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8.660170-71 - WAGNER, R.: Rheingold (Das) (Ring Cycle 1)
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Richard Wagner (1813–1883)
Das Rheingold

 

Im August 1876 wurde Richard Wagners Tetralogie Der Ring des Nibelungen im neuerbauten Bayreuther Festspielhaus zum ersten Male vollständig aufgeführt. Der Zyklus besteht aus dem Vorabend Das Rheingold, worauf an den beiden nächsten Tagen Die Walküre und Siegfried sowie als Abschluss die Götterdämmerung folgen. Nachdem Wagner 1853 den Text abgeschlossen hatte, entstand mit der Vollendung der Musik und der Aufführung des gesamten Ring in dem eigens zu diesem Zwecke geschaffenen, neuartig gestalteten Opernhaus ein Gipfel des schöpferischen Vermögens, eine Apotheose der deutschen Kunst. Leitmotive markieren Charaktere, Ereignisse und Ideen des Dramas; sie sorgen durch ihre Wiederkehr und Verflechtung für den Zusammenhalt der gesamten Schöpfung.

Die Quellen seines Dramas fand Wagner vornehmlich in der isländischen Saga, im mittelhochdeutschen Nibelungenlied aus dem 13. Jahrhundert und der altnordischen Thidreks Saga af Bern (Geschichte Thidreks von Bern). Daneben las er jedoch auch eine Vielzahl anderer Werke, indessen die Struktur der Tetralogie und das zu Grunde liegende Thema des Fluches in vieler Hinsicht Aischylos und der griechischen Tragödie verpflichtet sind. Die Musik zu Das Rheingold wurde 1854 vollendet und folgt denselben Prinzipien, die Wagner in seiner Abhandlung Oper und Drama 1851 niedergelegt hatte, die er in späteren Werken jedoch weniger streng befolgen sollte. In seiner Textdichtung bediente er sich einer Form des Stabreims, mithin der althochdeutschen Alliteration. Das Orchester des Rheingold verlangt vierfache hohe Holzbläser, drei Fagotte, acht Hörner, vier Tuben nebst Kontrabasstuba, vier Trompeten und Posaunen, sechs Harfen im Graben sowie eine weitere auf der Bühne, eine Schlagzeuggruppe mit einer Reihe von Ambossen, die in der Nibelungenszene geschlagen werden, sowie eine große Streichergruppe.

Die Partitur wurde 1864 mit einer schmeichlerischen Widmung ( dem königlichen Freunde König Ludwig II. von Bayern) veröffentlicht, das Werk 1869 am Münchner Hof- und Nationaltheater uraufgeführt. Wagner intrigierte bei dieser Gelegenheit von seiner Villa im schweizerischen Triebschen aus gegen seine Gegner in der Münchner Theaterverwaltung. Er hoffte, dass er selbst gerufen würde, um die Aufführung zu retten, von deren Leitung sein Schützling, der junge Hans Richter, auf seine Veranlassung hin zurückgetreten war, nachdem die komplizierte Bühnenmaschinerie die vorhersehbaren Probleme verursacht hatte. Am Ende verlor König Ludwig die Geduld und ließ das Werk von einem anderen Dirigenten erfolgreich aus der Taufe heben.

