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NHB10122 - KLEIST, H. von: Zweikampf (Der)
German 

Der Zweikampf

Kleist verstand sich als Dramatiker, und das bestimmt auch seine erzählende Prosa. Seine Sätze sind durch Einschübe aufs äußerste gespannt, das Geschehen dramatisch, oft gewaltsam auf das jeweilige Ende gerichtet. In „Der Zweikampf“ ist Kleist dem Verständnis des Mittelalters gefolgt, das im Ergebnis des Zweikampfes ein Gottesurteil sah. Die Geschichte hat wie ein Drama drei Abschnitte: Das nur im Gefühl begründete Vertrauen Friedrich von Trotas in die Unschuld Littegardes scheint durch das Gottesurteil des Zweikampfes unberechtigt zu sein (1. Höhepunkt). In der Gefängnisszene des zweiten Abschnittes zeigt sich von Trota unbeeindruckt, vertraut weiterhin auf Gott gegen das von Menschen ausgelegte Urteil Gottes, zumal eine wunderbare Heilung seiner Wunden erfolgt. Doch Littegarde weiß nicht mehr, ob sie ihrer eigenen Unschuld oder dem Gottesurteil glauben soll. Beide versichern sich der Richtigkeit ihres Gefühls und Vertrauens. Der Widersacher, Graf Jacob, der in subjektiver Gewissheit seines Rechts kämpfte, muss erkennen, dass seine Gewissheit auf Täuschung beruhte: seine geringfügigen Wunden werden lebensbedrohend; sein Geständnis führt ihn in den Tod: ein endgültiges Gottesurteil ist gesprochen (2. Höhepunkt, Ende des 3. Abschnittes).


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