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NHB20152 - KLEIST, H. von: Verlobung in St. Domingo (Die) / Die heilige Cacilie (vollstandige Texte)
German 

Die Verlobung in St. Domingo · Die heilige Cäcilie

Der erste Druck von „Die Verlobung in St. Domingo“ erfolgte unter dem Titel „Die Verlobung“ in der Zeitschrift „Der Freimüthige“ vom 25. März bis 5. April 1811, dann im zweiten Band der „Erzählungen“ im August 1811. Die Erzählung spielt vor dem Hintergrund der Sklavenaufstände auf Haiti im Jahre 1803. Was Kleist nicht nur in dieser Erzählung darstellt, ist die Unbedingtheit des Vertrauens, welche die Grundlage der Liebe bilden muß, auch wenn alle Umstände dagegen zu sprechen scheinen. Der Offizier ist dazu infolge seiner Befangenheit in überkommenen Vorurteilen nicht fähig. Befangen in ihrem Haß bleibt Babekan, einzig Toni macht eine Wandlung durch und folgt unbeirrbar ihrem Gefühl.

„Die heilige Cäcilie oder die Gewalt der Musik“ erschien zuerst in den von Kleist herausgegebenen „Berliner Abendblättern“ vom 15. bis 17. November 1810, dann in einer zweiten erweiterten Fassung im zweiten Band der Erzählungen. Die Kennzeichnung der Erzählung durch Kleist als „Legende“ entspricht nicht den damit verbundenen herkömmlichen Vorstellungen. Der Erzähler verhält sich sehr distanziert; es bleibt daher auch unsicher, ob eine Wundertat der heiligen Cäcilie vorliegt oder die Gewalt der Musik selber. Wichtig ist also das „oder“ im Titel, der Akzent liegt aber auf der „Gewalt der Musik“.


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