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8.660277-78 - ROSSINI, G.: Gazzetta (La) (Cristarella Orestano, Gauthier, Naples San Pietro a Majella Conservatory Chorus, Czech Chamber Soloists, Franklin)
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Gioachino Rossini (1792–1868)
La gazzetta

 

La gazzetta von Rossini neu hören

Die komische Oper La gazzetta entstand zwischen ihren berühmten Geschwistern Il barbiere di Siviglia und La Cenerentola. Neben diesen beiden blieb sie das wahre Aschenbrödel unter Rossinis Buffa-Opern—nicht zuletzt auch in der Rossini-Literatur. Die vor kurzem entdeckten Briefe Rossinis an seine Mutter sowie die neue kritische Edition von La gazzetta erlauben heute eine Neubewertung des Werks.

Rossinis Verpflichtung an das berühmte Teatro San Carlo in Neapel bedeutete vor allem ein Betätigungsfeld im Gebiet der ernsten Opern, von denen er von 1815 bis 1822 deren neun komponierte; eine einzige für das unbedeutendere Teatro dei Fiorentini geschriebene komische Oper erscheint im Rückblick als Kuriosum und als Zugeständnis an die Neapolitaner, die von dem berühmten Komponisten auch eine originäre Buffa wollten. Diese doppelte Präsenz entsprach aber Rossinis Vorgehen bei der Eroberung einer „Piazza“: eine zeitnahe Präsentation neuer Werke unterschiedlicher Gattungen in mehreren Theatern (ganz abgesehen von den gleichzeitig lancierten Einrichtungen früherer Werke). „Meine Kompositionen sind für jedermann” und „alle erfreuen sich an meiner Musik, egal ob in dem einen oder anderen Theater” waren seine Losungsworte. Es entsprach sicher Rossinis eigenem Wunsch, seine Visitenkarte auch am Teatro dei Fiorentini abzugeben. Am 18. Oktober 1815, wenige Tage nachdem er mit Elisabetta die skeptischen Neapolitaner im Sturm erobert hatte, beantragte der Impresario Domenico Barbaja bei der zuständigen Theaterintendanz, den jungen Komponisten für die kommende Saison für zwei Opern engagieren zu dürfen, eine zu Ostern am Teatro dei Fiorentini und eine für das San Carlo im Herbst. Dass der Vertrag zustande kam, bestätigte Rossini selbst in seinem Brief an die Mutter vom 27. Oktober 1815: „Nach Rom kehre ich nach Neapel zurück, um zwei Opern zu komponieren, eine komische für das Teatro del Fondo oder dei Fiorentini und eine tragische mit Balletteinlage für das San Carlo”. Ostern fiel auf den 14. April 1816, aber Rossini kehrte erst Anfang März aus Rom zurück, wie er am 5. März nach Bologna berichtete: „Ich bin gut in Neapel angekommen, wo man meine Rückkehr feiert“. Zunächst galt es aber, eine Kantate für die feierliche Vermählung der Prinzessin Maria Carolina mit dem Herzog von Berry zu schreiben, Le nozze di Teti e di Peleo. An einer Einhaltung des Ostertermins war nicht mehr zu denken, womit es auch nicht mehr so eilte, da der nächste wichtige Termin erst wieder mit der Eröffnung der Sommersaison Ende August bevorstand. Mit der Komposition begann er wahrscheinlich im Juni, wie ein Brief vom 18. Juni an die Mutter nahe legt: „Ich schreibe nun für das Teatro dei Fiorentini eine Opera Buffa, welche den Titel La gazzetta trägt”. Aber die Geduld der Neapolitaner wurde weiter auf die Probe gestellt, wie dem «Giornale delle due Sicilie» vom 7. August 1816 zu entnehmen ist: „Die auswärtigen Zeitungen kündigen für dieses Theater [dei Fiorentini] eine neue Komposition Rossinis an und alle versichern, dass sie bald erscheinen soll, alle ersehnen sie, aber leider erfüllt sie noch nicht den einhelligen Wunsch des Publikums, das sich an der ewigen Wiederholung von altem Plunder langweilt“. Am 14. August sollten offenbar erste Proben angesetzt werden. Doch in der Zwischenzeit war Rossini auch mit der Einstudierung seines Tancredi (Venedig 1813) am Teatro del Fondo engagiert. Das «Giornale» schrieb am 29. August: „Heute Abend wird die erste Aufführung des Tancredi von Rossini gegeben […] Hoffen wir, dass Herr Rossini, frei von dieser Verpflichtung, seine letzte Aufmerksamkeit dem versprochenen Matrimonio per concorso für das Teatro dei Fiorentini widmen wird, das schon lange nach einer neuen Komposition verlangt“. Zu diesem Zeitpunkt dürfte Rossini die ersehnte Oper im Wesentlichen fertig gestellt haben, schrieb er doch am 27. August an seine Mutter: „Die Opera buffa ist fertig und geht bald in Szene”. Wahrscheinlich war die Orchestrierung der Partitur zu diesem Termin noch nicht vollendet, wie eine Lagemeldung Barbajas an die Intendanz vom 6. September vermuten lässt: „Für das Teatro dei Fiorentini habe ich angeordnet, dass zu seiner Eröffnung die Oper Il matrimonio per concorso von Rossini gegeben wird, der sich mir gegenüber verpflichtet hat, die Partitur bis zu diesem Zeitpunkt zu vollenden”. Und Rossinis Zimmervermieter Fumagalli meldete am 10. September an Anna Rossini: „Er schreibt eine komische Oper für das Teatro dei Fiorentini und die Musik wird in diesem Moment bereits sehr geschätzt”, ein Hinweis, dass Rossini die Partitur orchestrierte, während die Proben bereits begonnen hatten. Er selbst schrieb als P.S. auf den Brief: „Bald gehe ich in Szene”.

