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Alexander Schmitz
Jazz Podium, February 2010

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www.agas-schmitz.com, January 2010

Drei LPs machte das legendäre Art Farmer Quartet in en beiden Jahren 1963 und ’64, und die legendärste, vor allem für Jazzgitarre-Fans, ist die im Dezember 1963 aufgenommene “Live at the Half Note” noch mit Walter Perkins am Schlagzeug, der danach durch Pete LaRocca ersetzt wurde. 1978, ein ganzes Vierteljahrhundert nach dem Erscheinen jenes Albums, geschah schier Unfassliches:  Ein verheerendes Feuer brannte eines der Lagerhäuser von Atlantic Records  vollständig ab und zerstörte buchstäblich alles, was das Label zwischen 1948 und ’69 dort an Master- und Sessionbändern und Alternativaufnahmen gelagert hatte, darunter auch noch unveröffentlichte Aufnahmen des legendären Half-Note-Auftritts, nämlich die drei Stücke “Bilbao Song”, “Bag’s Groove” und “Valse Hot”.

1964 flog das Quartett nach Europa, machte Aufnahmen für das Album “To Sweden with Love” und spielte zuvor im Sender BBC in London ein Konzert, das gottlob just diese drei Titel enthielt, nun wie gesagt mit Pete LaRocca am Schlagzeug und dazu in einer Hochform, die der aus dem New Yorker Klubkonzert in absolut nichts nachstand—was bei dieser traumhaft marschierenden Rhythmusgruppe kein Wunder war.

Jetzt lässt sich das BBC-Konzert ansehen und anhören, eine gute Stunde lang, dank der DVD “Art Farmer Live in ’64” [Naxos 2.119019], die nun auch in der gefeierten Videoreihe “Jazz Icons” enthalten ist—ein purer musikalischer Edelstein in Schwarzweiß. Mitwirkende: Art Farmer, Jim Hall , Steve Swallow und eben LaRocca. Das “I’m Getting Sentimental Over You”, zuvor auch für die “Half Note”-LP gespielt und hier wie dort reines Trio für Gitarre, Bass und Drums [hier], fällt in London kein bisschen schlechter als ein knappes Jahr zuvor in New York. Und das knapp zehnminütige “Bag’s Groove” ist bis in Jims Solo hinein der ultimativen “Half Note”-Krönung “Stompin’ at the Savoy” praktisch ebenbürtig. Wer also das Album—als CD gekoppelt mit dem dritten und letzten Album des Kleeblatts, “To Sweden…” erhältlich— verpasst hat, bekommt mit der DVD mehr als bloßen Ersatz.

Man hätte schon das Half-Note-Album getrost umtaufen können in “Jim Hall Quartet feat. Art Farmer”: Farmer, als Flügelhornist reine Labsal mit seinem butterweichen Ansatz und seiner stets so klaren Art, sich durch die Changes der Stücke zu arbeiten, scheint ein Gitarre-, bestimmt aber Hall-Fan gewesen zu sein und sagte selbst, er schätze an Jim am meisten, dass er ein großartiger Solist, im Quartett aber auch ein Begleiter sei, der ihn, Farmer, immer wieder “gut klingen” ließ. “Er ist der Größte, was das angeht; ich kenne niemanden, der so schnell reagiert und in jeder x-beliebigen Richtung, die der Solist einschlagen will, seine Rolle als Komplementär so vollkommen ausfüllt. Es kommt mir oft vor, als könnte er voraussehen, was kommt. Und dabei tut er nie des Guten zu viel, und er weiß einfach, wie man die gewisse Prise Würze hineinbringt. Egal, was die Situation erfordert, er weiß, was zu tun ist. Ich habe das sonst noch nirgends so erlebt.”

“Sentimental Over You” ist wie gesagt komplett Trio ohne Farmer, und etwa in “Bag’s Groove” gehört mindestens die ganze erste Hälfte dem Gitarristen, an dem übrigens auch die Kameraführung der BBC offenbar die größte Freude hatte: Die DVD ist ein pures Muss für Anhänger Jim Halls. Zu sehen ist er, äußerlich der Stoiker, der beinah schon buddhistische Mönch, der meistens stoisch auf ein imaginäres Notenblatt irgendwo vor sich schaut, während er innerlich auf höchster Temperatur läuft, aus jeder denkbaren Perspektive, direkt von oben (!) und jede Menge Close-Ups der Fingerarbeit inklusive.

Quartett also vom Allerfeinsten, enorm swingend und von der ersten bis zur letzten Minute faszinierend als eines der wunderbarsten Dokumente, das auch nach fast fünfzig Jahren (!) so modern ist, wie es das damals schon war.






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11:14:44 PM, 21 December 2014
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