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8.660284-85 - ROSSINI, G.: Italiana in Algeri (L') (Pizzolato, Regazzo, Virtuosi Brunensis, Zedda)
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Gioachino Rossini (1792–1868)
L’Italiana in Algeri

 

Italiana in Algeri für Venedig komponierte, lag sein Debüt als Opernkomponist noch keine zweieinhalb Jahre zurück, und doch war es schon seine zehnte Oper—ein Viertel aller Opern, die er bis 1829 komponieren sollte! Ein Großteil dieses schöpferischen Feuerwerks entzündete sich in der lebensfrohen Lagunenstadt, in der Gioachino 1810 mit der kleinen Farsa La cambiale di matrimonio seinen Einstand gab. Mit der nächsten Farsa für dasselbe Theater San Moisè, L’inganno felice, errang er einen so großen Zuspruch, dass ihn der Impresario sogleich für drei weitere Einakter verpflichtete. So kehrte Rossini immer wieder nach Venedig zurück, obwohl er inzwischen auch andernorts akklamiert wurde: Von Bologna und Ferrara erhielt er Aufträge, aber es war Mailand, das ihn über Nacht berühmt machte, als seine Pietra del paragone an der Scala triumphierte. Nun kam auch das bedeutende Teatro La Fenice mit dem wichtigen Angebot, die große ernste Oper Tancredi zu komponieren, die für den Jüngling zu einem weiteren Triumph wird. Rossini erlebt, was es heißt, Erfolg zu haben, gefeiert zu sein, vom armen Sohn eines Stadttrompeters zur viel gefragten Persönlichkeit zu werden—ein Gefühl von Lebensmut bemächtigt sich seiner, das ihn die anfängliche Existenzangst vergessen lässt. Diesem Ausbruch von Übermut entspringt L’Italiana in Algeri, Höhepunkt eines gelebten Freudentaumels, einer Euphorie ohne Gleichen.

Neben den Kleintheatern, zu denen das erwähnte San Moisè gehörte und dem großen La Fenice, gab es mit dem Teatro San Benedetto eine weitere Spielstätte in Venedig, die von wechselnden Theatertruppen benutzt wurde. Für die Frühjahrssaison 1813 organisierten die „Filarmonici Dilettanti“ unter der Leitung des Impresario Giovanni Gallo eine kurze Spielzeit „zum Wohle der Armen“, für die Rossinis La pietra del paragone sowie eine neu zu komponierende Oper von Carlo Coccia auf ein Libretto von Gaetano Rossi angekündigt wurde. In der Truppe befanden sich zwei namhafte Sänger, nämlich Maria Marcolini, Contralto, und Filippo Galli, Bass, die wenige Monate zuvor Rossinis Pietra in Mailand zum Triumph geführt hatten, und so verwundert es nicht, dass dieses Erfolgsstück nun den Venezianern vorgestellt wurde.

Am 19. April war Premiere, aber die Venezianer, vielleicht ein bisschen voreingenommen gegen die Importware aus Mailand, reagierten zurückhaltend und kritisierten eine übermäßige Instrumentierung; zehn Tage später wurde die Oper durch den Ser Marcantonio von Stefano Pavesi ersetzt; vom 8. bis 20. Mai wurde schließlich der 1. Akt von Pavesis und der zweite von Rossinis Oper gespielt, ein Hinweis, dass keines der Stücke vollkommen überzeugte und der Impresario mit diesem Pasticcio das Publikum bei der Stange halten wollte, bis die neue Oper von Coccia bereit war. Diese ließ aber auf sich warten. An diesem Punkt hätte Gallo, so wurde bislang immer vermutet, Rossini angefleht, ihm umgehend eine neue Oper zu schreiben, um die Verzögerung der Coccia-Oper zu überbrücken, die schließlich auf ein Libretto von Giuseppe Foppa (statt des angekündigten Gaetano Rossi) unter dem Titel La donna selvaggia erst am 26. Juni 1813 in Szene ging.

Der Rossini-Forscher Paolo Fabbri stellte aber eine andere Vermutung an: „Es war der Komponist, der sich verwegen anerbot, um die schlechte Figur, die er gemacht hat, wieder wett zu machen.“ In der Tat spricht wenig dafür, dass der Impresario von sich aus in einer ohnehin schwierigen Saison eine zweite neue Oper inszenieren wollte, ein viel schwierigeres Unterfangen, als im Repertoire der Sänger auf ein weiteres bestehendes Stück zurückzugreifen. Fest steht, dass Rossini seine ursprünglichen Pläne änderte und am 8. Mai bereits an der Komposition der neuen Oper war, wie sein Vater, der ihn im Lagunenstädtchen Adria erwartete, aus einem Brief erfuhr: „Ich profitiere von der Rückkehr des Herrn Giuseppe Bedolo nach Adria, um Euch über meine gute Gesundheit und jene der Mama zu unterrichten und Euch gleichzeitig darum zu bitten, die Malanotte aufzusuchen und ihr zu sagen, dass ich eine Oper für das S. Benedetto schreibe und dass ich folglich nicht das Vergnügen haben werde, in Adria in ihrer Gesellschaft zu sein“.

