessliche Natur, die ihm allein in seinem „endlosen Überdruss Rast“ gewährt und ihn neue Kraft fühlen lässt. Er ruft die Mächte der Natur an: Mit dem Getöse von Orkanen, tiefen Wäldern, Felsen, Strömen will er seine Stimme vereinen, zu den funkelnden Sternen sein Sehnen nach unerreichbarem Glück emporschwingen. [2/16] In der siebzehnten Szene, Rezitativ und Jagd, kommt Mephisto die Felsen heraufgestiegen und lenkt Faust Blick auf „den Stern der treuen Liebe“ am azurnen Firmament: Man hört die Klänge einer Jagd. Indessen berichtete Méphistophélès, dass Margarethe ins Gefängnis geworfen wurde, nachdem sie ihre Mutter getötet habe – und zwar durch den ständigen Gebrauch des Schlaftrunks, den ihr Faust gegeben hatte. Da sie allabendlich auf den Geliebten wartete, hatte sie ihrer Mutter davon schließlich zuviel gegeben. Jetzt erwartet sie ihre Hinrichtung. Mephisto bietet an, das Mädchen sogleich zu retten, wenn Faust ein Pergament unterzeichnet, in dem er sich verpflichtet, ihm fortan zu dienen. Faust unterschreibt und drängt zur Eile. Es gilt, Margarethe alsbald zu erreichen. Mephisto ruft seine beiden gedankenschnellen Rappen. Die beiden Männer steigen auf und stürmen davon.

[2/17] In der achtzehnten Szene galoppieren Faust und Méphistophélès auf den schwarzen Rossen dahin, jener besorgt um das Schicksal der Geliebten. Während dieses Rittes zum Abgrund hört man den Chor der Landleute, die bei einem Kruzifix am Wegesrand knien, um zur Heiligen Jungfrau und zur Heiligen Magdalena zu beten. Die Frauen und Kinder laufen entsetzt auseinander, als die Reiter vorüberstürmen. Faust sieht sich von großen, kreischenden Nachtvögeln umflogen, die ihn mit ihren Flügeln schlagen. Mephisto hört die Totenglocke läuten und zügelt sein Pferd: Man könne umkehren, wenn Faust sich ängstige. Doch dieser will weiter. Die Rosse verdoppeln ihr Tempo. Skelette tanzen um Faust herum. Immer erschreckter und keuchender sieht er, wie sich die Mähnen der Pferde sträuben. Mephisto ruft mit Donnerstimme die „Kohorten der Hölle“, ihre Siegesfanfaren ertönen zu lassen. Ein Abgrund tut sich auf, sie fallen in den Schlund. [2/18] Die neunzehnte Szene, die Unterwelt, beginnt mit dem Geschrei der Verdammten und Dämonen, die in einer höllischen Phantasiesprache singen. Die Fürsten der Finsternis begrüßen ihren Gebieter, dem ein für allemal Fausts Seele gehört, nachdem dieser die Urkunde aus freien Stücken unterzeichnet hat. Die Dämonen tragen Méphistophélès im Triumph umher und umtanzen ihn.

[2/19] Im Epilog auf der Erde ist die Hölle zum Schweigen gebracht. Der Schrecken ist vorbei. [2/20] Im Himmel hören wir die himmlischen Geister Hosanna singen. [2/21] Eine Stimme ruft Margarethe. Die „kindliche Seele“ wird emporgerufen, nachdem sie von der Liebe in die Irre geleitet worden war. Jetzt nimmt sie in der Gemeinschaft mit den himmlischen Jungfrauen ihre frühere, unschuldige Schönheit wieder an. In einer ruhigen, heiteren Stimmung geht das Werk zu Ende.

Keith Anderson
Deutsche Fassung: Cris Posslac


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