Die Handlung

[CD 1 / Track 1] Vorspiel

Szene 1

[1/2] Anfangs befinden wir uns auf dem Grunde des Rheines. Ein aufsteigendes Motiv symbolisiert die Wurzel aller Dinge, ein zweites die Natur und ein drittes das fließende Wasser des Stromes. Die drei Rheintöchter – Woglinde, Wellgunde und Floßhilde – schwimmen singend umher und achten des Rheingoldes nicht, das zu bewachen, wie Floßhilde mahnt, ihre eigentliche Pflicht ist. [1/3] Aus einer finsteren Schluft entsteigt währenddem Alberich, der Nibelungenzwerg. Wollüstig schaut er den Wassermädchen zu, die ihn necken und wollen, dass er sie erhasche. [1/4] Er stolpert unbeholfen über die garstig glatten, glitschigen Felsen, und die Mädchen entziehen sich seinen Nachstellungen. [1/5] Sie spotten seiner und spielen mit ihm. Da beginnt das Rheingold in den Strahlen der Sonne zu leuchten, von den Rheintöchtern begrüßt. Alberich will wissen, was da so gleißt und glänzt und erfährt auf seine Frage, dass dem die Welt gehörte, der es vermöchte, aus dem Gold den Ring zu schaffen, der maßlose Macht verleiht. Das könne jedoch nur dem gelingen, [1/6] der der Liebe entsagt. Man hört Motive, die das aufziehende Unheil andeuten bzw. für das Gold und den Ring stehen; ein weiteres Motiv stellt die Liebesentsagung dar. [1/7] Alberich klettert in grausiger Hast den Felsen hinauf, auf dem das Gold liegt. Er verflucht die Liebe und macht sich mit seiner Beute davon. [1/8] Die Rheintöchter tauchen dem Räuber entsetzt in die Tiefe nach.

