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NHB20012 - KELLER, G.: Spiegel, das Katzchen
German 

„Spiegel, das Kätzchen“

ist im 1. Band von „Die Leute von Seldwyla“ im Januar 1856 erschienen. Nach „Pankraz der Schmoller“, „Romeo und Julia auf dem Dorfe“, „Frau Regel Amrain und ihr Jüngster“, „Die drei gerechten Kammacher“ ist „Spiegel, das Kätzchen“ in diesem Band die letzte Erzählung. Die ersten Entwürfe gehen auf das Jahr 1851, also auf die Berliner Zeit Kellers zurück; die Niederschrift erfolgte 1854/55. Kurz nach der Veröffentlichung des Erzählbandes schrieb Keller am 16. April 1856 an Hermann Hettner: „Für ,Romeo und Julia’ war ich am meisten bange und hätte es beinah weggelassen; indessen ich mir auf die beiden letzten Schnurren am meisten einbildete, was wohl daran liegt, dass sie formell am fertigsten und reifsten sind von all dem wenigen, was ich bis jetzo zustande gebracht.“

Seldwyla ist der Name der Stadt, an deren Bewohnern Keller die vorherrschenden Tendenzen seiner Zeit darstellen wollte: die zunehmende Macht des Geldes, die zu Besitzgier, Neid, Konkurrenzkampf führt und menschliche Beziehungen zerstört. Im vorliegenden „Märchen“ geht es infolge der Fähigkeit Spiegels, die Realität nüchtern zu erkennen und sich dieser Erkenntnis zweckmäßig zu bedienen, gut aus. Die Geschichte „Romeo und Julia auf dem Dorfe“ hingegen endet als Tragödie.

„Spiegel, das Kätzchen“ ist ein Märchen, der Hintergrund ist aber von der gleichen dunklen Farbe wie in den anderen Seldwyler Geschichten. Seldwyla, wo liegt es? Überall!


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