Wie so oft, wenn Rossini für ein neues Umfeld komponierte, verwendete er bereits bestehende Musik, um sich auf die Eigenheiten der „Piazza“ zu konzentrieren. Am populären Teatro dei Fiorentini bestand die Herausforderung darin, dass eine Hauptpartie in neapolitanischem Dialekt verfasst sein musste. Im bereits erwähnten Brief vom 18. Juni schrieb Rossini: „Der neapolitanische Dialekt, den ich nicht besonders gut verstehe, bildet den Dialog und die Entwicklung dieser Handlung, wird mir der Himmel beistehen?“. Außerdem galt es, den Spezialisten für solche Rollen, den Sänger und Komödianten Carlo Casaccia, den die Neapolitanern liebevoll Casacciello nannten, kennen zu lernen. Gerade weil Rossini La gazzetta nicht auf die leichte Schulter nahm, verzögerte sich ihre Vollendung immer mehr. Die handschriftliche Partitur legt Zeugnis von der großen Sorgfalt ab, mit der Rossini ans Werk ging.

Am 26. September 1816 hatte die Oper endlich Premiere. Sie erlangte einen großen Publikumserfolg, auch wenn die Presse teilweise kritisch reagierte. Rossini gestand in seinen Briefen an die Mutter: „Endlich fällt mir ein großer Stein vom Herzen. Die Oper am Teatro dei Fiorentini mit dem Titel La gazzetta hat Furore gemacht und alle sind überrascht, mit wie viel Leichtigkeit und Effekt ich den neapolitanischen Dialekt in Musik setzen konnte. Ich versichere Euch, dass ich mein Herz nie stärker habe klopfen hören wie bei der Premiere dieser Aufführung. Aber der unmittelbare Erfolg beglückwünschte mich und ich hoffe, dass Ihr Euch ebenfalls über dieses Glück freut. Die Sciabran, Curioni, Pelegrini und Casaciello [sic! für Margherita Chabrand (Lisetta), Alberico Curioni (Alberto), Felice Pellegrini (Filippo) und Carlo Casaccia „Casacciello“ (Don Pomponio)] haben mich wunderbar bedient. Barbaja ist hocherfreut und ich genieße es“. Der Publikumserfolg wird durch 21 nachweisbare Wiederholungen belegt. Der Kritiker des «Giornale delle due Sicilie» schloss sich dem Lob für die Sänger an, befand aber das Libretto als vulgär und die Musik teilweise entsprechend schwach. Dieses negative Urteil wirkt bis heute nach und wurde noch durch die Konfusion der Rossini-Biographen bezüglich des Urhebers des Textes, dem Neapolitaner Librettisten Giuseppe Palomba, verstärkt: Azevedo schrieb ihn 1864 irrtümlicherweise dem Librettisten Andrea Leone Tottola zu, der ebenfalls in Neapel tätig war, und Radiciotti behauptete 1927 ohne materiellen Grund, Tottola hätte das Libretto von Palomba überarbeitet, was Weinstock 1968 ungeprüft übernahm.

