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NHB10642 - SUDERMANN, H.: Reise nach Tilsit (Die)
German 

Die Reise nach Tilsit

Es ist merkwürdig, daß ein Autor, der während der Wilhelminischen Zeit mindestens für ein Jahrzehnt—was die Zahl der Aufführungen betrifft—am erfolgreichsten auf den Bühnen vertreten war, am Ende wohl nur mit einigen Prosaarbeiten literarisch überleben wird. Darin schreibt Sudermann von Ereignissen, die in seiner ostpreußischen Heimat spielen, ihr blieb er sein Leben lang verbunden. Schon ziemlich am Beginn seiner schriftstellerischen Laufbahn steht ein Roman: „Frau Sorge“—sein erster großer Erfolg; während des ersten Weltkrieges verfaßte er seine „Litauischen Geschichten“ und in der Nachkriegszeit wandte er im „Bilderbuch meiner Jugend“ den Blick zurück. Am beachtlichsten von diesen Werken sind nach wie vor die „Litauischen Geschichten“, „die Verwirklichung meines Herzensgedankens“. In diesem Buch wollte Sudermann „wieder einmal ganz in seiner Heimat sein“, denn „im Tiefinnersten, da lebt man doch noch in dem kleinen Heydekrug an der russischen Grenze. Das läßt einen nun und nimmermehr los, und es ist gut, daß es so ist und nicht anders…“ Franz Werfel schrieb 1927: „Immer wieder müßte gesagt werden, daß Sudermann der große Dichter von ,Die Reise nach Tilsit’, ,Miks Bumbullis’ ist und daß ein Mann, der diese herrlichen Epen geschrieben hat, selbst noch in schwächeren Werken, immer ein Dichter gewesen sein muß.“


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