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NHB10692 - MEYER, C.F.: Plautus im Nonnenkloster (vollstandiger Text)
German 

Plautus im Nonnenkloster

Im Frühling und Sommer 1881 warf CFM dieses „Novellchen“ „zur Zerstreuung in verlorenen Augenblicken... auf das Papier“. Er läßt am Hofe des Cosimo de Medici den bekannten Humanisten Poggio Bracciolini (1380–1459)—heute noch bekannt durch sein „Liber facetiarum“, eine Sammlung von Geschichten, Schwänken, Anekdoten, in denen er u.a. mit Kritik am Verhalten der Mönche nicht spart—zur Unterhaltung der Anwesenden eine Geschichte erzählen, von der Meyer sagt, sie sei „von A–Z meine Erfindung. Nichts ist irgendeiner Quelle entnommen“. Sie ähnelt den von Poggio verfaßten Facetien, obwohl Meyer diese zur Zeit der Abfassung seiner Geschichte nicht kannte. „In den drei Figuren (Poggio, Brigittchen, Gertrude) sind die drei historischen Bedingungen der Reformation, in komischer Maske, verkörpert: die Verweltlichung des hohen Klerus (Poggio), die Vertierung der niedrigen Geistlichkeit, das Brigittchen. Sie steht als die grobe mit der feinen Lüge des Poggio im Gegensatz. Die beiden, die sich gegenseitig ihre Wahrheiten sagen, stehen im Gegensatz mit dem ehrlichen Fond in der deutschen Volksnatur (Gertrude), ohne welche die Reformation eine Unmöglichkeit gewesen wäre.“


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