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Prof. Kurt Witterst├Ątter
www.klassik.com, February 2008

Schuberts ‘große‘ C-Dur-Sinfonie kann man metaphysisch überhöhen wie einst Wilhelm Furtwängler oder aber einfach auch ganz naiv fröhlich dahin musizieren wie heutige Originalklang-Fetischisten. Leonard Bernstein ging 1987 in München mit dem in sauberer Prägnanz aufspielenden Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks einen Mittelweg. Den frischen, tänzerischen Elan holte der im Live-Konzert im Kongress-Saal des Deutschen Museums sichtlich fröhlich und gut aufgelegte Maestro immer wieder sprühend aus der versonnenen Romantik hervor. Da schlug er freudvolle Götterfunken. Das Scherzo hört man selten so handfest kräftig und rustikal stampfend wie hier in Bernsteins Originalaufnahme, die Unitel jetzt als EuroArts-DVD 2072168 heraus bringt.

Natürlich tauchte Bernstein mit den plastisch aufspielenden Münchener Rundfunk-Sinfonikern auch immer wieder gern in die poetische Weite von Schuberts großräumigen Sätzen. Mit Wärme und Klangrundung sangen die ihm hingebungsvoll folgenden Bayerischen Rundfunk-Musiker die Schubertschen Idyllen nach. Da obwaltete schon eine erlesene Klangkultur. Straff führte Bernstein dann in Schuberts schmerzlich schroffe Trauermarsch-Gestik, in die dramatischen Nacht- und Schattenseiten der Idyllik. Das gibt seiner Interpretation eine spannende Dialektik. Im Andante gar wanderte Bernstein mit dem von ihm hoch geschätzten Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks mit markanten Gesten gleichsam am Abgrund zwischen Tod und Leben. Furtwängler war da nicht weit weg.

Die Kameraführung fing das wie immer bei Bernstein extrovertiert lebendige Dirigat ganz nah ein. Sogar die generösen Gesten des Ausnahmedirigenten beim Schlussapplaus hielt die Kamera noch fest. Mit der der Plastik des Musizierens voll gerecht werdenden Tontechnik ein schönes optisch-akustisches Zeugnis von Bernsteins Dirigierkunst und Menschlichkeit, was das dreisprachige Textheft (deutsch, englisch, französisch) eigentlich nicht gebührend würdigt. Für die im Deutschen Museum banal hinter den Musikern aufgemalten Kulissen-Wände konnte Bernstein gewiss am aller wenigsten.

Im goldenen Wiener Musikvereins-Saal, aus dem die DVD noch Schumanns ‘Manfred’-Ouvertüre zugibt, war keine Kulisse erforderlich. So vollendet wie der heilige Musentempel ist auch Bernsteins expressiv und dicht aufgeladene Interpretation der dramatischen Ouvertüre mit den Wiener Philharmonikern von 1985 natürlich auch vor Publikum. Spontan weiß Bernstein mit den dabei ungemein mitgehbereiten Philharmonikern, einem ebenfalls von ihm favorisierten Klangkörper, aus dem Stand in die drei einleitenden Synkopen-Akkorde zu springen. Und in den entfesselnden dramatischen Abläufen hält ihn nichts zurück. Die Wiener Philharmoniker folgen seinen atemberaubenden Tempi in hinreißender Virtuosität. Schmerzliche Akzente werden seufzend betont. Noch der resignative Abgesang bekommt lastende Betonungen. Ein ungeheurer musikdramatischer Aufriss in Minutenschnelle! Exempel und Sternstunde zugleich.






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10:32:10 PM, 29 August 2014
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