Die Leichtigkeit, mit der Rossini ans Werk ging, spricht ebenfalls dafür, dass die Initiative zur Komposition dieser von Plagiaten vollkommen freien Oper von Rossini ausging: Er dürfte in dem Libretto L’Italiana in Algeri von Angelo Anelli, den er in Mailand kennengelernt hatte, eine ihm kongeniale Vorlage gefunden haben—also kein Behelf der letzten Minute angesichts der zeitlichen Unmöglichkeit, ein neues Libretto schreiben zu lassen, sondern vielmehr ein guter Vorwand, endlich einmal ein vortreffliches Textbuch vertonen zu können. Zwei Jahre später, auf der Suche nach einem geeigneten Libretto für sein Debüt in Rom, forderte Rossini von Anelli ein Libretto mit Worten, die genau auf die Charakteristik der Italiana passen: „Diesen Karneval komponiere ich für Rom und möchte von Dir ein komisches Libretto voller Extravaganzen, verstehst Du? […] Wenn Du ein altes hast, passe es einfach an, wenn es nur lustig ist.“ „Zu guter Letzt fordere ich von dir Ausgefallenheit in den Ideen für den Stoff, die Versmaße, die Handlung usw.“

Man darf davon ausgehen, dass er auch die Musik kannte, die bereits 1808 auf diesen Text komponiert wurde: jene von Luigi Mosca, dessen Partitur er wohl im Archiv des Scala-Kopisten Giovanni Ricordi studieren konnte. Auch dürfte in einem gewissen Maß der Drang mitgespielt haben, sich mit seinen Kollegen zu messen.

Ein Vergleich zwischen den beiden Librettoversionen zeigt freilich, dass für die neue Vertonung zahlreiche Änderungen angebracht wurden. Obwohl die Struktur der Oper nicht grundsätzlich verändert wird, werden die Gewichte verschoben, in erster Linie zugunsten der Protagonistin Isabella. Damit sie effektvoll das zweite Bild (das gekaperte Schiff am Strand von Algier) eröffnen kann, wird eine Arie für Taddeo eliminiert, um dafür die Auftrittskavatine Isabellas mit einer wirkungsvollen Cabaletta zu ergänzen. Eine zweite Arie Lindoros hätte nur das erste Finale verzögert und wird deshalb gestrichen. Im zweiten Akt hätte Isabella ein Liebesduett mit Lindoro zu singen, doch es wird als überflüssig erachtet und durch eine neue Arie Lindoros ersetzt, damit die Primadonna in der übernächsten Nummer mit einer zusätzlichen Arie um so mehr zur Geltung kommt. Damit hat Isabella nun drei statt zwei Arien, während Lindoros zwei Arien besser verteilt sind. Mustafà behält seine Nummern, aber sowohl sein Auftritt in der Introduktion wie auch seine Arie werden völlig neu gefasst, um dem Bey einen machohafteren Charakter zu verleihen, der dann um so mehr mit seiner Niederlage kontrastiert. In den zwei großen Ensembleblöcken, dem Finale des ersten Aktes und dem Quintett des zweiten Aktes, werden einige Passagen hinzugefügt bzw. umgeändert, welche den Ensembles das nötige Gewicht verleihen. All diese Anpassungen sind eindeutig auf Rossinis musikalische und dramatische Erfordernisse zurückzuführen, und zeigen mit aller Deutlichkeit, wie weit Rossini davon entfernt war, jedweden Text, selbst „eine Wäscheliste“ (wie es die Anekdote will), unbesehen zu vertonen. Für ihn mussten vor allem die Struktur der Oper und der innere Gehalt der einzelnen Charaktere stimmen.

Oft wird die Ansicht vertreten, Rossini hätte das Duett zwischen Isabella und Lindoro aus Abneigung gegen Liebesduette gestrichen. Es gibt aber genügend Beispiele in Rossinis OEuvre, die diese Meinung widerlegen. Hier in der Italiana störte das Liebesduett die Ökonomie der Oper, einerseits innerhalb der Handlung, da die Liebe zwischen Lindoro und Isabella nicht thematisiert, d.h. nicht in Frage gestellt wird (ihr kleines Missverständnis lässt sich in einem kurzen Rezitativ ausräumen), während ein Duett die Handlung nur aufgehalten hätte, ohne eine neue Situation zu schaffen; andererseits in der musikalischen Gewichtung, die auf die solistische Exponierung (vor allem Isabellas) punktiert und beide Sänger bereits Duette mit Mustafà bzw. Taddeo zu singen haben.