Szene 2

[1/9] Die Szene verwandelt sich allmählich in eine freie Gegend auf Bergeshöhen über dem Tale des Rheins. Wotan, der Herrscher über Himmel und Erde, und sein Weib Fricka, die Göttin des Eheglücks, schlafen auf blumigem Grunde. Es ertönt das Entsagungs- und das Ring-Motiv, ein Hinweis darauf, dass Alberich im verborgenen den Ring schmiedet. [1/10] Fricka erwacht und weckt den Gatten auf, der im Traume von Walhall spricht: Sie sehen die neue Götter-Burg vollendet auf der andern Seite des Tales prangen. Das Walhall-Motiv ist zu hören. Fricka vermag Wotans Freude über die Fertigstellung des Baus nicht zu teilen, hat ihr Gemahl doch ihre Schwester Freia, die Göttin der Jugend, den beiden Riesen Fafner und Fasolt als Lohn für die Arbeit versprochen. Die absteigende Skala des Vertrags- Motivs erklingt. Fricka rügt Wotan, hat er doch Liebe und Weibes Wert um den Preis der Macht verspielt. Er entgegnet, sein eines Auge auf ihre Liebe verwandt zu haben; außerdem sei es nicht seine Absicht, Freia aufzugeben. [1/11] Diese tritt hastig auf, Hilfe bei ihrer Schwester und ihrem Schwager suchend; ihr aufsteigendes Motiv steht im krassen Widerspruch zu dem schwer herabstürzenden Motiv der Riesen [1/12] Fafner und Fasolt, die sie verfolgen. Wotan weigert sich, ihnen Freia zu überlassen. Man hört das Motiv des Vertrags und das des Speeres, bei dem Wotan geschworen hatte. [1/13] Fasolt weist ihn empört zurecht. Er begehrt Freia, während seinem Bruder Fafner mehr am Besitz der goldenen Äpfel gelegen ist, die Freia hegt und die den Göttern zu ewiger Jugend verhelfen; mit ihnen ließe sich das Göttergeschlecht zerstören. Wotan wartet auf Loge, den Halbgott des Feuers. [1/14] Bevor dieser jedoch zu Hilfe kommen kann, wollen die beiden Riesen sich Freias bemächtigen. Ihre Brüder Froh und Donner stürzen herbei; jener stellt sich schützend vor seine Schwester, dieser schwingt seinen Hammer, Wotan jedoch streckt seinen Speer zwischen die Streitenden und verbietet jede Gewalt. [1/15] Zu den rasch züngelnden Flammen des Orchesters erscheint nun Loge. Er hat Walhall begutachtet, um zu sehen, ob es dort einen Fehler gebe, dessentwegen Wotan sich nicht an seine Vereinbarungen halten müsste, doch „kein Stein wankt im Gestemm“. [1/16] Fernerhin habe er alle Winkel der Welt durchstöbert, um einen Ersatz zu finden, den man statt Freias den Riesen zum Lohne geben könne, doch nichts reicheres habe er gefunden als „Weibes Wonne und Wert“. Die Rheintöchter hätten ihm freilich geklagt, dass der Nibelung Alberich dem roten Golde den Vorzug gegeben und sich des Rheingoldes bemächtigt habe. Es müsse dieses dem Wasser zurückgegeben werden. Fafner will von Loge wissen, was es mit dem Schatz auf sich habe und erfährt nun auch, dass ein daraus geschmiedeter Ring dem Manne zur Macht über die Welt verhülfe. Fricka will wissen, ob der goldne Tand Frauen zu schönem Schmuck tauge, worauf ihr Loge bedeutet, sie könne damit sich des Gatten Treue ertrotzen. Wotan erwägt, sich selbst in den Besitz des Reifes zu bringen, hört aber von Loge, welche Bedingung damit verbunden ist. [1/17] Loge erzählt, dass Alberich der Liebe entsagt habe. Wotan besteht auf dem Besitz des Ringes, und Loge führt aus, man könne ihn ja leicht von Alberich stehlen und des Rheines Töchtern den Schatz zurückbringen. Die Riesen haben sich inzwischen beiseite beraten. [1/18] Fafner gibt zu verstehen, dass man bereit sei, an Freias Statt das Gold als Bezahlung für die Bauarbeiten anzunehmen. Wotan zögert: er könne nicht schenken, was er nicht besitzt, [1/19] doch die Riesen packen Freia und schleppen sie davon, um sie bis abends als Pfand für das Rheingold zu behalten. Donner und Froh wollen der um Hilfe schreienden Schwester nach, bleiben aber unter Wotans Einfluss zurück. Loge schaut Fafner und Fasolt hinterdrein und beschreibt, was er sieht: dass die unglückliche Göttin „den Rauhen über dem Rücken“ hängt, indessen die Tölpel durchs Tal talpen. Ein fahler Nebel zieht auf. Loge verspottet die Götter, die jetzt bang und bleich aussehen: Ihre Kraft vergeht, da sie noch nicht von den goldenen Äpfeln gegessen haben, denen sie ihre Jugend verdanken. Sie werden alt und grau. [1/20] Fricka schilt Wotan ob seines Leichtsinns, und dieser beschließt, mit Loge nach Nibelheim hinabzugehen, ins unterirdische Reich der Nibelungen. Loge geht voran und verschwindet in einer Felsenkluft; Wotan folgt ihm nach, das Rheingold zu erjagen, die Rettung Freias. [1/21] Schwefeldampf verbreitet sich über die ganze Bühne und erfüllt diese schnell mit dickem Gewölk. Die Szene verdüstert sich, derweil die Fahrt abwärts geht. In der Ferne hört man den Lärm von Schmiedearbeiten, der sich steigert, bis Hämmer und Ambosse rhythmisch dröhnen. Die Schmiedeöfen sind glühend rot.

Szene 3

[1/22] Bei den Nibelungen in einer unterirdischen Kluft. Alberich zerrt Mime, seinen Bruder, an den Ohren herbei.

