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GW
Pizzicato, September 2009

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Miquel Cabruja
www.klassik.com, July 2009

Sein ganzes Leben lang rang Franz Schubert mit der Oper. Das Klischee des Liederkomponisten, der an den Bedürfnissen des Musiktheaters scheiterte, hält sich bis heute. Sperrig, langatmig und wenig bühnenwirksam—so lautet gemeinhin das Urteil, das über Schuberts acht vollendete Bühnenwerke gefällt wird. 1822 wurde ‘Alfonso und Estrella’, Schuberts einzige durchkomponierte Oper, vom Wiener Kärtnertor-Theater abgelehnt.

Im Niemandsland

Die liedhafte Schlichtheit der Gesangsnummern wirkte in der Ära von Rossinis Virtuosen-Opern wie Fremdkörper. Und das in frühmittelalterlicher Zeit angesiedelte Libretto von Schuberts Dichterfreund Franz von Schober, in dem die Königskinder Alfonso und Estrella trotz der Feindschaft ihrer Geschlechter am Ende doch zueinander finden, versprach auch keinen Publikumserfolg. Erst nach Schuberts Tod versuchte sich Franz Liszt 1854 an der Uraufführung. Auch verschiedene Bearbeitungen konnten ‘Alfons und Estrella’ nicht zu einem Platz im Repertoire verhelfen. Die erste Aufführung in moderner Zeit kam 1977 im britischen Reading zustande.

1997 versuchte man im Rahmen der Wiener Festwochen am Theater an der Wien erneut eine Ehrenrettung. Jürgen Flimm stellte eine behutsame Aktualisierung des Stoffes zur Diskussion, verblieb mit seiner Regie jedoch im Niemandsland: Stetig schwankt das Konzept zwischen modernistischer Kriegsschauplatz-Ästhetik—hochgerüstete Soldateska inklusive—und retrospektiven Stimmungsbildern, die Brücken zur biedermeierlichen Entstehungszeit der Oper schlagen.

Virtuose Deutung

Überzeugender ist der musikalische Ansatz. Nikolaus Harnoncourt verweist im Verlauf der gekürzten Partitur auf die vielen Einflüsse, die Schubert als Opernkomponisten prägten und tastet sich in der Ouvertüre in den Subtext der Musik vor. In den Chor- und Gesangsnummern zeigt er Schuberts unverwechselbare Tonsprache und beweist, dass der Komponist lyrische wie dramatische Passagen gleichermaßen beherrschte. Thomas Hampson brilliert mit einem nuancierten Portrait des König Froila und wechselt gekonnt zwischen der idealisierten Großherzigkeit seiner Figur und der von der Regie geforderten Tatterigkeit.

Endrik Wottrich zeigt sich Jahre vor seinem Einstieg ins heldische Fach und die Querelen um den Bayreuther Schlingensief-Parsifal als wendiger Tenor mit dramatischer Intensität, liedhafter Präzision und sich bereits abzeichnender Neigung zum Forcieren. Mozart- und Belcantospezialistin Luba Orgonasova ist eine glutvoll engagierte Estrella. Als dunkler Widersacher des Liebespaares bietet der Adolfo von Alfred Muff dazu einen wirkungsvollen Kontrast. Olaf Bär überzeugt mit seiner virtuosen Deutung der Figur des Königs Mauregato. Ihre musikalische Frische hat diese Aufführung auch in zwölf Jahren nicht verloren.






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8:32:08 PM, 17 September 2014
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