Viel Bedeutung wurde und wird dem patriotischen Rondò Isabellas zugemessen, und Rossini selbst erkannte dies, als er ein halbes Jahrhundert später versuchte, seinem Ruf als Reaktionär entgegenzuwirken, indem er darauf hinwies, in seiner künstlerischen Jugend mit Feuer und Erfolg diese Verse vertont zu haben. Im Nachhinein war eine solche Interpretation eine einfache Sache. Anno 1813 waren aber kaum politisch-patriotische Gründe für die „feurige“ Vertonung verantwortlich. Die Verse bestanden wortwörtlich bereits 1808 und hatten 1813 auch höchstens insoweit eine politische Bedeutung, als es in dem unter französischem Einfluss stehenden Venedig zum guten Ton gehörte, patriotische Stimmung aufkommen zu lassen („Napoleon hatte den Patriotismus soeben wiedererweckt“, sagte Stendhal). Rossini war im Grunde genommen ein unpolitischer Mensch, und wenn es ihm gelungen ist, diesen Text musikalisch mit patriotischem Feuer zu versehen, so ist dies seinem Genie zuzuschreiben, menschliche Regungen und Gefühle, zu denen auch die Vaterlandsliebe gehört, in eine adäquate Form zu bringen.

Nicht zu vergessen ist die erotische Komponente, die verstärkt in das Libretto einfließt. Während Isabella bei Mosca ihre Arie noch mit dem harmlosen Vers „La malizia del mio sesso | di costor trionferà“ („Die Schlauheit meines Geschlechts | trägt über jene den Sieg hinweg“) schloss, wird nun ein Rondò angehängt, in dem die Darstellerin ihre ganze Koketterie spielen lassen kann, und das mit den mehr als zweideutigen Versen endet: „tutti la bramano | tutti la chiedono | da vaga femmina | felicità“ („Alle begehren sie, alle verlangen sie | von hübscher Weiblichkeit | Glückseligkeit“). Keine Übersetzung kann diese unverhohlene Anzüglichkeit wiedergeben, wo der Ausdruck vaga femmina nicht nur für eine hübsche Frau steht, sondern eine präzise anatomische Bezeichnung ist. So wundert es denn auch nicht, dass schon im Jahr darauf (Mailand 1814) die Schlussverse durch ein bedeutungsloses „Ma un volto amabile | li fa cascar“ („Aber auf ein liebliches Gesicht | darauf fallen sie herein“) ersetzt wurden, und vielleicht hat auch der Austausch der Arie durch andere Stücke (wie wir weiter unten sehen werden) damit zu tun.

Die anzüglichen Verse dürfte die Darstellerin, die sie auf der Bühne singen sollte, selbst inspiriert haben: wenngleich die bekannten Bilder der Maria Marcolini nur wenig von ihrem „Sexappeal“ wiedergeben, war sie sicherlich eine Darstellerin, die ihre erotische Ausstrahlung nicht unterdrückte und ihre Reize auf der Bühne (und wahrscheinlich auch dahinter) spielen ließ; Stendhal suggeriert sogar, dass sie die Geliebte Rossinis war. Besonders gerne trat sie in männlicher Kostümierung auf, und so musste doch mindestens eine Verkleidungsszene vorkommen. Rossini lernte die zwölf Jahre ältere „Marietta“ schon während seiner Studienzeit in Bologna kennen, wo sie gemeinsam an öffentlichen Konzerten auftraten. Bereits in seiner zweiten Oper, L’equivoco stravagante, hatte die Marcolini eine Rolle zu singen, in der sie nicht nur ein Mädchen spielt, das in den Verdacht gerät, ein verkleideter Eunuch zu sein, sondern auch als Soldat verkleidet aus dem Gefängnis flüchtet. Und nachdem diese allzu schlüpfrige Oper nach drei Aufführungen polizeilich verboten wurde, durfte Gioachino für die Marietta in der richtigen Hosenrolle des Quinto Fabio von Domenico Puccini eine neue Auftrittsarie zu Pferde schreiben, eine Darstellungsmöglichkeit, die ihr wohl besonders behagte. Wenige Monate später komponierte Rossini für Ferrara Ciro in Babilonia mit der Marcolini in der Rolle des männlichen Eroberers Ciro, die auch eine für diesen Stil von Seria-Opern typische Gefängnisszene in Ketten enthielt. Die nächste Zusammenarbeit ergab sich bei Rossinis Scala-Debüt mit La pietra del paragone, wo Maria Marcolini in der Rolle der hübschen Gräfin zum Schluss als herausgeputzter Offizier auftritt und die Frauen in der Oper (und die Männer im Publikum) schwach werden ließ. Die letzte gemeinsame Oper sollte Sigismondo werden, wiederum mit Rossinis Förderin in der Titel-Hosenrolle. Isabella sollte, wie wir sehen, Mariettas weiblichste Rossini-Rolle sein, wo sie als Frau die Männer um den Finger wickelt.