[2/1] Er entreißt demselben ein Gewirke, das dieser aus dem Gold geschmiedet hat. Er setzt es auf den Kopf, sagt einen Spruch und verschwindet: Es ist ein Tarnhelm, der ihn unsichtbar macht. Mime fühlt nur noch die Schläge, die auf ihn einprasseln, da er versucht hatte, das Geschmeide dem Bruder vorzuenthalten. Jetzt beherrscht Alberich die Nibelungen vollends, und er geht ab, um sie zu weiterer Arbeit zu zwingen. Inzwischen werden die Ambosse rhythmisch geschlagen. Mime ist vor Schmerz zusammengesunken. Von oben her lassen sich Wotan und Loge aus einer Schluft herab. [2/2] Loge ruft Mime an und verspricht ihm seine Hilfe. Der Zwerg will wissen, wer ihm gegen den leiblichen Bruder helfen könne, der ihn – wie das gesamte Heer der Nibelungen – durch die Zauberkraft des Ringes in Bande gelegt habe. Er erzählt Loge von dem Tarnhelm. [2/3] Alberich kommt zurück. Er treibt mit geschwungener Geißel eine Schar Nibelungen vor sich her, die große Lasten an Gold und Silber schleppen. Der Tarnhelm hängt ihm am Gürtel. Plötzlich sieht er Loge und Wotan. Er ruft Mime zu sich, treibt ihn mit Hieben unter den Haufen der Nibelungen hinein und zwingt alle mit dem erhobenen Ring, wieder an die Arbeit zu gehen. Ängstlich kreischend zerstreut sich Nibelheims Volk. Nun wendet sich Alberich Wotan und Loge zu. Letzterer erinnert den Zwerg daran, was dieser ihm schulde, da er von ihm das Licht und die Lohe erhalten habe. Freund sei er ihm und Vetter, schmeichelt der Halbgott des Feuers. [2/4] Alberich will, dass alle Welt der Liebe entsagt und nach dem Golde giert. Er fühlt sich mächtig genug, die Götter zu besiegen und sich deren schmucke Frauen zur Lust zu zwingen. Loge fährt mit seinen Schmeicheleien fort: Mond, Sterne und Sonne müssten sich, so meint er, dem Alben beugen. Doch was würde wohl geschehen, fragt er, wenn ein Dieb versuchte, den Ring zu stehlen? Worauf ihm Alberich den Tarnhelm erläutert, den Mime ihm zu seinem Schutze gemacht hat. Loge heuchelt Zweifel an der Funktion desselben und stachelt Alberich also an, die Kappe aufzusetzen. Durch ihren Zauber verwandelt er sich in eine Riesenschlange, die sich langsam und bedrohlich zum Klang der Tuben und des Kontrafagott bewegt. [2/5] Wotan und Loge äußern sich beifällig über das Kunststück. Alberich nimmt wieder seine wirkliche Gestalt an. Worauf Loge wissen will, ob er denn auch etwas Winzigkleines werden könne – eine Kröte –, oder ob das zu schwierig sei? [2/6] Alberich nimmt die Herausforderung an. Wotan setzt seinen Fuß auf die Kröte, Loge nimmt den Tarnhelm an sich und Alberich – unfreiwillig zurückverwandelt – wird an Händen und Füßen gebunden. So nehmen ihn die beiden mit sich empor. Die Szene verwandelt sich, wobei die verschiedenen Motive jetzt in umgekehrter Reihenfolge erklingen – ein aufwärtsgerichtetes Motiv für Alberichs Arroganz, das kurze Ring-Motiv, Entsagung, die Ambosse der Nibelungen, Not, Liebe, Riesen, Feuer und Freias Trauer sowie am Ende ein Gruß an den Ring und eine weitere Andeutung der Not.