Die Handlung spielt in der Pariser Herberge „Zum Adler“, wo verschiedene Gäste Unterkunft gefunden haben. Don Pomponio, ein lächerlicher Angeber und Neapolitaner „puro sangue“ hat seine Tochter Lisetta mit den besten Attributen zwecks Heirat in der Zeitung inseriert, unwissend, dass diese (wie könnte es anders sein) schon verliebt ist, und zwar in den unternehmerischen Inhaber der Herberge, Filippo. Alberto, ein romantischer Weltenbummler, verliebt sich in Doralice, die er für das inserierte Mädchen hält, und so kommt es zu den üblichen Verwechslungen, Missverständnissen, Streitereien, Verkleidungen, Ohnmachten und Duellen, bis am Schluss das Happy End mit einer Doppelhochzeit gefeiert wird. Das Libretto ist voll von althergebrachten Episoden nach Art Goldonis, wie sie für das volkstümliche Publikum des Teatro dei Fiorentini angemessen waren. Carlo Goldonis Prosakomödie Il matrimonio per concorso wurde 1763 in Venedig uraufgeführt. Obwohl Rossini seine Oper von Anfang an La gazzetta nannte, hielten die Zeitgenossen bis zuletzt am Werktitel des Originals fest, Zeichen für die Popularität von Goldonis Komödie. Man darf davon ausgehen, dass Rossini die Vorlage selber auswählte, denn wie so oft handelte es sich um einen Stoff, bei dem er sich mit Kollegen, die ihn früher schon vertont hatten, messen konnte. Il matrimonio per concorso mit Musik von Giuseppe Farinelli auf ein Libretto von Giuseppe Foppa erlebte seine Uraufführung am 19. April 1813 in Venedig (Teatro San Moisè) und wurde bis Ende Juni wiederholt, während Rossini dort seine Italiana in Algeri komponierte. Aber nicht dieses Libretto diente Palomba als Vorlage, sondern eine weitere Adaptation des Goldoni-Stoffes, den Rossini kannte: Die Oper Avviso al pubblico von Giuseppe Mosca, die am 4. Januar 1814 an der Scala herauskam, während Rossini wegen der Komposition von Aureliano in Palmira und der Wiederaufnahme von Tancredi in Mailand weilte. Das Libretto stammte von dem von Rossini hochgeschätzten Gaetano Rossi. Diesem Text folgte Palomba, zumindest im 1. Akt, so stark, dass man schon fast von einem Plagiat sprechen muss, und vielleicht hätte er seine Vorlage noch stärker kopiert, wenn ihn Rossinis Wunsch nach Verwendung bestehender Musik nicht zu stärkeren Abweichungen genötigt hätte.

Die von Rossini in extensis übernommenen Stücke, die selbst im Text nur geringfügige Änderungen aufweisen, sind so hervorragende Musikstücke wie die Alternativarie Fiorillas, das Duett Fiorilla-Geronio und das Maskenball-Quintett aus Il Turco in Italia sowie das „Duell-Terzett“ aus La pietra del paragone. Bei solch hinreissenden Stücken kann man nur sagen: Wiederhören macht Freude! Von jenen Nummern, die zum Teil aus neuen Einfällen, zum Teil aus überarbeiteten Ideen (aus den Opern La cambiale di matrimonio, L’equivoco stravagante, La scala di seta, La pietra del paragone, Torvaldo e Dorliska) bestehen, sind eigentlich alle nennenswert: die lebhafte Introduktion mit der darin enthaltenen fast melancholischen Kavatine Albertos, die phantastische Auftrittsarie Don Pomponios, das Finale I (welches auch hier mit einer „Szene der Konfusion“ einen musikalischen Höhepunkt darstellt und seinen berühmteren Vertretern im Barbiere und der Cenerentola in nichts nachsteht) und die Arie Albertos. Diese Letztere ist eine Art Sonderfall, hat doch Rossini die Melodie des Allegros „ma voce tenera“ in nicht weniger als sieben Opern verwendet. Von den neu zu komponierenden Nummern überliess er beide Sorbetto-Arien einem unbekannten Mitarbeiter, der auch alle secco-Rezitative komponierte; ihm sind die feinfühlige Arie der Doralice und die kunstvoll von der Oboe begleitete Arie der Madama La Rose zu verdanken. Für das Liebespaar Lisetta und Filippo komponierte Rossini das überwältigende Streit- und Versöhnungsduett sowie deren beide großen Arien im zweiten Akt vollständig neu. Bei der Ouvertüre, die Rossini später für La Cenerentola verwendete, besteht die berechtigte Vermutung, dass sie ursprünglich für den Barbiere di Siviglia konzipiert wurde.

Ein Problem für sich bildet in dieser Oper ein Szenenkomplex, der im gedruckten Libretto von Neapel 1816 im 1. Akt enthalten ist, aber in der handschriftlichen Partitur und den zeitgenössischen Abschriften keinerlei Entsprechung findet. Bei den fehlenden Szenen VI–VIII handelt es sich um eine langes, für den weiteren Verlauf der Handlung maßgebendes Rezitativ und ein Quintett für Lisetta, Doralice, Alberto, Filippo und Don Pomponio, das

Verse aufweist, die Analogien zum berühmten Sextett der (noch nicht geschriebenen) Cenerentola und zur Stretta im ersten Finale des Barbiere aufweist. Es ist unwahrscheinlich, dass eine dermaßen lange Passage im Libretto stehen geblieben wäre, wenn der Komponist sie nicht vertont hätte. Ebenso ist es unwahrscheinlich, dass eine so große dramaturgische Lücke bei den Aufführungen von dem aufmerksamen Rezensenten nicht erwähnt worden wäre. Vielmehr liefert Letzterer einen Beweis für das Vorhandensein des Stücks, indem er die Kunst des Filippo-Sängers Pellegrini „im Quintett des ersten Aktes“ hervorhebt. Eine fehlerhafte Einbindung von Notenblättern in der Partitur ist außerdem ein Indiz dafür, dass diese Musiknummer von Rossini komponiert und kurze Zeit später entfernt wurde, wobei man über die Gründe dafür nur spekulieren kann. Vielleicht bemächtigte er sich des Stücks nur wegen des Cantabiles, dessen Potential für eine Weiterentwicklung er erkannte und das er schließlich als Sextett zu dem berühmten „Questo è un nodo avviluppato“ in La Cenerentola ausarbeiten würde.

