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NHB20112 - LESKOV, N.: Lady Macbeth von Mzensk
German 

Lady Macbeth von Mzensk

Diese Erzählung erschien zuerst Anfang 1865 in Dostojewskis Zeitschrift „Die Epoche“ und blieb bei den Zeitgenossen ohne Echo; erst im 20. Jahrhundert wurde sie in ihrem vollen Wert erkannt. Schostakowitsch benutzte sie 1934 als Vorlage für eine Oper. Lesskov wurde zu dieser Geschichte angeregt durch einen Fall, den er während seiner Tätigkeit am Gericht in Orjol kennengelernt hatte. Katerina Ismailowa, durch Armut zur Heirat mit einem weit älteren, aber reichen Kaufmann verleitet, als Ehefrau ohne sinnvolle Beschäftigung, der Langeweile ausgeliefert, von ihrem geschäftigen Mann oft allein gelassen, einem Mann, dem es mit der Heirat vor allem darum gegangen war, einen Erben zu bekommen, der aber hierin enttäuscht wird und dies seiner Frau zum Vorwurf macht, diese Katerina lebt nur noch in Erinnerungen an die eigene Kindheit und sehnt sich zugleich nach einem Kind, das ihrem Leben Sinn geben könnte. Als ihr Mann gezwungen ist, einige Zeit außer Haus zu bleiben, nimmt Katerina, von der Natürlichkeit der Mägde und Knechte beeindruckt, an deren Vergnügungen teil und läßt sich mit einem neuen Gehilfen spielerisch ein. Das Unheil beginnt. Katerina will nun das, was sie für ihr Glück hält, gegen alle Widerstände erhalten: So wird sie zur Mörderin, ihrer Leidenschaft ausgeliefert bis zum eigenen Tod. Lesskov berichtet das grausige Geschehen, ohne als Erzähler wertend einzugreifen. Einzig sparsam eingestreute Sinnbilder, die aber als solche erst vom Ende her ganz zu verstehen sind, verdeutlichen die schrecklichen Zusammenhänge. Aber gerade dieser Abstand des Erzählers erhöht den Eindruck, den das Ganze macht. Lesskov hat nie wieder etwas Derartiges geschrieben. Über die Zeit seiner Arbeit an dieser Geschichte schrieb er: „Das waren schwere Minuten. Seitdem meide ich die Beschreibung solcher Greuel.“ Zustandegekommen ist ein Werk, das in seiner Großartigkeit nicht seinesgleichen findet.


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