Szene 4

[2/7] Wotan und Loge bringen den gefangenen Alberich. Loge verspottet ihn, Wotan bietet ihm die Freiheit im Tausch gegen den Ring. Alberich tut, als sei er einverstanden. Er berührt den Ring mit den Lippen [2/8] und befiehlt den Nibelungen, das Gold zu bringen. Diese gehorchen und verschwinden aus Angst vor dem Anblick des Rings wieder in den Felsspalten. [2/9] Loge wirft die Tarnkappe auf den Haufen Goldes, und Wotan verlangt nun auch noch den Ring von Alberich. Als dieser sich weigern will, fährt ihn Wotan ob seines Raubes an. Dann reißt er dem Zwerg den Ring vom Finger und steckt ihn selbst an. [2/10] Loge befiehlt er, Alberich loszubinden. Der revanchiert sich damit, dass er den Ring mit einem Fluch belegt, der dem Träger nur Kummer, Angst und Tod bringt. Er verschwindet schnell in der Höhle, während sich der Nebel auflöst und Wotan den Ring betrachtet. [2/11] Die Riesen kommen mit Freia herbei, während Donner, Froh und Fricka auftreten, um den Ausgang der Unternehmung zu sehen. [2/12] Fricka umarmt ihre Schwester. Fasolt hält sie zurück: Noch gehöre sie ihnen, bis Wotan sie ausgelöst habe. Wotan zeigt auf das Gold der Nibelungen, und Fasolt ist bereit, auf Freia zu verzichten, wenn sie von dem aufgehäuften Schatz ganz verborgen wird. [2/13] Loge bittet Froh, ihm zu helfen. Als Loge endlich den Tarnhelm auf den Haufen wirft, ist nichts mehr von Freia zu sehen – bis auf ein Auge, das Fasolt noch erspäht. Der Ring soll diese Lücke schließen. Loge meint, dieses Gold gehöre den Rheintöchtern; er hat ihnen sein Wort gegeben. Wotan fühlt sich daran nicht gebunden und will den Reif für sich behalten. Die Riesen drohen daraufhin, Freia behalten zu wollen, doch Wotan lässt sich nicht beirren. [2/14] Da verfinstert sich die Szene erneut, aus den seitlichen Felsen bricht ein bläulicher Schein hervor; Erda, die Göttin des Schicksals, wird sichtbar und weist Wotan an, nachzugeben: Sie weiß, was war, was sein wird und was ist und sieht, dass ein düsterer Tag den Göttern dämmert, wenn er den Ring behält. Dann verschwindet sie wieder in den Felsen. [2/15] Wotan will ihr in die Kluft folgen, doch Donner, Froh und Fricka halten ihn zurück. Er ruft die Riesen, verspricht ihnen das Gold. Während die andern ihn gespannt anschauen, kommt er mit Gewalt zu einem Entschluss: Er wirft den Ring auf den Haufen und löst damit Freia aus. [2/16] Fafner und Fasolt beginnen, den Schatz einzusammeln, geraten aber sogleich in Streit. [2/17] Fafner schlägt Fasolt zu Boden und nimmt dem Sterbenden den Ring vom Finger. Während er sich dann mit dem Gold davonmacht, sinnt Wotan über die Kraft des Fluches nach und will Erda folgen, um von ihr die Zukunft zu erfahren. Fricka hält ihn zurück und zieht seine Aufmerksamkeit auf die hehre Burg, die noch im Nebel verborgen ist. [2/18] Donner schwingt den Hammer, um ein blitzendes Wetter zu rufen, das die Luft aufklaren soll. [2/19] Eine Gewitterwolke ballt sich finster zusammen; Donner lässt den Hammer auf einen Felsstein fallen: Es blitzt gewaltig, ein heftiger Donnerschlag folgt. Plötzlich ist die Luft klar, und man sieht eine Regenbogenbrücke, die das Tal hinüber zur Burg überspannt. [2/20] Wotan ist in den Anblick der Burg versunken, die im Glanze der Abendsonne leuchtet. [2/21] Er grüßt die Feste, die er Walhall nennt, das Heim der Helden, und schreitet mit den Göttern auf die Brücke zu. Loge bleibt noch im Vordergrunde; ihrem Ende, meint er, gingen die Götter entgegen; Lust verspürt er, sich in flammende Lohe zu verwandeln und sie aufzuzehren; doch schließlich folgt er ihnen nach. [2/22] Wie Wotan den Fuß auf den Regenbogen setzen will, hört man aus der Tiefe die Rheintöchter, die den Verlust ihres Goldes beklagen.

Keith Anderson
Deutsche Fassung: Cris Posslac

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Die Handlung der Staatsoper Stuttgart

[CD 1 / Track 1] Vorspiel

Szene 1

[1/2,3,4] Die drei Rheintöchter stacheln das Begehren des Nibelungen Alberich auf [1/5] und demütigen ihn wegen seiner abstoßenden Körperlichkeit. Die Sonne lässt das von den Mädchen jubelnd begrüßte Rheingold aufleuchten. Sie plaudern sein Geheimnis aus: [1/6] Nur wer der Liebe entsagt, kann es gewinnen. Zum Ring geschmiedet, verleiht es »maßlose Macht«.

