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Guido Fischer
Rondo, February 2008

Einem Orchester von der Weltklasse der Berliner Philharmoniker stehen Zwangsläufig alle Türen & Tore offen. Zu besonderen Ausflugszielen geraten aber regelmäβig die Europakonzerte, die die Berliner einmal im Jahr, an ihrem Gründungstag (i. Mai) in einer europäischen Kulturmetropole geben. 2003 brach man so nach Lissabon auf, um im Kloster Mosteiro dos Jeronimos aufzutreten. In diesem Riesenbau aus dem x6. Jahrhundert, in dem sich maurische Einflüsse mit Gotik und Renaissance atemberaubend miteinander verbünden. Auf eine nicht alltägliche Belastungsprobe wurden nun Mauerwerk und Fundament gestellt. Denn Dirigent Pierre Boulez brachte nicht nur Werke von Ravel und Mozart mit, sondern stellte mit Bartoks Konzert für Orchestereinen mit allen elementaren Klangkräften spielenden Klassiker der Moderne in den Mittelpunkt.

Weil Boulez sich jedoch schon mit seinen beiden Referenzeinspielungen mit der New York Philharmionic und dem Chicago Symphony Orchestra nicht dem Klangrausch ergeben hat, ist er jetzt genauso als hellhöriger Sensualist zu erleben, wie er mit Argusaugen die musikalische Vielfalt zu packen und zu modulieren versteht. Dass die Berliner Philharmoniker ihm mit all ihren überreichen, instrumentalen Spielfähigkeiten folgen, macht den Livemitschnitt doppelt wertvoll. Für die DVD-Reihe »Discovering Masterpieces of Classical Music» hätte man sich daher auch keine fundiertere Einspielung vorstellen können, um Bartoks musikalische Biografie bis in ihre Zwischenzeilen hinein kennenzulernen. Quasi als Vorwort ist ein 2o-minütiges Bartökporträt zusehen, in dem Boulez zu Wort kommt und das aufdie entscheidenden Fixpunkte in der Partitur hinweist. Einzig die Spielzeit mag angesichts der Speichermöglichkeiten einer DVD vielleicht etwas zu mickrig geraten sein. Andererseits trifft hier das gute, alte Motto zu: Less is more.



Dr. Stefan Drees
www.klassik.com, November 2007
Interpretacion:
Klangqualität:
Repertoirewert:
Booklet:
Features:
Regie:


Béla Bartóks 1944 entstandenem 'Konzert für Orchester' Sz 116, einem der zentralen Spätwerke des Komponisten, ist die vorliegende DVD gewidmet. Der Zugang, den Pierre Boulez als Dirigent bei der Interpretation an den Tag legt, ist durchweg faszinierend, obgleich er nicht immer jene strahlende Klanglichkeit erreicht, die etwa Michael Gielens jüngste Bartók-Einspielungen aus den vergangenen Jahren zum Ereignis macht. Der Zugang ist vielmehr von einer Mischung aus gleichzeitiger Distanz und unverhohlener Bewunderung vor Bartóks Leistungen geprägt, die sich musikalisch vor allem auf die klare Darstellung der kompositorischen Strukturen und der strengen motivischen Zusammenhänge zwischen den einzelnen Werkteilen – insbesondere zwischen den Rahmensätzen – auswirkt. Dieser Gesichtspunkt vermittelt sich auch in den Interviewausschnitten, in denen Boulez sich in Günter Attelns knapp 28-minütiger Dokumentation über den Komponisten äuβert. Überraschend viele Facetten von Bartóks Arbeit kommen in diesem Film zur Sprache, durchwegs mittels historischer Bildmaterialien illustriert.

Boulez verfällt, und das macht seine Interpretation für mich so überzeugend und reizvoll, angesichts der vielfältigen folkloristischen Einflüsse nicht ins Schwärmerische, sondern bleibt bei seiner Darstellung des Werkes in Diktion und Phrasierung immer klar, manchmal auch nüchtern. Dennoch ist sein hier offen gelegter Zugang zu der Komposition wesentlich lyrischer als seine früheren Studioaufnahmen, was sicherlich zum Teil auch mit dem spezifischen Sound der Berliner Philharmoniker zusammenhängt und sich vor allem im spannungsreich musizierten und trotz seiner expliziten Melancholie luftig wirkenden Mittelsatz zeigt. Aber auch Momente wie die irregulär federnde Rhythmik des vierten Satzes oder die klanglich abgedunkelte Kopfsatz-Einleitung mit ihren immer wieder anders zur Geltung kommenden Farbtupfern von Holzbläsern und hohem Streichertremolo, überzeugen durch ihren Kontrastreichtum.

Die Live-Aufzeichnung aus dem Mosteiro dos Jerónimos zu Lissabon vom 1. Mai 2003 besticht auβerdem durch eine sehr schöne klangliche Präsenz, was zeigt, dass die eigentlich für diese Musik eher problematische Akustik hier von der Aufnahmetechnik relativ gut neutralisiert und zu einem angesichts des groβen Kirchenraums eher unauffälligen Hallanteil reduziert wurde, der jedoch immerhin dazu ausreicht, den kontrapunktischen Passagen und Fugen der Komposition einen zusätzlichen Anstrich von Archaik sowie den Blechbläserchorälen einen Hauch von sakraler Atmosphäre zu verleihen. Zwar verweilt die schweifende Kamera für meinen Geschmack manchmal ein wenig zu lange auf den architektonischen Details des Bauwerks, doch bleibt die visuelle Umsetzung ansonsten mit ihren Bewegungen und Perspektiven der Musik sehr stark verpflichtet. Nicht zuletzt rückt sie auch immer wieder den Dirigenten Boulez in den Mittelpunkt und veranschaulicht, wie dieser mit sparsamen Bewegungen ein Maximum an orchestraler Entfaltung zu bewirken versteht.






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2:47:03 AM, 23 September 2014
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