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NHB10232 - THOMA, L.: Tante Frieda / Hauptmann Semmelmaier
German 

Tante Frieda

Die „Lausbubengeschichten“ erzählen von dem, was ihr Verfasser erlebt hat. Thoma war kein artiger Schüler gewesen und hatte oft die Schulen wechseln müssen. Als Schriftsteller hat er zu dem eigenen Erleben Abstand gewonnen. In seiner Darstellung läßt er den Lausbuben Ludwig selbst erzählen. Thoma geht es nicht allein um den Spaß an den Streichen, sondern ebensosehr—wenn nicht noch mehr—um die Verlogenheit, Hochnäsigkeit, um das Spießertum der Erwachsenenwelt. Ihr hat er den Kampf angesagt, und sein in etwas unbeholfener Weise berichtender Schüler Ludwig hilft ihm dabei. Dennoch bleibt die Kritik an den Ansichten und am Verhalten der Erwachsenen, an den Richtlinien der Gesellschaft bei aller Schärfe nicht ohne Humor. Die Fortsetzung der „Lausbubengeschichten“ hat die Tante Frieda, eine verwitwete Schwester von Thomas Vater, zum Mittelpunkt. Doch in den Geschichten von „Tante Frieda“ ist der Erzähler ein Ludwig, der es—wohl ein wenig älter geworden— nicht nur in seinem Heimatdorf (mit der Tante Frieda), sondern nun auch in München mit der Erwachsenenwelt zu tun bekommt (mit Hauptmann Semmelmaier). Es versteht sich, daß Thoma diesen Personen satirisch und karikierend auf den Leib rückt.


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