Gelangt man zur Überzeugung, dass das Quintett existierte, liegt es nahe, eine mutmaßliche Rekonstruktion zu wagen. Im Auftrag der Deutschen Rossini Gesellschaft komponierte Stefano Piana ein Rezitativ für die Szenen VII und VIII (die Szene VI wurde bereits von Philip Gossett für die kritische Ausgabe der Fondazione Rossini erstellt) und rekonstruierte das Quintett, indem er für das Maestoso—die einleitenden Takte „Questo? Questa? Come? Che?“ und das konfuse Innehalten „Già nel capo un giramento“—das Sextett „Quest’è un nodo avviluppato“ aus La Cenerentola, für die Brückenpassage „Voi Filippo avete detto” eine vom Versmaß her passende Stelle aus dem Quartett aus La scala di seta und für die Stretta „Mi par d’esser con la testa“ die gleich lautende Stelle aus dem ersten Finale des Barbiere heranzog. Dabei wurde davon ausgegangen, dass das Maestoso gegenüber dem berühmten Cenerentola-Sextett erst in einem embryonalen Zustand existierte und dass Rossini die Stretta aus dem Barbiere nicht in ihrer ganzen Länge übernommen hat. Durch diese kürzer gefassten Passagen erhält das Quintett insgesamt ein Gewicht, das in der Gesamtstruktur der Oper nicht mit dem Finale I in Konkurrenz tritt.

Der künstlerische Wert von La gazzetta muss umso höher eingeschätzt werden, als man davon ausgehen darf, dass dieses Quintett von Rossini vertont wurde. Es stellt den Versuch dar, die Struktur des ersten Aktes mit einem zusätzlichen großen Ensemble (neben der Introduktion Nr. 1, dem Quartett Nr. 3 und dem Finale I Nr. 7) zu ergänzen—ein Experiment, das durchaus in die Entwicklung Rossinis passen würde. Zudem dürfte damit La gazzetta für die große Schwester La Cenerentola zumindest im Ansatz eine geniale musikalische Schlüsselszene geliefert haben. Die Sorgfalt, mit der Rossini bisherige Stücke überarbeitete, neue Stücke komponierte und die formale Struktur erweiterte, entlarvt jene Meinung als Fehlschluss, wonach die Verzögerung der Komposition um ein halbes Jahr auf die Unlust Rossinis zurückzuführen sei, sich mit diesem anachronistisch anmutenden Stoff auseinander zu setzen.

Gegenüber den modernen Wiederaufnahmen seit den 1960er-Jahren mit ihren Kürzungen kommt die kritische Ausgabe dank der vollständigen Respektierung zuvor gestrichener Wiederholungen und Ritornelli, der ungekürzten Arie des Alberto und der Lisetta und den qualitativ hoch stehenden Sorbetto-Arien von Rossinis Mitarbeiter viel vitaler daher als bisher. Dank der Rekonstruktion des Quintetts kann sich die Oper jetzt auch mit einer dramaturgisch einwandfreien und musikalisch überzeugenden Lösung für die große Lücke im 1. Akt präsentieren.

Reto Müller

 

Der Inhalt

CD 1

[1] Sinfonia

Erster Akt

[2] Ort der Handlung: Paris. Auf der einen Seite sieht man hübsche Gärten, schattige Alleen, Standbilder, Springbrunnen sowie mancherlei Getränkeläden. Die Menschen wandeln umher, freuen sich des Lebens, setzen sich mitunter, um Erfrischungen zu sich zu nehmen. Alberto, reich und ein bisschen verweichlicht, beklagt sich, dass er nirgends in der Welt eine Frau finden kann. Madama La Rose grüßt ihn. Der alte Monsù Traversen erblickt den Zeitungsjungen, und alle sind wild auf die neuesten Nachrichten.

[3] Zu Madama La Rose gewandt, konstatiert Alberto kläglich, dass er bislang keine Frau habe finden können, mit der er zufrieden sei und die nicht irgendeinen Defekt aufwiese—nicht hier in Paris, nicht in Deutschland oder Holland und nicht auf der ganzen Welt. Madama La Rose erwidert, er sei wohl zu anspruchsvoll. Der Zeitungsjunge kommt her, und Alberto nimmt ungeduldig ein Exemplar der Ausgabe.

[4] Protzig angetan und sichtlich stolz auf die eigene Erscheinung, erscheint der aufgeblasene Don Pomponio. In seinem neapolitanischen Dialekt erzählt er Tommasino, dem einen der beiden Diener in seiner Begleitung, wie schwer es doch sei, für seine Tochter Lisetta einen Mann zu finden, obwohl er doch in allen Ländern gesucht und sogar in den Zeitungen inseriert habe.