Kaum einen Monat hat Rossini gebraucht, um die Oper aufs Papier zu werfen, eine erstaunlich kurze Zeit, auch wenn die Rezitative, die Arie Halys und wahrscheinlich Lindoros zweite Arie von einem Mitarbeiter komponiert wurden; beachtlich ist sodann, dass dieses Meisterwerk—im Gegensatz etwa zum Barbiere di Siviglia—keine Selbstanleihen aus früheren Opern aufweist (und später auch für keine solchen herhalten sollte). Am 22. Mai 1813 ging L’Italiana in Algeri am San Benedetto in Szene, und die Zeitung berichtete bereits am übernächsten Tag begeistert darüber. Nebst der erwähnten Maria Marcolini als Isabella und Filippo Galli als Mustafà wirkten Serafino Gentili (Lindoro), Paolo Rosich (Taddeo), Luttgart Annibaldi (Elvira), Annunziata Berni Chelli (Zulma) und Giuseppe Spirito (Haly) mit. Wegen einer Indisposition der Marcolini fand die zweite Aufführung erst am 29. Mai statt, worauf die Italiana den ganzen Juni hindurch gespielt wurde.

Schon nach der zweiten Aufführung der Oper hatte der Kritiker des «Giornale dipartimentale dell’Adriatico» prophetisch verhießen: „Am Sonntag Abend wurde das blühende Genie dieses tüchtigen Maestro mit dem Herabwerfen von Gedichten und mit ständiger Akklamation gefeiert; und die Italienerin in Algier von Rossini wird überall zu den besten Opern von Genie und Kunst gezählt werden“. Rossini selbst war sich dessen wohl auch bewusst und betreute seine Oper wiederholte Male bei Neuinszenierungen auf anderen Bühnen.

So kümmerte er sich persönlich um die Aufführungen im Frühjahr 1814 in Mailand: Zwischen zwei Aufträgen für die Scala (Aureliano in Palmira für den Karneval 1813/14 und Il Turco in Italia für den Sommer 1814) studierte er die Italiana am neu eröffneten Teatro Rè ein, wo er bereits Tancredi präsentiert hatte. Hier richtete er die beiden Isabella—Arien neu ein, die erste, „Cruda sorte“, erhielt eine neue Orchesterbegleitung, während die zweite, „Per lui che adoro“ im zweiten Akt, eine wichtige Änderung erfuhr: das begleitende Soloinstrument, in Venedig dem Cellisten Valentino Bertoja anvertraut, wurde nun durch eine Flöte ersetzt. Als substantiellste Änderung aber verpasste Rossini der Rolle des Lindoro im zweiten Akt die neue, umfangreiche und virtuosere Cavatina „Concedi, amor pietoso“ (Nr. 9a), als Ersatz für die knappe „Oh come il cor di giubilo“. Vielleicht wollte Rossini die möglicherweise nicht von ihm geschriebene—Arie durch ein eigenes Stück ersetzen, vielleicht wünschte sich der Lindoro-Sänger Serafino Gentili dieses Mal eine Arie, die ihm mehr Aufmerksamkeit verschaffte.

Der «Corriere delle Dame» konstatierte am 12. August 1815: „Die Italiana in Algeri ist vielleicht das Meisterwerk des Herrn Maestro Rossini, und vielleicht die einzige unter seinen Opern, die wegen ihrer wahrhaften Schönheit in allen wichtigen Theatern Italiens bewundert wurde“. Die Italiana setzte ihren Siegeszug fort und war die erste Oper Rossinis, die nach Deutschland kam (München 1816). Noch heute ist sie der Inbegriff für Rossinis übermütigsten Buffa-Stil, den Stendhal mit den glücklichen Worten der „organisierten und totalen Verrücktheit“ zusammenfasste.

Reto Müller

 

Der Inhalt

CD 1

[1] Ouvertüre

Erster Akt

[2] Ein kleiner Saal im Palaste Mustafas, des Bey von Algerien. Ein Diwan steht in der Mitte des Raumes, von dem aus man zu den privaten Gemächern des Herrn und seiner Gemahlin Elvira gelangt. Letztere ruht, von ihrer Zofe Zulma und dem Chor der Eunuchen umgeben, auf dem bequemen Lager. Die Verschnittenen bemühen sich, Elvira aufzumuntern, da sie das Herz ihres Gatten verloren hat. Zulma ist der Ansicht, männliche Tyrannei ließe sich durch Geduld besiegen.—Haly, der Capitain der algerischen Korsaren, meldet das Kommen des Bey, der sich über die stolze Arroganz der Weiber und den Verdruss beklagt, den sie einem verursachen. Er ist wild entschlossen, mit Elvira zu brechen. Zulma fordert ihre Herrin zu mutiger Antwort auf, derweil die Eunuchen vor der Erscheinung Mustafas angstvoll zurückweichen. Elvira tritt ihrem Gemahl gegenüber, der sie wütend auffordert, zu verschwinden, da er keine Idee hat, wie er mit ihr auskommen sollte. Im anschließenden Ensemble beschreibt er, wie sich seine Stimmung beim Anblick anderer Mädchen ändert. Die Anwesenden kommentieren seine Wut.

