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GEORG HEYM  



Georg Theodor Franz Artur Heym wurde am 30. Oktober 1887 in der schlesischen Kreisstadt Hirschberg im Riesengebirge geboren. Sein Vater, Hermann Heym (1850–1920), war hier seit 1883 als Staatsanwalt tätig, später dann in Gnesen und Posen. Georg lebte bis zum fünften Lebensjahr in Hirschberg, besuchte 1893 eine Grundschule in Posen, ab 1894 in Gnesen; 1896 wurde er in das Gymnasium in Gnesen eingeschult, ab 1899 war er Schüler des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums in Posen. Als Staatsanwalt hatte sein Vater an der Vollstreckung von Todesurteilen teilzunehmen, konnte diese Belastung nicht ertragen und mußte 1899 fast ein Jahr lang im Sanatorium verbringen. Im Herbst 1900 wurde er nach Berlin versetzt, Georg kam an das Joachimsthaler Gymnasium in Wilmersdorf. Ostern 1905 verließ er diese Schule: er war nicht versetzt worden; die Versetzung gelang dann im Herbst 1905 am Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Neu-Ruppin, das Georg bis zum Abitur im März 1907 besuchte. Etwa im Frühjahr 1904 hatte die Freundschaft Georgs mit Ernst und Rudolf Balcke begonnen. Sein Verhältnis zum Vater war schwierig. Sein Vater war, wie Balcke schrieb, „ein korrekter, stark kirchlich gesinnter Mann“, dem es nicht leicht wurde, dem „sprunghaften, von Augenblickswünschen hin und her getriebenen Wesen seines Sohnes“ zu begegnen; Georg fühlte das, denn er war „sich ja selber ein Rätsel“. Seiner Mutter Jenny, einer einfachen, vom Gefühl bestimmten Frau, blieb er zeitlebens zugetan. Die zwei Jahre jüngere Schwester Gertrud (1889–1920), die—wie der Vater—zu Schwermut neigte, wurde von epileptischen Anfällen heimgesucht und lebte zurückgezogen. Da Georg in der Familie wenig Verständnis für seine literarischen Interessen fand, suchte er dieses bei Freunden. Im Mai 1907 begann er das Jurastudium in Würzburg, setzte es 1908/09 in Berlin, ab Mai 1910 in Jena, ab November 1910 wieder in Berlin fort; Mitte Januar 1911 bestand er die erste juristische Staatsprüfung, wurde am 8. Februar 1911 dem Amtsgericht Berlin-Lichterfelde als Referendar im Vorbereitungsdienst zugewiesen, doch bereits nach vier Monaten wegen Vernichtung einer Grundbuchakte wieder entlassen. Juni 1911 reichte er eine Dissertation an der Universität Würzburg ein; sie wurde jedoch abgewiesen und ihm zur Überarbeitung drei Monate Zeit gegeben. Im Juli bemühte er sich darum, wieder in den juristischen Vorbereitungsdienst aufgenommen zu werden. Dies wurde genehmigt, doch bereits im August 1911 ließ er sich beurlauben und beschloß, nicht wieder in den Vorbereitungsdienst zurückzukehren. Stattdessen wollte er nun Offizier oder Dolmetscher werden. Dazu besuchte er September 1911 das Seminar für Orientalische Sprachen sowie englische und chinesische Sprachkurse. Zur gleichen Zeit bemühte sich sein Vater, für Georg eine Stelle als Fahnenjunker zu erhalten, doch ohne Erfolg; Georg selbst suchte um eine solche Anstellung in Ulm, dann in Metz nach (die Genehmigung seines Gesuchs in Metz traf nach seinem Tod ein). Während dieser Zeit, in der Heym seine beruflichen Ziele unklar blieben (am 21.10. 1907 schrieb er an seinen Schulfreund Balduin Fischer: „Es gibt Leute, für die es überhaupt keinen Beruf gibt. Ich rechne mich dazu.“), war ein beachtliches literarisches Werk gewachsen. Bereits 1899 war ein erstes Gedicht entstanden, 1902 hatte er ein erstes privates Gedichtbuch angelegt, weitere folgten. Auch begann er, Tagebuch zu schreiben und bemühte sich um die Veröffentlichung einiger Gedichte. 1905 entstanden erste Dramenversuche, die 1907 zur Veröffentlichung eines Einakters „Der Athener Ausfahrt. Trauerspiel in einem Aufzug“ führten; 1908/09 beendete er das Drama „Der Feldzug nach Sizilien“, schickte 1910 der „Neuen Bühne“ sein einaktiges Trauerspiel „Die Hochzeit des Bartolomeo Ruggieri“ (zweite Fassung: „Atalanta“), hatte damit aber keinen Erfolg; die meisten seiner Arbeiten an Dramen blieben Fragment. Dagegen fand er 1910 für seine Gedichte eine Resonanz: einer der Gründer der „Neuen Bühne“ hatte zwar das Trauerspiel abgelehnt, war aber angetan von Heyms Lyrik. Er nahm ihn mit in den sog. „Neuen Club“, den mehrere Studenten um Kurt Hiller 1909 gegründet hatten mit dem Ziel, literarische Diskussions- und Vortragsabende zu veranstalten; 1910 begann der Club mit einem „Neopathetischen Cabaret für Abenteurer des Geistes“ und der Vereinigung „Neue Bühne“; außerdem gab es Verbindungen zu den Zeitschriften „Der Demokrat“ (später „Die Aktion“), „Der Sturm“ und „Die Fackel“. Bereits bei der zweiten Abendveranstaltung des „Neopathetischen Cabarets“ (6. Juli 1910) trat Heym mit der Rezitation eigener Gedichte auf. Durch Bemühungen der Freunde aus dem „Neuen Club“ erschienen einige Gedichte in Zeitschriften. Eine Veröffentlichung in „Der Demokrat“ veranlaßte Kurt Wolff, den Verleger Ernst Rowohlt auf Heym hinzuweisen. Rowohlt setzte sich mit Heym in Verbindung, und Ende April erschien der erste und zu Lebzeiten Heyms einzige Gedichtband unter dem Titel „Der ewige Tag“. Im November 1911 schloß Heym mit Rowohlt einen Vertrag über einen Novellenband mit dem Titel „Der Dieb“. Am Nachmittag des 16. Januar 1912 brachen Heym und sein Freund Ernst Balcke beim Schlittschuhlaufen auf der Havel in das Eis ein und ertranken.





 
 
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12:45:52 AM, 20 December 2014
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