[5] Madama La Rose macht Alberto auf eine Stelle in der Zeitung aufmerksam, derweil Don Pomponio a parte ihre Lektüre kommentiert. Alberto liest die öffentliche Bekanntmachung vor, wonach ein Besucher aus Italien nach Paris komme, ein ehemaliger, sehr vermögender Kaufmann von großen Talenten und Fertigkeiten, der für seine Tochter einen Ehemann suche. Zunächst ist Don Pomponio über das, was Alberto da vorträgt, sehr erfreut. Allmählich aber verstimmen ihn die Kommentare der Zuhörer: Traversen hält den Inserenten für einen Hochstapler und Scharlatan, Alberto und Madama La Rose finden die Anzeige lachhaft. Alberto liest weiter: dass der Inserent nämlich die Bewerber um die Hand der Tochter und die damit einhergehende Mitgift zu einem Vorstellungsgespräch einlädt. Weiteres Gelächter ist die Folge, und Don Pomponio ist froh, dass man ihn nicht erkannt hat. Alberto übt eine gewisse Nachsicht mit dem Herrn. Traversen hingegen will unbedingt herausfinden, wer diese Meldung hat drucken lassen, und befragt den Zeitungsjungen. Der zeigt auf Don Pomponio, worauf Traversen und Madama La Rose beschließen, sich einen Jux mit ihm zu machen. Alberto wäre es indes lieber, man hielte sich ein wenig zurück.

[6] Traversen fragt Don Pomponio, ob er Italiener sei, und erfährt, dass er aus Neapel komme. Alberto ließe gern größere Höflichkeit walten, doch seine beiden Begleiter wollen mit ihrem Opfer einen Schabernack treiben und fragen ihn, was es mit der Tochter und dem Inserat auf sich habe. Alberto drängt auf ein Ende der Unterhaltung, und man verabschiedet sich.

[7] Nach einem Szenenwechsel sehen wir jetzt einen eleganten Salon in Filippos Gasthof. Der Hausherr ist sich sicher, dass Don Pomponio vergebens einen Mann für seine Tochter sucht: Er und Lisetta lieben sich und wollen heiraten. Das Erscheinen Anselmos, der für sich und seine Tochter Doralice Zimmer haben möchte, unterbricht Filippos Überlegungen. Nachdem die beiden abgegangen sind, kann Filippo wieder seinen Gedanken nachhängen—wobei ihm klar ist, dass Don Pomponio keinen Gastwirt als Schwiegersohn akzeptieren wird. Lisettas Auftritt macht seinen Erwägungen ein Ende.

[8] Das Mädchen ist elegant gekleidet und lässt weder an ihrer Liebe zur Mode noch an ihrem kapriziösen Charakter einen Zweifel: Ihr geht es um Liebe, Haute couture und Spaß am Leben.

[9] Lisetta will von ihrem Geliebten wissen, ob ihm ihr Geschmack zusage. Er erwidert, sie sei für ihn alle Tage schön und heute ganz besonders glücklich. Da kommt Alberto herein. Anscheinend ist er der erste, der sich auf Don Pomponios Inserat meldet. Lisetta scheint der Beschreibung zu entsprechen, die er gelesen hat, und so fragt er sie, ob sie ihn heiraten wolle. Filippo antwortet, es müsse sich da wohl um einen Irrtum handeln, da die Dame seine eigene Gattin sei. Alberto bedauert seinen Fehler, derweil die beiden anderen den Raum verlassen.—Darauf erscheint Doralice, zufrieden mit dem Zimmer, das man ihr angewiesen hat. Sie erblickt Alberto, der nun sie für den „Zeitungsartikel“ hält. Er richtet das Wort an sie und erklärt ihr, weshalb er gekommen sei—nämlich wegen der Einladung, die ihr Vater in der Gazette hat veröffentlichen lassen und von der sie natürlich nichts weiß. Ob ihr Vater Italiener und Kaufmann sei? Ja, sie muss es zugeben, ist entsetzt über die vermeintliche Tat ihres Vaters und bricht in Tränen aus. Alberto versucht sie zu trösten: So arg sei es doch auch nicht, einen Ehemann zu bekommen, und er habe sich schon in sie verliebt! Im Abgehen sagt Doralice, das hinge von ihrem Vater ab.