[3] Mustafa schickt alle bis auf Haly hinaus. Diesem befiehlt er, den italienischen Sklaven holen zu lassen. Seiner Frau, so fährt er fort, sei er längst überdrüssig, weshalb er beschlossen habe, sie mit dem Sklaven zu verheiraten. Auf Halys Einwand, jener sei doch kein Türke und eine solche Mischung durch Mahomet verboten, erwidert der Bey, dass ihn das nicht kümmere: Schließlich gebe es für ihn kein anderes Gesetz als die eigene Laune. Im übrigen führt er Beschwerde über seinen gesamten Harem, worin nicht eine Frau sei, mit der er gern zusammen wäre. Eine Italienerin solle ihm Haly verschaffen—und wenn ihm das nicht binnen der nächsten sechs Tage gelinge, werde er ihn spießen lassen. Darauf verschwindet der Bey in seinen Gemächern. Auch Haly verlässt den Saal.

[4] Mustafas Lieblingssklave, der junge Italiener Lindoro, betritt den Raum und besingt die treue Geliebte, von der er durch das Meer getrennt ist.

[5] Er sehnt sich nach seiner italienischen Heimat. Mustafa erscheint und bedeutet unmissverständlich, dass er ihm ein Weib geben wolle. Lindoro schreckt zurück: Er kann sich nicht vorstellen, eine Ehe ohne Liebe einzugehen. Der Bey tut den Einwand ab und will wissen, ob man in Italien nie auch das Geld ins Spiel brächte? Gewiss, so Lindoro, doch bei ihm sei das etwas anderes, worauf ihm Mustafa eine Braut zeigen will, die sämtliche inneren und äußeren Vorzüge mitbringt—Schönheit, ein gutes Herz, kurzum alles, was man sich nur wünschen könne. Damit sieht sich Lindoro einem schwerwiegenden Problem gegenüber.

[6] Man müsse, gibt der junge Mann zu bedenken, solch eine Heirat doch sehr wohl erwägen. Mustafa jedoch versichert ihm, dass seine Zukünftige alles haben werde, was sein Herz begehrt: holde Augen, dunkle Haare, rosige Wangen, Redlichkeit. Lindoro sieht keinen Ausweg mehr: Mustafa zwingt ihn förmlich zur Zustimmung, wo er doch der Liebsten die Treue geschworen hat.

[7] Die Szene zeigt nunmehr das Ufer des Meeres. In der Ferne sieht man ein Schiff, das in dem nunmehr sich legenden Sturme gescheitert ist. Menschen versuchen, sich von dem Wrack zu retten. Ein Teil der Korsaren kommt mit einem Schiff herbei, die andern nahen sich mit ihrem Kapitän Haly auf dem Landwege. Reiche Beute hat ihnen das Unglück gebracht—auch einige schöne Mädchen und gewiss eine, über die sich Mustafa freuen wird. Diese eine namens Isabella beklagt das harte Los, das ihr die Liebe zu Lindoro eingebracht hat. Sie wünscht sich Trost, weiß aber auch, wie sie im Umgang mit den Korsaren jede weibliche List einsetzen kann.

[8] Noch einmal betont das Mädchen seine Standhaftigkeit. Die Korsaren haben inzwischen ihren Begleiter Taddeo verfolgt und gepackt, der laut um Hilfe schreit. Isabella gibt den ältlichen Verehrer als ihren Onkel aus und erklärt, dass sie aus Italien kämen—worüber Haly besonders erfreut ist, da er nun den Befehl des Bey wird erfüllen können. Vergnügt macht er sich davon, dem Herrn die gute Kunde zu bringen.

[9] Taddeo sorgt sich um die Zukunft und vermag Isabella nicht einmal mit der Enthüllung aus der Fassung zu bringen, dass er sehr wohl wisse, warum sie die Reise unternommen habe—um nämlich ihren geliebten Lindoro wiederzufinden.

[10] In das Unglück vermag sich Isabella zu fügen, doch Taddeos Eifersucht erträgt sie nicht. Allmählich verliert sie die Geduld: Lieber noch ein Türke als solch läppisches Betragen ... Allerdings kommt ihr zu Bewusstsein, dass sie wohl Taddeos Beistand nötig haben dürfte, und dieser wiederum erkennt, dass auch er ohne sie verloren wäre. Also endet das Wortgefecht mit dem beidseitigen Entschluss, auch weiterhin als Nichte und Onkel auftreten zu wollen.

[11] Wir befinden uns in demselben Saale wie zu Beginn der Handlung. Zulma ist verwirrt darüber, dass Lindoro die schöne, liebenswerte Elvira verschmäht hat, die allerdings bereits weiß, was sie von Ehemännern zu erwarten hat. Die Zofe erinnert an den Befehl des Bey, dem man unbedingt zu gehorchen habe. Nun aber still, meint sie, als sie den Herrn kommen sieht.—Mustafa bringt die Nachricht, dass ein venezianisches Schiff bald nach Italien abgehen werde, und bietet Lindoro die Freiheit, vorausgesetzt, dass er Elvira mitnimmt. Er werde ihm dazu viel Gold geben und fordert ihn auf, mit dem Kapitän des Schiffes alles Nötige zu regeln. Lindoro geht ab.—Danach tröstet der Bey seine Noch- Ehefrau mit dem Versprechen, ihr werde es in Italien gut gefallen. Nunmehr bringt Haly die Kunde, man habe eine schöne Italienerin für den Herrn gefunden, der sich ob der Neuigkeiten höchst erfreut zeigt und befiehlt, seinen ganzen Serail im großen Saale zu versammeln, auf dass man seinen Triumph miterleben könne.

