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Prof. Kurt Witterst├Ątter
www.klassik.com, February 2010

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Tausend und eine musikalische Festfreuden bescherten die Berliner Philharmoniker ihren Freunden mit ihrem orientalischen Waldbühnen-Konzert im Jahre 2006 an einem ungetrübten Sommerabend. EuroArts hat die vom lettischen Dirigieraltmeister Neeme Järvi in lässigem Schwung angeheizte Atmosphäre bis zu den pendelnden Wunderkerzen und der überschäumenden Berliner-Luft-Stimmung auf einer DVD optisch untadelig eingefangen.

Zwar wurde das Hauptwerk dieses stimmungsvollen Abends der Berliner Philharmoniker am Vorabend vor ihrer ersten Wagner-‘Ring’-Résidence in Aix-en-Provence, Rimsky-Korsakows ‘Scheherazade’, nach dem zweiten Satz mit Grieg, Massenet und Saint-Saens in echter Potpourri-Art unterbrochen. Aber der Musizier- und Hör-Laune tat das keinen Abbruch. Erstaunlich, wie die Berliner Philharmoniker dann im dritten (Liebesszenen-) und vierten (Magnetberg-)Satz sofort wieder jene Präsenz zwischen malerischer Poesie und zugriffiger Kontur zeigten, mit der sie schon die ersten beiden ‘Scheherazade’-Sätze von Sindbads Schiff und vom Prinzen Kalender ausgefüllt hatten.

Senior Järvi, der Vater der lettischen Dirigentenfamilie, verstand es immer wieder, die Berliner ganz selbstverständlich und natürlich aus kultiviertem Piano in üppige Klangfülle ausfahren zu lassen. Dem Titelbild des von Klaus Geitel dreisprachig die Schmankerln elegant verbindenden Textheftes zufolge hätte man meinen können, Jung-Geigerin Janine Jansen hätte auch die ‘Scheherazade’-Violinsoli eingebracht. Aber es war der Konzertmeister der Berliner, Daniel Stabrawa, der in feinsinniger Poesie und unaufdringlicher Virtuosität ‚vorgeigte’. Man hört es durch eine etwas unausgeglichne Tontechnik gut, wenn man die Lautstärke am eigenen Abspielgerät etwas justiert. Der Tonbalance wurde für dieses Waldbühnen-Menü wohl doch etwas zu stark nachgeholfen.

Janine Jansens große halbe Stunde schlug dann zwischen Rimsky-Korsakows beiden ‘Scheherazade’-Teilen. Zuerst waren noch drei ‘Peer-Gynt’-Sätze von Grieg abzuwarten. Ibsens Held hatte unter anderem den Orient durchquert, und Neeme Järvi begleitete ihn mit den Berlinern auf leisen Sohlen. Feinsinnig erklang ‘Anitras Tanz’. Marita Solberg sang Solveigs zuhause trauerndes Warte-Lied verhalten und in exquisitem Wohllaut. Und Ingebjorg Kosmo wiegte sich zum ‘Arabischen Tanz’ geschmeidig in weichem Mezzo-Wohllaut mit.

Und dann geigte sich Janine Jansen süffig in den wolkenlosen Berliner Nachthimmel. Artikulierte in Massenets ‘Thais’-Meditation energisch die Leidenschaft aus, wo andere eher schmalzig bleiben. Sie zeigte, wie extrem hier Geigenspiel zwischen verhaltener Zartheit und hohem Bogendruck auszuspannen ist. Gleiches galt für Saint-Saens ‘Introduktion und Rondo Capriccioso’, wo die Niederländerin Jansen die Rhythmisierung in leichtgängiger Eleganz vorlegte, makellos die Lagenwechsel absolvierte und die geigerischen Effekte in spitzbübischer Spritzigkeit vorlegte. Dem Süßlichen half die temperamentvolle Geigerin in fast widerwilliger Energie ab.

Drum herum legten Järvi senior und die Berliner viel schmissigen Alla turca: Mozarts ‘Entführungs’-Ouvertüre eröffnete spritzig, launig, geschäftig sprudelnd und am Ende stramm angezogen. Carl Nielsens ‘Aladdin’-Sätze kamen festlich aufgeputzt und frenetisch animiert daher, ohne dass der Musizierspaß verloren gegangen wäre. Bei Julius Fuciks ‘Florentiner Marsch’ konnte Järvi dem Affen so richtig Zucker geben, bevor er zu Linckes in der Waldbühne angestammter ‚Berliner Luft’ dem begeisterten Publikum auf dem Dirigentenpodium aufgedreht entgegen hopste.






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1:38:56 AM, 24 October 2014
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