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NHB10712 - KLEIST, H. von: Anekdoten und Kurzgeschichten / Uber das Marionettentheater
German 

Anekdoten

Am 1. Oktober 1810 hatte Kleist in Berlin mit der Veröffentlichung einer Tageszeitung begonnen, der „Berliner Abendblätter“. Für die Genehmigung der Herausgabe dieser ersten—und damals einzigen—Tageszeitung war der Polizeipräsident Gruner zuständig, mit dem Kleist sehr gut bekannt war. Gruner konnte so seine Polizeiberichte erscheinen lassen, für Kleist ergab sich die Möglichkeit, den Lesern das Neueste vom Tage zu bieten. Die Zeitung präsentierte sich als Unterhaltungsblatt, das neben den erwähnten Berichten auch Theaterkritiken und kleinere literarische Arbeiten enthielt. Mitarbeiter waren u.a. A. v. Arnim, C. Brentano, A. v. Chamisso, doch hatte die meiste Arbeit Kleist selbst zu leisten. Er griff interessante Nachrichten auf, wo er sie finden konnte und modifizierte sie; er suchte in Zeitschriften und anderen Periodika nach verwendbarem Material. Dazu zählten auch Anekdoten, deren Vorlagen er teils übernahm, teils aber auch neu faßte. „In der Kunst kommt es überall auf die Form an, und alles, was eine Gestalt hat, ist meine Sache“, so Kleist. Auch der Aufsatz „Über das Marionettentheater“ erschien in den „Berliner Abendblättern“, in Fortsetzungen vom 12.–15. Dezember 1810.


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