Alberto, verwirrt über das Geschehene, sieht Don Pomponio nahen, den er für Doralices Vater halten muss. Er nimmt all seinen Mut zusammen: Er habe die Tochter des Herrn gesehen, und sie gefiele ihm sehr. Ob er sie wohl zur Frau nehmen dürfte? Don Pomponio will vorher selbstverständlich noch einiges wissen. Erst einmal der Name des Bewerbers: „Alberto“, das reicht nicht für den Schwiegersohn eines Pomponio Storione, wenn man bedenkt, was diese Worte bedeuten! Alberto entgegnet, dass „Storione“ nichts anderes als einen Stör, mithin einen Fisch bezeichne. Das sieht der Don ganz anders: Pomponio käme von Pompilius, Pompejus und Pompeji, und Storione hinge mit Historia zusammen. Alberto aber, und dann mit Familiennamen auch noch De Filippi? Alberto kontert, das stände in direktem Zusammenhang mit Philippos dem Mazedonier, dem Vater Alexanders des Großen. Don Pomponio wird unsicher. Er will die Sache mit seiner Tochter bereden. Mit der, so Alberto, er selbst bereits gesprochen habe: Sie wolle ihn gern zum Manne nehmen, meint er noch, bevor er sich in eine andere Ecke des Raumes begibt.

Wie nun Lisetta zu ihrem Vater tritt, erfährt sie von ihm, dass er sie eben verheiratet habe. Das hört Filippo, der ebenfalls hereingekommen ist. Die Neuigkeit regt ihn furchtbar auf. Zugleich erscheint auch noch Doralice auf der Suche nach ihrem neuen Verehrer.—Lisetta macht inzwischen ihrem Vater klar, dass sie nicht vorhabe, sich mittels einer Zeitung oder eines Preisausschreibens verheiraten zu lassen. Sie werde einen nehmen, der ihr gefällt. Don Pomponio, offenbar selbst etwas durcheinander, nennt seiner Tochter den Mann, den er für sie ausersehen hat: Filippo! Das wiederum freut Lisetta und ihren Liebsten, der die Szene verfolgt. Wie nun aber Lisetta fragt, wo denn dieser Filippo stecke und der sich daraufhin zeigt, weist ihn Don Pomponio begreiflicherweise zurück. An diesem kritischen Punkt der Geschichte tritt Alberto wieder näher, und den grüßt der Don jetzt als Lisettas zukünftigen Gemahl…

[10] …weshalb Lisetta, Filippo, Alberto und Doralice gleichermaßen durcheinander sind. Lisetta erklärt, niemanden als Filippo zu lieben und heiraten zu wollen. Zugleich klärt Alberto den Don darüber auf, dass Lisetta bereits mit Filippo verheiratet sei—ein für den Vater völlig inakzeptabler Sachverhalt, wo er’s doch auf einen Adligen abgesehen hatte. Man verlässt die Bühne in allgemeiner Verwirrung.

[11] Erneut zieht Don Pomponio seinen Diener Tommasino ins Vertrauen: Es sei arg, dass er diesen Wettbewerb um die Hand der Tochter arrangiert habe, nur um jetzt zu entdecken, dass sie schon verlobt sei! Keinen Pfennig wird sie kriegen! Madama La Rose und Doralice belauschen vergnügt den Auftritt, während Tommasino losgeschickt wird, für seinen Herrn ein neues Inserat aufzugeben, dessen Inhalt nicht weniger lächerlich ist: Jetzt will Don Pomponio selbst eine Frau glücklich machen.—Madama La Rose und Doralice grüßen den Herrn, der sie fragt, ob sie verheiratet seien. Die erstere bejaht, und so präsentiert sich Pomponio, der etwas von Doralices Lage weiß, dem Mädchen als begehrenswerter Ehemann. Doralice gibt sich ob des ansehnlichen Bewerbers beeindruckt, kann ihn aber nicht erhören, da ihr Herz nicht mehr frei ist.

[12] Zu gern würde sie ihre Gefühle erklären, und sie hofft, dass der Himmel eines Tages auch ihr ein Glück bescheren werde.

[13] Filippo sorgt dafür, dass die Zimmermädchen in den Gästezimmern Ordnung schaffen. Don Pomponio, von Madama La Rose beobachtet, tritt zu ihm hin, doch der Wirt lässt sich zunächst nicht stören. Schließlich schenkt er ihm doch seine Aufmerksamkeit und beschimpft ihn als Dummkopf. Madama La Rose gibt sich als Filippos Gemahlin aus.—Von Filippo erfährt Pomponio den Grund für die gegenwärtige Arbeit: Man trifft Vorbereitung für die Unterbringung eines reichen Quäkers, der in Holland ein Geschäft eröffnen wolle und in der Zeitung von Lisettas überirdischen Qualitäten gelesen habe. Filippo und Madama La Rose gehen ab. Lisetta kommt herein, wütend darüber, dass ihr Liebster offenbar schon eine Frau hat.

[14] Dessen ungeachtet hat das Mädchen seinen eigenen Kopf. Was immer der Vater sagen oder tun wird—sie wird lieben, wen und wie oft sie will. Beide gehen ab.

[15] Madama La Rose, Traversen, Doralice, Anselmo und Alberto erscheinen, um Don Pomponio ihren Quäker-Streich zu spielen. Einzig Anselmo ist ein wenig zurückhaltend. Man tritt beiseite und harrt der Dinge, die da kommen werden.

