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NHB10302 - GERSTACKER, F.: Buffeljagd (Eine)
German 

Eine Büffeljagd

 

Der Titel „Eine Büffeljagd“ stammt nicht von Gerstäcker. Der Text erschien 1844 als Teil seiner „Streif- und Jagdzüge“, jenem Buch, das sozusagen direkt von seinen Erlebnissen der Amerikareise als junger Mann gespeist wurde. In ihm schlägt sich die Unmittelbarkeit der Erfahrung hautnah erlebbar nieder. Die geschilderte Büffeljagd, die den Abschluß einer Reihe von anderen Jagderlebnissen bildet, kommt nicht zu einem erfolgreichen Ende. Doch war sie für Gerstäcker von großer Wichtigkeit, was nicht zuletzt dadurch unterstrichen wird, daß er die Unternehmung nicht nur genau aufzeichnet, sondern auch die Daten dazu nennt: den 27., 28. und 29. Januar. Während Gerstäcker anfangs und bei den ersten erlegten Tieren noch ziemlich nüchtern und mit Abstand vom Geschehen berichtet, wird er, wenn es um Büffel geht, immer aufmerksamer, und je prekärer seine Situation sich darstellt, desto mehr läßt sich der Autor in der Dichte seiner Beschreibung darauf ein. Die chronologische Folge der Ereignisse wird aufgegeben zugunsten einer Reihe von Impressionen, die das innere Erleben zu einem Gipfelpunkt führen. Und das bis zu dem Punkt, wo der Autor merkt, daß die Büffeljagd nur Anlaß zur Selbstverwirklichung war und die eigentliche Jagd sich längst in Nichts aufgelöst hatte: „Endlich brach der so heißersehnte Morgen an—aber wie—grau und feucht; der Regen hatte freilich nachgelassen, doch schien das Wetter noch viel wärmer geworden zu sein—der Schnee war jetzt vollkommen geschmolzen und der ganze Wald eine flüssige Masse, in der jede Fußspur zusammenlief—die Büffelfährten existierten nur noch in der Erinnerung. Da stand ich nun mit meiner Büffeljagd …“


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