[12] Mustafa schwelgt zunächst in dem kommenden Entzücken, unterbricht sich aber und gibt Elvira den Befehl, sich zusammen mit Zulma an Bord des Schiffes zu begeben. Dann will er die italienische Schönheit aufsuchen, um ihr seine Liebe und Ehrfurcht zu weihen. Er geht ab, von Haly und seinen Leuten begleitet.

[13] Elvira gesteht der erstaunten Zulma, dass sie Mustafa trotz allem noch liebt. Lindoro meldet, dass das Schiff zur Abfahrt bereit sei. Auch er wundert sich darüber, dass die junge Frau nicht von ihrem Tyrannen lassen mag: Sie solle doch frohen Gemütes mit nach Italien reisen, wo sie mit ihrem Wohlstand so viele Ehemänner und Liebhaber haben werde, wie sie nur wünscht.

[14] Wir sehen einen prächtigen Saal. Hinten ein Balkon, auf dem die Frauen des Serail stehen. Auf einem Diwan der Bey im Kreise der Haremswächter, die ihrem Herrn, dem „Besieger der Frauen“, ein Loblied singen. Haly meldet Mustafa, dass die Italienerin nur auf ein Zeichen warte.

[15] Isabella wird hereingeführt. Leise kommentiert sie die Hässlichkeit des Bey, mit dem sie glaubt, fertigwerden zu können. Er hingegen, beglückt über ihren Anblick, will behutsam seine Gefühle verbergen, was ihm aber kaum zu gelingen scheint. Das Mädchen richtet das Wort an den Herrn und bittet ihn, ihr in ihrem herben Geschick beizustehen. Mustafa zeigt sich insgeheim entflammt, und Isabella registriert selbstsicher, dass er ihr bereits ins Netz gegangen ist.

[16] Taddeo drängt sich herein, schiebt Haly zur Seite, stellt sich als Isabellas Onkel vor und bemerkt sogleich, dass ihm niemand zuhört: Der Bey ist gefangen von Isabellas Schönheit und meint beiläufig zu Haly, man solle den Eindringling spießen. Taddeo wird aber begnadigt, als Isabella den verliebten Mustafa umschmeichelt und den vor Angst schlotternden Mann als ihren Oheim ausweist.

[17] Elvira, Zulma und Lindoro treten ein, um Abschied von dem Bey zu nehmen. Isabella und ihr Geliebter glauben ihren Augen nicht zu trauen, als sie sich so unvermutet wiedersehen. Mustafa weiß sich auf das freudige Erschrecken keinen Reim zu machen, setzt dann aber Isabella auseinander, um wen es sich bei Elvira, der Frau in Lindoros Gesellschaft handelt—worauf ihn die Italienerin jedoch als Tyrannen bezeichnet und von ihm verlangt, die Gemahlin bei sich zu behalten. Sie selbst, Isabella, wolle den Sklaven, mithin Lindoro, für sich haben. Der Aufzug endet in einer allgemeinen Verwirrung.

 

CD 2

Zweiter Akt

[1] Die Szene zeigt wiederum den kleinen Saal vom Anfang des ersten Aktes. Neben Elvira, Zulma und Haly sind die Haremswächter zugegen, die sich über die Narrheit ihres Herrn auslassen. Auch Elvira, ihre Zofe und der Korsar sind erstaunt darüber, wie schnell es der raffinierten Italienerin gelungen ist, Mustafa zu verwandeln.

[2] Elvira, Haly und Zulma besprechen die Lage. Zulma ist der Ansicht, dass Mustafa bald froh sein werde, wenn ihn Elvira zurücknähme. Beim Erscheinen des Bey rät Haly, nicht zu widersprechen und auf Zeit zu spielen.—Mustafa schickt die beiden Frauen zu Isabella: Er wolle Kaffee mit ihr trinken. Durch seinen italienischen Sklaven hat er einiges erfahren, und jetzt will er sich durchsetzen. Zu diesem Zwecke will er sich Taddeo als Helfer dienstbar machen.

[3] Isabella ist unglücklich. Zwar hat sie ihren Lindoro gefunden, doch in Gesellschaft einer andern Frau. Als der Liebste kommt und die Situation erklären will, ist sie ungehalten über das, was er anscheinend mit Elvira geplant hat. Dann schlägt sie aber eine gemeinsame Flucht vor. Im Augenblick müssen sie allerdings voneinander scheiden.

[4] Lindoro ist froh, dass er Isabella gefunden und ihre Wut besänftigt hat. Er geht ab.

