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NHB10182 - RAABE, W.: Holunderblute
German 

Holunderblüte

Die Erzählung „Holunderblüte“ mit dem Untertitel „Eine Erinnerung aus dem ,Haus des Lebens’“ wurde von Raabe während seiner Stuttgarter Zeit 1862/63 geschrieben. Die erste Veröffentlichung erfolgte 1863 in der Zeitschrift „Über Land und Meer“; die erste Buchausgabe gab es in einer Sammlung von Erzählungen unter dem Titel „Ferne Stimmen“ (1865). Raabe war im Mai 1859 in Prag gewesen und hatte dort den berühmten jüdischen Friedhof „Beth-Chaim“ (d.h.: Haus des Lebens) in der Altstadt besucht. Der Friedhof war etwa um 1450 angelegt und 1787 geschlossen worden. Berühmt und viel besucht war und ist der Friedhof durch das Grab des großen Rabbi Jehuda Löw. Das dürfte eine erste Anregung gewesen sein für diese melancholische Erzählung. Berichtet wird, wie ein Arzt den Ballkranz (so sollte die Erzählung ursprünglich heißen) aus Holunderblüten (Fliederblüten) eines gerade gestorbenen jungen Mädchens in den Händen hält und durch sie an ein Geschehen seiner Jugend, an den Tod eines anderen jungen Mädchens, an sein eigenes Verhalten erinnert wird. War er zu schwach gewesen, sich zu seiner Liebe zu bekennen? War er zu sehr an die Vorurteile seiner Gesellschaftsschicht gebunden, um frei seinem Herzen folgen zu können?


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