[16] Don Pomponio und Lisetta heißen Filippo willkommen, der bis zur Unkenntlichkeit verkleidet ist. Die Perücke des vermeintlichen Quäkers hängt zum Teil über die Augen hinab. Er erwidert den Gruß mit einem scheinbar holländischen Akzent, und auch die andern „Quäker“ beteiligen sich an dem Gespräch.—Ob Don Pomponio Italiener sei und ob er gar des Holländischen mächtig sei? fragt Filippo, doch man kommt überein, am besten Italienisch zu sprechen. Alles geht recht gut, bis Lisetta plötzlich dazwischenfährt: Sie wolle mit diesem Hochstapler nichts zu tun haben! Filippo erschrickt über diese Wendung.

[17] Doralice, Anselmo, Madama La Rose und Monsù Traversen treten vor. Der Aufzug endet in allgemeiner Verwirrung. Einerseits weiß Alberto nicht, wer nun von den beiden Mädchen—Doralice oder Lisetta—wirklich Don Pomponios Tochter ist. Doralice hegt zarte Gefühle für ihn, Lisetta bedauert den Streit mit Filippo, und dieser überlegt, wie er seine Geliebte besänftigen könne.

CD 2

Zweiter Akt

[1] In einem Zimmer des Gasthauses kommentiert Madama La Rose das Geschehen. Monsù Traversen will Anselmos Tochter heiraten—ein plötzlicher Einfall nach Pariser Art. Anselmo ist einverstanden, Doralice hingegen denkt nicht daran, ja zu sagen. Madama La Rose befürwortet den Antrag.

[2] Sie meint, eine rasch geschlossene Ehe sei immer noch die beste. Sie lehnte niemals ab, wenn ein Kavalier zu ihr käme. Man geht ab, Traversen dabei Arm in Arm mit Doralice. Alberto beobachtet den Vorgang. Er stellt nunmehr fest, dass Doralice nicht das Mädchen aus der Zeitung ist. Dennoch liebt er sie.

[3] Monsù Traversen kommt zurück. Er habe, verrät er Alberto, bei Anselmo um die Hand Doralices gebeten und wolle jetzt des Ehevertrages wegen zum Notar. Alberto ist entsetzt und will sich bei Filippo Rat holen. Der ist auch nicht glücklich, weil er Lisetta bislang nicht hat aufklären können—und jetzt steht ihre und ihres Vaters Abreise unmittelbar bevor: Lebt denn wohl, ihr Hoffnungen!—Lisetta ist noch immer wütend, als sie eintritt. Bevor Filippo überhaupt etwas erklären kann, muss er hören, dass sie ihn nie geliebt habe. Endlich gelingt es ihm aber doch: Alles habe nur dazu gedient, den Argwohn ihres Vaters zu zerstreuen. Lisetta glaubt es nicht und schimpft weiter…

[4] …bis die Versöhnung dennoch nicht mehr auf sich warten lässt: Filippo und Lisetta verlassen den Raum. Die Liebe ist wieder erwacht.

[5] Alberto ist allein. Er betrachtet die Verwirrungen seines Herzens und das Liebesleid, das ihm nach einem Moment des Glücks nun desto größeren Kummer bereite.

[6] Liebe, Eifersucht und Wut verwirren ihn.

[7] Filippo hingegen ist glücklich, wie sich alles gefügt hat. Er erblickt Alberto und fragt ihn nach dem Grund seiner Aufregung. Weil er, Filippo, so viel gelogen habe, lautet die Antwort—doch die Vorwürfe verstummen, nachdem der Gescholtene ihm erzählt, dass er mit Doralice gesprochen und diese ihm ihre Liebe zu Alberto gestanden habe. Da freut sich Alberto aber!—Nun hat Filippo jedoch ein Problem: Er muss Don Pomponio daran hindern, mit Lisetta das Gasthaus zu verlassen, und will sich deshalb mit ihm im Garten duellieren—angeblich, weil der Italiener durch sein rüdes Benehmen die Quäker zur vorzeitigen Abreise getrieben und ihn, den Wirt, um sein Einkommen gebracht hat. Alberto soll sich verkleiden und eine weitere Forderung überbringen: Schließlich habe ihm Don Pomponio die Tochter versprochen und dann die Zusagen nicht gehalten. Die beiden verlassen die Szene. Alberto ist hoffnungsfroh.

Don Pomponio ist inzwischen mit seinem Diener Tommasino im Garten. Er hat einen Säbel in der Hand und fragt sich, wie es überhaupt zu diesem Duell mit einem Gastwirt habe kommen können und wieso er dessen Forderung angenommen habe? Nicht, dass er sich fürchtete, o nein! (Dabei ergriffe er, wie man merkt, am liebsten das Hasenpanier, wenn’s denn ginge.)—Filippo tritt auf. Er beschuldigt Don Pomponio, ihm durch sein Betragen geschäftlich geschadet zu haben und verlangt, dass sein Gegner blank zieht. Da kommt Alberto hinzu und behauptet, das Recht auf den ersten Gang zu haben. Don Pomponio gesteht inzwischen bereitwillig, er sei weit mehr ein Mann des Friedens als des Krieges.—Alberto ist fest entschlossen, mit Pomponio bis zum Tode zu kämpfen, da dieser ihm die Tochter erst versprochen und dann verweigert habe. Das Einlenken des Vaters ignoriert er: Er will den Don bluten sehen.—Das will freilich auch Filippo, und keiner der beiden ist bereit, hinter dem anderen zurückzustehen. Wenn nötig, werden sie erst miteinander fechten.