[5] Mustafa tritt auf. Ihm folgt zunächst Taddeo. Dann erscheinen Haly und zwei Mohren, die einen Turban, ein türkisches Gewand und einen Säbel tragen, sowie der Chor der Eunuchen. Der liebestolle Bey sehnt sich nach der Gesellschaft der Italienerin, indessen ihn Taddeo um Mitleid anfleht: Er wähnt sich von den Werkzeugen seiner bevorstehenden Hinrichtung verfolgt. Mustafa setzt ihm seinen Irrtum auseinander. In Wirklichkeit bringen ihm die Leute die Insignien, mit denen Taddeo zum Kaimakam des Bey gemacht werden soll.

[6] Haly legt Taddeo das türkische Gewand an und setzt ihm den Turban auf, derweil ihm Mustafa die Scheide des Säbels umschnallt. Die Eunuchen preisen den Kaimakam, für den sie vom Schicksal Löwenstärke und Schlangenlist erbitten.

[7] Taddeo weiß nicht, was diese Ehre zu bedeuten hat, bis ihm Mustafa versichert, er sei jetzt sein Stellvertreter. Der also Beförderte fühlt sich völlig überfordert: Er sei ein Esel, meint er, der nicht einmal recht lesen könne. Das sei auch nicht seine Aufgabe, erfährt er: Er solle vielmehr dafür sorgen, dass Isabella die Liebe des Bey erwidert.

[8] Taddeo findet den Turban zu schwer auf dem Kopfe und die Kleidung zu unbequem. Am liebsten würde er die Ehrung ablehnen, doch beim Anblick des wütenden Mustafa nimmt er an—und sogleich spenden die lobsingenden Eunuchen neuerlichen Beifall. Taddeo dankt und verspricht, mit Isabella zu reden. Seine Lage dünkt ihn freilich nicht beneidenswert.

[9] Die Szene zeigt jetzt ein schönes, ebenerdiges Gemach mit einer Loggia, die aufs Meer hinauszeigt. Elvira und Zulma helfen Isabella, türkische Gewänder anzulegen. Sie befiehlt dem Sklaven Lindoro, Kaffee für drei Personen zu bringen. Elvira korrigiert: Mustafa wolle sie allein besuchen. Isabella ist entgeistert, dass die Gemahlin selbst so willig die Botschaft bringt. Elvira soll sich mit Zulma in einen angrenzenden Raum begeben und sie beobachten, auf dass sie lerne, wie eine Frau mit einem Manne umzugehen habe.

[10] Im Kreise ihrer Sklavinnen vervollständigt Isabella ihre Garderobe, um sich für den Verehrer noch schöner zu machen und meint, der Bey wisse gar nicht, wen er vor sich habe. Mustafa, Taddeo und Lindoro kommentieren beiseite die Szene und bewundern Isabella, die jedoch nichts anderes im Sinne hat, als den Bey zu überlisten. Als ihr Gewand komplett ist, geht sie ab, und auch die Sklavinnen ziehen sich zurück.

[11] Mustafa befiehlt Lindoro, ihm Isabella zu bringen. Der junge Mann geht ab und beschließt, mit seinem Mädchen unter vier Augen zu sprechen. Auch Taddeo erhält den herrschaftlichen Befehl, Isabella herbeizuholen. Als dieser zögert, wird er über seine diesbezüglichen Pflichten aufgeklärt. Lindoro tritt wieder ein, um zu melden, dass Isabella auf dem Wege sei. Taddeo wird instruiert, seinen Herrn zu verlassen, sobald dieser ihm durch ein Niesen das entsprechende Zeichen gibt.

[12] Isabella erscheint. Mustafa präsentiert ihr den „Onkel“, den er ihr zu Ehren in den Rang seines Kaimakam erhoben habe. Sie findet, das sei genau das Richtige für einen Mann von solchem Aussehen und bedankt sich aufrichtig. Taddeo verrät dem Mädchen den wahren Grund für die Beförderung, indessen Lindoro dem Bey gegenüber meint, man solle nur sehen, wie sein „Stellvertreter“ seines Amtes walte.—Isabella nennt Mustafa ihren Liebsten, weshalb dieser, wie verabredet, niest. Das muss er allerdings mehrmals wiederholen, weil Taddeo, sehr zum Vergnügen von Lindoro und Isabella, einfach nicht verschwinden will. Zwei Mohren bringen Kaffee, und Isabella begrüßt Elvira, die nach ihren Worten von ihrem Gemahl eingeladen worden sei. Mustafa gerät in Rage und will Rache nehmen, indessen ihm die andern raten, seine Frau zu trösten.

[13] In einem kleineren Zimmer ergötzt sich Haly an der Niederlage des Bey.

[14] Er sieht, dass die Italienerinnen raffinierter seien und Männer leichter verliebt machen könnten.

