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Kurt Witterst├Ątter
www.klassik.com, March 2008
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Voll in seinem Element war der in Amerika 42 Jahre als Chefdirigent des Philadelphia Orchestra zu Ruhm gekommene Ungar Eugene Ormandy bei koloristischer Orchestermusik. Zauberer der Mittelstimmen hat man den 1985 verstorbenen, vom Geiger zum Maestro aufgestiegenen Dirigenten genannt. Man versteht bei zwei jetzt bei EuroArts (als DVD 2072268) heraus gekommenen Aufnahmen von Gustav Holsts 'Planeten' und Claude Debussys 'La Mer' von 1977 warum: Selbst bei den mit kriegerischen Marsch-Gesten für den Mars-Satz gut bestückten 'Planeten' bleibt der Klang leuchtend, kommen Synkopen noch locker und nicht gestanzt. So klingen auch Nebenstimmen noch präsent, die bei anderen untergehen.

Die impressionistische Palette des Engländers Holst (mit väterlicherseits schwedischen Vorfahren, was das englisch-deutsch-französische Textbeiheft verschweigt) liegt Ormandy und seinem kultivierten, stets nobel intonierenden Philadelphia Orchestra. Da gibt es betörend weiche Übergänge. Der Klang bleibt bei allen subtilen dynamischen Rückungen rund und plastisch, was die Tontechnik in der Music Academy von Philadelphia voll heraus bringt. Übergänge zwischen und in den sieben Planeten-Sätzen kommen betörend weich, dennoch wechselt Ormandy die Farben von Holsts Koloristik prözise. Das ergibt ein Klangraffinement sondergleichen. Das Ohr wird geradezu umschmeichelt. Diese Weichzeichnung ist bei einigen Verschleifungen von Intervallen in den Streichern mitunter vielleicht doch zu flockig. Aber das steht für den klanglichen Zeitgeschmack der 1970er Jahre mit seinerzeit fülligem Sound.

Ein Meisterstück an plastischer Durchhörbarkeit gelingt Ormandy und seinem Philadelphia Orchestra im Jupiter-Satz. Da bleibt alles göttlich leicht artikuliert, stören keine primitiv klappernden Begleitfiguren. Die Unisono-Passagen kommen ausladend-vollmundig in echt britischer Hymnik. Die Vokalisen im Neptun-Finale tupfen die Damen des Mendelssohn-Club of Philadelphia geschmeidig, aber im Hintergrund unsichtbar bleibend, über das Orchester. Im Mars-Auftakt fährt die Kamera demonstrativ in die breiten Reihen des Blechs. Sonst zeigt sie vorwiegend Philadelphias stets verbindlich-freundlichen Dauer-Chef Ormandy, der für die 'Planeten' noch die Partitur benutzt, für 'La Mer' nicht mehr. Die Satzbenennungen hätte man durchaus jeweils einblenden können.

Dies ist auch bei den drei Sätzen von Debussys 'La Mer' unterblieben, obwohl sie für diese zeichnerischen Orchesterskizzen ebenfalls von einigem Erklärungswert sind. Auch da bleiben Ormandy und sein Philadelphia Orchestra eher in spätromantischer Klangsinnlichkeit. Sie kommen fast ohne peitschende Schärfen aus. Das Meer rieselt bei ihnen mehr in ästhetischen Fontänen. Und auch der Sturm bleibt im dritten 'Wind-und-Meer'-Satz eher ein freundlicher Geselle. Alles klingt ohne Nervosität und Hektik in elastischen Tempi voll durch. Wir sind glücklicherweise eher an einem ruhigen Tag an die See gekommen, die vor uns nicht ständig in lebhafter Animé- oder gar Tumult-Bewegung aufrauscht. Wie tut das gut!






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2:48:13 PM, 10 July 2014
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