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MARIE VON EBNER-ESCHENBACH  



Am 13.09.1830 wurde Marie Freifrau von Dubsky auf Gut Zdislavic in der Nähe von Olmütz in Mähren geboren. Ihr Vater Franz Freiherr von Dubsky, 1843 in den Grafenstand erhoben, hatte nach dem Tod seiner ersten Frau 1829 die aus sächsischem Beamtenadel stammende Marie von Vockel geheiratet: sie wurde die Mutter nicht nur der erstgeborenen Tochter Friederike, sondern auch der zweiten Tochter Marie. Bei der Geburt Maries starb die Mutter. Der Vater fand für seine Kinder zwar in Eugenie Freiin von Bartenstein eine gute Stiefmutter, doch starb diese bald nach der Heirat. Die Kinder hatten Glück auch mit ihrer zweiten Stiefmutter Xaverine Gräfin von Kolowrat. Vor allem für die Entwicklung Maries war die zweite Stiefmutter von großer Bedeutung. Denn bisher hatte die Erziehung der Marie in den Händen einer tschechischen Amme und tschechischer Kinderfrauen, dann wechselnder französischer Gouvernanten gelegen. Die Folge war, dass Marie besser Tschechisch oder Französisch als Deutsch sprechen konnte. Ihre ersten Arbeiten waren daher auch Gedichte in französischer Sprache. Erst durch ihre zweite Stiefmutter und durch ihre deutsche Gouvernante, Marie Kittel, wurde sie in deutsche Sprache und Literatur eingeführt. Diese deutsche Gouvernante und Maries Vetter Moritz waren es, welche die Begabung Maries erkannten. Mit 18 Jahren heiratete Marie 1848 ihren 15 Jahre älteren Vetter Moritz von Ebner-Eschenbach. Obwohl er wie sein Vater (der als Feldmarschall-Leutnant und Leiter des militärischen Ingenieurwesens 1820 gestorben war) Soldat geworden war und es ebenfalls bis zum Feldmarschall-Leutnant gebracht hatte, war und blieb er doch Gelehrter, Forscher und Erfinder. 1840 erhielt er eine Professur für Physik und Chemie an der Militär-Ingenieur-Akademie in Wien. Das Paar wohnte daher nach der Hochzeit in Wien (im sog. „Sternhof“ am Jordansplatz). Marie hätte nun Gelegenheit gehabt, intensiv am kulturellen Leben Wiens teilzunehmen. Schon ihr erster Theaterbesuch in Wien im Jahre 1841 hatte auf sie tiefen Eindruck gemacht (Schiller!), doch bald schon endete dieses Wiener Leben: die Ingenieur-Akademie wurde in eine ehemalige Prämonstratenser-Abtei in Klosterbruck bei Znaim in Mähren verlegt. Dort lebten die beiden bis 1856. Ebner wurde 1856 zum Major ernannt und zugleich zum Mitglied eines Genie-Komitees in Wien, das die Sprengung des Festungswalls um die Altstadt vornehmen sollte. Es erfolgte also wieder ein Umzug nach Wien. 1874 wurde Ebner vorzeitig pensioniert und unternahm anschließend ohne seine Frau viele Reisen, bis nach Island und Persien. Er starb 1898. Marie, für deren literarische Ambitionen er sein Leben lang Verständnis hatte und sie förderte, überlebte ihren Mann um fast 20 Jahre. Sowohl während des gemeinsamen Lebens als auch danach hatte sich Marie ihren literarischen Arbeiten widmen können. Sie hatte keine Begabung für Lyrik; dagegen glaubte sie lange Zeit, im Dramatischen Erfolg erringen zu können. Sie schrieb eine Reihe von Dramen und Einakter, einige davon wurden sogar aufgeführt, keines dieser Werke hat sich auf der Bühne halten können. Ihre ersten Erzählungen hatte sie 1869 veröffentlicht, ohne ein Echo zu finden, auch die Veröffentlichung von Erzählungen 1874 oder die von Aphorismen 1878 blieb unbeachtet. Erst als 1883 „Neue Erzählungen“ und „Dorf- und Schlossgeschichten“ in Berlin herauskamen, begann man, die Bedeutung dieser Schriftstellerin zu erkennen und den Wert ihrer Prosaarbeiten zu schätzen. 1893 begann das Erscheinen ihrer gesammelten Werke. 1901 gab sie unter dem Titel „Aus Spätherbsttagen“ eine Sammlung von Erzählungen heraus, es folgten noch 1903 die Erzählungen „Die arme Kleine“ und „Agave“, 1905 die Erinnerung an „Meine Kinderjahre“. Während ihrer letzten Lebenszeit war sie erkrankt, vermutlich an einer Trigeminus-Neuralgie, und suchte in diversen Kurorten Linderung ihrer Schmerzen. Sie starb am 12. März 1916.

Marie von Ebner-Eschenbach gehört ihrer erzählerischen Prosa wegen zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen in deutscher Sprache. Sie schrieb klar und war in der Darstellung von Gefühlen ohne jede Sentimentalität. Sie konnte ein Geschehen gestalten und akzentuieren (möglicherweise ein Ergebnis ihrer Arbeit an Dramen), konnte Dialoge schreiben. Sie spürte kritisch die Brüche im Verhalten des Einzelnen und der Gesellschaft und schilderte sie. Die Vorrechte eines Standes ließ sie nur gelten, wenn sie mit Verantwortung verbunden waren. Radikalität war ihr fremd. Immer ging es ihr um die Darstellung der Schicksale einzelner Menschen, ihnen ging sie mit psychologischer Akribie nach und versuchte zu verstehen. Humanes Verstehen und Güte durfte sie in ihrem Leben finden, ihre erzählerischen Arbeiten leben davon, bis heute.

Role: Author 
Album Title
Catalogue No  Work Category 
EBNER-ESCHENBACH, M. von: Muff (Der) / Die Kapitalistinnen Naxos Hoerbucher
NHB10332
Classic Fiction
WEIHNACHTEN Eine Geschichte, Gedichte und Musik zu Weihnachten Naxos Hoerbucher
NHB10162
Classic Fiction




 
 
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8:03:01 AM, 18 December 2014
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