[15] Nachdem Haly abgegangen ist, erscheinen Taddeo und Lindoro. Letzterer meint, dass Isabella der Hilfe ihres „Onkels“ bedürfe, um fliehen zu können. Darauf gibt sich dieser als ihr Verehrer zu erkennen. Zwar habe er von einem gewissen Lindoro sprechen hören, doch jetzt sei er sich selbst der Zuneigung der Angebeteten sicher. Er weiß freilich noch immer nicht, wer der junge italienische Sklave ist, der ihm jetzt empfiehlt, zuzusehen, wie er mit Mustafa Bey verfahren werde.

[16] Mustafa erscheint und verlangt von Taddeo, die Angelegenheit mit seiner Nichte zu klären. Lindoro verrät dem Herrn, dass ihn Isabella tatsächlich liebe. Als dieser sie daraufhin aufsuchen will, ergänzt Lindoro, sie werden ihn, den Bey, in der entsprechenden Zeremonie als ihren Pappataci [= „Vielfraß“] empfangen.

[17] Mustafa freut sich über die vermeintliche Auszeichnung, die, wie ihm Lindoro erläutert, eine alte italienische Ehrung sei und, so Taddeo weiter, in Erwiderung seiner eigenen Beförderung zum Kaimakam geschehe. Der Bey erfährt nunmehr, wie er sich durch Trinken, Schlafen und Essen auf die Zeremonie vorzubereiten habe—eine Pflicht, der er sehr gern nachkommt.

[18] In einem prächtigen Gemach unterhalten sich Lindoro und Taddeo über Isabellas Vorhaben, das darauf abzielt, sämtliche italienischen Gefangenen freizubekommen. Eine Gruppe soll sich als Pappataci kleiden, die andern sie auf das Schiff begleiten. Sie sehen Isabella und ihr Gefolge herbeikommen.

[19] Die italienischen Gefangenen freuen sich auf die Freiheit.

[20] Isabella weist die Männer an, beieinander zu bleiben. Bald werde die Gefahr vorüber sein. Taddeo und Lindoro müssen jetzt von einer Frau geführt werden.

[21] Isabella will, dass sie tapferen Herzens an ihr Heimatland denken. Sie tadelt den lachenden Taddeo und bittet Lindoro, mutig zu sein: Die Liebe verleiht größere Kühnheit, und bald werde man die Heimat wiedersehen.

[22] Taddeo freut sich darauf, dass Isabellas Plan gelingt, weil er glaubt, alles geschehe seinetwegen. Mustafa will wissen, wo die Nichte des Onkels sei und erfährt, dass sie mit den Vorbereitungen für die Zeremonie beschäftigt sei. Mustafa freut sich.

[23] In Begleitung der Pappataci tritt Lindoro ein. Die Pappataci geben den Befehl, die Hörner erschallen zu lassen. Lindoro und Taddeo amüsieren sich über das Schauspiel, derweil Mustafa vergnügt auf die Ehrung wartet. Die Pappataci nehmen dem Bey den Turban und das türkische Gewand, um ihn mit einer Perücke und der Kleidung eines Pappataci auszustatten.

[24] Isabella tritt ein. Sie fordert den Erwählten auf, die für einen Pappataci nötigen Gelöbnisse zu leisten. Mustafa ist unter allgemeinem Applaus gern dazu bereit. Lindoro überreicht Taddeo ein Papier, und dieser verliest die einzelnen Punkte, die Mustafa wiederholen muss. Er hat zuzuschauen und darf doch nichts sehen, muss zuhören und darf nichts hören, soll essen und trinken und sich nicht an all dem stören, was gesprochen wird. Mustafa schwört, wie ihm geheißen, und wird zum Pappataci ernannt. Weitere Vorschriften folgen, worauf der Bey sich nach Taddeos Vorbild zum Essen und Trinken niedersetzt, um sein Schweigegelübde zu halten.

[25] Vor der Loggia erscheint ein mit Matrosen und europäischen Sklaven bemanntes Schiff. Die Seeleute schicken sich an, den Anker zu lichten. Isabella bedeutet Lindoro, er müsse jetzt gehen. Als Taddeo nunmehr den Namen des jungen Konkurrenten hört, merkt er, dass auch er übertölpelt wurde. Mustafa indessen, der Pappataci, isst und schweigt. Taddeo beschließt, gemeinsam mit Lindoro und Isabella zu fliehen.

[26] Elvira fragt Mustafa, ob er nicht sehen könne, was geschieht, doch der neue Pappataci setzt sein Mahl fort und achtet der Dinge nicht. Seine Gattin, Zulma und Haly erklären ihn für verrückt. Isabella, Lindoro und Taddeo freuen sich des gelungenen Plans. Da endlich merkt Mustafa, wie er hereingelegt wurde. Er ruft nach den Türken, Eunuchen und Mohren, doch die sind alle betrunken. Er erkennt seine Torheit und hat genug von den Italienerinnen. Er bittet Elvira um Vergebung. Isabella, Lindoro und Taddeo gehen an Bord. Elvira und die andern verabschieden sie. Und die Italienerin in Algier hat gezeigt, so die Moral von der Geschichte, dass die schöne Frau, wenn sie will, über alles herrscht.

 

Keith Anderson
Deutsche Fassung: Cris Posslac


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