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Thomas Gehrig
www.klassik.com, December 2010

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Hector Berlioz‘ ‘Symphonie fantastique’ ist nicht nur seine mit Abstand berühmteste Komposition, sondern gehört wohl auch zu den bekanntesten Werken der Romantik überhaupt. So populär ist das gewaltige Opus geworden, dass es sogar Eingang in die Filmwelt von Hollywood gefunden hat, wo es im Soundtrack zu ‚Sleeping with the enemy‘ verarbeitet wurde. Zu den Klängen der Idée fixe wird darin die von Julia Roberts verkörperte Hauptdarstellerin von ihrem psychopathischen Ehemann verfolgt. Nicht nur in dieser filmischen Umsetzung, sondern auch nach Berlioz‘ eigenem Konzept suggeriert die Musik düster-bedrohliche Bilder, deren klanggewaltiger Faszination sich seit ihrer Uraufführung im Jahr 1830 bis heute keine musikalische Generationen mehr entziehen konnte. Was dabei herauskommt, wenn sich die Berliner Philharmoniker unter Sir Simon Rattle dieser musikalischen Herausforderung annehmen, kann man auf dieser beim Label Medici Arts erschienenen DVD erleben. Die Aufnahme stammt allerdings bereits aus dem Jahr 1993, entstand also weit vor der Zeit, als Rattle 2002 zum Chef des Orchesters gekürt wurde.

Dass diese Symbiose aber schon damals gepasst hat, zeigt sich bereits im ersten Teil des Konzerts, wo es zwar auch schon französisch zugeht, aber mit Rameaus Suite ‘Les Boréades’ ein denkbar großer Gegenpol zu Berlioz‘ Vorzeigewerk auf dem Programm steht. In den dreizehn Sätzen dieses Werks sind polyphone Filigranarbeit und subtile Klangdosierung gefragt—Aspekte, die das anfangs naturgemäß stark abgespeckte Ensemble auch ohne historisch informiertes Ambiente in Reinkultur trifft. Punktgenaue Stimmführung, nahtlose Übergänge zwischen Holz und Blech und ein geschmeidiger Streichersatz bilden die Säulen für den großen Erfolg, den die  Aufführung im Folgejahr auch bei den Salzburger Festspielen feiern konnte.

Personelle Vollbeschäftigung herrscht dann wieder im ‚musikalischen Drama‘, als das Berlioz sein erstes symphonisch angelegtes Werk selbst bezeichnete. Die einleitenden ‘Träumereien und Leidenschaften’ saugt das Orchester in sattem, voluminösem Timbre auf. Zum buchstäblich rauschhaften Erlebnis wird der anschließende Ball, bei dem der Klangkörper nicht nur genüsslich in den vielfarbigen Facetten des Walzermotivs schwelgt, sondern auch die dynamischen und harmonischen Zäsuren atmosphärisch dicht herausarbeitet. Von den ekstatischen Visionen des ‘Gangs zum Richtplatz’ steigert sich die musikalische Fieberkurve schließlich konstant bis zum musikalischen Exzess des ‘Hexensabbats’. Momente gespenstischer Stille werden ebenso intensiv transportiert wie ausladende Klangwucht.



Peter T. Köster
Fono Forum, March 2010

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9:58:49 AM, 20 September 2014
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