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NHB10132 - KLEIST, H. von: Erdbeben in Chili (Das) / Der Findling (leicht gekurzt)
German 

„Das Erdbeben in Chili“

erschien vollständig zuerst im Jahre 1810. Bereits 1807 waren Teile der Geschichte unter dem Titel „Jeronimo und Josephe – eine Szene aus dem Erdbeben zu Chile 1847“ veröffentlicht worden. Erzählt wird von einem Erdbeben der Natur, zugleich von einem Erdbeben unter den Menschen, der Gefährdung des Glaubens an Gott, dem Handeln einer „satanischen Rotte“, auch von der stets bedrohten Möglichkeit menschlicher Gemeinschaft, von der Utopie des Paradieses.

„Der Findling“

erschien zuerst 1811. Kleist führt die Handlung von dem Mitleid des Kaufmanns Pischi mit unheimlicher Konsequenz zum furchtbaren Ende, an dem nur die Rache steht; die Entwicklung geht von der Hoffnung, nach dem Tod des eigenen Sohnes durch Aufnahme des Findlings Nicolo einen Erben zu gewinnen, zum Mord an diesem Findling. Durch einen „satanischen Plan“ Nicolos wird die Ehefrau Pischis getötet: Ist Nicolo derjenige, der allein die Schuld trägt, oder ist er durch die Umstände in die Stellung eines Stellvertreters gezwungen, an seiner individuellen Entwicklung gehindert und so zum Aufbegehren veranlasst worden? Ist er ein „höllischer Bösewicht“ oder ein „Unglücklicher“ oder beides? Der Erzähler jedenfalls trifft in dieser Frage keine klare Entscheidung.


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