[8] Die Auseinandersetzung geht weiter. Don Pomponio ist mal erleichtert, mal verängstigt, während man sich über die Reihenfolge der Duelle streitet. Am Ende kommt man überein, dass der Don ein flegelhafter Feigling sei, ein lächerlicher Handelsreisender, ein Zeitungsnarr und ganz einfach ein Idiot. Don Pomponio ist völlig einverstanden.

[9] Im Gasthaus erläutert Doralice Lisetta den nächsten Plan. Filippo will, dass sich die beiden in ganz ähnliche Türkengewänder kleiden sollen. Alberto werde im Gewande eines vornehmen Herrn aus Afrika zu der Gesellschaft stoßen, und so könne man gemeinsam flüchten, um zu heiraten. Don Pomponio tritt ein und will abreisen. Lisetta weigert sich, und Don Pomponio rast. Madama La Rose gibt dem Mädchen einen Wink, worauf diese in Ohnmacht fällt und die klagenden Frauen sich um sie versammeln, nach Wasser und Riechsalz rufend.

[10] Lisetta kommt wieder zu sich: Wo sie sei, wer sie aus dem Elysium zurückgeholt habe…?

[11] Die Helden des Altertums hätten ihr aufgewartet: Romulus habe ihr Blumen geschenkt, Aeneas Kaffee gereicht. Mitleidig habe man ihr Schicksal besprochen, die Sache mit der Zeitung und sie als schlichtes, unglückliches Kind eines dämlichen Vaters bedauert. Don Pomponio lässt sich auch von den flehentlichen Bitten der Frauen nicht erweichen.

[12] Filippo hat inzwischen seine Maskerade vorbereitet. Er ist sicher, dass Don Pomponio sich vor den „Türken“ fürchten werde. Dieser beklagt sich bei dem Wirt darüber, dass diese hier zusammen mit Christenmenschen untergebracht seien. Filippo erklärt, dass der große und berühmte Afrikaner Abdallid Falzul Carababa nach Paris gekommen sei, da er Frauen suche, die er bei seinen Maskenspielen wolle tanzen lassen. Er rät Don Pomponio, sich türkisch zu kleiden und ohne weitere Debatte seine Tochter zu nehmen, obwohl er weiß, dass er mit Lisetta bereits auf und davon sein wird. Don Pomponio, so meint er weiter, solle beten, dass sich der Türke in Lisetta verlieben und diese heiraten werde.

[13] Es werde eine großartige Gesellschaft geben, zu der der Kaiser von China, der Schah von Persien, der Kalif von Ägypten und der Mogul von Chile sowie die bärtigen libyschen Helden Alzul Bala von Marokko, Ali von Baldugeri und Micazira von Guinea kämen. Auch der Bej von Tunis wolle Don Pomponio ehren, und dieser würde von den Zeitungen in den Himmel gehoben.

[14] Die Szene verwandelt sich. Man sieht einen für das Fest erleuchteten Ballsaal. Die Anwesenden tragen Masken. Lisetta und Doralice tragen identische Türkengewänder, während auch Filippo und Alberto gleiche Kleidung angelegt haben. Pomponio ist ebenfalls lächerlich kostümiert. Liebe liegt in der Luft.

[15] Wie die andern zuvor, vermag Don Pomponio die maskierten Tänzer nicht voneinander zu unterscheiden.

[16] Er weiß nicht, wer von ihnen seine Tochter ist. Alberto und Filippo wollen inzwischen bei ihren jeweiligen Partnerinnen bleiben, Doralice fürchtet die Reaktion ihres Vaters. Don Pomponio ist darauf bedacht, für seine Tochter den türkischen Bewerber zu finden. Nach wie vor sucht er Lisetta. Die andern setzen alles daran, ihn noch weiter zu verwirren. Die Liebenden machen sich aus dem Staub.

[17] Anselmo sucht seine Tochter, Traversen seine zukünftige Gemahlin, und Don Pomponio hat Lisetta noch immer nicht gefunden. Madama La Rose tritt auf und meldet, dass die Mädchen nunmehr vermählt seien. Sie bittet, ihnen zu vergeben.

[18] Doralice und Alberto erbitten Anselmo um Verzeihung, Lisetta und Filippo wenden sich gleichermaßen an Don Pomponio—und endlich gewähren die Väter Pardon. Alle sind fest entschlossen, sich jeden Tag an die Zeitung zu erinnern.

Keith Anderson
Deutsche Fassung: Cris Posslac


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