[1/7,8] Alberich verflucht die Liebe und raubt das Gold.

Szene 2

[1/9,10] Wotans Schöpfertraum haben die Riesen Fasolt und Fafner realisiert. Für den Bau der Götterburg hat Wotan ihnen Freia, die Schwester seiner Frau Fricka, versprochen. [1/11] Vergebens begehrt Fricka gegen das Männergeschäft auf.

[1/12,13] Wotans Gewissheit, die Riesen abfinden zu können, scheitert an der Liebe Fasolts zu Freia und am Hass Fafners gegen die Götter, der weiß, dass diese ohne Freias jugendspendende Äpfel nicht lebensfähig sind.

[1/14] Die Götter Donner und Froh bedrohen die Riesen tätlich, doch als Schützer der Verträge muss Wotan die Ausübung physischer Gewalt verhindern.

[1/15,16] Der Halbgott Loge erscheint und erklärt seine Mission, einen Ersatz für Freia zu finden, für gescheitert: »...lassen will nichts von Lieb und Weib.«

[1/17] Einzig Alberich habe zugunsten des Rings auf die Liebe verzichtet und das Rheingold geraubt, um dessen Wiedererstattung die Rheintöchter nun Wotans Hilfe anriefen.

[1/18,19] Die Verheißungen des Rheingoldes verlocken Götter und Riesen: Fafner und Fasolt entreißen Freia den Göttern, wollen sie aber zurückgeben, wenn diese ihnen als Ersatz den Hort des Nibelungen verschaffen. Die Götter altern.

[1/20,21] Wotan macht sich unter der Führung Loges auf, um Alberichs Ring und seine Schätze zu rauben.

Szene 3

[1/22] In Nibelheim

[2/1,2,3] Alberich quält seinen Bruder Mime mit Hilfe des unsichtbar machenden Tarnhelms, den dieser ihm hat schmieden müssen. In der Anonymität ist Alberich nun allmächtig.

[2/4] Er schwört, an der Welt grausame Rache zu nehmen.

[2/5,6] Doch der Versuchung des Tarnhelms, ihm jede begehrte Körpergestalt zu verleihen, kann er nicht widerstehen. Er inkarniert sich zunächst in einem Riesenwurm und dann in einer Kröte, als die er von Loge und Wotan überwältigt werden kann.

Szene 4

[2/7,8] Für seine Freilassung tritt Alberich Hort und Tarnhelm ab, [2/9] doch den Ring muss Wotan ihm mit Gewalt entreißen. [2/10] Alberich verflucht seinen Ring.

[2/11] Die Riesen führen Freia zurück. [2/12] Nur unter einer Bedingung will Fasolt von seiner Liebe lassen: das Lösegeld muss Freias Gestalt restlos zum Verschwinden bringen. [2/13] Auch der Tarnhelm und der Ring werden dazu benötigt. Den Ring verweigert Wotan.

[2/14] Da erscheint Erda. Sie konfrontiert Wotan mit seiner eigenen Endlichkeit.

[2/15] Wotan befolgt ihren Rat und trennt sich vom Ring, [2/16,17] um dessen Besitz Fafner seinen Bruder Fasolt erschlägt.

[2/18,19,20] Die Burg könnte nun bezogen werden, doch Wotan vermag seiner Furcht kaum Herr zu werden: [2/21] als »Walhall«, wie er die Burg nun nennt, soll diese ihm die verlorene Siegesgewissheit zurückgeben.

Loge schließt sich den Göttern nicht an, sondern erwägt, sich in das Element des Feuers aufzulösen und Walhall samt den Göttern zu verzehren.

[2/22] Die Rheintöchter klagen um das Gold.

 

Die Libretto sind online unter www.naxos.com/libretti/rheingold.htm

 


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