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JOHANN KARL AUGUST MUSAUS  

(1735 - 1787)

wurde am 29. März 1735 in Jena geboren. Seine Vorfahren waren in Thüringen als Theologen oder Juristen bekannt. Musäus erhielt eine strenge Erziehung bei seinem Onkel. Nach der Schule studierte er in Jena Theologie, danach war er Kandidat in Eisenach, predigte dort bereits und wartete auf eine Pfarrei. Im Dorfe Farnroda wurde ihm eine solche angeboten, doch lehnten die dortigen Bauern ihn ab (angeblich, weil er getanzt habe). Musäus gab nun das Ziel, Pfarrer zu werden, auf und wandte sich der Schriftstellerei zu. 1760–1762 erschien sein erster Roman unter dem Titel „Grandison der Zweite oder Geschichte des Herrn von N.“ Es handelt sich dabei um die Parodie eines Romans von Samuel Richardson (1689–1761), der 1754 als „The History of Sir Charles Grandison“ erschienen war (übersetzt schon 1754/55). Diesem dritten Roman Richardsons waren 1740 „Pamela“ und 1748 „Clarissa“ vorangegangen und hatten ihren Verfasser berühmt gemacht, aber auch den Kult der Empfindsamkeit und der Sentimentalität in Deutschland gefördert. Dabei zeigte Richardson in seinen drei Briefromanen eine beachtliche psychologische Kunst in der Analyse der weiblichen Charaktere und der Motive ihrer Handlungen. In dem dritten Roman stellte er mit der Figur des Grandison das Muster eines Christen und Gentleman dar, das einen der Aufklärung verbundenen Mann wie Musäus zur Opposition reizen musste. Er läßt in seinem parodistischen und satirischen Roman Menschen infolge der Lektüre der Romane Richardsons verführt werden und durch das Aufeinandertreffen von Illusion und Realität in lächerliche Situationen geraten. Musäus hatte mit seinem Werk nicht nur den ersten deutschen Briefroman des 18. Jahrhunderts geschrieben, sondern auch den einzigen komischen. Die Veröffentlichung dieses Romans führte zur Mitarbeit an der „Allgemeinen Deutschen Bibliothek“, einer bedeutenden Zeitung des Aufklärers Nicolai. 1763 erhielt Musäus durch die Herzogin Anna Amalia eine Anstellung als Pagenhofmeister in Weimar; 1769 wurde er zum Professor am dortigen Gymnasium ernannt. Er musste täglich vier Stunden klassische Sprachen, Geschichte und Deutsch unterrichten. Da die Tätigkeit am Gymnasium schlecht bezahlt wurde, besserte Musäus sein Gehalt durch Privatunterricht von jungen Adligen, durch die Aufnahme von Pensionsgästen in sein Haus und durch schriftstellerische Arbeiten auf (u.a. Rezensionen; Gelegenheitsgedichte auf Bestellung). Von der Herzogin wurde er in ihren literarischen Kreis aufgenommen, schrieb für sie 1771 das Libretto zu einem Singspiel „Das Gärtnermädchen“, das mit Erfolg aufgeführt wurde, lernte in diesem Kreis u.a. Wieland kennen. 1775 war der ältere der beiden Söhne der Herzogin Anna Amalia, Karl August, nach seiner Hochzeit mit der Prinzessin Louise von Hessen-Darmstadt in Weimar an die Regierung gekommen. Anna Amalia zog sich zurück; mit dem jungen Regenten, der 1775 Goethe nach Weimar holte, trat eine Änderung auch des geistigen Klimas in Weimar ein. 1778/79 erschien Musäus’ zweiter Roman, die „Physiognomischen Reisen“; er opponierte damit gegen eine Mode, die durch Johann Caspar Lavater (1741–1801) hervorgerufen war, der glaubte, aus Gesicht und Gebärden den Charakter eines Menschen erschließen zu können. Musäus parodiert in seinem Roman die Reise eines Lavater-Anhängers und läßt diesen nach einigen Erlebnissen enttäuscht wieder in die Heimat zurückkehren. Abschweifungen à la Laurence Sterne geben dem Verfasser Gelegenheit zu diversen satirischen Ausfällen. Musäus hatte mit diesem Werk großen Erfolg. Das läßt sich von dem komischen Roman „Der deutsche Grandison“ (1781/82), eine Umarbeitung und Selbstrezension seines Romans „Grandison der Zweite“, nicht sagen. Das Interesse der Leser war gering. Mit der Veröffentlichung der „Volksmährchen der Deutschen“ gewann Musäus endlich literarische Reputation. In einem fingierten Brief, der als Vorrede dient, wendet er sich gegen das „empfindsame Gewinsel“, gegen die „leidige Sentimentalsuche“ der „deutschen Skribenten“ seiner Zeit. „Meiner unvorgreiflichen Meinung nach wärs wohl an der Zeit, die Herzgefühle eine Zeitlang ruhen zu lassen, das weinerliche Adagio der Empfindsamkeit zu endigen und durch die Zauberlaterne der Phantasie das ennüyierte Publikum eine Zeitlang mit dem schönen Schattenspiel an der Wand zu unterhalten.“ Es war sein letztes großes Werk, mit ihm allein lebt sein Name noch heute. Auch in den „Volksmährchen“ sind Anspielungen auf literarische oder politische Ereignisse seiner Zeit zu finden, und das ironische Element fehlt nicht. Schon der erste Band 1782 war sehr erfolgreich. Musäus konnte mit dem Honorar des ersten und zweiten Bandes ein Grundstück erwerben, auf dem er ein Gartenhäuschen und einen kleinen Tempel errichtete. Hier entstanden der dritte, vierte und fünfte Band der „Volksmährchen“, hier empfing er Besucher. Mit Goethe hat der unprätentiöse, freundliche, höfliche Musäus keine nähere Bekanntschaft gemacht. Obwohl eifriger Besucher des Theaters, ein Schauspieler sogar bei Liebhaberaufführungen, blieb Musäus im Weimar des Karl August am Rande. Am 28. Oktober 1787 starb er unerwartet im Alter von 52 Jahren.

Role: Author 
Album Title
Catalogue No  Work Category 
MUSAUS, J.K.A.: 5 Legenden von Rubezahl (Die) (gekurzt) Naxos Hoerbucher
NHB20022
Classic Fiction




 
 
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