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HERMANN SUDERMANN  

(1857 - 1928)

wurde am 30. September 1857 in Matziken, Kreis Heydekrug, im Memelland geboren. Sein Vater Johann Sudermann (1818–1887), dessen Familie von holländischen und westdeutschen Mennoniten herstammte, war Pächter einer Gutsbrauerei, die er mit mäßigem Erfolg betrieb; seine Mutter Dorothea geb. Raabe (1825–1923) und deren Familie war in Ostpreußen beheimatet. Während der Vater zu Depressionen neigte, war die Mutter ehrgeizig und nicht ohne literarisches Verständnis. („Daß mein Elternhaus sich nicht zu den ersten—den Honoratioren—zählen wollte und durfte, sondern im Mittelstande seinen Platz hatte, war der große Schmerz meiner Kindheit. Vielleicht wurzelt in ihm letzten Endes mein Ehrgeiz, mein Trotz, mein Fleiß, mein Streben zur Höhe.“) Hermann hatte drei Brüder, von denen zwei früh starben; er selbst war der älteste und begabteste. Nach dem Besuch von Privat- und Oberschulen bis zum Einjährigen, einer Apothekerlehre in Heydekrug und dem Besuch des Gymnasiums in Tilsit studierte er eine Zeitlang an der Universität Königsberg Philologie, Philosophie, Geschichte und setzte diese Studien dann in Berlin fort. Während der ganzen Zeit versuchte er sich als Schriftsteller, doch ohne rechten Erfolg. 1879 kehrte er zu seinen Eltern zurück. „Viel Trübes, Schweres, Ängstliches in meinem Wesen stammt aus den gedrückten, kümmerlichen Verhältnissen, die ich vorfand, wenn ich in meinen zwanziger Jahren daheim eine Zufluchtsstätte fand. Und Gott sei Dank, daß ich sie fand. Sonst wär’ es mir noch schlimmer ergangen.“ (an Clara Sudermann, Feb. 1900)
Nach Berlin zurückgekehrt, verdiente er sich als Hauslehrer sein Geld und arbeitete an einer Dissertation. Nach kurzer Rückkehr ins Elternhaus wurde er als Journalist tätig, und zwar zunächst als Parlamentsberichterstatter bei der „Liberalen Korrespondenz“, dann als Chefredakteur beim „Deutschen Reichsblatt“ und endlich als Mitarbeiter beim „Reichsfreund“. Berliner Freunde ermöglichten ihm von Dezember 1886 bis Juni 1887 eine Italienreise. Im Oktober 1888 erhielt er die Aufforderung, ein Theaterstück zu schreiben. Es entstand das Schauspiel „Die Ehre“, das am 27. November 1889 zur Uraufführung gelangte. Der Erfolg war sehr groß und Sudermann sofort ein berühmter Autor, der mit Gerhard Hauptmann verglichen wurde. „Daß es sich um das dramatische Erstlingswerk des Dichters handelte, hat gewiß nur bei den wenigsten Zuhörern die Wärme des Entgegenkommens gesteigert; das Stück selbst erwies sich in seinen starken wie in seinen schwachen Teilen gleich bühnenwirksam und hat sein Glück nur sich selber zu verdanken“, so lautete eine der positiven Kritiken. Alfred Soergel allerdings bemerkt dazu in seinem 1911 erschienenen Buch „Dichtung und Dichter der Zeit“: „Eine Fülle von Fragen und Problemen tauchen auf. Werden sie gestaltet? Nein.“

1891 heiratete Sudermann die Witwe Clara Lauckner, geb. Schulz, eine Schriftstellerin, die er im Dezember 1890 kennengelernt hatte. Sie brachte drei Kinder mit in die Ehe; die Geburt der Tochter Hede (1892) festigte für eine gewisse Zeit die bald in die Krise geratene Ehe. Sudermann verließ immer wieder die gemeinsame Wohnung, die zunächst in Königsberg, dann in Dresden gemietet war, zu Reisen nach Berlin, Paris, Italien. 1891 brachte er sein zweites Drama „Sodoms Ende“ auf die Bühne: es fiel durch. Mit dem folgenden Schauspiel „Heimat“ (1893) erlebte Sudermann seinen größten Triumph auf dem Theater. Allerdings sah er sich auch Angriffen ausgesetzt. Alfred Soergel: „Man kann sich kaum ein Drama denken, das auf unmöglicheren Voraussetzungen beruhte, das krassere Gegensätze und Theatereffekte häufte, das Zeitprobleme mehr vergröberte und veräußerlichte.“ Mehr und mehr begannen die Kritiker, vor allem Alfred Kerr, sich auf Sudermann einzuschießen und ihm Mache und Trivialität vorzuwerfen. 1902 versuchte der Autor sich mit einer Streitschrift „Verrohung der Theaterkritik“ zu wehren, doch es half ihm wenig. Auch über seine folgenden Theaterstücke fielen die Urteile nicht besser aus. Soergel: „Vielleicht beurteilt eine spätere Zeit Sudermann milder. Heute ist das nicht am Platze.“ Inzwischen ist fast ein Jahrhundert vergangen und die Einschätzung von Sudermanns Dramen ist keineswegs milder geworden, vielleicht aber gerechter. Seine Theaterstücke sind heute abgetan; doch bei seinen Prosawerken ist noch so einiges zu entdecken. Bis zum Ende seines Lebens blieb Sudermann als Schriftsteller tätig. Sein 70. Geburtstag gab vielen noch einmal Gelegenheit, sein Werk zu würdigen. Am 21. November 1928 starb er nach einem Schlaganfall in Berlin.





 
 
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4:50:25 PM, 18 April 2014
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